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Der bessere Pappkarton

 

Ich bin ein großer Fan von kleinen Innovationen, die den Alltag verbessern. Ein gutes Beispiel ist, tatataa: dieser Pappkarton. Zwei Studenten des Colleges Cooper Union in New York haben damit bereits einen Innovationswettbewerb ihrer Hochschule gewonnen und bekommen nun Unterstützung beim Patentantrag. Man könnte denken: Wie trivial, was gibt es am Pappkarton noch zu verbessern? Aber wenn es um den Klebeband-Einsatz, die Pappmenge und damit den Ressourcenverbrauch geht, sieht man: Da geht noch was.

Der Schnellpack-Karton der beiden jungen Männer soll nach deren Angaben bis zu 20 Prozent weniger Pappkarton verbrauchen – „Millionen von Bäumen“ müssten dadurch nicht gefällt werden, sagen die Erfinder. Er wird mit Hilfe eine kleinen Form gefaltet und braucht nur einen Klebenstreifen, um zu halten. Hier ein kurzes Werbevideo, das erklärt, wie der Rapid Packing Container funktioniert.

Von einer kleinen Revolution sprechen schon die Macher von Treehugger-Blog. Schließlich könnte der Karton die gesamte Verpackungsindustrie einfacher und schneller machen. Na, mal schauen. Es hängt davon ab, ob der Pappkarton seine Kunden findet. Am Ende könnte die Idee auch an uns Kunden und den Unternehmen scheitern, die doch darauf bestehen, dass alle Schlitze noch einmal mit Klebeband verbunden werden. Sicher ist sicher.

4 Kommentare

  1.   Kevin Richter

    Nichts gegen die Freunde von Treehugger, aber das könnte gut und gern ein Paradebeispiel für den Rebound-Effekt werden – wenn mit der gesparten Pappe noch mehr nutzloser Krempel eingepackt oder mit dem gesparten Geld noch mehr sinnloses Zeug gekauft wird. Wo bleiben die wirklich durchschlagenden Ideen, die am Anfang der Abfallhierarchie ansetzen?


  2. So, und nun möglichst noch in diesem Jahrzehnt die besseren Pappkartons aus Hanf herstellen. Dann brauchen dafür gar keine Bäume gefällt werden. Das wäre eine wirklich durchschlagende Idee, die am Anfang der Abfallhierarchie ansetzt, wie sie Kevin Richter in seinem Kommentar nachfragt.


  3. So nett das Konzept klingt, in der Praxis treten doch Probleme auf:
    http://packaging-matters.blogspot.de/2014/01/rapid-packing-container-breakdown.html
    So benötigt zwar die fertige Schachtel weniger Wellpappe, dafür fällt beim Zuschnitt mehr Abfall an. Auch ist die Stabilität durch die Ausrichtung der Rippen der Wellpappe geringer als bei traditionell hergestellten Schachteln.

    Zu dem Kommentar von wolf_niese: Das mit dem Hanf ist doch ausgemachter Unsinn. Das Holz für den Zellstoff stammt aus den Bäumen, die sich nicht für Konstruktionszwecke verwenden lassen, ist also eher ein Nebenprodukt. Weiterhin wachsen Wälder bei uns traditionell dort, wo aus verschieden Gründen kein Ackerbau möglich ist, zudem erreichen Hanffelder bei weitem nicht den Artenreichtum eines Waldes. Wollen Sie jetzt die Wälder roden um Hanf anzubauen?

  4.   wolf_niese

    # Trashmaster

    Hanf, die universellste und umweltfreundlichste Nutzpflanze

    Schon richtig: Erst Balken, dann Spanplatte oder Pappe, so lässt sich Holz am sinnvollsten nutzen. Aber ist das weltweit die gängige Praxis? Und für Pappkartons aus Hanf braucht die Menschheit kein Naturwald zu roden. Im Gegenteil: Hanf eignet er sich hervorragend als Pionierpflanze, um karge Böden für die Anpflanzung von Wäldern oder den Anbau von anderen Nutzpflanzen vorzubereiten.

    Papier wurde schon Jahrtausende lang aus Hanf hergestellt. Und Hanf kann noch viel mehr, falls es Sie interessiert: Hanf ist die urbarste und umweltfreundlichste Kulturpflanze. Denn Hanf braucht keine Pestizide. Er kann Dürreperioden länger standhalten und laugt die Böden nicht aus wie gängige Nutzpflanzen. Erdöl im Plastik ersetzbar mit Hanf. Nahrung, Papier, Textilien, Baustoffe, Treibstoffe, Brennstoffe und Farben sind machbar mit Hanf. Und all das in ausreichenden Mengen, weil Hanf sehr ergiebig ist und man mit ihm neue Ackerflächen erschließen kann. Man kann ihn pro Hektar mit 23 Tonnen nutzbarer Rohmasse drei Mal im Jahr ernten. Er ist sowohl für Monokulturen als auch Fruchtfolgekulturen geeignet. Hanf ist dafür gerade zu prädestiniert, den Kampf um Teller, Trog und Tank zu beenden. Hanf ist auch Medizin und Rauschmittel. Für letzteres wird er bis heute gebrandmarkt.

    Die Frage ist doch: Kann es überhaupt eine Hanfwende geben mit einer marktkonformen Demokratie? Oder ist alle Hoffnung auf Hanf fern jeder Vernunft, weil die Lenker der Trusts und Konzerne zu unflexibel denken und zu mächtig sind? Denn die Hetze gegen Cannabis als „Rauschgift“ in den Vereinigten Staaten in den 1930er Jahren wirkt bis heute nach. Schon Henry Ford ist gescheitert, der Autos bauen wollte mit Karosserien aus Hanf. Autos, die mit Hanfethanol gefahren wären. Dann wären uns womöglich die Erdölkriege erspart geblieben.

    Meine Hosen aus Hanf können den Lauf der Welt nicht ändern? Systemveränderung ist ein Prozess. Müssen halt mehr werden, die Hanf nachfragen. Sind ja auch mehr geworden, die in den Blogs der ZEIT für Hanf plädieren. Die Herstellung von Hanfkleidung verbraucht weniger Wasser, weil Hanf weniger durstig ist als die Baumwolle. Hanf braucht keine Pestizide. Besser, es wird weniger Unsinn über den Hanf verbreitet wird. Zum Beispiel, dass für ihn Wälder gerodet werden müssten.