Das Kunstblog

Decay in progress

Von 25. März 2011 um 10:01 Uhr

Die Kunst-Werke holen sich Cyprien Gaillard ins Haus.

Noch darf keiner wissen, was der Künstler für die Eröffnung ausheckt. In jedem Fall zeigen die Kunst-Werke mit The Recovery of Discovery bereits die dritte spannende Einzelausstellung in Folge. Denn auf Renata Lucas und Absalon folgt der französische Künstler Cyprien Gaillard (*1980), ein Experte in Sachen Zerstören und Bewahren.

Ob er Gebäudesprengungen filmt oder dystopische Stadtlandschaften fotografiert, Gaillard gewinnt noch den absurdesten Szenerien derart viel Schönheit ab, dass es schwer fällt, seine Arbeiten nicht faszinierend zu finden.

In den letzten beiden Jahren hat Gaillard für viel Aufsehen gesorgt. Vor allem seine Filme und Fotoarbeiten waren omnipräsent. In seiner Einzelausstellung kommen auch seinen Skulpturen und Performances große Bedeutung zu. So präsentiert Gaillard eine großformatige skulpturale Installation, mit der er die Form des Denkmals dekonstruieren will. Die Besucher sollen sich mit der Funktion des Monuments auseinandersetzen und mit der Frage, was dessen Zerstörung für das Bewahren der Erinnerung bedeutet.

Dieser Prozess scheint lange zu dauern, denn die Eröffnung geht diesmal bis zwei Uhr früh – so bleibt auch noch genug Zeit für andere spannende Ausstellungen, wie die der fanzösischen Künstlerin Agathe Fleury bei Kwadrat oder The Moving Object im Kunstraum Essays & Observations. Es reicht sogar für die Apparatjik-Performance in der Neuen Nationalgalerie.

17 Uhr | 26. März 2011 | KW Institute for Contemporary Art | Auguststraße 69 | Berlin Mitte

Kategorien: Ausstellung, Berlin Mitte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Eine riesige Pyramide aus blauen Efes-Bierkartons, aus denen sich die Berliner Vernissagebesucher ihre Flaschen selbst heraus nehmen können. Hm. Entweder das ist genial, weil es die Vernissagegänger ihrer Alkoholgeilheit überführt, diese überhöht und speist. Oder es ist einfach nur enttäuschend, weil man sich von einem Künstler, der sonst auch durchaus kritisch mit Bauwerken umgehen kann, mehr erwartet hätte.
    Vielleicht ist es aber sogar kritisch gemeint (türkisches Bier, Pyramide…), nur die Besucher haben es vor lauter Trunkenheit gar nicht mitbekommen?
    Ach, ich weiß nicht.

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    • 28. März 2011 um 09:47 Uhr
    • Stefanie
  2. 2.

    [...] keinen Konsens darüber, ob es Gaillard tatsächlich um eine kritische Auseinandersetzung mit der Dekonstruktion von Monumenten geht oder einfach das Vorführen der Berlin-Mitte-Kulturszene. Kategorien: Ausstellung, Berlin [...]

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  3. 3.

    Ich denke von einem Prozess kann hier nicht die Rede sein.
    Es ging in dieser Ausstellung von Anfang an scheinbar nur um ein klar definiertes Bild der Zerstörung. Im Donnerstag Blog ist ein interesanter Artikel hierzu zu lesen.
    Mehrere Besucher haben in der Ausstellung brav aufgeräumt und Müll sortiert. Dafür sind Sie tatsächlich rausgeflogen, da Sie das erwartetete Bild der Zerstörung ruinieren würden. Das ist eine Frechheit gegenüber den Ausstellungbesuchern, die in den groß angekündigten “Prozess” verwickelt werden. Traurig ist das.

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    • 20. Mai 2011 um 10:00 Uhr
    • Thomas
  4. Kommentar zum Thema

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