Das Fahrrad-Blog

Die Achtziger kommen zurück

Von 19. Oktober 2012 um 12:26 Uhr

Sir © Winora

In der kommenden Saison werden die Fahrräder ziemlich bunt und retro – und zwar richtig. Winora holt die siebziger und achtziger Jahre gleich mit zwei Modellen zurück. Die Räder Sir und Alan sind Zwillinge ihrer 30 und 40 Jahre alten Vorgänger. Viele Mittvierziger werden in den Velos das Fahrrad erkennen, mit dem Papa damals zur Arbeit gefahren ist. Das braune Modell Sir mit seinem weißen Dekor war damals der Verkaufsschlager.

So konsequent wie Winora setzt bislang kein Hersteller den Retrolook der 70er und 80er Jahre von Stadträdern in neuen Velos in Szene. Das ist gewagt. Denn ob man von solchen Rädern träumt, ist fraglich.

Der dänische Fahrradbauer Viva bleibt bei seinem puristischen Design. Es gibt seinem Modell  Riser im kommenden Jahr nur ein schrilles Neongrün dazu. Außerdem lässt Viva die Kunden entscheiden: Wahlweise kann man das Velo auch in zarten Frühlingstönen oder klassisch dunklen Farben bestellen.

Riser green © Viva

Bobbin Bikes aus London waren immer bunt. “Wir lassen uns von der Mode und der Malerei inspirieren”, sagt Geschäftsführer Tom Morris. Die Farben für dieses Birdie hat er bei Cézanne gefunden. Hier fließen zarte Pastelltöne ineinander. Das war in den Achtzigern schon mal beliebt bei Puch-Rädern aus Österreich.

Birdy © Bobbin Bicycles

Selbst der sonst eher konservative Radhersteller Kettler traut sich was. In der kommenden Saison bringt er sein Damencityrad Layana in einem satten Violett auf den Markt. Auch Gazelle, Dahon, Riese und Müller und viele andere Hersteller haben 2013 mindestens ein fruchtig-farbiges Modell in ihrer Kollektion.

Ob bunte Räder wirklich ein Trend werden, wird das nächste Jahr zeigen. Spannend ist die Frage, ob Winora mit den authentischen Retrobikes eine Bewegung in Gang setzt oder ob die Kopie des Originals eine Eintagsfliege wird.

Layana © Kettler

 

 

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Es verwundert stets, dass man potenziellen Käufern präkeres Design und zweifelhafte Qualität präsentieren kann und mit guten Umsätzen rechnen kann. Denn die Werbekampagne, allumfassend und geschickt, hat keine Mühe das derelikte Bewusstsein der Masse abermals einzunehmen.

    • 19. Oktober 2012 um 15:48 Uhr
    • conte
  2. 2.

    Mein Fahrrad ist noch aus den Achzigern.
    Bin ich jetzt cool?Oder muss ich mir ein Kaufen das aussieht wie aus den Achzigern?

    Vermute mal zweitens.

    • 19. Oktober 2012 um 15:55 Uhr
    • -
  3. 3.

    Vorschlag: Ein Rad kaufen, das wirklich so alt ist!

    Man muss sich nur mal auf den Straßen umschauen um festzustellen, dass sehr viele Menschen Alltagsräder besitzen, die aus den 70ern und 80ern stammen. Die sind teilweise einfach unkaputtbar, egal wie miserabel man damit umgeht. Technisch hat sich bei Gebrauchsrädern auch nicht so viel getan (von einige Entwicklungen wie Nabendynamo abgesehen).

    Es lohnt sich, mal bei Online-Auktionshäusern oder lokalen Flohmärkten vorbeizuschauen.

    Im Vergleich zum Auto ist auch die Ersatzteilversorgung bei alten Rädern sehr viel besser. Viele Dinge haben sich nicht so sehr geändert, und die meisten Reparaturen sind sogar selbst machbar. In fast allen Fällen lassen sich alte Räder auch mit neu produzierten Ersatzteilen ausbessern, da Fahrräder zum Glück sehr modular aufgebaut sind und die Systemintegration (noch) nicht weit fortgeschritten ist. Bei Teilen, die man “original” wirklich nicht mehr fahren sollte (z.B. Reifen) kann man getrost zu brandneuem Material greifen.

    Man sollte auch und insbesondere die ökologische Bilanz eines solchen Gebrauchtkaufs im Hinterkopf behalten. Wie bei jedem Produkt gilt: Etwas, was es schon gibt, weiterzuverwenden, ist deutlich besser als etwas zu kaufen, was neu produziert werden muss. Auch ein Fahrrad verschlingt vergleichsweise viel Energie bei der Produktion.

    Wer sich also ein schickes Retro-Stadtrad kauft, das wirklich alt und nicht nur “auf alt gemacht” ist, gewinnt also fast überall: Bei den Kosten, beim Stil, bei der ökologischen Bilanz.

    PS: Mein Stadtrad ist ein alter Stahlrenner Baujahr 1986 und fährt exzellent :-)

    • 19. Oktober 2012 um 16:41 Uhr
    • porph
  4. 4.

    Uuhhhh, Farräder in bunt, das is ja mal ne tolle Idee.

