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Schiefergas – sogar klimaschädlicher als Kohle?

Von 14. April 2011 um 14:35 Uhr

In den Blogs, u.a. bei Science Daily, sorgt eine Studie der amerikanischen Cornell Universität für Beachtung: Danach ist unkonventionell gefördertes Erdgas (Schiefergas) weitaus klimaschädlicher als bislang gedacht. Der Grund: Bei der Förderung wird auch vor allem das Klimagas Methan freigesetzt, dessen Treibhauspotenzial bis zu 25 Mal größer ist als das von Kohlendioxid.

Betrachte man einen Zeitraum von 20 Jahren, könnte der ökologische Fußabdruck von Schiefergas mindestens 20 Prozent höher sein als der von Kohle, so die Autoren.

“Considering the 20-year horizon, the GHG footprint for shale gas is at least 20% greater than and perhaps more than twice as great as that for coal when expressed per quantity of energy available during combustion”.

Warum das interessant ist? Zurzeit gibt es ja fast so etwas wie einen “Erdgas-Hype”, wie auch vor kurzem die ZEIT berichtete. Gerade flexible Gaskraftwerke sollen ja nun die neue Brücke in das Zeitalter der erneuerbaren Energien sein. Der britische Guardian berichtete jüngst über eine Studie großer Gaskonzerne, die sich für eine verstärkte Förderung von Schiefergas aussprach – zu Lasten der erneuerbaren Energien (Schiefergas wird übrigens mit der umstrittenen Fracking-Methode gefördert, die vor allem Umweltschützer wegen des Einsatzes von Chemikalien kritisieren). Auch die USA setzen massiv auf Schiefergas, im Jahr 2035 soll der Anteil  laut Energy Information Administration bei 46 Prozent der US-Gasproduktion liegen. Wenn also nun alle Welt vom sauberen Erdgas schwärmen, dann lohnt es sich, vorher eine umfassende Klimabilanz zu machen.

Nach Ansicht von Greenpeace ist übrigens der Einsatz von Schiefergas überhaupt nicht nötig. Würden Häuser besser gedämmt und Heizungen erneuert, dann bräuchte man gar nicht auf das umstrittene Schiefergas zurückzugreifen.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Wen kümmert das Klima? Wir machen jetzt Atomausstieg um jeden Preis!

    • 23. April 2011 um 12:03 Uhr
    • J.S.
  2. 2.

    Diese Kurve ist die erste Ableitung einer als bezeichneten Sattigungsfunktion und keine GauBsche Normalverteilung….Das Globale Olfordermaximum ist die maximale Forderrate der weltweiten produktion. Hubbert kannte den Verlauf der Olforderung bei einzelnen Quellen und kleineren Olfeldern der sich grob einer angleicht und ubertrug dies auf die nordamerikanische wie globale Forderung. Im ersten Jahrzehnt seit der Jahrtausendwende wurde ein weltweites Olfordermaxmimum und eine danach drohende exponentielle Verringerung der Olforderung und deren Folgen in der Offentlichkeit diskutiert.

    • 10. Mai 2011 um 23:31 Uhr
    • Louis Carabini
  3. 3.

    Meiner Meinung nach ist die Förderung des Schiefergases auch unnötig. Ein Schritt in die falsche Richtung. Das Geld, was für die Untersuchungen der potenziellen Schiefergas-Felder, für die ganzen organisatorischen Kosten und für die Förderung an sich aufgewendet werden muss, sollte lieber in den Ausbau der Erneuerbaren Energien fließen. Dieser Weg ist eine Rückentwicklung. Ich hoffe sehr, dass das aktuelle Vorhaben in Österreich verhindert werden kann.
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium

    • 22. Februar 2012 um 08:01 Uhr
    • Thermografie Bremen
  4. 4.

    Leidlich zu sehen, dass ökonomische Interessen trotz der ökologischen Not stets Priorität haben werden.
    Entweder man macht es der einstigen Bevölkerung der Osterinseln gleich und beutet das Land bis zum letzten Baum aus, richtet sich somit zu Grunde, oder ein jeder lernt zu erkennen, dass die Grundlage des Lebens die Ökologie bildet und keine fragwürdigen Zahlen dieses Welterbe jemals aufwiegen könnten.
    Ein Ideal, das in dieser Gesellschaft, unter strenger Regierung des Kapitalismus, keinen Platz findet. Drum bedarf es an Lösungsansätzen die den Ursprung des Übels bekämpfen und nicht neuer Probleme, die nur die Alten ersetzen. Es bedarf einer neuen gesellschaftlichen Ordnung. Alles Andere ist in meinen Augen Zeitverschwendung und stumpfsinnig.
    Grüße von einem zutiefst betroffenen Mitmenschen…

    • 3. Dezember 2012 um 21:20 Uhr
    • Jann
  5. Kommentar zum Thema

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