Wir können's besser: Das Blog für eine Wirtschaft, die Ressourcen und Klima schont

Obamas zweite Chance, die Climatesilence zu beenden

Von 7. November 2012 um 12:12 Uhr

Climatesilence hat die Twitter-Welt es genannt – die Tatsache, dass der Klimawandel so gar keine Rolle im US-Wahlkampf spielte (das unten stehende Video zeigt, wie Mitt Romney auf diese Vorwürfe reagierte, er lächelte sie einfach weg).

Seit heute Nacht ist klar: Obama bekommt eine zweite Amtszeit. Die ersten vier Jahre waren, zumindest was das Thema Klimaschutz angeht, gelinde gesagt: ein Reinfall. Das Abgeordnetenhaus hat zwar vor drei Jahren einen ambitionierten Entwurf für ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, mit verbindlichen Klimaschutzzielen und Ökostromanteilen. Doch das Gesetz verreckte am Ende im Senat, mit Genuss sabotierten die Republikaner jeden Versuch einer Klimaschutz-Gesetzgebung.

Ein paar Worte widmete Obama heute früh in seiner Dankesrede dem Klimaschutz. In einem Nebensatz brach er zumindest die Climatesilence:

We want our children to live in an America that isn’t burdened by debt, that isn’t weakened by inequality, that isn’t threatened by the destructive power of a warming planet.

Doch was bedeutet das für die konkrete Energiepolitik bis 2016? An den Machtverhältnissen zwischen Republikanern und Demokraten hat sich ja de facto wenig geändert. Also wird Obama Klimapolitik nur auf dem Umweg machen können. Eine Möglichkeit wäre die Umweltbehörde EPA. Die machtvolle Institution könnte jetzt etwa CO2-Grenzwerte für Kohlekraftwerke festlegen. Im Frühjahr hatte die EPA einen Entwurf vorgelegt – und damit Republikaner und die Industrielobby aufgebracht.

Wenn er jetzt mutig ist, dann nimmt Obama diesen Plan wieder auf. Sein Prestigeprojekt, die Gesundheitsreform “Obamacare”, hat er schon durchgebracht, da muss er keine Rücksichten mehr nehmen. Und natürlich hat er den Vorteil der zweiten und damit letzten Amtszeit. Wenn er smart ist, dann nutzt er diese einmalige Chance – und löst damit Versprechen ein, die er der Welt 2008 gegeben hat.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Obama we wait for you to brake the climatesilence…
    we need YOU in the boat

    • 7. November 2012 um 14:31 Uhr
    • Carl2012
  2. 2.

    >Wenn er jetzt mutig ist, dann nimmt Obama diesen Plan wieder auf.

    Warum sollte er ?

    Die Verteuerung der Energiepreise schwächt das Wachstum und die Wirtschaft und ist sicher nicht im Sinne von Obama.

    • 7. November 2012 um 14:33 Uhr
    • Freeway
  3. 3.

    Oh ja. Ich wünsche mir zu Weihnachten auch immer so viel!!!
    Hä? Kann Obama über Wasser gehen und will er das überhaupt? Regiert er alleine? Hat Cheops seine Pyramiden selbst aufgebaut? Immer diese altertümliche Ansicht der Grosse Heiland wird es schon richten! Nein, wir sind selbst dran. In diesem Falle wir Europäer. Aber wir schaffen es ja nicht einmal ein paar Millionen Griechen zu helfen.

    • 7. November 2012 um 14:41 Uhr
    • infernum
  4. 4.

    Er löst “Versprechen ein, die er der Welt 2008 gegeben hat.”
    Mit Verlaub, wegen Ihres Einflusses auf die Welt sind die USA wichtig und die Wahlen dort auch für uns interessant, Obama hat sich aber mit seinen Versprechen nie an die Welt gerichtet, sondern an die US-Bürger. Das ist auch sein Job. Die Vereinnahmung des US-Präsidenten für “uns” mutet manchmal schon etwas skurril an.

  5. 5.

    Obamas Amtszeit wird eher als die Zeit eines der groessten umweltpolitischen Fehlers der USA eingehen: anstatt das im Gestein gebundene Oel und Erdgas langsam und umwelt-schonend herauszuholen, wird es mit giftigen Chemikalien und viel Wasser so schnell wie moeglich durch “hydraulic fracturing” hochgeholt ohne dass ausreichende Exportmoeglichkeiten bestehen.

    Die Folge: vergiftetes Grundwasser, abstuerzende Erdgaspreise, weniger Anreiz regenerative Energiequellen weiterzuentwickeln, und ein baldiges Ende dieser Energievorraete. Zukuenftige Generationen werden sich wundern, wie man so etwas zulassen kann.

  6. 6.

    Unter Jimmy Carter waren die Weichen bereits auf GRÜN gestellt, ehe USA zurückruderte.

    Mit den Vereinigten Staaten hat die Welt seither über 30 Jahre hat ernsthafter nochhaltiger Entwicklung, die über wohlfeile Sonntagsreden hinausging, verpasst.

    Traurig aber war:

    Der Mensch, der homo oeconomicus, “braucht” noch viele viele Naturkatastophen, ehe er in den Worten

    - genug
    - Genügsamkeit
    - einsparen

    wahrhafte Lebensqualität erkennen wird. Die Medien spielen auch eine entscheidende Rolle in dieser komplexen Thematik. Vorholz und Co. an die Zeitungs-Front bitte!

    Man gehe nur einmal auf die Website des Wuppertal Instituts.

    • 7. November 2012 um 15:12 Uhr
    • carmat
  7. 7.

    Obama könnte als Klimaschützer in die Geschichte eingehen..Toll..!
    Obama KÖNNTE als Klimakiller in die Geschichte eingehen…auch toll!
    Oder er KÖNNTE als erster schwarzer Schneemann oder Papageienzüchtender President oder Hühnerfrikasseur in die Geschichte eingehen.

    Mann, wie ich diese KÖNNTE-Phrase hasse! Kann darauf nicht endgültig mal verzichtet werden? Dann könnte man den Artikel nämlich ernst nehmen. Aber mit KÖNNTE in der Überschrift kannste das vergessen.

    Wer nur KÖNNTE konnte, konnte kein Können.

    • 7. November 2012 um 15:49 Uhr
    • klunjes
  8. 8.

    Obama könnte vieles versuchen, wenn er wollte. Aber warum sollte er sich ausgerechnet diesem Thema widmen, wenn die US-Amerikaner, deren Praesident er ist, ganz andere Fragen bewegen?

    Vermutlich werden gerade viele vergleichbare Artikel auf der Welt geschrieben, in denen sich ein Autor überlegt, was alles passieren könnte oder sollte, nur stets mit lokalem Einschlag.

    Könnte die Zeit vielleicht Beitraege aus anderen Zeitungen daraufhın analysieren, was sich die Journalisten dieser Welt alles von Obama in seiner zweiten Amtsperiode erhoffen und wünschen, zum Beispiel in China, Brasilien, Russland und den Laendern des Arabischen Frühlings?

    • 7. November 2012 um 15:51 Uhr
    • DSL
  9. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)