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Bioware

Der tägliche Fleischwahn

Von 10. Januar 2013 um 13:48 Uhr

Die Daten, die die Böll-Stiftung und die Umweltorganisation BUND in ihrem Fleischatlas heute veröffentlichen, erinnern mich an meine Kindheit. Da gab es jeden Tag ein warmes Tellergericht – und Fleisch gehörte selbstverständlich dazu.

Quelle: Fleischatlas/zeo2/Vebu, CC-BY-SA

Offenbar hat sich seit den achtziger Jahren, in denen ich aufwuchs, nicht viel verändert. Der Vegetarierbund rechnet vor, dass jeder Deutsche im Durchschnitt am Ende seines Lebens 1.094 Tiere verzehrt hat, darunter vier komplette Rindviecher und 945 Hühner (siehe Grafik hier links).

Von den zahlreichen Skandalen und negativen Entwicklungen in der Ernährungsindustrie – Dioxin in Tierfutter, Analogkäse, Klebefleisch oder Hygienemängel in Hühnerställen – lässt sich der Verbraucher offenbar immer nur kurz beeindrucken. 85 Prozent der Deutschen essen täglich Fleisch.

Allerdings gibt es große Unterschiede: Männer, vor allem zwischen 19 und 24 Jahren, essen deutlich häufiger Fleisch als Frauen. Diese entdecken ihre Fleischleidenschaft etwas später, ihr Fleischkonsum ist zwischen 25 und 34 Jahren am höchsten.

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Deutschlands Biobauern fehlt es an Ackern

Von 9. Januar 2013 um 15:46 Uhr

Das Europäische Statistikamt Eurostat hat kürzlich spannende Zahlen über die Agrarwirtschaft in der EU veröffentlicht. Wer sich durch den Zahlenwust wühlt, entdeckt interessante Entwicklungen in der Bio-Landwirtschaft in Europa. Nur etwa 1,3 Prozent der europäischen Betriebe wirtschafteten im Jahr 2010 nach Bio-Kriterien: Sie halten also ihre Tiere auf größeren Flächen und setzen weniger Dünger ein als ihre konventionell arbeitenden Kollegen – und wenn, dann biologischen Dünger. Die Fläche, die sie bewirtschaften, entsprach im Jahr 2010 gerade einmal 2,9 Prozent der Agrarfläche in der EU.

Und genau da ist der Knackpunkt. Glaubt man Alexander Gerber, dem Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, dann kommt in Deutschland die Bio-Anbaufläche nicht mehr der Nachfrage der Konsumenten hinterher. Weiter…

Thunfisch, geangelt mit Samthandschuhen

Von 23. August 2012 um 12:30 Uhr
Fischer mit Handangeln, Copyright: Naturland

Fischer mit Handangeln, Copyright: Naturland

Manchmal kommt man ja in der Küche um die Dose Thunfisch nicht drumherum. Schaut man sich die Packungen an, dann ist da viel von “delfinfreundlichem Fang” die Rede. Das heißt aber noch lange nicht, dass er wirklich auch aus einem intakten Bestand stammt und man mit seinem Kauf nicht zur Überfischung beigetragen hat.

Immer mehr Anbieter bringen daher Thunfisch mit einem Ökosiegel auf dem Markt. Die wichtigsten Zertifizierer hierzulande sind das Marine Steward Council (MSC) und Naturland. Sie garantieren Fischkonsum mit gutem Gewissen. Bei Naturland spielen, im Unterschied zu MSC, auch soziale Kriterien wie Krankenversorgung für die Fischer und Schulausbildung für deren Kinder eine Rolle.

Ein Bio-Fischanbieter arbeitet mit etwa mit einer Thunfisch-Fischerei auf den Malediven zusammen. Es ist wohl die ineffizienteste, dafür aber umweltverträglichste Fischerei überhaupt: Die Fischer angeln den Thunfisch einzeln mit Bambusangeln. Beifangprobleme? Unbekannt.

Der Inselstaat hat sich in den vergangenen Jahren auf Leinenfang spezialisiert. Mehr als 570 traditionelle maledivische Boote, die Dhonis, sind dort unterwegs. Die Fische werden vor Ort verarbeitet, das stärkt die heimische Wirtschaft.

