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Explosionsgefahr? Airbag-Warnlampe geht nicht aus….

 

Sehr geehrter Herr Autopapst,

meinen Polo, Baujahr Jan.2002, 1198m³ habe ich nach Inspektion, neuem Tüv etc. vor 2 Jahren mit an meinen Wohnsitz nach Spanien genommen. Bis dahin lief er einwandfrei. Als er 5 Tage am Flughafen geparkt war, sprang er nicht mehr an. In der VW Werkstatt in Alicante fand man mehrere Tage nichts, danach war es angeblich ein Fehler in der Injektion. 346€. Seitdem besteht das Problem mit der airbagleuchte. Sie wurde mehrere Male abgestellt, dann ein Sensor erneuert, dann ein Schalter mal unter dem Sitz, mal woanders ersetzt. Nun stand das Auto 5 Wochen unbenutzt, da ich bis zum 12.12. in Deutschland bin. Mein Lebenspartner hat es heute angelassen, wieder dasselbe. Ich muss das Auto nun in Spanien zulassen, da der TÜV fällig wird und ich das Auto nicht mit nach Deutschland nehmen möchte. Haben Sie eine Idee?

Die Werkstadt in Denia/Alicante scheint das Problem nicht zu kennen. Es wäre mein schönstes Weihnachtsgeschenk, wenn diese Sorge ( nun fast 2 Jahre) los wäre.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Doris Eisermann

Antwort vom AUTOPAPST: Hallo Frau Eisermann,

Die Airbag-Kontrolle im Auto überprüft bei jedem Motorstart das Sicherheitssystem an Bord. Da ein Airbag nicht jedes Mal zur Probe ausgelöst werden kann, wird dazu eine indirekte Methode benutzt: Die Widerstandswerte der einzelnen Steuerstromkreise zu den balistischen Ladungen von Airbags und Gurtstraffern werden mit gespeicherten Sollwerten verglichen. Stellt der Rechner dabei Abweichungen fest, bleibt die Lampe an und der „Ausreißer“ wird als Code im Speicher des Steuergerätes abgelegt. In der Praxis bedeutet eine nicht erlöschende Airbag-Lampe also keine unmittelbare Explosionsgefahr. Vielmehr handelt es sich um den Hinweis, dass im Ernstfall der Airbag oder der Gurtstraffer (oder beide) vielleicht nicht funktionieren. Wer sicher gehen möchte und beim nächsten Crash sanft in einem Luftkissen landen will, sollte also die Stelle mit dem falschen Widerstand durch Auslesen des Fehlerspeichers lokalisieren. Man kann aber auch Erfahrungswerte nutzen: Sehr oft ist die Steckverbindung unter dem Sitz korrodiert. Dadurch hat die Steuerleitung des Sitzairbags vielleicht ein paar Ohm zu viel, was sich durch einfaches auseinander- und wieder zusammenstecken bessert. Oder der Schleifring am Lenkrad ist verschmiert und hat deshalb seinen „Normwiderstandbereich“ verlassen. Hier hilft schon eine Reinigung mit Alkohol. Wichtig ist dabei nur eins: Alle derartigen Eingriffe fallen in der Werkstatt unter das Sprengstoffgesetz! Laien sollten sich da besser heraus halten…