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Kuriosa

Elon Musk will mit Hyperloop den ÖPNV revolutionieren

Von 17. Juli 2013 um 10:09 Uhr

Elon Musk, Millionär, Gründer des Bezahlsystems Paypal und Chef des kalifornischen Elektroautoherstellers Tesla, hat seinen nächsten Scoop angekündigt: Hyperloop, die 5. Generation des öffentlichen Transports. Auf Twitter schrieb Musk am Montag, dass er Details dazu am 12. August veröffentlichen werde.

 

Sie haben noch nicht von Hyperloop gehört? Keine Sorge, das ging mir ähnlich.

Weiter…

Belgien plant Mega-Insel als Stromspeicher

Von 24. Januar 2013 um 14:25 Uhr

Revolutionäres aus dem Nachbarland: Belgien will den Windstrom, der auf hoher See erzeugt wird, mithilfe einer künstlichen Insel vor der Küste speichern. Vor der Hafenstadt Zeebrugge plant der Vize-Premier und Nordsee-Minister (auch ein wunderbares Amt) Johan Vande Lanotte eine hufförmige Insel mit einem Wasserkraftwerk.

Wenn viel Wind weht – es aber an Nachfrage fehlt – soll Windstrom dazu genutzt werden, das Wasserreservoir in der Mitte der Insel leerzupumpen. Wenn die Nachfrage nach Strom wieder groß ist, werden die Schleusen geöffnet. Das Wasser strömt dann in das ausgebuddelte Inselinnere und treibt dabei Turbinen an, die Strom erzeugen.

Belgische Stromspeicher-Insel © Belgisches Wirtschaftsministerium

Belgische Stromspeicher-Insel © Belgisches Wirtschaftsministerium

Das Idee ist natürlich nicht neu, es handelt es sich um ein bewährtes Pumpspeicherkraftwerk. Nur diesmal wird kein Höhenunterschied genutzt, sondern das Prinzip auf die Ebene übertragen.

Vande Lanottes hat die Insel schon in einen Plan integriert, der die Nutzung der Nordsee ordnet. Die Küstenländer sind inzwischen verpflichtet, auszuweisen, welche Flächen sie wie nutzen, etwa zur Fischerei, für Seefahrtwege oder Windparks. Ausdrücklich hat nun Vande Lanotte eine Fläche für eine Stromspeicherinsel reserviert.

Seine Sprecherin betont allerdings, dass es nicht die belgische Regierung sei, die das Projekt am Ende realisieren würde. Das sollen Privatfirmen machen – und das Interesse sei groß. Namen will sie allerdings nicht nennen. Auch zu den Kosten mag sich die Regierung nicht äußern. Sie hängen natürlich stark von der Größe der Insel und der Kapazität des Kraftwerks ab. Zurzeit hat die Insel einen Durchmesser von rund 3,5 Kilometern. Die Regierung rechnet mit mindestens fünf Jahren Plan- und Bauzeit.

Belgien will die Doughnut-Insel zum Speichern seines Offshore-Windstroms nutzen. Klar ist aber auch: Die Pläne sind ambitioniert. Zurzeit drehen sich Offshore-Windräder mit 380 Megawatt Kapazität vor der Küste, das entspricht etwa einem kleinen Kohlekraftwerk. Sieben Windparks plant Belgien in den kommenden Jahren mit einer Leistung von mehr als 2.500 Megawatt. Das entspricht theoretisch der Kapazität von zwei großen Atomkraftwerken. Insgesamt machte die Windenergie im Jahr 2011 in Belgien knapp drei Prozent der Energienachfrage aus. Unser kleines Nachbarland plant ebenfalls den Atomausstieg. Im vergangenen Sommer entschied Belgien, bis zum Jahr 2025 die beiden Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen. Sie liefern bislang noch den Großteil der Energie.

Ist nun die Speicherinsel eine Quatschidee? Schwer zu sagen. Für Deutschland und seine Mengen Ökostrom wäre das wohl nichts, für ein kleines Land mit knapp elf Millionen Einwohnern könnte es tatsächlich sinnvoll sein. Was dagegen spricht: Der Aufwand und die Kosten werden riesig sein. Schon jetzt sind ja die meisten Offshore-Projekte in der Nordsee, und erst recht vor Deutschland, in zeitlichem Verzug. Wenn die Insel fertig ist, sind wir vielleicht schon viel weiter darin gekommen, die aktuelle Stromnachfrage an das Angebot anzupassen – und brauchen am Ende gar keine Megaspeicher draußen auf See. Einmal davon abgesehen von dem enormen Eingriff in das Ökosystem Nordsee.

Shwopping und Shirtmob: Tausch Dein Shirt!

Von 26. April 2012 um 15:27 Uhr

Okay, anfangs konnte ich mit diesem Wort auch nichts anfangen: Shwopping. Ähhh, wie bitte? Es ist ein ziemlich kruder Mix für meine deutschen Muttersprachler-Ohren von shopping (einkaufen) und swap (austauschen). Aber die Idee, die dahinter steckt, könnte ein neuer Trend werden.

