Starbucks-Aktionäre stimmen gegen Recyclingpläne

Wieder wat gelernt: Wussten Sie, dass Starbucks auch „SBUX“ abgekürzt wird – unter Umweltschützern und an der Börse? Das erfuhr ich gerade bei einer kleinen Recherche über die Recyclingpläne der US-Kaffeekette Starbucks. Da tut sich nämlich was – oder leider eher nicht so viel.

Auf der jünsten Starbucks-Aktionärsversammlung stimmte laut Seattle Times (der Heimatzeitung von Starbucks) die Mehrheit gegen ambitioniertere Recyclingpläne des Massen-Kaffee-Konzerns. Es geht nicht nur um die Millionen von Pappbecher, die täglich Starbucks-Kunden weltweit kaufen und die gerade einmal einen Recyclingmaterial-Anteil von zehn Prozent haben (der allerdings auf 100 Prozent steigen soll). Vor allem für die restlichen Produkte, angefangen von Getränkeflaschen bis zu Dosen und Wasserflaschen, gibt es bislang keine Recyclingziele, kritisiert die Aktionärsorganisation „As you sow.“. Schade, dabei hätte es Starbucks gut gestanden, sich des  Themas anzunehmen. Schließlich will sich das Kaffeehaus der Globalisierung doch als „responsible company“ profilieren.

 

Plastiktüten-Steuer in USA großer Erfolg

Grrrr, Steuern, wer bekommt da nicht gleich Magengrummeln. Dass das nicht immer so sein muss, zeigt jüngst Washington. Die Hauptstadt führte als eine der ersten Städte in den USA vor kurzem eine Steuer in Höhe von fünf Cent auf Plastiktüten ein. Und siehe da: Der Erfolg ist beeindruckend. Wie die Washington Post berichtet, drückten Supermärkte, Bäckerein, Metzger und andere Lebensmittelläden in der Stadt den Leute im Monat bislang rund 22,5 Millionen Plastik- und Papiertüten in die Hand. Nach Einführung der Steuer sind es in diesem Januar gerade mal drei Millionen Euro Tüten gewesen. Wunderbarer Nebeneffekt: Die Stadt nahm allein im Januar rund 150.000 US-Dollar ein. Sie gehen in den Anacostia Fonds, um den extrem verschmutzten Fluss, der sich durch die Stadt schlängelt, zu säubern.

 

Willkommen in der Plastikwelt

Heute läuft in den deutschen Kinos der wirklich spannende Dokumentarfilm „Plastic Planet“ des Österreichers Werner Boote an.

Den Stil kennt man von Michael Moore oder Filmen wie „We feed the World“. Boote ist rund um die Welt gereist, hat in Shanghai das Recyceln von Plastikflaschen in dreckigen Hinterhöfen gedreht, bei Venedig über Chemieunfälle bei der Plastikproduktion recherchiert  und den riesigen Plastikstrudel im Pazifik gefilmt (wo es inzwischen mehr Plastik als Plankton geben soll).

Das Ergebnis ist ein Blick in eine Branche, die sich vor allem durch Geschäftsgeheimnisse auszeichnet. Schauen Sie sich einmal auf Ihrem Schreibtisch um: Glaubt man Boote, wird Ihnen niemand sagen können, aus welchen Chemikalien Ihr Telefongehäuse, Ihre Wasserflasche oder das Stromkabel genau entstanden sind – so gut hüten die Hersteller die Zusammensetzungen der Kunststoffprodukte. Blindes Vertrauen in Plastik, das ist die Bilanz von Boote. Auf jeden Fall sehenswert!

PS: In der ZEIT schreibt übrigens Burkhard Strassmann über PET-Flaschen als Baumaterial.

 

Nike macht Öko-Patente öffentlich

Was Turnschuhgigant Nike und zehn andere Unternehmen vergangene Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt haben, klingt erstaunlich: Die Firmen wollen eine Auswahl an Patenten öffentlich machen, um die Entwicklung von „grünen“ und klimafreundlicheren Produkten voranzubringen. Dafür haben sie die neue Internetseite „GreenXChange“ vorgestellt. Nike will dort etwa das Patent für ein umweltfreundlicheres Schuhgummi veröffentlichen, das 96 Prozent weniger Giftstoffe enthält als die übliche Turnschuhsohle. Insgesamt gibt der US-Konzern 400 Öko-Patente zur Forschung frei.

Und warum machen die das? Ganz einfach: Es geht um Patente, die nicht unbedingt einen Wettbewerbsvorteil bieten. Wer seine neue Ideen für eine umweltfreundliche Verpackung teilt oder sie einkaufen kann, hat Zeit, sich um die Entwicklung anderer Patente zu kümmern. Die Initiative will helfen, dass zwei Unternehmen nicht parallel an neuen, giftfreien Turnschuhsohlen forschen.

Aber ob die Rechnung aufgeht? Schließlich könnte es sich sehr wohl irgendwann als Vorteil  herausstellen, dass der eine Turnschuh umweltfreundlicher produziert wurde und der andere nicht. Das liegt an uns Kunden. Mal schauen, ob Nike und die anderen Firmen ihren Schritt nicht irgendwann bereuen werden…