    Dieser Blog is dermaßen überflüssig, es ist der schiere Wahnsinn.

  5. 5.

    Über Design lässt sich trefflich streiten, das dürfen Sie auch präkär nennen wenn es beliebt. Wie aber kommen Sie zur Ansicht die Qualität der Farräder sei zweifelhaft? Ich bin z.B schon mal ein Viva Bike gefahren und an der Qualität dieses Fahrrads gab es rein garnichts auszusetzen. Der Preis ist allerdings stolz, da darf man das auch erwarten. Ansonsten begrüße ich es, daß den Leuten wenigstens mit den Mitteln der Werbung etwas mehr Geschmack beigebracht wird, selbst wenn die lächerliche Masse, wie sie schreiben, dann dazu tendiert auch mal was davon zu kaufen und diese Unternehmen Gewinne dabei machen (Pfui!).
    Dute Gestaltung sollte Einzug in die Schulbildung und das öffentliche Leben finden, wie z.B. in Dänemark. Dann wäre die Masse vielleicht auch etwas urteilsfähiger und müsste sich nicht von Apple uraltes Ulmer Design als Kalifornische Erfindung verkaufen lassen oder könnte über den Microsofts Bezeichnung “Metro Style” lachen, der nicht durch die U-Bahn in Paris sondern durch die Gestaltung der Fughafeninformationssysteme durch den Schweizer Typographen Adrian Frutiger inspiriert ist.

    • 19. Oktober 2012 um 18:09 Uhr
    • annocom
  6. 6.

    @ Rheinlandsmann: Es zwingt Sie ja niemand, ihn zu lesen.

    • 19. Oktober 2012 um 18:31 Uhr
    • Matthias Breitinger
  7. 7.

    Das Winora hätte es vor 40 Jahren so nicht gegeben. Vielleicht von der Farbe. Das abfallende Oberrohr ist eine Idee aus den Neunzigern.
    Es wäre wirklich schön, wenn es mehr bunte Räder gibt. Viele fahren ja Räder ,die komplett schwarz oder zumindest dunkel sind.

    • 19. Oktober 2012 um 18:53 Uhr
    • Velophil
  8. 8.

    Anderer Vorschlag: Ein paar so alte Räder ansehen.

    Ich weiß nicht auf welchen modularen Aufbau Sie hinaus wollen, aber außer dem Loch in der Gabel, durch das die Schraube muß um Bremse und Beleuchtung zu befestigen, also, außer dem, ist nicht viel….

    Sicher gibt es noch die gleichen Maße, aber schon etwas moderner, und ohne Cantisockel gibt es weder die selbst schon längst überhohlten Canti.-Bremsen noch eine V-Bremse. Cantisockel und fehlender Kabelhanger (spricht sich zwar wie ein alberner Anglizismus, also etwa “Käiblhänger” ist aber der Erfindng geschuldet und kein Anglizismus) auf alle Fälle ohne den auch keine Canti.-Bremse.

    Kein Schaltauge, keine Kettenschaltung. Und das, auch wenn die die Streben schon Ausfallenden aufweisen, es sei denn, man tut einen wirklichen Glücksgriff. Von dem kann ich mit stotzer Brust schreiben. Also wohl sowas wie die ersten Shimano Kettenschltung, mit Gangrasterung noch am Schaltwerk und nicht am Schalthebel, a b e r mit einem angeschraubten Schaltauge das wiedrum mit der Schaltung verschraubt ist und nicht wie damals auch verbreitet, zwar anschraubbar jedoch fest mit dem Schaltwerk verbunden. Versuchen Sie sowas mal Heute noch aufzutreiben, wenn Sie an einen alten gut erhaltenen Rahmen eine neu Kettenschaltung anbringen wollen. Aber weiterhin bleibt die Frage : Wie hinten bremsen, wenn da gar kein Cantisockel an den Streben verbaut wurden ? Es gab diese schlicht und einfach noch gar nicht.
    Hat man noch gut erhaltene Bremshebel für Cantis, kann man die wiederum nicht für V-Bremsen nutzen.
    Oder, ganz was tolles, ein wirklich super stabil wirkender 1″ Vorbau, der keinen 25mm Lenker aufnehmen kann, sonden nur 22mm Rohren platz bietet.
    Von Ketten verschiedener Breite für 6-, 7/8-, 9- und 10fach und anderen Zusammehängen der Art fang ich gar nicht erst an.

    Dafür muß ich sagen das Shimano wohl mal früher so schlau war und gänzlich teilbare Bremshebl herstellte. Also 80er ist mit 80er durchaus modular zu verbinden und wirklich praktisch, vor allem wenn man noch so einen alten Vorbau hat, durch den man den Lenker durchziehen muß, oder, noch vortelhafter, wenn man selbst an neuen Vorbauten rumprobiert und sich das entfernen der Griffgummis dadurch ersparen kann.
    Sagen Sie jetzt nichts,…..ich weiß, die schraubbaren Griffe sind Heute schon ziemlich verbreitet und durchaus bezahlbar.

    Ganz einfach gesagt, ich bin mehr der 90er Typ, also sehr MTB, und da hab ich eine ganz andere Vorstellung von “modular” mitbekommen.

  9. Kommentar zum Thema

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