Der Sushi-Himmel

Am Checkpoint Charlie, in der Berliner Zimmerstraße (zwischen Charlotten- und Markgrafenstr.) hat vor einigen Tagen eine Filiale der hervorragenden Berliner Sushi-Schmiede Ishin eröffnet. Die Filiale ist so neu, dass sie auf der Webpräsenz von Ishin Sushi derzeit noch nicht erwähnt wird. Hier gibt es meiner Meinung nach das weitaus beste Sushi Berlins. Neben den üblichen Schweinereien wie Maki und Nigiri Sushi gibt es eine große Auswahl an Big Rolls, gedämpften Don-Gerichten und anderen Spezereien. Die Preise sind äußerst moderat, das Sushi ist frisch, auch exotischere Fischsachen können bedenkenlos gegessen werden. Die Sushi-Meister haben stets gute Laune und legen bei jeder Bestellung das eine oder andere kostenlose Stückchen Fisch mit auf den Teller. Ebenfalls rasend gut: Die Miso-Suppe – das ideale Katerfrühstück. Man kann hier für 12 Euro aufs herrlichste satt werden.

Wer nicht in Mitte wohnt, kann übrigens beim Sushi Guide Berlin herausfinden, welche Restaurants lohnen und welche nicht.

 

Im Refugium der Herrgottsb’scheißerle

Update 18.09.2008: Leider hat das Restaurant dicht gemacht – es ist umgezogen nach Burg / Fehmarn.

Hier stelle ich in loser Folge Restaurants vor, die mir gefallen. Ich betone ausdrücklich, dass die genannten Restaurants für diese Rezensionen kein Geld bezahlen und ich auch ansonsten weder privat noch dienstlich mit den Besitzern jener Restaurant verbandelt bin. Ich geh einfach gerne da hin. Punkt.

Wer das Pech hat, sein Bürozelt in unmittelbarer Nähe des Berliner Springer-Hauses aufgeschlagen zu haben, der weiß wie schwer es ist, eine Mittagsmahlzeit zu bekommen, ohne nebenher das Gesabbel von Lautsprechern und Dickdenkern ertragen zu müssen. Drum lebe das Maultäschle. Ein winziger Laden, in dem herzzerreißend gut gekocht wird. Geführt wird dieser Laden von Sevim und Alfons Kern. Sevim ist eine propere Dame türkischer Herkunft, ihr Gatte Alfons ein wohlgenährter, gemütlicher Schwabe. Und diese türkisch-schwäbische Vereinigung kommt in der Küche zur Vollendung. Es gibt die besten Maultaschen Berlins, auch mal mit kreativer Steinpilz- oder Lammhack-Füllung. Es gibt perfekt abgeschmecktes anatolisches Kisir. Es gibt ein Hommos, das seinesgleichen sucht. Und die Spätzle lassen die Sonne aufgehen. Gern wird auch Mittags einfach mal ein Glaserl Wein eingeschenkt, und wer es etwas niedriger aufgehängt mag, der öffnet sich ein Rothaus Tannenzäpfle und spielt versonnen mit dem Kronkorken, während Alfons Kerns gemütlich-schwäbisches Idiom im Hintergrund umherrollt. Wer monatlich mehr als einmal vorbei kommt, wird von Alfons auch gerne mal ohne weitere Vorwarnung fest in den Arm genommen. Und das Publikum: Angenehm.

Link zur aktuellen Speisekarte

Maultäschle
Charlottenstr. 79/80
10117 Berlin
U6 Kochstr., Bus 129, 148
030/22488600
Mo-Fr 8-20 Uhr, Sa 10-18 Uhr, So geschlossen
EC-Karte

 

Weck den Portugiesen in dir!

Hier stelle ich in loser Folge Restaurants vor, die mir gefallen. Ich betone ausdrücklich, dass die genannten Restaurants für diese Rezensionen kein Geld bezahlen und ich auch ansonsten weder privat noch dienstlich mit den Besitzern jener Restaurant verbandelt bin. Ich geh einfach gerne da hin. Punkt.