Umweltverbände wie Greenpeace unterstützen solche Initiativen.  “Wir favorisieren die Angelruten-Fischerei”, sagte mir Greenpeace-Experte Thilo Maack in einem Gespräch, “sie ist eine der selektivsten und damit umweltverträglichsten Fischereien überhaupt.”

Auch das Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung findet Angelroutenfischerei gut, betont allerdings, dass sie nicht per se die beste Methode sei. “Leinenfischerei ist gut, aber reicht nicht aus”, sagt Rainer Froese, Meeresbiologe am Helmholtz-Zentrum. “Auch wenn man den letzten Fisch mit Samthandschuhen fängt – es bleibt der letzte Fisch.”

Wichtig ist also nicht nur die Fangmethode, sondern auch, wie es dem Bestand geht. Für die Malediven sieht das ganz gut aus. Nach Einschätzung des jüngsten Berichts der Indian Ocean Tuna Commission ist der Bestand des Skipjack-Thunfisches vor den Malediven groß genug und nicht zu hart befischt.

 

Kategorien: Bioware, Fischerei, Meer

Was Ölpipelines und Biogemüse verbindet

Von 16. Juni 2012 um 02:31 Uhr

Das städtische Gärtnern ist ja schon seit einigen Jahren Thema. Aber in einer so originellen Form wie in Rio de Janeiro dürfte es eher selten zu bewundern sein. Am Stadtrand der brasilianischen Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt (das ist nur der Kernbereich von Rio) bewirtschaften 16 Familien Flächen, die der staatliche Ölkonzern Petrobras sonst mühsam von Büschen und Bäumen freihalten müsste. Da, wo im Untergrund Wasserrohre und Ölpipelines verlegt sind, bauen die Familien als Biolandbau-Kooperative Salat und Gemüse an.

Eine Nichtregierungsorganisation hatte diese Idee, die beiden Seiten hilft. Petrobras muss die Rohre nicht mehr vor Tiefwurzlern schützen. Und die Bauernfamilien verdienen sich einen bescheidenen Lebensunterhalt. Auf etwa die Höhe eines Mindestlohns, also 640 Real (knapp 250 Euro), kommt die Chefin der Kooperative Univerde, Alzeni da Silva Fausto. Petrobras hat mit der Kooperative einen ordentlichen Vertrag gemacht. Er garantiert den Familien die Nutzungsrechte für das Land, die sie sogar vererben dürfen, wenn sie sich an die Regeln halten. Sie dürfen also nur Pflanzen anbauen, deren Wurzeln nicht mehr als 30 Zentimeter in die Tiefe reichen, und Tiere dürfen auf diesem Land auch nicht gehalten werden. Dafür hat Petrobras den Bauern Brunnen zur Verfügung gestellt; die Bauern selbst bezahlen nur den Strom für die Pumpen.

In der Kooperative haben die Frauen das Sagen. Vier von fünf Führungspositionen bei Univerde sind in der Hand der Frauen. Mit einem klapprigen Kombi, “der mal fährt und mal nicht”, bringen sie im Monat rund eine Tonne Gemüse auf die Märkte der Umgebung, einmal die Woche auch in der Innenstadt von Rio. Dieser Markt ist allerdings den Mitarbeitern von Petrobras vorbehalten. Außerdem beliefern die Stadtgärtner Schulkantinen. Dabei hilft ihnen ein Gesetz, das vorschreibt, dass öffentliche Institutionen wie Schulen, Krankenhäuser oder Kindergärten 30 Prozent ihrer Waren von Kleinbauern beziehen müssen. Für Univerde ist das ein Segen, weil sie anderenfalls wohl kaum den Zuschlag dafür bekommen hätten.

Ob sie keine Angst haben, dass ihre mühsam gezogenen Bio-Salt- oder ihre Kohlköpfe womöglich im Öl versinken könnten? Nein, sagt Alzeni da Silva Fausto, in den Pipelines gebe es eine automatische Überwachung. Und in den genau sieben Jahren, in denen das Pilotprojekt nun existiert, hat es offenbar noch nie Probleme mit den Pipelines gegeben. Seit sie ihr Land bearbeitet, fühlt sich nicht nur Alzeni da Silva viel gesünder. Eine ihrer Mitstreiterinnen berichtet von Depressionen, die sich durch die Arbeit, die Vermarktung des Gemüses und das daraus gewonnene Selbstbewusstsein stark gebessert haben. Doch dass das harte Arbeit ist, daran lässt die Chefin der Kooperative auch keinen Zweifel. Sie arbeite sieben Tage die Woche auf ihrer Parzelle: “Die Landwirtschaft gibt keine Pause.”

