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Wirtschaft

Politik lässt Strompreise lieber steigen

Von 1. Juli 2013 um 15:35 Uhr

Hoppla, auch hier im Grüne Geschäfte-Blog merkt man, dass langsam der Bundestagswahlkampf beginnt. Allerorts erscheinen neue Studien zu steigenden Strompreisen – und dahinter steckt natürlich die große Frage: Was ist den Deutschen die Energiewende wert?

Den ersten Aufschlag machte am Montag das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, das im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion eine Studie zu Netzentgelten vorlegte. Es schätzt, dass die Industrie im kommenden Jahr in den Genuss von hohen Netzentgelt-Rabatten kommen könnte. Bis zu 1,2 Milliarden Euro könnten den Unternehmen erlassen werden, weil die Bundesregierung die Rabattregeln für sie radikal ausgeweitet hatte. Die Folge für die Verbraucher wäre, dass sie rund 20 Prozent mehr für das Stromnetz und seinen Ausbau zahlen müssten. Jetzt schon machen die Netzentgelte für sie rund ein Fünftel des Strompreises aus.

Der Golfplatz, der sich von den Netzentgelten befreien lassen kann, ist ja inzwischen fast legendär (und findet sich tatsächlich in der Übersicht der Bundesnetzagentur, wie auch eine Bäckerei und ein Campingplatz). Im kommenden Jahr werden die Unternehmen wahrscheinlich höhere Kosten geltend machen können, weil sich Berechnungsgrundlagen ändern, sie werden Kosten für den Offshore-Netzausbau anführen und für die Forschung in Höchstspannungsnetzen. Das Problem ist: Wenn die Großverbraucher Ausnahmen genießen, bedeutet das am Ende steigende Strompreise für die Verbraucher. Weiter…

Geld verdienen mit der Energiewende

Von 14. Juni 2013 um 15:39 Uhr

Heute passiert Großes in der Provinz. In Heide/Holstein hat der Stromnetzbetreiber Tennet zusammen mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ein Pilotprojekt gestartet: Deutschlands erste Bürgeranleihe fürs Stromnetz. Erstmals können sich die Anwohner aus der Region an einer Stromleitung finanziell beteiligen. Der niederländische Mutterkonzern wird dafür eigens die “Bürgeranleihe Westküstenleitung” begeben.

Die Verzinsung ist nicht schlecht – vor allem, weil Tagesgeldkonten gerade nur maue Zinsen bieten. In den ersten Jahren gewährt Tennet drei Prozent jährlich. Mindestens 1.000 Euro müssen die Anleger investieren. Die Laufzeit ist unbegrenzt, man kann jederzeit aussteigen. Tennet verspricht, das Projekt mindestens zehn Jahre lang zu verfolgen und nicht zu kündigen. Nur damit es klar ist: Wer mitmacht, ersteht keine Besitzanteile direkt an Tennet, sondern gewährt dem Konzern lediglich ein Darlehen, daher nennt man das Hybridanleihe.

ZEIT ONLINE hat die Bürgerleitung an der Westküste in Schleswig-Holstein bereits öfter mit Artikeln begleitet, mehrmals waren wir vor Ort. Klar war immer: Damit die Bürger ihr Okay zu der 150 Kilometer langen Höchstspannungsleitung an der Nordseeküste geben, über die vor allem Windstrom nach Süddeutschland abtransportiert werden soll, müssen sie finanziell profitieren. Nun hat man sich in gewisser Weise das Erfolgsprinzip bei den Bürgerwindparks abgeschaut: Die Bürger investieren in ihr Windrad vor der Haustür – respektive in die Stromleitung – bekommen eine jährliche Vergütung und akzeptieren so das Energieprojekt. Cash for acceptance, könnte man sagen.

Tennet hat einen finanziellen Anreiz in die Anleihe eingebaut, damit alle Anteilszeichner möglichst still halten mit Klagen (auch wenn Tennet betont, dass natürlich jeder Kläger gegen die Stromleitung auch Anteile zeichnen kann). Im Verkaufsprospekt heißt es:

Wenn sich der Baubeginn verzögert, wird die Rendite länger bei 3 % liegen und erst später – nämlich zu Baubeginn – auf 5 % ansteigen.

Die fünf Prozent sind allerdings immer noch weniger, als die Bundesnetzagentur den Stromnetzbetreibern als Rendite aufs Eigenkapital gewährt: Die liegt nämlich bei bis zu neun Prozent. Nun gut, verständlich, dass Tennet so eine attraktive Verzinsung nicht eins zu eins weiterreichen will an die Friesen und Dithmarscher.

