Das Fahrrad-Blog

Airbag statt Helm

Von 8. Februar 2013 um 07:52 Uhr
© pd-f / Hövding

© pd-f / Hövding

Auf den ersten Blick sieht das Ding aus wie eine futuristische Trockenhaube. Es ist aber ein moderner Hightech-Airbag für Radfahrer. Einmal ausgelöst, soll sich der Hövding als schützende Hülle innerhalb einer Zehntelsekunde um den Kopf stülpen, und zwar weiter, als das ein klassischer Fahrradhelm tut. Den Airbag trägt man in einem Kragen verborgen wie einen Schal um den Hals.

Zwei schwedische Produktdesignerinnen haben sechs Jahre lang den Hövding (auf Deutsch: Häuptling) entwickelt. Unter einer waschbaren Außenhülle verbirgt sich der Airbag. Er ist mit Sensoren versehen, die laut Hersteller das typische Bewegungsmuster im Falle eines Unfalls erkennen und daraufhin den Airbag auslösen. Fehlauslösungen gebe es nicht, erläutert der Hersteller. Denn der Hövding sei mit Bewegungsdaten programmiert, die ausschließlich bei Unfällen auftreten. Wie alle Fahrradhelme, die in Europa verkauft werden, ist er CE-geprüft.

Im Fall eines Unfalls bläst ein Gasgenerator, der sich hinten am Kragen befindet, den Airbag mit Heliumgas auf. Aktiviert wird der Schal über einen Druckknopf. Die Energie erhält er aus einem Akku. Dieser wird über eine USB-Schnittstelle geladen, eine LED zeigt den Ladezustand an. Wird der Hövding 18 Stunden ununterbrochen getragen, muss er wieder aufgeladen werden, im Stand-by-Betrieb erst nach 36 Tagen. Wenn es soweit ist, meldet er sich per Signal.

Für Helmmuffel und Fahrer, die auf ihre Frisur achten, ist der Häuptling eine echte Alternative. Zumal er eine abnehmbare Außenhülle hat. Der Hersteller bietet derzeit zwei verschiedene Hüllen an, will aber künftig weitere Modelle designen, mit neuen Farben und Mustern. So wird der Hövding zum schicken Accessoire. Wenn auch ein kostspieliges. 399 Euro kostet er im Fachhandel. Dafür bekommt man viele schöne Fahrradhelme.

Dieses Video zeigt, wie der Hövding funktioniert:

Kategorien: Accessoire, Forschung, Mode
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Das CE Zeichen ist kein Prüfsiegel wie z.B. GS. Das CE Zeichen wird vom Hersteller an Produkten angebracht, die europäische Normen erfüllen. Ob das tatsächlich der Fall ist, darüber gibt das Zeichen keine Auskunft.

    • 8. Februar 2013 um 09:49 Uhr
    • Stefan
  2. 2.

    Chapeau!
    Glückwunsch an die beiden Designerinnen aus Schweden für diese Entwicklung.
    Sie erscheint mir um ein Vielfaches wirksamer als ein Fahrradhelm – wenngleich auch nicht ganz billig.
    Auf jeden Fall helfen derartige Innovationen dabei, dem Fahrrad auf seinem Weg zu einem anerkannten Verkehrsmittel – und nicht nur Sport- und Freizeitgerät – Schub zu geben.
    Allein das Gefühl der Sicherheit bringt sicherlich für viele mehr Selbstvertrauen im Verkehrstreiben.

    • 9. Februar 2013 um 11:50 Uhr
    • rt
  3. 3.

    Muss einem ja nicht gefallen?! http://www.forumat.de

    • 9. Februar 2013 um 16:40 Uhr
    • Katja
  4. 4.

    Mit Verlaub, das hat aber gedauert bei der zeit-Redaktion! Das Ding geisterte doch schon 2012 durch die Gazetten…

    • 11. Februar 2013 um 19:19 Uhr
    • Ulrike
  5. 5.

    @ Katja
    Der Kragen sieht doch – zumindest im Winter – einigermaßen passabel aus.
    Nun ja, man könnte vielleicht noch einen Modedesigner daran beteiligen.
    Die in dem 2. Bild aufgestellte Haube wird ja erst durch einen Sturz ausgelöst.
    Sie sieht m. E. immer noch besser aus als ein Kopf mit starken Blessuren.
    OK – ständig mit der aufgeblasenen Haube durch die Gegend zu fahren, wirkt sicher nicht so ästhetisch.
    (Ein bisschen Spass darf doch sein – zumal zu Karneval – oder?)

    • 11. Februar 2013 um 20:21 Uhr
    • rt
  6. 6.

    Zitat:….18 Stunden ununterbrochen getragen…
    ###
    KO Kriterium!
    .
    Beim Unfall ist der Akku leer, weill……
    .
    Als ich vor Jehren davon zum ersten mal las, erschien mir das Ding sehr praktisch. Mit nachladen. Totgeburt!
    .
    Meint
    Sikasuu

    • 16. Februar 2013 um 15:18 Uhr
    • Sikasuu
  7. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)