Warum Prestige-Ökocitys nicht Chinas Zukunft sind
Wer sich mit nachhaltiger Stadtentwicklung in China beschäftigt, der kommt an den zahlreichen Ökocitys nicht vorbei. Egal, ob Dongtan bei Shanghai oder Huangbaiyu oder Tianjin. Prestige-Ökoprojekte, klimaneutral, energieeffizient, autofrei und supermodern.
Einmal davon abgesehen, dass offenbar wenig in den vergangenen Jahren in den chinesischen Ökocitys passiert ist – es mehren sich die Kritiker solcher millionenschweren Nachhaltigkeitsprojekte. Einen ausführlichen Report dazu präsentiert gerade yaleenvironment360, welcher der Frage nachgeht, inwiefern sich der Trend zur Urbanisierung in China besser und umweltfreundlicher gestalten lässt.
Mehr als die Hälfte der 1,3 Milliarden Chinesen lebt inzwischen in den Städten. Investoren und die Regierung reagieren auf diese Entwicklung, überall wird massiv in städtischen Wohnraum investiert.
Aber das hat Folgen, denn Bauen ist natürlich alles andere als klimafreundlich. China schafft es auf Platz 1 der weltweiten CO2-Verschmutzer auch wegen seines Baubooms, schließlich ist die Herstellung von Stahl und Zement immens energieintensiv.
Eine Entwicklung mit dramatischen Folgen. Zwar sind in den vergangenen Jahren einige Prestige-Stadtprojekte entstanden, wo das Bauen umweltfreundlicher passieren sollte – eben die Ecocitys. Aber zugleich müssen in unzähligen Städten ganze Altstadtviertel Platz machen für einen schnell hochgezogenen Wohnblock aus minderwertigem Baumaterial. Schlechte Qualität, die nur wenige Jahre hält. Und am Ende abgerissen werden muss. Ein Städteplaner kommt gar zu der Einschätzung auf Yale Environment, dass der Abriss von Gebäuden inzwischen die größte CO2-Quelle in China sei:
“Poor urban planning, lack of accountability, weak regulation and absence of legal framework, all together makes buildings in China so vulnerable,” says engineer Ding Jianhua of the China Urban Construction, Design and Research Institute. “Tearing down buildings is, in my opinion, essentially the most high carbon factor in China at present.”
Was also tun? Es ist wie in Deutschland: ran an die Vorschriften. Wer strenge Energiespar-Vorschriften für Neubauten macht, der hat einen weitaus größeren Klimaeffekt als eine einzige Ökostadt ihn je haben wird. Das können Vorgaben für Dämmung, den Einsatz von Ökostrom oder Solarwärme sein, an denen China zurzeit arbeitet. Und vielleicht ist das auch der große Unterschied zu Deutschland. Während hierzulande der Baubestand die große Baustelle ist (und die Bundesregierung hier zurzeit effektive Anreize zum Sanieren und Dämmen verpeilt), sind in China strenge Vorgaben für Neubauten wichtig. Denn nichts wäre eine größere Verschwendung von Energie, wenn die jetzt neu gebauten Städte zwar schick, aber energiemäßig auf dem Niveau eines Plattenbaus aus den 1960er Jahren sind.

Deutschland kann vor allem supergut klugschei*en. Vielleicht sollten Sie nach China gehen und den Chinesen verklickern, welche Vorschriften die so erlassen können, damit sie so toll werden wie Gründeutschland.
Was ist der Sinn ds Artikels? Hoffen Sie, dass die Chinesen mitlesen?
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Hallo spacko
Natürlich hoffe ich, dass auch Chinesen meinen Beitrag lesen und ihre Meinung kundtun. Am Ende geht es doch um die emittierten CO2-Mengen. Und die reduziert man meiner Meinung nach eher mit Vorschriften und ihrer wirksamen Umsetzung.
Oder was meinen Sie?
Besten Gruß
M.Uken
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Das meine ich schon. Nur welche Relevanz hat das?
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Es hat keine Relevanz und wird in China in absehbarer Zeit auch nicht kommen. Schließlich führen solche Vorschriften im ersten Schritt zu einer verteuerung von Wohnraum, was wohl kein Chinese momentan will. Und wer kein ordentliches Dach über dem Kopf hat oder sich eine tolle Dämmung nicht leisten kann, den interessiert das CO2 eh nicht.
Und der zweite Schritt der CO2-Einsparung rentiert sich erst in 40-50 Jahren, wenn denn die ganzen tollen Klimammodelle richtig waren und die Erde und die Sonne so mitspielen wie es die Computer ihnen sagen.
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Dass sich überhaupt einer darüber wundert, dass die hübschen bunten Bildchen mit Nachhaltigkeit und Öko nix zu tun haben sondern nur dazu dienen Investoren anzulocken, überrascht mich.
Dasselbe haben wir im Arabischen Raum.
Ich erinnere mich noch an einen Artikel, nachdem Kalkutta und ähnliche Subsistenzgeprägte Megastädte eine viel bessere Klimaeffizienz hätten.
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Das klingt für mich nach: Welche Relevanz haben Blogs und Kommentare?
Ich denke, dass ein Meinungsaustausch sicherlich wichtig ist. Egal ob jetzt nun ein Chinese mitliest oder nicht. Es wäre sicherlich ein wenig vermessen zu glauben bzw. den Anspruch zu haben, man könne mit Artikeln dieser Art international Aufsehen erregen. Die Intention dieses Beitrags ist wie erwähnt mMn. ja auch eine Andere.
Mal abgesehen davon entdeckt der ein oder Andere Informationen, die er vorher noch nicht wusste.
Nichtsdestotrotz bin ich etwas skeptisch, was die Kompetenz der chinesischen Regierung in Bezug auf die Bewältigung dieser Probleme angeht. Meiner Meinung nach ist es auch nicht verwunderlich. Bei Planungen in diesen Ausmaßen sind Fehlentscheidungen vorprogrammiert.
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[...] Die Ökocitys in China sind Prestigeprojekte, die dem Klimaschutz wenig nützen. Besser sind strenge Energiespar-Vorschriften für alle Neubauten, bloggt Marlies Uken. mehr lesen: Klimaschutz: Warum Prestige-Ökocitys nicht Chinas Zukunft sind… [...]
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