Das Kunstblog

Terror im übertragenen Sinne

Von 18. Mai 2011 um 12:00 Uhr

William J.T. Mitchell © Foto: Amélie Losier

Klingt nach einem ungewöhnlichen Vortrag: Der Bildwissenschaftler William J.T. Mitchell referiert am HAU1 über das Konzept des historisch Unheimlichen.

Den Mittwochsvortrag des Zentrum für Literatur- und Kulturforschung übernimmt heute William J.T. Mitchell. Der hat das Konzept des historisch Unheimlichen an der Schnittstelle von Literatur und Geschichtsdiskurs untersucht. Er versteht darunter einen Grenzbereich von Realität und Fantasie. In der Literatur hat das historisch Unheimliche seinen festen Platz in Detektivgeschichten und dem fantastischen Roman. Die Geschichte aber bekämpft es – vorzugsweise mit dem Motiv der Wiederholung.

Mitchell hat das historisch Unheimliche anhand aktueller Metaphern untersucht wie dem “Krieg gegen den Terrorismus”. Der Vortrag The historical uncanny. Phantoms, doubles, and repetition in the war on terror illustriert, wie das historische Unheimliche die zentralen Bilder und Diskurse der Ära nach 9/11 prägt.

Das ist doch mal eine interessante Ergänzung zu den derzeit herrschenden Bilddebatten, oder?

19.30 Uhr | 18. Mai 2011 | HAU 1 | Stresemannstraße 29 | Berlin Kreuzberg

Kategorien: Berlin Kreuzberg, Vortrag
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Glücklicherweise bin ich dank des Blogs kurzfristig auf die Veranstaltung aufmerksam geworden. Mitchell sollte man, gerade wenn man sich im Bereich der Bildwissenschaften aufhält, keinesfalls verpassen!

    Leider waren seine Ausführungen weniger bildtheoretisch. Über die Versprecher “Obama statt Usama is dead” aus amerikanischen Nachrichtensendungen könnte man auch ohne Mitchell schmunzeln, zumal auch diese im deutschen Fernsehen zuhauf zu hören waren. Das Ganze hatte eine leichten Michael Moore Beigeschmack. Wobei man vielleicht gerade hier merkt, mit welch’ großer, kreativer, gedanklichen Freiheit Mitchell mit Wort und Bild umgeht.

    Erstaunlich spät (als Nachfrage aus dem Publikum) wurde das Thema auf die neueste Zutat zur universalen “War on Terror” -Ikonologie gelenkt. Der regen Diskussion nach, interessierte das ganze Publikum wohl brennend, was Mitchell dazu zu sagen hatte. Dieser aber saß wiederum mit ähnlich verblüffter Faszination/Irritation dieser scheinbar “zufälligen” Aufnahme im Stil einer Jeff Wall Inszenierung gegenüber.

    • 19. Mai 2011 um 14:00 Uhr
    • Anna
  2. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)