Was bleibt von einem Konzern wie Quelle nach Insolvenz und Massenentlassungen noch übrig? Bis auf Erinnerungen – fast nichts. Der Fotograf Stefan Koch hat das Ende des Versandhausriesen in seinem Projekt “Meine Quelle” dokumentiert. Eine Spurensuche an verlassenen Orten.
Tripolis, Anfang Oktober: David Gerbi betet in den zerstörten Räumen der Dar Bishi-Synagoge. 1967 musste Gerbi mit seiner Familie aus Libyen fliehen, als es wegen des Sechstagekriegs zu Übergriffen auf jüdische Bürger kam. Libyens Staatschef Gaddafi ließ zwei Jahre später alle Juden ausweisen und ihren Besitz beschlagnahmen. Die meisten Synagogen in Tripolis wurden seitdem zerstört oder in Moscheen umgewandelt.
Moskau, im September: Ein Mann protestiert gegen seine Verhaftung vor der Zentrale der Wahlkommission. Mehrere Dutzend Menschen hatten vor dem Gebäude demonstriert und zu einem Wahlboykott aufgerufen.
Es war seine erste Station in einem Fußballverein: Argentinos Juniors, ein Club in Buenos Aires, entdeckte Diego Maradona als Kind und holte ihn von der Straße. Der Rest ist Fußballgeschichte. Auch heute ist Argentinos Juniors für junge Fußballtalente immer noch eine Wunschadresse. Viele kommen aus sozial schwachen Familien und träumen davon, entdeckt zu werden. Die Berliner Fotografin Amélie Losier hat Pablo und Nico, zwei Jugendspieler von Argentinos Juniors, für eine längere Fotoreportage beobachtet.
Staub bis zum Horizont, rostende Schiffe auf Wüstensand: Sven Cichowicz hat in beeindruckenden Aufnahmen dokumentiert, wie weit der riesige Aralsee inzwischen ausgetrocknet ist. In unserem Video berichtet Cichowicz über die Eindrücke vor Ort und zeigt die Bilder seiner fotografischen Expedition.