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Umweltrat fordert grünere EU-Agrarpolitik

Von 7. Februar 2013 um 17:31 Uhr

Seit Donnerstag nachmittag diskutieren ja in Brüssel die Staats- und Regierungschefs über den EU-Haushalt. Es ist ein Milliardenspiel: Für die kommenden sieben Jahre wird rund eine Billion Euro verplant. Einer der größten Ausgabenposten sind dabei die Zuschüsse für die Bauern. Allein im vergangenen Jahr gab Brüssel für die gemeinsame Agrarpolitik 57 Milliarden Euro aus. Davon entfielen 43,9 Milliarden Euro auf Direktzahlungen.

Nun wird in Brüssel erneut um die Agrarhilfen geschachert. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, ein Beratergremium der Bundesregierung, warnt heute in einer Studie, dass die Agrarhilfen zukünftig an Bedingungen geknüpft werden sollen. Von Greening spricht die Fachwelt. Vereinfacht gesagt bedeutet es, dass die Bauern nur Gelder erhalten, wenn sie Umweltauflagen erfüllen. Dazu gehört unter anderem, dass Landwirte sieben Prozent ihrer  Ackerfläche als ökologische Vorrangfläche ausweisen müssen, Dauergrünland nicht mehr umbrechen dürfen und sie Vorschriften für einen möglichst vielfältigen Pflanzenanbau einhalten. Für “unverzichtbar” hält der Umweltrat diese Auflagen für Europas Landwirte.

Noch immer sei die Landwirtschaft “ein Hauptverursacher des Verlustes der biologischen Vielfalt und der Überfrachtung von Böden und Gewässern mit Nährstoffen”, so der Umweltrat. Ohne eine Trendwende würden die deutschen und europäischen Ziele für die biologische Vielfalt und den Klimaschutz verfehlt.

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner wird diese Kritik sicher nicht gern hören. Wichtig sei, dass bisherige Umweltmaßnahmen in Deutschland ohne Abstriche auf das sogenannte Greening angerechnet werden könnten, forderte sie erst kürzlich im Interview. Eine andere Frage sei, ob anstatt die Äcker brachliegen zu lassen, dort Pflanzen gezogen werden könnten, die keinen Stickstoffdünger brauchten, so die Ministerin. Es wird spannend, ob die Stimme der Umweltschützer heute und morgen in Brüssel Gehör findet.

 

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Die Nahrungsmittel-Versorgung der Bevölkerung hätte bei freier Marktwirtschaft periodische EngPässe, siehe
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_WS.html#Markt%20regelt
    Subventionen in der Landwirtschaft sind daher grundsätzlich unerlässlich.

    Die industrielle Landwirtschaft
    (falsche Bodenbearbeitung, Monokultur, Pestizide, falsche Düngung)
    zerstört langsam die Böden, siehe
    http://www.sswm.info/sites/default/files/toolbox/UNEP%20et%20al%201997%20soil%20degradation.png
    und liefert nur minderwertige Nahrungsmittel, siehe
    http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/dueng2.htm
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Archiv/Ernaehrung/LebmittQual.html
    Minderwertige Nahrung bestraft die Natur mit Krankheiten
    und die Evolution andet dies auf längere Sicht mit dem Niedergang der betreffenden Zivilisation,
    die USAner sind schon auf dem Weg dazu, siehe
    http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2006/06-2006-4-diabetes-usa-da.htm
    http://diabetes.niddk.nih.gov/dm/pubs/statistics/index.htm
    und die Menschheit allgemein auch:
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Nahr.html#Gesundheit&HochertragsSorten
    Diese Fakten deuten darauf hin,
    dass die industrielle Landwirtschaft eine Sackgasse ist.
    Wir werden uns da wohl etwas besseres einfallen lassen müssen.

    • 11. Februar 2013 um 11:43 Uhr
    • Heinz Göd
    • 15. Februar 2013 um 11:21 Uhr
    • blaufisch
  2. 3.

    Bio-Landwirtschaft ist für die Ackerböden sicher besser als die industrielle Landwirtschaft.
    Aber auch der Bio-Landwirt verkauft seine Erzeugnisse in für ihn unerreichbare Weiten, er kann also keinen Nährstoff-Kreislauf auf seinem Boden herstellen, siehe
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_LeSt.html#2069-Stadt
    (bitte bis zur Grafik scrollen )
    Um sinnvoll düngen zu können, müsste er wissen, was er mit seinen Erzeugnissen dem Boden entnommen hat. Das wäre ein Aufwand, den kein Landwirt erbringen kann und somit verlieren auch die Böden der Bio-Landwirte schleichend an Qualität – und die Bio-Produkte damit ebenso.
    Bio-Lanwirtschaft ist also nicht die Lösung.

    • 22. Februar 2013 um 12:11 Uhr
    • Heinz Göd
  3. Kommentar zum Thema

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