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US-Windbranche erwartet Boomjahr nach Etat-Kompromiss

Von 2. Januar 2013 um 18:14 Uhr

Der Streit um den US-Haushalt ist voerst beendet – nun gibt es Klagen und Kritik. Doch nicht jeder jammert. Umweltschützer prophezeien der amerikanischen Windbranche ein Boomjahr. Demokraten und Republikaner haben sich darauf geeinigt, die Steuererleichterungen für die Windbranche, den sogenannten Production Tax Credit, für ein Jahr zu verlängern.

In den Kompromiss hat es nach Informationen von Grist zudem ein wichtiges Detail geschafft: Wer einen Windpark plant, kommt künftig schon früher in den Genuss der Steuererleichterungen, nämlich sobald das Projekt angestoßen wurde. Bislang war entscheidend, dass der Windpark bereits tatsächlich Ökostrom produzierte:

Traditionally, PTC money is available to a wind project only once it is up and running, putting electricity on the wires. That’s why so many wind projects raced to finish in 2012, when it looked like the PTC would expire. The Finance Committee bill changed the PTC so that the money would be available to any wind project that breaks ground in the calendar year. That allows projects to be built (and financed) over longer periods of time without worrying about losing the tax incentive. I’ve heard informal estimates that one year of this kind of PTC is worth two or three years of the conventional PTC.

Die amerikanische Windlobby schätzt, dass die neue Regelung die Hälfte der Arbeitsplätze, also rund 37.000 Stellen, in der Branche sichert, die wegen des möglichen Aus auf der Kippe standen. Im vergangenen Jahr hatten die Befürchtungen, die PTC könnten auslaufen, dazu geführt, dass die Windbranche einen Boom hinlegte. 44 Prozent aller neuen installierten, stromproduzierenden Kapazitäten waren Windräder. Erdgas-Kraftwerke machten, trotz Fracking-Booms, nur etwa 30 Prozent aus.

Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch: Eine langfristige, verlässliche Förderpolitik sieht anders aus. Erst recht, wenn man die Lage in den USA mit deutschen Verhältnissen vergleicht. Hier garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz Investoren eine Vergütung für einen Zeitraum von 20 Jahren. In den USA werden sich die Windmüller nun erneut von Jahr zu Jahr hangeln.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    [...] ist erleichtert: Sie genießt ein weiteres Jahr Steuererleichterungen, bloggt Marlies Uken. mehr lesen © zeit.de (RSS)   If you enjoyed this article, please consider sharing [...]

  2. 2.

    Auch indische Büschelbohnenbauern rechneten, wie man gestern noch auf Zeit-Online lesen konnte, auf ein Boomjahr.

    In Europa, und hier insbesondere in den Niederlanden, Dänemark und Deutschland, erweisen sich Wind- und Solarstrom derzeit als teure Fehlinvestition.

    Der Fehlbetrag zwischen Einspeisevergütung und Marktwert des zwangsweise eingespeisten Stroms machte in Deutschland 2012 rund 20 Mia EUR aus.
    Das waren pro Bundesbürger bereits 243,90 EUR.

    Eine vierköpfige Familie hat letztes Jahr rund 1000 EUR zusätzlich für Windmühle und Co bezahlt.

    Die meisten habens aber nicht bemerkt.

    • 3. Januar 2013 um 04:42 Uhr
    • Felefon
  3. 3.

    Haben sie Belege für ihre Aussage. (20 milliarden Euro?) bei einer strom rechung von ~1000 euro für 4 personen müsste laut ihrerer Rechung der gesammte Betrag an windmüller fließen. Da aber die EEG umlage vom strompreis finanziert ist kann die rechung nicht passen.

    Ihre Rechung nimmt an das aller in Deutschland produzierter Strom auch hier konsumiert wird. Auf ihren Betrag kommt man nur wenn man vergisst das mit ökostrom produzierte Ware auch exportiert wird. Aber es gibt auch noch von der Abgabe befreite Unternehmen und solche mit eigenen Kraftwerken…

    Dies zeigt das dieses Thema zu komplex ist um auf eine Zahl reduziert zu werden, also ist eine einzelne Zahl nichts als Fehlinformation. Und ob es eine Fehlinvestition ist wird sich erst noch zeigen, denn die Strom preise werden sich weltweit in den nächsten 5 – 10 Jahren noch stark verändern, noch ist es also einfach zu früh um darüber abschließend zu urteilen ob die Energiewende sinnvoll ist oder nicht.

    • 3. Januar 2013 um 05:50 Uhr
    • ic_fly2
  4. 4.

