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Entrecôte – volatile Qualität

 

Eigentlich kenne ich das Entrecote als verlässliches Restaurant: gut gebucht, aber nie ganz voll, ordentliches Fleisch, unauffälliger, professioneller Service. Heute war ich von der Leistung in mehrfacher Hinsicht enttäuscht. Wir hatten einen Kooperationspartner zu bewirten und kehrten heute dort ein. Das Restaurant war, und dazu möchte man die Betreiber durchaus beglückwünschen, bis auf den letzten Platz ausgebucht. Leider überforderte dies Küche und Personal gleichermaßen. Dass die erste bestellte Flasche Sancerre deutlich korkte, fanden wir noch akzeptabel, wiewohl ein echter Sommelier dies im Vorfeld bemerkt hätte. Dass wir jedoch auf das Hauptgericht mehr als 80 Minuten warten mussten, war inakzeptabel, ebenso wie der Umstand, dass der von uns bewirtete Gast sein Essen, das „Menu Classique“, auf einem Salatteller (!) serviert bekam. Die dritte Flasche Wein, die wir bestellten, wurde zwar gereicht, der Probierschluck kam dann jedoch in einem Wasserglas. Damit nicht genug: der Probierende selbst bekam nach dem erfolgreichen Probierschluck als einziger keinen weiteren Wein eingeschenkt.

Zur Qualität des Essens: Das Boeuf Bourgignon war eher mittelmäßig, für meinen Geschmack hatte das Fleisch einen für Rindfleisch zu dominanten Hautgout, die Perlzwiebeln in der Sauce verstärkten die etwa säuerliche Note. Es war dies kein Qualitätsproblem, aber auf jeden Fall eine nicht gelungene Abstimmung. Unser Gast bekam die zweite Ration seines Menu Classique lauwarm, was umso mehr verwundert, als dass das Menu Classique üblicherweise auf einem Rechaud warmgehalten wird. Das Fischgericht (Wolfsbarsch) und das ebenfall verzehrte Entrecôte Anglais waren fehlerfrei.

Fazit: für die aufgerufenen Preise waren Essen und Service nicht gut genug. Leider kann das Entrecôte derzeit nicht als sichere Bank für Geschäfts(anbahnungs)essen empfohlen werden.

2 Kommentare

  1.   Ludwig

    Lustig finde ich ja, dass die Empfehlungen dieses Blogs immer zwischen Ober- und Unterschicht wechseln, und das meistens auch sprachlich. Dit is aber woll tüpisch Berlin, und damit keen Makel, sondern eene Auszeichnung, wa?

  2.   Dooorie

    Es ist etwa vier Monate her, da machte ich abends etwa dieselben Erfahrungen. Manch ein Gang war lauwarm, und die Qualität nicht durchgängig den Preisen entsprechend. Vor allem nervte es sehr, dass es fast unmöglich war, die Aufmerksamkeit des Personals zu erringen. Es ist ja noch zu ertragen, wenn man auf den ersten Gang etwas länger wartet und dann flüssig bedient wird, aber wir warteten und warteten auf alles ewig: zuerst auf die Karte, dann auf die Aufnahme einer Bestellung, danach auf unseren Wein, natürlich auf jeden einzelnen Gang, und schließlich darauf, die Rechnung begleichen zu dürfen.
    Ich war seitdem nicht wieder dort, ich habe vom Entrecote genug.
    Meine Empfehlung: Poulette in der Knaakstraße, zehn Schritte vom Kollwitzplatz entfernt – deutlich besseres Preis-Genuss-Verhältnis, sehr viel freundlichere Athmosphere.

 

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