Am anderen Ende der Stadt wird derweil auf der Vorkonferenz des dritten Weltgipfels Rio + 20 über das Konzept einer umweltverträglichen Wirtschaftsweise (Green Economy) verhandelt. Was das sein könnte, zeigen die Bio-Bäuerinnen von Univerde und ausgerechnet der staatliche Ölkonzern Petrobras mit ihrer bemerkenswerten Kooperation. Alle mal hersehen!

Warnschild

Kategorien: Agrar, Bioware, Essen, Öl

Gärtnern in der Stadt: unten Fisch, oben Gemüse

Von 6. Juni 2012 um 12:31 Uhr

Seitdem ich vor Kurzem über die Pläne einer schwedischen Kleinstadt geschrieben habe, groß ins Geschäft mit Agrar-Hochhäusern einzusteigen (jahaaa, ich weiß, es sind nur Pläne), kommen mir immer öfter städtische Garten- und Landwirtschaftsprojekte unter.

Dazu gehörte jüngst das Start-up “Efficient City Farming”. Die Berliner kombinieren dabei eine Fischfarm mit einem Gewächshaus, alles in einem ausrangierten Schiffscontainer. Dahinter steckt eine patentierte Technologie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei: Die Nährstoffe und die Fischrückstände werden recycelt und können anschließend als Dünger direkt in dem Gewächshaus verwendet werden. Unten Fischtank, oben Gewächshaus, das ist die Idee. Die Berliner Malzfabrik hat sich nun das erste Pilot-Fisch-Gewächshaus hingestellt und sucht übrigens für 200 Barsche noch Paten. Im Gewächshaus wachsen bereits Tomaten, Melonen und Basilikum, es funktioniert also tatsächlich.

Diese City Farming-Projekte finde ich ja durchaus spannend. Als ich mit Christian Echternacht, einem der Gründer von ECF kürzlich telefonierte, erzählte er mir, dass das Interesse von großen deutschen Einkaufsketten enorm sei. ECF sei bereits mit drei Ketten im Gespräch (jahaa, bislang hat ECF noch keines dieser Projekte verkauft). Für verschiedene andere Interessenten erstelle man zurzeit Machbarkeitsstudien. Denn natürlich muss es nicht immer nur ein einziger klassischer 20-TEU-Container sein, das geht auch in einer anderen Liga. In Hamburg plant ein Investor mit einer Fläche von 1.000 Quadratmetern.

Was es allerdings nicht werden darf: ein grünes Feigenblatt für den Handel. Ja, es ist ein nettes i-Tüpfelchen, wenn der Supermarkt ums Eck vielleicht noch Gemüse aus den Containern anbietet. Oder dass ich den Fisch vor Ort aussuchen und vielleicht noch selbst angeln kann.

Aber zugleich ist es auch wichtig, die Anbauflächen und das Massengeschäft für Obst und Gemüse auf eine nachhaltige Wirtschaft umzustellen. In Deutschland wurden nach Angaben des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft 2009 knapp zehn Prozent des Gemüses (inklusive Erdbeeren) nach Bio-Kriterien angebaut, bei Obst sind es sogar noch weniger. Da gibt es also noch Luft nach oben.

Ergänzung 13:14 Uhr: In Deutschland machten übrigens Bio-Anbauflächen an der gesamten Landwirtschaftsfläche 6,1 Prozent aus. In Spanien, einem der wichtigsten Gemüse- und Anbauländer Europas, waren es 2010 nach Angaben des Schweizer Forschungsinstitus für biologischen Landbau 5,9 Prozent.

Kategorien: Abfall, Agrar, Bioware

Mehr Waldschutz

Von 13. Januar 2011 um 13:50 Uhr

Vom Brotaufstrich bis zur Bodylotion – überall steckt Palmöl drin. Jahr für Jahr steigt die Nachfrage um rund 15 Prozent. Palmöl ist das am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt. Die bittere Nebeneffekt: Für Palmöl-Plantagen werden Regenwälder gerodet, vor allem in Indonesien und Malaysia, den beiden Hauptanbauländern.