    Die Amis können froh sein nicht auf so einem Schwachsinnsgesetz wie dem EEG rumzusitzen.
    Wenn man den armen Windparkbetreibern ihren Strom abnehmen muss, auch wenn man deswegen Kohlekraftwerke im Stundetakt an und abschalten muss (was jedes Mal Öl erfordert) oder sogar wenn der Strom aufgrund zu schlechter Leitungen garnicht erst fließen kann bezahlt wird, dann ist doch definitiv etwas falsch gelaufen.

    • 3. Januar 2013 um 06:56 Uhr
    • Samuron
  5. 5.

    Windkraft ist heimische Energie die keine Umweltschäden verursacht. Sie wird auch mit weniger Geld subventioniert als Atomkraft.
    Insgesamt ein win-win-Geschäft. Besser man spart Kohle die man bei viel Wind nicht braucht.

    Auch gerade in Dtl sieht man wieder einmal wie sinnvoll es war in EE inkl. Windkraft zu investieren. Aktuell liefert die Windkraft seit Weihnachten 40-50% des dt. Stroms während die Kohlekraftwerke (insbesondere Steinkohle) drosseln oder gar abgeschaltet werden müssen.
    Die Energiekonzerne muß das schön ärgern denn die Windparks werden zu 90% von Bürgern u. Mittelständlern betrieben.

  6. 6.

    [...] Blog von ZEIT ONLINE erklärt, warum sich die Windbranche in den USA doch noch auf 2013 freuen [...]

  7. 7.

    Es hat wohl jeder der Vorkommentatoren zu seinem Teil Recht in den diversen Feststellungen. Fragen muss man sich allerdings, warum die Grünen seinerzeit solch Klientelpolitik mit Festgarantien auf 20 Jahre erteilen, was genauso bling und Visionslos ist, wie jede andere Art von Loobyismuspolitik. Wer aus Politik und Wirtschaft weiss schon, was in 20 Jahren an Energiegewinnung inn oder out sein wird und das unter wirtschaftlich rentablen Bedingungen zu einem vertretbaren Marktpreis. Diese ewig nach Vorgestern gewante Art der Politik wird nichts taugen, um zukünftige Probleme der kommenden Jahre und Generationen zu lösen und die Zeit ist einfach reif für eine neue Form von Politik, fern ab von Klüngel-Klientel-Subventions-Tam-Tam, denn keine von denen wird es weiter schaffen, asl bis zur nächsten Wahl. Gleich was man von Windenergie halten mag. 10 Jahre Subventionen währen auch schon mehr als genug gewesen – evtl. schon 5 Jahre? Die Grünen haben sich nicht durch Vordenken hierbei ausgezeichnet und den selben “Mist” wie andere Parteien produziert, auf dem der Endverbraucher per Kosten wieder sizten bleibt und sich daran bei der spätestens nächsten Wahl erinnern wird. Vorausdenken heisst umdenken und neue Wege gehen auch, nicht immer nur die Begünstigung von kleinen Gruppen im Blickfeld zu haben, den das alles wird auf lange Sicht früher oder später genau daran scheitern. Vllt. macht es Sinn künftig Energieproduktion zu einem gewissen Basianteil zu verstaatlichen, damit dieser auch Einfluss auf die Preisgestaltung am Markt nehmen kann und dieser nicht unter andler wie Zockern an der Gewinndrehscheibe zusammengebastelt wird, fern ab von den tatsächlichen Erzeugerkosten. Ein gewisses Basisvolumen an Energie sollte Grundversorgung zu einem vertretbaren Preis für jeden erschwinglich und bezahlbar bleiben. Es wird genügend andere geben, die mehr konsumieren wollen udn werden und damit auch die Gewinne der Energiewirtschaft mitfinanzieren werden. Die werden schon nicht am Hungertuch nagen müssen. Hatten sie das je getan? Ich bezweifle es.

    • 3. Januar 2013 um 12:14 Uhr
    • chicolino
  8. 8.

    Ich ärgere mich einerseits über die ca. 6,2 ct EEG- umlage aufs Kilowatt (inkl. Märchensteuer) und andererseits, da ich eigentlich ein Windmühlenfreund bin, darüber, nicht Mitte/Ende der neunziger Jahre selber dort “eingestiegen” zu sein. So ist das Leben.

    Was mich erstaunt, dass das EEG samt der anderen, die Energieerzeugung und Weiterleitung betreffenden Gesetze, offensichtlich derartig schlecht gemacht sind, dass sie sich gegenseitig behindern und andererseits Riesen- Schlupflöcher lassen.

    • 3. Januar 2013 um 16:16 Uhr
    • Peugeot
  9. Kommentar zum Thema

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