Sind Sie auf der Suche nach einem Fischrestaurant, wo Sie frischestmöglichen Fisch aromaschonend zubereitet bekommen? Und das auch noch ohne professorales Heititei und befrackte Angestrengtheit? Dann fahren Sie mit dem 148-er Bus ins beschauliche Friedenau und steigen Sie an der Haltestelle „Dickhardstr.“ aus – von hier aus noch ca. 25 Schritte, und Sie fallen direkt in das „Carlos“.

Bestellen Sie sich zunächst ein paar Tapas und als Hauptgang nach einem kurzen Kontrollblick in die Fischvitrine entweder die Dorade Royal oder das Thunfischsteak. Lassen Sie sich den Weißwein des Hauses kredenzen, man befestigt freundlicherweise einen riesigen Flaschenkühler mit gefühlten fünf Litern Inhalt direkt an Ihrem Tisch. Sodann wird frisch gebackenes Weißbrot gereicht, mit einer aufs phantastischste handgeprügelten Aioli. Genießen Sie die Tapas. Schwelgen Sie. Werden Sie langsam betrunken. Und seufzen Sie dann wollüstig, wenn der Fisch aufgetragen wird. Dieser Fisch wird nämlich nur etwas mit Meersalz, Olivenöl und Zitrone eingerieben und dann gegrillt. Dazu gibt es handgeschnitzte Kartoffelspalten und zart-bissfestes Gemüse, z.B. Broccoli oder Karotten, die sacht mit Olivenöl bester Provenienz betropft wurden.

Geben Sie sich zum Nachtisch den Flan caramel und begleiten Sie ihn mit einem Schwenker Gran Duque d’Álba.

Sie werden danach schlafen wie ein Säugling und so glücklich sein, wie lange nicht mehr in Ihrem Leben.

Restaurant Carlos
Dickhardtstr. 27
12161 Berlin
(030) 8522660
tg. 17-1 Uhr

www.carlos-tapas.de

 

Vom Nieselregen in die Karibik!

Hier stelle ich in loser Folge Restaurants vor, die mir gefallen. Ich betone ausdrücklich, dass die genannten Restaurants für diese Rezensionen kein Geld bezahlen und ich auch ansonsten weder privat noch dienstlich mit den Besitzern jener Restaurant verbandelt bin. Ich geh einfach gerne da hin. Punkt.

Wenn – wie heute – der Novemberniesel die gesamte Stadt in ein Dutzend verschiedener Grautöne schleiert, dann steht er schon vor der Tür: Der Berlin-Blues. Doch für kleines Geld kann man ihm entfliehen. Das Restaurant Carib in Schöneberg empfängt den Gast mit sachtem Dub-Reggae und farbenfrohem Interieur. Wer das vorschnell als Erlebnisgastronomie aburteilt, ist im Unrecht, denn im Carib wird seit vielen Jahren eine gutgelaunte Küche auf sehr hohem Niveau geboten.

Der Autor dieser Zeilen hat sich in den vergangenen Jahren durch das komplette Menü gefuttert und empfiehlt zunächst aus der kleinen, aber intensiven Cocktailkarte ein wirkungsvolles Getränk zum Vorglühen zu ordern. Man nehme dann als Vorspeise den „Caribbean Sampler“, der mit grandios marinierten Shrimps, Cassava Roots, frischen, hausgemachten Fischfrikadellen und Plantain Sticks aufwartet, dazu gibt es ein Peanut-Chilli-Dip und eine fantastische Aioli mit ganz sachtem Avocado-Einschlag.

Sodann lasse man „Big Daddy“ folgen, das ist eine Riesenportion Großgarnelen mit gut abgehangenem, butterzartem Rinderfiletstreifen vom Grill an Rotweinsauce mit frischen Champignons und weißem Reis. Wer lieber Fisch mag, dem sei der außen kross panierte und ihnen saftig-zarte Red Snapper zu empfehlen.

