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Bundesumweltminister Röttgen: viel Ziel, wenig Weg

 

Bundesumweltminister Norbert Röttgen ist ein brillianter Redner. Gerade, wenn es um sein neues Themengebiet Energie und Klimawandel geht. Dann packt ihn die Leidenschaft. Mit betenden Dürer-Händen beschwört er die Zuhörer: „2010 ist das Jahr der energiepolitischen Grundsatz-Entscheidungen.“ Man nimmt ihm ab, dass die Klimaverhandlungen in Kopenhagen ihn beeindruckt haben.

Röttgen redet von Energierevolution, von Energiekonzepten, von Gerechtigkeitsfragen. Er will Ziele diskutieren, Ziele definieren. Das Ziel heißt „Das Zeitalter der erneuerbaren Energien einläuten“. Sagt Herr Röttgen.

Norbert Röttgen ist ein brillianter Zieldefinierer. Nur wie der Weg dorthin aussieht – das schweigt er. Viel Ziel, wenig Weg. Wie das energiepolitische Konzept, das die Bundesregierung im Herbst im Kabinett beschließen will, aussehen könnte, verrät er nicht, nicht einmal Andeutungen.

Also bleibt es an uns, aus den Taten der Bundesregierung Rückschlüsse zu ziehen. Da steht eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke. Die geplante Kürzung der Solarstromförderung. Das geplante Ende der Förderung von hocheffizienten Mini-KWK-Anlagen. Die geplante Kürzung der Forschungförderung für Photovoltaik.

Ist das der Weg, der zum Ziel führt?

4 Kommentare


  1. Die Frage, was für eine Energie-Revolution Herr Umweltminister Röttgen tatsächlich plant, stellen wir uns im Wirtschaftsmagazin ebenfalls. Unsere Befürchtung: Die Debatte um die Sinnhaftigkeit der Enegiewende muss womöglich grundlegend neu geführt werden. Gibt es noch den gesellschaftlichen Konsens, dass wir hin zu 100 Prozent Erneuerbar wollen? Wenn ja, dann ist das Ziel auch locker erreichbar. Nur der gesellschaftliche und politische Wille fehlt momentan scheinbar.

    Bei uns kommentiert dies u.a. der Sprecher der Sovello AG – mitdiskutieren lohnt sich: http://bit.ly/c4OOaL


  2. Ist das der Weg, der zum Ziel führt?
    Kaum. Aber nur die Hoffnung nicht aufgeben! – Wie sagte man doch in einem (heute nahezu) unbekannten Land vor garnicht allzu langer Zeit:

    „Die Revolution in ihrem Lauf…“


  3. Gegen eine Kreditierung von Forschung und Entwicklung ist kein Einwand zu erheben. Aber diese Kredite sind von der Produktion auch wieder zu tilgen.

    Bedingsungslose und verlorene Subventionen sind in jedem Fall abzulehnen, da sie zur Verzerrung bei Kosten und Effizienz führen.