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Stadtbad Schöneberg, das Mekka der Maulfaulen.

 

Gestern Regen. Plästern, Plätschern, Prasseln. Régen. Was für ein Sauwetter. Die Tochter liebt Schwimmbäder. Ich hasse Schwimmbäder, lieber aber wiederum meine Tochter und ließ mich also von ihr überreden, mit ihr ins Stadtbad Schöneberg zu gehen. Stolz verkündete sie mir im Schwimmbad: „Heute möchte ich vom Einmeterbrett springen“. Das hatte sie sich zuvor noch nie getraut. Das Einmeterbrett war gesperrt. Sie wollte die am Beckenrand stehende Bademeisterin auch selber fragen und tapste dort hin. Kurz darauf kam sie zurück und sagte, „sie wollen das Einmeterbrett heute Nachmittag irgendwann noch öffnen.“ Wir warteten dann schwimmend eine knappe Dreiviertelstunde, nichts geschah. Meine Tochter fragte nochmal nach, wann denn das Einmeterbrett geöffnet werde. Die Bademeisterin antwortete mit „ma kieken“. Eine Viertelstunde später klopfte ich beim Bademeister an, der in seinem Bademeisterkabuff saß und mit den Händen eine Pizza aß. „Guten Appetit“, sagte ich, „meine Tochter möchte gerne am Einmeterbrett springen, wird das heute nochmal geöffnet und wenn ja, wann?“ – Statt einer Antwort zeigte der Bademeister mit dem Finger auf seine draußen im Bad herumspazierende Kollegin. „Wie bitte?“, fragte ich höflich nach? „Kollegin frahren“, kam mürrisch die Antwort.

Wir haben die Kollegin dann nicht mehr gefragt. Unfreundliches Pack.

3 Kommentare

  1.   Eat_berlin

    Service-Wüste im Schwimmbad. How very ironic.

  2.   achberlin

    Ah, schon wieder in Berlin angekommen. Im letzten Post noch auf die Berliner Höflichkeit geschimpft und nun wieder selbst voll dabei. Interessant ist, dass dies Berlin-Blog das schlimmste Meckerblog ist, dass ich kenne. (Ja, das ist auch ein Grund weshalb ich es lese.)
    Häufig hilft es sich direkt beim Verursacher der Probleme zu beschweren und nicht nur virtuell. Gerade in Berlin wirkt das oft Wunder…

  3.   Friedrich Bolle

    Lieber Jochen Reinecke,

    wenn Sie selber schon vom unfreundlichen Pack sprechen und schreiben…..

    Dann bin ich sehr neugierig zu erfahren, wie Ihre Tochter in ein paar Jahren auch mir einer ähnlichen Situation umgeht.

    Wie der Herr so das Gescherr 🙂

    Das Meckern und Jammern hilft doch überhaupt nichts.

    Interssant wäre es doch auch einmal herauszufinden, wie man Badefrau und Bademann aus der Reserve herauslocken kann, damit Ihre Tochter den Sprung vom Einmeterbrett machen kann.

    Im Gegensatz zu Ihnen resigniere ich nicht in solchen oder ähnlichen Situationen und lasse mich nicht einfach abspeisen 🙂

    Und erreiche meistens mein Ziel….

    Aber da Sie letztlich Schwimmbäder hassen und sich nur von Ihrer Tochter überreden ließen…….

 

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