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Kalifornien startet CO2-Emissionshandel

Von 16. November 2012 um 15:50 Uhr

Sechs Jahre hat´s gedauert – nun ist es endlich so weit. Diese Woche hat Kalifornien, immerhin eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt, den Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten gestartet.

Kohlekraftwerk in den USA  © Saul Loeb/AFP/Getty Images

Kohlekraftwerk in den USA © Saul Loeb/AFP/Getty Images

Der ist nicht klein, sondern groß: Es ist der zweitgrößte Emissionshandel der Welt – nach dem System der EU. 62 Millionen Zertifikate sind am Mittwoch versteigert worden. Jedes von ihnen erlaubt die Emission von einer Tonne CO2. In der ersten Runde sind die großen Klimasünder wie Zementwerke und Raffinerien an der Reihe. Rund 350 Firmen ersteigern die Zertifikate.

Allerdings ist die Situation ähnlich wie beim Start des CO2-Zertifikatehandels in Europa: Die Firmen müssen nur einen kleinen Anteil der Verschmutzungsrechte tatsächlich ersteigern. 90 Prozent der benötigten Zertifikate bekommen sie umsonst. Trotzdem hofft Kalifornien auf viel Geld: Bis Ende kommenden Jahres könnte die Versteigerung dem Westküsten-Staat laut LA Times rund eine Milliarde Dollar in die Staatskasse schwemmen. Ergebnisse über den Zertifikatspreis will das zuständige Air Resources Board am kommenden Montag bekanntgeben.

Widerstand gibt es, kaum überraschend, von der Industrie. Noch kurz vor dem Start legte die kalifornische Handelskammer Einspruch gegen den CO2-Handel ein, konnte aber die Auktion nicht verhindern. Sie befürchtet steigende Energiepreise und keine positiven Folgen fürs Klima.

“The business community has repeatedly underscored the fact that the auction will raise energy costs significantly in the state, harm the economy and impact California’s competitiveness, without providing any additional environmental benefits.”

Nach der EU und Kalifornien wollen auch Australien und Südkorea den Handel mit CO2-Zertifikaten einführen. Das europäische System steckt allerdings zurzeit tief in der Krise. Die Verschmutzungsrechte sind wegen zu vieler Zertifikate so billig wie nie. Die EU-Kommission will es jetzt reformieren.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Der Emissionshandel ist zwar besser als nichts, hat aber auch einige gravierende Mängel. Sind zu viele Zertifikate im Umlauf sinkt der Preis gegen 0, obwohl der Nutzen zusätzlicher Einsparung relativ konstant ist. Der Emissionshandel garantiert, dass eine gewisse Menge and CO2 Emissionen nicht über- aber wahrscheinlich auch nicht unterschritten wird. Wird ein Großteil der Zertifikate verschenkt, steigt möglicherweise sogar die Lukrativität von CO2-intensiven Produktionen, da der Preis wird durch die Grenzkosten definiert, die nun durch die Zertifikate steigen, während ein Großteil der Produktion gleich teuer bleibt…

    • 18. November 2012 um 22:00 Uhr
    • Makrointelligenz
  2. 2.

    Dieses Kinderkaufladenspielchen mit manipulierten Zertifikaten sind nutzlos und überflüssig. Es soll nur verdecken, daß hinter den Kulissen reine Planwirtschaft betrieben wird. Deswegen wird auch dieser Versuch scheitern.Alle Welt weiss, daß die Planwirtschaftler die Sowjet-Union in den Ruin getrieben haben. Lasst sie ruhig ihren “Markt” mit “festgesetzten” Mengen und Preisen ausprobieren. Irgendwo muss das Geld der Spekulanten vernichtet werden. Warum nicht auch in Kalifornien.

    • 21. November 2012 um 11:11 Uhr
    • M. Weber
  3. Kommentar zum Thema

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