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Wettrennen um den besten Ökostrom-Speicher beginnt

Von 6. Dezember 2012 um 12:02 Uhr

Das US-Magazin Forbes nennt sie bereits ein Wunderkind – und tatsächlich: Danielle Fong hat einen beeindruckenden Lebenslauf. Heute 25 Jahre alt, schmiss sie vor Jahren die Schule, um erst in Princeton zu studieren (mit 17) und anschließend ihre Firma Lightsail Energy zu gründen. Das Start-up aus Berkeley entwickelt zurzeit einen Speicher, um überschüssigen Ökostrom zu speichern. Fong und ihr Team haben ambitionierte Pläne, natürlich im Superlativ-Format: Man wolle den “weltweit saubersten und energieeffizientesten Speicher für erneuerbare Energien” bauen.

Windpark bei Palm Springs, USA © David McNew/Getty Images

Windpark bei Palm Springs, USA © David McNew/Getty Images

Dabei setzt das Unternehmen auf Druckluft. Das ist eigentlich nichts Neues: Der überflüssige Ökostrom wird dazu genutzt, Luft unter Hochdruck zu komprimieren. Wenn der Strombedarf besonders hoch ist, lässt sich die Druckluft ablassen und damit eine Turbine zu Stromproduktion antreiben.

Die Technik macht einige kleine und größere Probleme. Ein großes Problem: Wenn Luft verdichtet wird, erhitzt sie sich auf bis zu 600 Grad Celsius. Die Frage ist nun, wohin mit der Wärme? Schließlich handelt es sich um Energie, die genutzt werden sollte. Sie zu verschwenden, mindert den Effizienzgrad.

Also nehmen die Entwickler noch Wasser dazu. Während die Luft zusammengepresst wird, wird Wasser in den Tank gesprüht. Das absorbiert die Hitze. Danach werden Wasser und Luft getrennt und jeweils in abgeschlossenen Tanks gespeichert. Wird nun Strom benötigt, läuft der Vorgang genau andersherum ab: Die abgekühlte, verdichtete Luft wird mithilfe des aufgehitzten Wassers erwärmt und treibt wiederum eine Turbine zu Stromproduktion an. Natürlich ist das kniffelig, denn das Sprühen der Wassertröpfchen darf wiederum nicht zu viel Energie kosten.

Mal schauen, was aus der Idee wird. Im kommenden Jahr will das Unternehmen eine größere Pilotanlage bauen. Dass die Idee vielversprechend klingt, zeigt eine Geldsammelaktion. Rund 38 Millionen US-Dollar wollen der US-Investor und PayPal-Mitbegründer Peter Thiel, Microsoft-Gründer Bill Gates und der Investmentfonds Khosla Ventures zur Verfügung stellen.

Zumindest in den USA hat ein Wettrennen um den besten Ökospeicher begonnen. Neben Lightsails forschen auch andere Firmen an der Technologie. SustainX setzt etwa ebenfalls auf Wasser und Luft als Speichermedium. Das US-Unternehmen General Compression bedient sich einer anderen Speichertechnik: Salzkavernen.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Amerika- das Land der unbegrenzten Ironie und Gegensätze.

  2. 2.

    Interessante Idee,

    aber ist es nicht einfach um den Luftdrucktank drumherum einen 2. Tank zu legen, dazwischen das Wasser, im Prinzip wie ein Verbrennungmotor, das Wasser beruehrt nur den warmen (metallischen) Luftdrucktank und haelt den Tank auf niederer Temparatur…keine Vermischung von Luft und Wasser! Die Waerme des Wasser aus der Ummantelung wir ind einem groesseren Tank gespeichert, von wo es immer kaltes Wasser zurueckfliesst in die Ummantelung. Hoert sich fuer mcih simpler an!

    • 6. Dezember 2012 um 14:24 Uhr
    • Carl2012
  3. 3.

    Der amerikanische Traum: Nichts als heiße Luft, Dollars und Medienrummel. Und das mit 25!

  4. 4.

    Nein.

    Amerika – ein Land, das mit einem Minimum an Bürokratie auskommt und das deshalb einem Maximum an Gründungsoptimismus kennt.

    Versuchen Sie mal, in Deutschland eine Firma zu etablieren – Sie werden sich wundern, wie viele Behörden plötzlich Geld von Ihnen sehen wollen. Und wenn all diese Kosten in den Abrechnungen auftauchen, ist man schnell bei absurd hohen Stundensätzen. Die kann sich dann aber kein potentieller Auftraggeber leisten.

    • 6. Dezember 2012 um 14:29 Uhr
    • Arlequin
  5. 5.

    Das haben wir hier schon lange,Luftwärmepumpen als Heizung.
    Was ist daran neu? Findet man in vielen EFH.
    Energieeffizient und gut, nicht optimal aber gut.

    • 6. Dezember 2012 um 14:33 Uhr
    • Ulli50
  6. 6.

    Also ich weiss nicht,

    Ich finde immer noch die Speicherung über “einfache Mechanik” (Pumpwerke) am sinnvollsten. Man muss nur mal überlegen, wie man das besser ausbauen kann.
    Vielleicht dezentral mit Speichertanks auf den Dächern großer Gebäude.
    Meiner Meinung nach sollte die Devise sein: je simpler – je robuster.
    Wenig Elektronik, wenig Chemie etc. senkt die Anfälligkeit und macht das ganze Wartungs-einfach bis wartungs-frei.

    Dort wo der Strom “mobil” sein muss, also Autos etc. muss das ganze natürlich mit einer anderen Technik ablaufen, wobei ich aber glaube, dass die jetzigen Akkus definitiv untauglich für diese Zwecke sind.

  7. 7.

    Antwort auf #1

    Nein. Amerika – ein Land, das mit einem Minimum an Bürokratie auskommt und das deshalb einem Maximum an Gründungsoptimismus kennt.

    Versuchen Sie mal, in Deutschland eine Firma zu etablieren – Sie werden sich wundern, wie viele Behörden plötzlich Geld von Ihnen sehen wollen. Und wenn all diese Kosten in den Abrechnungen auftauchen, ist man schnell bei absurd hohen Stundensätzen. Die kann sich dann aber kein potentieller Auftraggeber leisten.

    • 6. Dezember 2012 um 14:34 Uhr
    • Arlequin
  8. 8.

    @Autor: Mal wieder hundsmiserabel übersetzt “das Sprayen” – dafür gibts ein recht gutes deutsches Wort namens “das Sprühen” oder etwas raffinierter “das Zerstäuben”.
    Ich bin kein Deutschfanatiker und auch nicht anglizismophob, aber beim Lesen einer Webseite mit Qualitätsanspruch kann man erwarten, dass Fremdwörter dosiert und genau dann benutzt werden, wenn sie passen und einen sprachlichen Mehrwert mitbringen. *aufreg*

    Zum Inhalt:
    Naja, gibt auch andere Methoden, die sich eignen würden. Beispielsweise Wasseraufzüge: Ein leerer Behälter wird mit Überschussenergie unter Wasser gezogen und bei hohen Strompreisen wieder nach oben gelassen. Das ist auch sehr günstig, kann überall und in jeder Größe aufgebaut werden und ist 100% umweltverträglich. Da es technisch uch noch bei weitem simpler ist als die Druckluftmethode wäre es vermutlich auch günstiger bei besserem Wirkungsgrad des letzteren.

    • 6. Dezember 2012 um 14:36 Uhr
    • wutman
  9. Kommentar zum Thema

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