Mal schauen, ob die Bürgeranleihe funktioniert. Bis Ende August können die rund 160.000 Haushalte aus der Region Anteile zeichnen. Tennet beschränkt den Investorenkreis auf die Anwohner, die tatsächlich betroffen sind. Insgesamt rechnet das Unternehmen damit, rund 15 Prozent der Investitionssumme einzusammeln. Das sind gut 30 Millionen Euro, wenn man 200 Millionen Euro Investitionskosten für die Westtrasse veranschlagt. Ein Betrag, über den sich Tennet sicherlich freuen wird. Und wenn der Bau dann noch umso schneller geht, ist die Freude sicherlich größer.

Ausgerechent Tennet fürchtet milliardenschweres Offshore-Desaster

Von 16. Mai 2013 um 13:34 Uhr

Eigentlich ging die Geschichte immer so herum: Die Energiewende auf See kommt nicht in Schwung, weil es an Steckdosen für den Windstrom fehlt. Schließlich muss der Strom aus den Offshore-Windparks ja an Land gebracht werden. Das passiert mit Hilfe von Seekabeln und riesigen Umspannplattformen auf See, die großen Bohrinseln gleichen. Und bei deren Bau kommen Firmen wie der Netzbetreiber Tennet oder Siemens nicht hinterher.

Am Donnerstag hat nun der zuständige Netzbetreiber eine von ihm in Auftrag gegebene Studie veröffentlicht. Und die kommt zu einem – Hoppla – komplett anderem Ergebnis: Es seien die Offshore-Windparks, die nicht hinterherkommen würden. In den kommenden zehn Jahren würden wahrscheinlich Offshore-Windparks mit einer Kapazität von 3.700 Megawatt ans Netz gehen (wenn man pessimistisch ist). Oder im besten Fall etwa 5.900 Megawatt. Auf der anderen Seite baue und plane aber Tennet zurzeit Verteilerplattformen und Seekabel, die insgesamt 6.200 Megawatt Strom transportieren können. Die würden, glaubt man Tennet, dann einfach ungeausgelastet in der Nordsee stehen.

Stranded investment nennen Betriebswirte so etwas, also komplette Fehlinvestitionen. Nutzlose Investitionen. Energiewende-Wahnsinn.

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Der Absturz von Solarworld

Von 26. April 2013 um 08:59 Uhr
Solarworld-Chef Frank Asbeck vor der Solaranlage des Vatikans © ANDREAS SOLARO/AFP/Getty Images

Solarworld-Chef Frank Asbeck vor der Solaranlage des Vatikans © Andreas Solaro/AFP/Getty Images

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, der Kerl ist gerade wirklich nicht zu beneiden. Frank Asbeck, der Chef des Bonner Solarworld-Konzerns, kämpft gegen den Ruin seiner Firma. Vergangene Woche musste er bekanntgeben, dass das Eigenkapital des Konzerns komplett aufgebraucht ist. Für das vergangene Geschäftsjahr rechnet der Konzern gar mit einem Eigenkapital-Verlust von bis zu 50 Millionen Euro. Insgesamt werde der Solarspezialist ein Minus von bis zu 550 Millionen Euro verzeichnen, erklärte Asbeck.

Lange Jahre galt Solarworld als Branchenprimus, verkaufte seine Module mit dem Siegel Made in Germany und hoffte, darüber in einer hohen Preisklasse mitmischen zu können. Firmengründer Asbeck tingelte mit den Außenministern Fischer und Westerwelle durch die Welt, warb im Ausland für das EEG und verpasste dem Vatikan eine Solaranlage. Irgendwann wollte er gar Opel übernehmen und zu einem Elektroautokonzern umbauen. Das waren die Hochzeiten von Solarworld.

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Japan wird neue Solarmacht

Von 10. April 2013 um 15:11 Uhr

Von solchen Einspeisevergütungen für Solarstrom können die Deutschen nur noch träumen. 37,7 Yen erhalten Solarwirte in Japan pro produzierter Kilowattstunde Sonnenstrom – das sind umgerechnet aktuell 29 Cent. In Deutschland beträgt die Vergütung derzeit bei Strom aus kleinen Anlagen nur etwa die Hälfte, nämlich 15,92 Cent. Kein anderes Land gewährt zurzeit so hohe Solarstromvergütungen wie Nippon, schließlich will es seinen Energiemix nach dem Atomunglück von Fukushima so schnell wie möglich diversifizieren.