Aber es gibt eine Alternative: Bio-Palmöl, für das kein Wald fallen muss. Nur hat die Bio-Variante bislang nur einen weltweiten Marktanteil von 0,1 Prozent.

Faktisch liefern zwei Bio-Produzenten aus Südamerika nahezu die gesamte Menge Bio-Palmöl: Agropalma aus Brasilien sowie Daabon aus Kolumbien. Allerdings ist Daabon mit rund 25.000 Tonnen und 70 Prozent Marktanteil das Schwergewicht der beiden Anbieter. Der Großteil geht nach Europa und landet zum Beispiel in Margarine, Nuß-Nougat-Creme oder Suppenwürfeln von Bio-Händlern wie Rapunzel, Allos oder Alnatura.

Das ist gut zu erkennen, denn die Hersteller weisen das Bio-Fett auf der Zutatenliste aus. Die konventionelle  Lebensmittelwirtschaft versteckt Palmöl dagegen in der Regel hinter Bausteinen wie „pflanzliches Fett“ oder „pflanzliches Öl“. Ein genauer Blick auf die Lebensmittelverpackung lohnt
sich also, wenn der Verbraucher nicht am Raubbau ökologisch bedeutsamer Wälder beteiligt sein will.

Weltweit wächst das Interesse an Bio-Palmöl, die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich. Ein Grund für die Knappheit: Die Öko-Plantagen sind mit 1500 Hektar deutlich kleiner als konventionelle Palmöl-Monokulturen. Bei größeren Flächen stößt der Bio-Anbau an seine Grenzen. So muss beispielsweise mit selbst erzeugtem Kompost statt mit Chemie gedüngt werden. Auch Schädlinge müssen auf natürliche Weise bekämpft werden.

Um die Bio-Flächen auszuweiten, gründete die Firma Daabon sogenannte Allianzas mit Kleinbauern, die etwa zehn bis 20 Hektar Land besitzen und darauf Ölpalmen anpflanzen. Wenn die zu hoch werden und nicht mehr gut abgeerntet werden können, wer den an ihrer Stelle junge Setzlinge gepflanzt. So bleibt der Wald verschont.

Als die Firma allerdings ihr Engagement im Landesinneren ausweiten wollte, stießen sie auf Widerstand. Gemeinsam mit einem Partner hatten sie Land aufgekauft, auf das die dortigen Bauern Anspruch erhoben. Daabon zog sich im Herbst 2010 völlig aus dem Projekt zurück.

Bislang ist der Anteil von Bio-Palmöl am Gesamtmarkt verschwindend gering. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass Bio-Produkte die Kraft haben können, ganze Branchen in Richtung mehr Umweltschutz zu treiben. Wer hätte gedacht, dass Bio-Schokolade irgendwann auch mal von Unternehmen wie Ritter Sport angeboten wird? Oder sich kaum noch ein Hersteller von Baby-Gläschen dem Vorbild von Bio-Pionier Hipp entziehen kann?

Kategorien: Bioware, Naturschutz

In aller Munde

Von 2. Dezember 2010 um 17:06 Uhr

Fairtrade-Produkte boomen in Deutschland. Im vergangenen Jahr ist der Umsatz mit Kaffee, Blumen, Zucker, Fruchtsäften oder Textilien um 26 Prozent auf 267 Millionen Euro gestiegen. Dieser Höhenflug setzt sich nach aktuellen Zahlen des Kölner Vereins Transfair auch in 2010 fort. Nur bei einem Produkt greift der Kunde nur ungern zu Fairtrade: Bananen. Gegen den Trend fiel die Nachfrage nach dem fair gehandelten Obst drastisch, obwohl Bananen nach dem Apfel der Deutschen liebste Frucht sind.

Allein im ersten Halbjahr 2010 brach der Absatz um die Hälfte ein. Grund ist die aggressive Preispolitik der Supermärkte. Mit Billig-Bananen versuchen Händler, die Kunden in den Laden zu locken. Die günstigsten Gelben sind bereits für weit unter einem Euro pro Kilogramm zu haben.

