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Räder aus Esche und Bambus

 
Wood-E-Bike © www.aceteam.de
Wood-E-Bike © www.aceteam.de

Fahrräder aus nachwachsenden Rohstoffen sorgen immer wieder für Aufsehen: Ein Rahmen aus Bambus, Esche oder Sperrholz ist sofort ein Hingucker. Jetzt hat eine Arbeitsgruppe des Fachbereiches Holztechnik an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) im brandenburgischen Eberswalde mit der Berliner Firma System 180 GmbH ein Elektrorad aus regionalem Eschenholz entwickelt; es soll in Serie gehen.

Für das Design hat die Arbeitsgruppe bereits mehrere Preise gewonnen. Der Rahmen erinnert an das puristische Singlespeed von Marcus Wallmeyer, der seinen Waldmeister 2007 gebaut hat und seitdem einige handgefertigte Exemplare verkauft hat. Für rund 10.000 Euro pro Stück.

Waldmeister © Rokosch
Waldmeister © Rokosch

Dagegen wollen die Arbeitsgruppe um Professor Alexander Pfriem und die Berliner Firma das Wood-E-bike in Serie produzieren und im Frühjahr 2015 auf den Markt bringen. Ihr Ziel war es, mit dem Modell den Carbon-Foot-Print eines Fahrrads zu reduzieren. Wo immer es ging, wollten sie Metall durch Holz ersetzt.

Jetzt bestehen der Rahmen und die auswechselbare Gabel aus Eschenlamellen. Sie wurden zuerst in Form verklebt und die Einzelteile anschließend per CNC-Maschine bearbeitet. Batterie, Steuerung und die gesamte Verkabelung sind im Rahmen integriert. Auf den ersten Blick ist das Rad nicht als Elektrofahrrad zu erkennen. Zwischen 3.000 und 4.500 Euro soll es kosten – je nach Ausstattung.

Die HNE und die Berliner Firma sind nicht die ersten, die Holzräder mit Motor ausstatten. Boo Cycles baut auf Kundenwunsch ebenfalls Bambus-Räder mit Motor, und das dänische Unternehmen E-Wheels hat bereits im vergangenem Jahr ein Mountainbike aus Bambus mit dem Namen The Beast auf dem Markt gebracht. Das Biest gibt es auf Wunsch mit oder ohne Motor.

The Beast © e-wheels.dk
The Beast © e-wheels.dk

Ein Fahrrad aus Holz ist etwas für Liebhaber, ein Produkt für die Nische. Ob sie für die Serie taugen, bezweifle ich.

5 Kommentare

  1.   Mumpitz

    Schön und gut… aber eine Gabel aus Holz? Auch mit Eschenlamelen hätte ich ein mulmiges Gefühl beim Fahren.

  2.   Thomas Bliesener

    @Mumpitz: Gegenüber einer Gabel aus Alu hat sie einen großen Vorteil: sie dürfte sich rechtzeitig bemerkbar machen, bevor sie zu brechen gedenkt.

    Ein Problem könnten jedoch Induktionsschleifen sein.

  3.   Mumpitz

    Hmm, eine Gabel aus Alu-Rohr dürfte zuerst einen Knick bei Überlastung bekommen, was vorerst nicht unbedingt mit einem Sturz enden sollte. Bei einer Vollholzausführung mit diesem geringen Querschnitt dann ein Riss und ab…

  4.   andreas

    Alu bricht, ohne Vorwarnung. Da knickt nicht viel vorher.

  5.   Helmut aus Rorem

    Und naja, Seh-Gewohnheit hin, Seh-Gewohnheit her, zumindest die beiden Lamellenräder sehen – vorsichtig formuliert – gewöhnungsbedürftig aus…