© Patrick Hertzog/AFP/Getty Images

© Patrick Hertzog/AFP/Getty Images

Im Sommer vergangenen Jahres hat die japanische Regierung die attraktive Förderung eingeführt. So viel Cash lockt natürlich Investoren an. “Japan ist mit China und den USA zurzeit der Hoffnungsträger der globalen Solarbranche”, sagt Matthias Fawer, Solaranalyst der Schweizer Bank Sarasin. Das zeigen auch die Einschätzungen anderer Analysten.

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Bilanzen aufhübschen mit CO2

Von 12. Februar 2013 um 16:11 Uhr

Mit Grünen Geschäften hat Arcelor Mittal erst mal wenig zu tun. Das Unternehmen ist der größte Stahlproduzent der Welt, mehr als 310.000 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen weltweit. Die Produktion des Stahls verursacht eine ganze Menge CO2. Zwar wird der Stahl anschließend auch für Windräder und andere Umwelttechnologien gebraucht. Klimaschutz ist Arcelors Kerngeschäft jedoch bislang sicher nicht.

Wer einen Blick in die jüngsten Geschäftszahlen wirft, der entdeckt dort ein interessantes Detail: Im vierten Quartal 2012, heißt es dort, hat der Konzern eine große Menge CO2-Emissionsrechte verkauft. Das war für den Luxemburger Konzern kein schlechtes Geschäft – die Einnahmen lagen bei knapp 150 Millionen US-Dollar:

4Q 2012 EBITDA of $1.3 billion includes $0.2 billion from sale of carbon dioxide (CO2) credits.

Arcelor hat angekündigt, das Geld in Energieeffizienz-Projekte zu investieren. Für’s erste aber hat der Konzern mit dem Cash seine Jahresbilanz aufgehübscht. Von “boost its balance sheet” spricht der Energiefachinformationsdienst ICIS. Das Unternehmen hatte wegen der Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr einen operativen Gewinn von 7,1 Milliarden US-Dollar bekanntgeben, ein Drittel weniger als noch im Vorjahr.

Was sagen die Zahlen aus?  Selbst wenn der Preis für CO2-Rechte gerade bei 4,16 Euro je Tonne vor sich hin dümpelt (ursprünglich lagen die Hoffnungen der Politik bei einem Preis von 30 Euro/Tonne): Für manche Konzerne sind die CO2-Rechte ein Bombengeschäft. Das zeigt auch die aktuelle Studie “Klimagoldesel” des BUND und der britischen Organisation Sandbag. Sie kommt zu dem Schluss, dass deutsche Unternehmen rund 85 Millionen Tonnen CO2-Zertifikate zu viel haben, also bunkern. Das entspreche etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß Österreichs. Insgesamt wären diese Rechte derzeit rund 340 Millionen Euro wert.

Kein schlechter Schatz in den Bilanzen.

Was für die Unternehmen gut ist, ist für den Klimaschutz natürlich fatal. Die Grundidee des Handels mit CO2-Zertifikaten geht ja so: Das CO2 wird erstmals bepreist. Wer es ausstößt, braucht ein Emissionsrecht. Entweder strengt er sich an und mindert seine Emissionen. Oder er kauft sich eben ein Emissionsrecht. Wenn nun, wie aktuell, viel zu viele Rechte auf dem Markt sind, dann sinkt der Preis. Und niemand macht mehr richtigen Klimaschutz, weil es sich nicht lohnt.

Das alles wird leider nicht besser. Die EU vergibt ja die CO2-Verschmutzungsrechte, anfangs sogar umsonst. Und während an einigen Stellen inzwischen die Daumenschrauben angedreht werden (Stromunternehmen müssen in der sogenannten dritten Handelsperiode nun ihre Rechte komplett kaufen), gibt es weiterhin Branchen, die Verschmutzungsrechte umsonst erhalten, selbst wenn es zurzeit viel zu viel gibt. Dazu gehört — kaum überraschend – auch die Stahlindustrie.

Die EU-Kommission will den Preisverfall bekämpfen. Sie plädiert für eine künstliche Verknappung der Rechte. Rund 900 Millionen Tonnen CO2-Rechte sollen zurückgehalten werden, von backloading spricht die Fachwelt. Kommende Woche wird der Umweltausschuss des Europaparlaments sich damit beschäftigen. Der Industrieausschuss hat – ebenfalls kaum überraschend – bereits dagegen plädiert.