Heute hat in London die britische Klamottenkette Marks & Spencer zusammen mit der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam eine “Shwopping”-Initiative vorgestellt. Jedes Jahr verkauft die Kette rund 350 Millionen Kleidungsstücke. Wie wäre es, wenn jeder beim Kauf eines neuen Kleidungsstückes ein altes in eine Sammelbox im Laden wirft  (ein Schelm, der Böses dabei denkt)? M&S reicht die ausrangierten Stücke weiter an Oxfam und will sie so vor der Mülltonne bewahren. Dort landen nach M&S-Angaben schließlich alle fünf Minuten rund 10.000 Altkleiderstücke in Großbritannien. Oxfam verkauft die Stücke entweder secondhand weiter oder nutzt sie als Recyclingmaterial – und entlastet so die Umwelt.

Copyright: Beyond Berlin/ReShirt

Copyright: Beyond Berlin/ReShirt

In Deutschland ist mir das Shwopping zwar noch nicht untergekommen, auch die großen Ketten wie H&M und C&A halten sich bei solchen Mitmach-Aktionen seltsam zurück. Also machen es die Leute eben selbst. Etwa morgen in Berlin. Beyond Berlin und ReShirt laden dort gerade per Facebook zum weltweit ersten Shirtmob ein.

Um 17 Uhr werden auf dem Alexanderplatz mitten in Berlin wildfremde Menschen aufeinander zustürmen, sich ihrer T-Shirts entledigen und sie untereinander tauschen. Auch eine Idee, um an neue Klamotten zu kommen. Erste Bedingung: Es sollen exzentrische Shirts sein, also bitte nicht das Polo von Ralph Lauren. Zweite Bedingung: bitte frisch gewaschen.

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Nachhaltigkeit – endlich mal anders gesehen

Von 1. September 2010 um 14:30 Uhr

Copyright: Allora & Calzadilla

Und? Ging es Ihnen genauso? Auf den ersten Blick habe ich flüchtig eine Mann im Boot gesehen – erst  auf den zweiten Blick ist es ein Tisch, genauer: ein Verhandlungstisch. Mit ihrem Beitrag “Under Discussion“ veweisen die zwei Künstler Jennifer Allora & Guillermo Calzadilla auf die scheinbare Idylle auf der Karibik-Insel Viecques, ein Ort, der von der US-Marine zu Übungszwecken 60 Jahre lang beschossen wurde. Ihre Arbeiten sind Teil der Ausstellung “Zur Nachahmung empfohlen – Expeditionen in Ästhetik und Nachhaltigkeit”, die diese Woche in Berlin-Wedding eröffnet wird. Für alle, die einmal einen anderen Blick auf unsere Welt werfen wollen. Und für Fans der Aktivistengruppe “Yes Man”, die ebenfalls dort ausstellen.

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Das schnellste Elektro-Bike der Welt – fast so teuer wie ein Porsche

Von 28. Juli 2010 um 13:51 Uhr

Fahrrad oder Motorrad: Am Blacktrail scheiden sich die Geister (Copyright: PG Bikes)

Es schafft 100 Stundenkilometer und kostet rund 60.000 Euro: Das Elektrofahrrad Blacktrail hat mit einem gewöhnlichen Hollandfahrrad wohl nicht mehr viel gemein. Auf den ersten Blick sieht es düster-futuristisch, ja schwerfällig aus und erinnert an ein Herrenfahrrad aus Zeiten der Jahrhundertwende.

Doch das Fahrrad ist Hightech pur. Die Batterie basiert auf Lithium-Ionen-Technologie, bei einem Tempo von etwa 30 km/h schafft man damit rund 200 Kilometer. Raser, die mit Tempo 100 unterwegs sind, müssen allerdings nach etwa 40 Kilometern wieder an die Steckdose. Der Motor hat eine Leistung von etwas mehr als 1, 3 PS. Der Rahmen besteht komplett aus der extrem leichten Faser Carbon, inklusive Motor wiegt das Fahrrad daher gerade mal 20 Kilogramm.

Aber ist es denn nun ein Fahrrad? Im Prinzip schon, denn es lässt sich immer auch einfach nur mit eigener Muskelkraft antreiben – und sieht eben eher aus wie ein Fahrrad und nicht wie ein Motorrad.

Es ist wohl ein Hybrid-Bike, denn die Käufer können zwischen vier Varianten wählen: Auf  das “Pedelec“, das maximal 25 km/h fährt, darf jedermann ohne besondere Papiere steigen und selbst in die Pedale treten. Wer es als Mofa-oder Roller-Variante wählt und nicht treten mag, der braucht ein Versicherungskennzeichen und die passenden Papiere. Und wer schneller als 45 km/h fahren will, der muss einen Motorradführerschein vorweisen und die Extra-Ausstattung mit Blinker etc. wählen.

Nur 667 Exemplare will PG Bike aus Regensburg, ein 16-Mann starkes Unternehmen, das  sich auf coole, ausgefallen Fahrräder spezialisiert hat, bauen. 41 Stück haben die Bayern nach eigenen Angaben bereits verkauft.

Aber… mal ehrlich: Wer kauft so ein Ding? Die ersten Blacktrails gingen an Unternehmen, acht Stück sogar nach Dubai (Schöne Vorstellung, wie gerade ein Ölscheich im wehenden Kaftan auf einem Blacktrail, das sogar mit Solarstrom geladen wurde, durch die Wüste prescht). Dann sind da noch die Hollywoodstars. Und nicht zuletzt tatsächlich ein 86-Jähriger Rentner aus München, der einmal in seinem Leben auf einer Autobahn Fahrrad fahren will. Im Oktober kann er es ausprobieren, dann bekommt er sein handgefertigtes Blacktrail ausgeliefert..

Kategorien: Innovation, Kuriosa