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Kleine Helfer für den Herbst

 
Cambridge © Brooks
Cambridge © Brooks

Die vergangenen Tage waren erstaunlich warm, und man konnte tatsächlich noch mal in kurzen Hosen Rad fahren. Dennoch ist es jetzt an der Zeit, seine Fahrradgarderobe umzustellen und die Herbst/Winter-Ausrüstung aus dem Schrank zu holen – das Zwischenhoch wird nicht mehr lange andauern. Eine Zusammenstellung einiger nützlicher Accessoires.

Schmutzfänger

Etwas aus der Mode gekommen sind Schmutzfänger. Dabei sind sie gerade, wenn die Schutzbleche etwas kürzer sind, extrem praktisch, denn Kette und Schuhe bleiben damit bedeutend sauberer als ohne Spritzschutz. Besonders wichtig wird das, wenn im Winter Streusalz eingesetzt wird. Schmutzfänger findet man seltener in Geschäften, aber es gibt sie weiterhin: von der simplen Ausführung aus Gummi bis hin zur Edelvariante aus Kernleder.

Wer will, kann sie auch selber basteln. Der Fahrradblogger Arno Welzel hat seinen Schmutzfänger  aus einer alten Shampooflasche zurecht geschnitten und mit Kabelbindern befestigt. Wir haben es mit einem Schnittmuster vom Tandemradler Jörg Buchholz versucht und den Schmutzfänger aus Teichfolie ausgeschnitten – er hat bereits einem Winter überstanden.

© Reidl
© Reidl

Kopfschutz

Ob man in der kalten Jahreszeit einen Überzug für seinen Helm benutzt, ist zum einen eine Geschmackfrage, zum anderen abhängig vom Helm. Weist der Kopfschutz nur wenige Lüftungslöcher auf, macht die Hülle weniger Sinn als bei sportlichen Helmen, die darauf ausgelegt sind, den Kopf gut zu belüften.

Manche Hersteller verkaufen Helme inklusive Winterkit. Dann wird die Polsterung gegen eine warme Innenhülle ausgetauscht, die so ähnlich aussieht wie eine Mütze. Die Innenhülle verschließt die Löcher und bedeckt die Ohren.

Dieses Zubehör gibt es auch für einige Kinderhelme. Für diese Zielgruppe ist das clever, da die ewige Neujustierung bei Mütze und Helm wegfällt.

Statt Überzug trage ich jedoch lieber eine dünne Mütze unterm Helm. Zwar fehlt dann der reflektierende Überzug, aber mein Helm ist mit Reflektorstreifen und einem LED-Licht ausgestattet.

Trockene Füße

Warme, trockene Füße sind wichtig beim Radfahren. Jetzt im Herbst reichen meist noch einfache Überschuhe, um die Füße vor Nässe zu schützen. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, die für Alltags- oder Fahrradschuhe geeignet sind.

Die Überzieher, die man über Straßenschuhe stülpt, reichen gerne mal bis unters Knie. Es gibt sie schlicht in uni oder etwas extravaganter und farbenfroh wie bei Georgina in Dublin. Ihre Leggits passen auch über Stiefel. Hilfreich für den Alltag ist die Angabe der Wassersäule, für die die Überzieher ausgelegt sind.

Leggits © Georgia in Dublin
Leggits © Georgia in Dublin

Wer sportlich unterwegs ist, findet bei verschiedenen Anbietern ein breites Spektrum an Überschuhen. Die Minimalversion ist der Überzieher, der gerade den Vorderfuß bedeckt, um die Zehen warm zu halten. Häufiger sind die Modelle, die bis über den Knöchel reichen und je nach Bedarf mit Fleece oder Neopren, mit Windstopp und Gore-Tex ausgestattet sind. Jetzt gibt es kostengünstige Auslaufmodelle und vor allem noch Überzieher in allen Größen. Das wird sich in wenigen Wochen ändern.

Wärmespender

Mein Herbst/Winter-Favorit ist diese Thermoskanne von Alfi. Ich habe sie vergangenes Jahr geschenkt bekommen und war zunächst skeptisch, ob sie wirklich warm hält. Das macht sie! Auf längeren Touren ist es großartig, etwas Warmes am Rad und nicht im Rucksack zu transportieren. Ungünstig ist lediglich der Verschluss. Zum Öffnen braucht man beide Hände, weil man den Deckel einmal zu Seite drehen muss, um an den Trinkverschluss zu gelangen, der den gängigen Fahrradflaschen entspricht.

Natürlich kann man auch herkömmliche Thermoskannen verwenden, aber dann muss man immer absteigen, um aus Bechern zu trinken.

In der Halbliterversion passen Thermoskannen meistens nicht in die üblichen Flaschenhalter. Zu der Alfi-Kanne gibt es zwar einen passenden Halter, aber ebenso gut kann man eine dicke Socke über die Thermoskanne ziehen. Dann klappern sie nicht im herkömmlichen Flaschenhalter.

