‹ Alle Einträge

Steuern runter für Klimaschützer

 

Die Deutsche Energieagentur macht Druck: Sie fordert, dass sich Bundesregierung und Bundesrat möglichst flott einigen, wie Gebäudesanierungen steuerlich absetzbar sein könnten. Der Bundesrat hatte kürzlich einen Entwurf eines (Achtung: Wortungetüm:) „Gesetzes zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden“ abgelehnt.

Die Idee der Bundesregierung: Wer sein Haus energetisch auf Vordermann bringt, eine neue Heizung installiert und die Fenster isoliert, soll jedes Jahr zehn Prozent der Kosten als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend machen können – und zwar zehn Jahre lang. Das Vorhaben zielt vor allem auf Unternehmen bzw. Besitzer von Mehrfamilienhäusern ab. Für sie lohnen sich nämlich in der Regel die Zuschüsse und zinsgünstigen Kredite der KfW nicht so sehr.

Doch der Bundesrat lehnte ab – zu teuer sei das Vorhaben. 1,5 Milliarden Euro soll das Steuerentlastungsgesetz kosten. 900 Millionen Euro würden entgehen, klagten die Länder.

Doch das sei eine kurzsichtige Rechnung, so die dena. Jeder Euro, den der Staat für die energetische Sanierung aufwende, löse das Sechsfache an Investitionen aus, rechnet sie den Länderchefs vor.

Nun bleibt´s spannend, wie es in den kommenden Wochen weitergeht. Die Bundesregierung kann einfach auf ihre geplante Steuerentlastung verzichten. Oder einfach die Zuschüsse der KfW erhöhen. Oder sie einigt sich im Vermittlungsausschuss mit dem Bundesrat.

Sicherlich wäre es sinnvoll, wenn es verschiedene Förderwege gibt. Für einige Hausbesitzer ist der KfW-Geldzuschuss Anreiz genug, um beim Handwerker neue Fenster zu bestellen. Andere – in der Regel wohlhabendere – Gebäudeeigentümer werden dagegen nur dann tätig, wenn sich ihre gesamte Steuerlast mindert. Da die Energie-Einsparpotenziale gerade in den Heizungskellern Deutschlands enorm sind, sollte der Bundesregierung möglichst viel dran gelegen sein, hier Investitionen auszulösen.

10 Kommentare


  1. […] more here: Grüne Geschäfte: Steuern runter für Klimaschützer Related posts:Neue CD – Bohlen und Berg tun es wieder zusammen!Nicht zu krank für den Knast: […]

  2.   GDH

    Das klingt für mich nach bürokratischem Unsinn:
    Wie wäre es statt neuer Regelungen, wie man etwas absetzt (also quasi zusätzliche Regelungen) mit „Steuern rauf auf Energie“ und meinetwegen zum Ausgleich „Steuern runter für alle“ (halt ungefähr aufkommensneutral)? Da müsste man nur Zahlen in bestehenden Gesetzen ändern und braucht keine zusätzlichen Regelungen. Außerdem ist es sicherlich der beste Anreiz für Effizienz, wenn der finanzielle Vorteil direkt proportional zur eingesparten Energie ist.

    Für mich ist jedenfalls nicht plausibel, warum z.B. Heizöl soviel billiger sein muss als Krafstoffe wie Benzin oder Diesel.

    Wer Mieteinnahmen aus einem Gebäude hat, kann seine Investitionen ohnehin schon gegenrechnen.


  3. Steuererhöhung klingt aber nicht so gut wie Steuererleichterung

  4.   bari

    Leider nur teilweise richtig, da Wärmeisolierungen meistens zu den Herstellkosten gehören und damit nur mit 1 – 2% (dieser Investition)pro Jahr „gegengerechnet“ werden können. D.h. in der Praxis ist dies völlig sinnvoll, da die Kosten und die Finanzierung sofort anfallen und erst nach 50 Jahren abgeschrieben sind. Sofortige Absetzbarkeit besteht nur bei Schönheitsreparaturen.


  5. […] Wer sein Haus energetisch auf Vordermann bringt, soll das künftig bei der Steuererklärung geltend machen können. Was die Regierungsidee bringt, erklärt Marlies Uken. Weiter lesen … […]


  6. @ GDH: die Mehrkosten aus “Steuern rauf auf Energie” wären umlagefähige Nebenkosten und letztendlich von Mietern zu tragen. Das gibt dem Eigentümer keinen Anreiz für Gebäudesanierung. Es wird aber sicherlich bald kommen. Dann, “Steuern runter für alle”, das kommt niemals.


  7. Der Selbstnutzer bekommt unter höchsten Auflagen des zu Erreichenden einen (Zins-)zuschuss im Wert von Wert 5-10% der Maßnahme und der Investor darf den Wert der Maßnahme beschleunigt voll abschreiben und im Zweifel sogar noch ordentlich auf die Miete umlegen.
    Wer profitiert da wohl mehr und warum soll das gut sein?

  8.   TDU

    Und der Grenznutzer? Haben Sie auch die Heizung seit März abgestellt? Was glauben Sie wohl, was Oelkosten auf Benzinpreisniveau anrichten? Irgendwann ist die Spamöglichkeit ausgereizt und dann heisst es frieren.


  9. […] Energiesparen: Steuern runter für Klimaschützer […]

  10.   Dagobert D

    Was das bringt? Den Tod aller denkmalgeschützter Häuser. Fachwerkhäuser werden entweder so lange in Dämm-Material gehüllt, bis auch der letzte Baklen verschimmelt ist oder aufgrund finanziellen Ruins der Bewohner verlassen, um so vor sich her zu gammeln.

    Schöne Fachwerkstädte in Lüneburg und Celle? Überflüssig. Die totale grüne Ideologie erfordert halt auch Opfer.