Allen Speisen gemeinsam ist absolute Frische, perfekte Zubereitung und Liebe zum Detail. Das Personal ist ausgesucht freundlich und humorvoll und empfiehlt nach dem Essen auch gerne schon mal flüsternd einen Kokos-Schnaps, der es in sich hat. In bestimmt 15 Besuchen bin ich hier nicht ein einziges Mal enttäuscht worden. Sehr empfehlenswert. Man lasse sich nicht von der äußerst old school Website täuschen.

Restaurant Carib
Motzstr. 30
10777 Berlin
(030) 2135381

tg. 17-1 Uhr
EC, VISA
www.carib-berlin.de

 

Restaurant Mesa

Hier stelle ich in loser Folge Restaurants vor, die mir gefallen. Ich betone ausdrücklich, dass die genannten Restaurants für diese Rezensionen kein Geld bezahlen und ich auch ansonsten weder privat noch dienstlich mit den Besitzern jener Restaurant verbandelt bin. Ich geh einfach gerne da hin. Punkt.

Es gibt Abende, spontane Situationen, an denen braucht man ein verlässliches Restaurant. Ein Restaurant, in welchem auf wundersame Weise immer ein Tisch für zwei frei ist, ein Restaurant in dem das Essen stets frisch, liebevoll zubereitet und schmackhaft ist. Ein Restaurant ohne böse Überraschungen. Das Mesa ist so ein Fall. Hier wird libanesisch gekocht, und zwar vom Allerfeinsten. Schwerpunkt und Namensgeber dieses Restaurants sind die in anderen Restaurants lieblos als „Vorspeisen“ abgekanzelten Kleingerichte, die man beliebig miteinander kombinieren kann. Darunter finden sich natürlich libanesische und persische Klassiker wie das Hommos oder Tabouleh, aber auch aromatische Lammhackbällchen (Kibeh boule), marinierte Hähnchenspieße (Shikh tawouk) u.v.a.

Wer eher reaktionär unterwegs ist und eine klassische Menüfolge braucht, kann auch dies haben; es gibt eine wunderbar frische, mit Zitrone abgeschmeckte Linsensuppe, einen Lammrücken mit grünen Bohnen, dessen Zartheit die Tränen in die Augen treibt; auch der mit Zwiebeln und Mandeln versehene Seelachs schmeckt vorzüglich. Vegetarier können sich an einer Seltenheit erfreuen: Einem Couscous, das NICHT langweilig vor sich hindümpelt, sondern mit erlesenen Gewürzen und in bestem Olivenöl geschwenkt ganz neue Geschmackswelten auftut. Die Weinkarte ist klein und fein, besonders empfehlenswert die zu Unrecht kaum bekannten Weine des Weinguts „Ksara“ aus dem Bekaa-Tal. Die „Réserve du Couvent“ duftet nach Schokolade und Beeren und bekommt durch den Syrah-Anteil einen nachgerade feuerwerksartigen Nachgeschmack. Der ebenfalls einwandfreie Château Ksara Rouge wird sogar als offener Wein serviert und ist dank der guten Nachfrage bedenkenlos trinkbar. Der mit Kardamom gewürzte Mokka gibt gemeinsam mit einem Arrak, der geschmacklich genau zwischen Pernod und Raki liegt, beste Gefühle im ganzen Körper. Hervorzuheben auch der Kellner, der scheinbare Schlafmützigkeit und Charme aufs Hervorragendste vereint.

Im Mesa isst man stilvoll, aber nicht etepetete. Kinder sind willkommen und kriegen auch bizarre Sonderwünsche erfüllt, z.B. handgeschnitzte Pommes Frites.

Restaurant Mesa
Paretzer Str. 3
10713 Berlin
(030) 822 53 64

tgl. außer SO 16-24 Uhr
EC-Karte
www.mesaberlin.de