Fairtrade-Bananen, die mehr als das Doppelte kosten, haben in der Obsttheke deshalb keine Chance. Offenbar sind die Kunden nicht bereit, einen solch deftigen Preisunterschied zu akzeptieren, selbst wenn die Ware in Sachen Ökologie und Ethik nachweislich einwandfrei ist. In Deutschland stammen Fairtrade-Bananen sogar zu nahezu 100 Prozent auch aus ökologischem Anbau, sind also doppelt gut.

Am Siegel liegt es definitiv nicht. Das blau-grüne Fairtrade-Zeichen gilt laut einer aktuellen Studie der Fachhochschule Münster als absolut vertrauenswürdig. Generell halten 85 Prozent der Befragten solche Zeichen auf Lebensmitteln für „eine gute Sache“.

Doch um Fairtrade-Bananen machen die Verbraucher dennoch einen Bogen. Sogar bei gut verdienenden Schichten ist offensichtlich die Schmerzgrenze erreicht, wenn neben der Fairtrade-Banane nicht nur konventionelle Markenware, sondern als drittes auch noch Obst zum Schleuderpreis zu haben ist. Schließlich handelt es sich um ein Allerweltsobst und nicht um Kaffee oder Schokolade besonders edler Herkunft, bei denen Kunden bereitwillig tiefer in die Tasche greifen.

Die Folgen sind jedoch gravierend: Viele Produzenten in Lateinamerika leben vom Export der fairen Bananen und bleiben nun auf der Ware sitzen. Fairtrade appelliert deshalb seit neuestem an die Verantwortung der Händler, die mit den Billig-Bananen genau genommen nichts verdienen. Mit den Schnäppchen soll Schluss sein.

Neben der konventionellen und der ebenfalls nicht ganz billigen Markenware von Chiquita, Del Monte und Dole solle nur noch die Fairtrade-Banane liegen, fordert die Organisation. Der Grund: Der Preisunterschied zwischen Premium-Ware und Fairtrade beträgt nur wenige Cent.

Den Trend so umzukehren, könnte sogar gelingen. Selbst Discounter im Ausland springen auf den Trend zur Nachhaltigkeit auf und wollen ihr Image aufpolieren. Die Handelskette Migros in der Schweiz und Sainsbury´s in England begleiten die Fairtrade-Banane inzwischen mit groß angelegten Werbekampagnen und verzichten ganz auf Billig-Bananen.

Laut Transfair wird auch die deutsche Warenhauskette Globus dem internationalen Beispiel folgen. Ob es hilft, wird sich zeigen. Geschmacklich überlegen ist die Fairtrade-Banane nämlich leider nicht.

Kategorien: Bioware

Zu wenig Ökolandbau in Deutschland

Von 25. August 2010 um 15:33 Uhr

Wenn das Bio-Gemüse-Angebot meines Supermarkts nicht trügt, dann ist es kein Problem, Salate oder Paprika aus Italien zu bekommen – von deutschen Äckern aber offensichtlich sehr wohl. Das mag an der fehlenden Anbaufläche für Bio-Obst und Gemüse liegen. Wie der Deutsche Naturschutzring (DNR) meldet, muss Deutschland rund 50 Prozent der Waren aus ökologischem Anbau importieren. Dass es so viel ist, hätte ich wirklich nicht gedacht.

Aber es überrascht kaum, wenn man sich die Zahlen anschaut. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung hat ein ambitioniertes Ziel. Dieses Jahr soll auf einem Fünftel von Deutschlands Äckern Bioanbau betrieben werden. Und wo sind wir? Laut DNR statt bei 20 Prozent nur bei gerade einmal 5,6 Prozent im Durchschnitt. Peinlich, peinlich. Und die schaffen wir auch nur, weil  Brandenburg uns mit 10,5 Prozent der Ackerfläche rausholt.

Gescholten werden muss Niedersachsen, Deutschlands Agrarland Nummer 1, wie es sich so gerne nennt. Hier setzt man noch immer auf konventionellen Anbau und Gentechnik. Kein Bundesland weist so wenig Bioäcker aus wie Niedersachen. Dabei gibt es erste Anreize, die Fläche zu erhöhen – unter anderem, in dem man die Nachfrage nach Bioprodukten stärkt.

Aber wahrscheinlich ist vielen Landwirten die Umstellung auf Bio zu aufwändig. Mehr und schnelleres Geld lässt sich mit dem Anbau von Mais und Raps für Biogas  und Biodiesel machen.

Kategorien: Agrar, Bioware