© Reidl
© Reidl

Trockenhaube

Fürs sportliche Radfahren sind Regencapes nicht geeignet. Aber wer in der Stadt langsam unterwegs ist, kann auch zu der chiceren Variante des Regenschutzes greifen. Ponchos sind schön und praktisch für Stadtradler. Bei diesem Modell (Foto oben) kann man das Cape zusammenrollen und dank integrierter Tasche und Lederriemen zu einem kleinen Bündel schnüren. Wer einen Brooks-Sattel fährt, kann die Tasche an den hinteren Streben befestigen.

Die Ponchos gibt es aus verschiedenen Materialien vom Nylon bis zum Tweed. Je hochwertiger das Material ist, umso teurer sind die Capes.

Regencape Oxford © Brooks
Regencape Oxford © Brooks

 

 


 

 

7 Kommentare

  1.   Nur_mit_Muskelkraft

    Die Schutzfunktion des Vorderradschmutzfängers kann ich nur bestätigen: Hält Füße und Kette relativ trocken. Das Hinterrad bekommt auch deutlich weniger Matsch ab.

    Ein sehr brauchbarer Spritzschutzlappen für verschiedene Schutzblechbreiten ist der „Spoiler XXL“ von SKS. Der Händler ruft dafür etwa 3 Euro auf: Dafür fange ich nicht mit wilden Shampoo-Flaschen Eigenkonstruktionen an ;)

  2.   Radschwarzfahrer

    Als Schmutzfänger habe ich auch mal Folie für Photokopien versucht, hat erstmal gut funktioniert, aber die Haltbarkeit ließ zu wünschen übrig. Rucksacknylon fehlt es an Steifigkeit, aber auch bei mir haben sich am Ende die Shampooflaschen gut bewährt.
    Am Vorderrrad fahre ich mit einem verlängreten Schutzblech, welcher etwas über den höchsten Punkt des Rades nach vorne reicht. gerade auf matschigen und Sandigen wegen schützt das erstaunlich gut Hose und Schuhe vor Verschmutzung. Schade das sowas im Handel kaum noch angeboten wird.

  3.   zeitradi

    Wichtig im Winter sind Reifen, die bei Schnee und Eis mehr Grip bieten als die üblichen Reifen. Anfangs habe bei Glätte noch auf Räder mit Spikereifen gewechselt. Seit letztem Winter fahre ich Continental Winterreifen, die den ganzen Winter drauf bleiben können, da ihr Rollwiderstand besser ist als bei den Spikes.
    Bei der Kleidung kommt es besonders im Winter darauf an, dass die Unterwäsche keinen Schweiß aufsaugt, denn feuchte Klamotten sind ein guter „Kälteleiter“.
    Gute Erfahrungen habe ich mit Unterwäsche und Socken aus Merinowolle gemacht. Darüber dann ein Wolltrikot, wenn man eins findet.
    Und zum guten Schluss über der Jacke aus atmungsaktivem Material noch eine Signalweste für Motorradfahrer.
    Allen Winterfahrern wünsche ich dass es nicht gar so kalt wird.

  4.   Rod

    Für Spritzschutz ist Teichfolie klar das Mittel der Wahl. Sie ist robust gegen alle Witterungseinflüße (auch gegen UV-Licht), flexibel und trotzdem sensationell billig. Einfach im Baumarkt ein Stück von der Rolle kaufen.

    Klare Empfehlung von mir!


  5. @zeitradi:

    Das mit den Reifen kann ich nur unterschreiben. Allerdings fahre ich Spikereifen, die ganzjährig auf ein altes, aber noch gut funktionierendes Zweitrad montiert sind. So habe ich für jede Witterungsbedingung ein Rad mit der richtigen Bereifung parat. Gleichzeitig versaue ich mir nicht mein „gutes“ Rad mit Salzmatsch.

  6.   rt

    Um das Material zu schonen – die Mischung aus Schneematsch und Streusalz setzt der Antriebsgruppe eines Rades doch ganz schön zu – mache ich bei Schnee doch lieber von der Kombination zu Fuß / Bahn- Bus Gebrauch.
    Denjenigen, die auch dann noch das Rad über längere Strecken benutzen, gebührt meine Hochachtung!


  7. Beim Kopfschutz fehlen ein bisschen die Alternativen für Leute, die keinen Styropor als Mütze mögen. Ich persönlich mag ja besonders gerne eine Kapuze nehmen. Aber eine schöne winddichte aber halbwegs atmungsaktive Mützenalternative (am besten ohne Plastikanteil) wäre schon interessant. Oder ist die Schere im Kopf schon so aktiv, dass manche nichtmal mehr helmfrei denken mögen?

    Eine Frage an die Styroporfans habe ich aber schon: warum tragen Radfahrer im Winter so selten Skihelme? Das wäre doch die logische Konsequenz und so teuer sind die Teile doch nicht. Und bei mir in München haben doch sicher viele eh einen zuhause rum liegen…

    Eine Sicherheitsempfehlung für den Winter habe ich auch: bei niedrigen Temperaturen brauchen Autos deutlich länger um ihre Abgasreinigung aktiv zu bekommen. Zudem spritzen die Motoren mehr Sprit ein, der dann schlecht verbrennt. Ich überlege mir ernsthaft einen Atemschutz anzuschaffen. Falls jemand mit Erfahrungen dienen kann, insbesondere als Brillenträger mit Dreitagebart 8-D wäre ich sehr dankbar!