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Rauchende Knallerbse: Fiat Cinquecento Sporting

 

Sehr geehrter Herr Kessler,

ich hatte Ihnen kürzlich eine Frage zu meinem 230 TE gestellt. Vielen Dank noch einmal für Ihre Antwort und Beratung.

Nun habe ich vielleicht eine wirklich harte Nuss für Sie.

Es geht um meinen Cinquecento Sporting mit Chiptuning.

Die kleine „Giftnudel“ lief auf drei „Pötten“. Daraufhin stellte eine KFZ-Meisterwerkstatt fest, dass ein Ventil durchgebrannt ist und haben dies incl. Ventilschachtdichtungen erneuert.

Ergebnis: Der Wagen qualmt wechselweise schwarz und blau und stinkt zum Himmel. Daraufhin hat die Werkstatt (in meinem Beisein) mit Hilfe eines Diagnosegerätes festgestellt, das jetzt die Lamdasonde defekt und erneuert werden muss. Ergebnis: Der Wagen qualmt weiter. Am nächsten Tag wurde der Motor wieder zerlegt. Man konnte aber keinen Fehler feststellen. Ergebnis: Gleich am nächsten Tag leckte die Wasserpumpe und musste auch erneuert werden. Bei letzterem drängt sich mir der Verdacht auf, dass beim zusammenbauen des Motors hier der Zahnriemen vielleicht zu stramm angezogen wurde und die Wasserpumpe dadurch in Mitleidenschaft gezogen wurde? Gesamtkosten bis jetzt ca. 750 € und ach ja, der Wagen qualmt und stinkt weiter. Was sagt der Autopapst dazu?

Mit herzlichen Grüßen

Markus

Antwort vom Autopapst:

Hallo Markus,

 ist denn der Tuning-Chip noch im Steuergerät? Die nicht nur von mir gebetsmühlenartig geäußerte Warnung vor den Auswirkungen von Chiptuning (besonders desaströs bei Saugmotoren…) scheint hier an einem Beispiel illustriert zu werden.

Wenn ein Saugmotor „gechipt“ wird, kann als beinahe einziger Parameter für mehr Leistung die Einspritzmenge erhöht werden. Die Lambdaregelung wird dabei erst ad absurdum und schließlich hinters Licht geführt (damit die Motorkontrolle nicht dauernd leuchtet). Im Ergebnis läuft der Motor zu fett, Lambdasonde und Kat überhitzen und es qualmt schwarz aus dem Auspuff. Das ganze belastet Kurbeltrieb und Zylinder und treibt den Ölverbrauch in die Höhe (blauer Rauch…). Das passiert natürlich nicht sofort, sondern erst nach einigen 10.000 km. Ihre Schilderung ist ziemlich charakteristisch. Ob man die Vorschädigung des Motors durch den Einbau des Serienchips egalisieren kann, weiß ich nicht. Im Zweifel ist der Kauf eines gebrauchten Motors sicher die preiswertere Variante.

Zum Schluß noch die Wasserpumpen-Frage: Immer, wenn die Wasserpumpe als Spannelement des Zahnriemens konstruiert ist, muß sie beim Zahnriemenwechsel eneuert werden. Gebrauchte Pumpen werden nach der Montage einfach nicht mehr richtig dicht, weil sich die Lagerbelastung durch einen neuen Zahnriemen verändert / erhöht.

Ich hoffe, ich habe Ihnen nicht das Wochenende verdorben!

 Herzliche Grüße vom

AUTOPAPST