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Radbauer stehen auf Buchenholz

 

© Cerchio Ghisallo

Sie sind Exoten der Branche: Rahmenbauer, die Räder oder Komponenten aus Holz bauen. Giovanni Cermenati ist so einer. Er baut mit seinem Sohn Antonio für Rennräder, Mountainbikes und Cityräder Felgen aus mehrschichtig verleimter Buche. Das hört sich nach einem extravaganten Spielzeug modebewusster Großstädter an. Ist es aber gar nicht. Die Cermenatis sind jetzt in der dritten Generation im Geschäft. Ihre Kunden sind natürlich Liebhaber schöner Räder, aber unter ihnen sind vor allem viele aktive Rennradfahrer.

Gerade bei traditionellen Radrennen wie dem Klassiker Paris-Roubaix sieht man häufig Fahrer, die Holzfelgen benutzen. Die 250 Kilometer lange Tour führt von der französischen Hauptstadt bis in den Norden des Landes an die belgische Grenze. 27 Passagen auf Kopfsteinpflaster müssen die Teilnehmer bis dahin überbrücken. Viele Fahrer schwören auf den Fahrkomfort von Holzfelgen. Die dämpfen auf rauem Untergrund besser als vergleichbare Felgen aus Aluminium, sagt Cermenati.

Das haben auch Studenten der Wiener Universität für Bodenkultur festgestellt. Sie haben die Vorteile von Holzfelgen wissenschaftlich untersucht. Dazu bauten sie verschiedene Laufrad-Modelle für den Einsatz beim Freeride, Crosscountry und Straßenrennen und testeten sie im Gelände und im Labor.

© Cerchio Ghisallo

Ihr Fazit: Holz hat bei einem relativ geringen Gewicht eine sehr hohe Steifigkeit. Die Felgen aus diesem Material übertreffen die jeweils geltenden Festigkeitsnormen in den einzelnen Fahrradbereichen. Schläge durch Steine bringen sie nicht außer Form. Sie bieten zudem einen besseren Fahrkomfort als vergleichbare Felgen aus Aluminium oder Karbon.