Fachleute sind sich  einig, dass auch 900 Millionen Tonnen CO2 zu wenig sind. Die Deutsche Emissionhandelsstelle plädiert für mindestens 1,5 Milliarden Tonnen, die dauerhaft vom Markt genommen werden müssten.

Wenn Solarworld eine Zukunft hat, dann wohl nur im Ausland

Von 25. Januar 2013 um 17:55 Uhr
Solarworld-Chef Frank Asbeck, © Oliver Berg/dpa

Solarworld-Chef Frank Asbeck, © Oliver Berg/dpa

An dieser Stelle leiste ich heute einmal Übersetzungshilfe bei der jüngsten Ad-hoc-Mitteilung von Solarworld, Deutschlands letztem ernst zu nehmenden Solarunternehmen. Das Unternehmen spricht davon, dass “gravierende Einschnitte bei den Verbindlichkeiten der Gesellschaft, insbesondere den ausgegebenen Anleihen und Schuldscheindarlehen notwendig” seien. Zugleich gehe Solarworld aber davon aus, dass es “eine überwiegende Wahrscheinlichkeit” gebe, dass die Restrukturierung klappe und es eine “positive Fortführungsprognose” gebe.

Das heißt im Klartext: Es steht so schlecht um Solarworld, dass die Anteilseigner und Kreditgeber eventuell einen Schuldenschnitt in Kauf nehmen müssen. Solarworld-Chef Frank Asbeck betont zwar, dass es nicht um eine Insolvenz gehe. Aber was sonst soll sich hinter dem Wort “Fortführungsprognose” in Kombination mit “überwiegende Wahrscheinlichkeit” verbergen?

Auf jeden Fall ist die Lage so angespannt, dass das Unternehmen schon im vergangenen Jahr Stellen gestrichen hat, auf Kurzarbeit umstellen musste und offenbar jetzt auch Lohneinbußen für die Mitarbeiter im Gespräch sind.

Dass sogar ein so großes Unternehmen wie Solarworld ins Taumeln gerät, liegt vor allem am Preisverfall für die Solarmodule. Deutschland setzt zwar fast exzessiv auf Solarstrom. Aber die verbauten Module kommen vor allem aus Asien. Asbeck wettert schon seit Monaten gegen China und unterstellt der Regierung in Peking gezielte Dumpingpolitik (weswegen die USA schon jetzt Importzölle auf chinesische Solarmodule eingeführt haben und die EU es erwägt). Inzwischen sitzt Solarworld auf Schulden von mehr als einer Milliarde Euro. Und das Vertrauen der Anleger ist weg: Nach den jüngsten Meldungen brachen die Solarworld-Anleihen auf ein Viertel ihres Nennwerts ein.

Was tun? Das Problem ist: Die Fertigung eines Massenprodukts wie Solarzellen ist in China beziehungsweise Asien einfach günstiger zu haben als hier. Noch setzt Asbeck auf Durchhalteparolen und auf “deutsche Qualität”. Aber ob das Solarwirten am Ende so wichtig ist, wenn es um die Rendite ihrer Anlage geht und es vielleicht kurzfristig günstiger ist, auf ein chinesisches Billig-Modul zu setzen?

Die Entwicklung in der gesamten Solarbranche, die Insolvenzen von ehemaligen Prestigefirmen wie Q-Cells, Sovello, der deutschen First Solar zeigen gerade, dass die Fertigung von Solarzellen in Deutschland offenbar keine Zukunft hat. Es wäre eine riesige Überraschung, wenn gerade Solarworld sich erfolgreich gegen diese Entwicklung stemmen könnte.

Dabei ist es ja nicht so, dass Solarworld nur in Bonn und dem sächsischen Produktionsstandort Freiberg vor sich hinwerkelt. Der Konzern mit seinen rund 2.500 Mitarbeitern ist im Ausland präsent, in Singapur, in den USA, selbst in Südafrika. Jetzt aber kommt es darauf an, sich smarter aufzustellen, wenn man in dem Preiskampf überleben will. Und das wird wohl heißen: Vielleicht können Forschung und Entwicklung in Europa bleiben. Aber Produktion und Fertigung wandern wohl dorthin, wo es vor allem günstig ist. Und das heißt: nach Asien.

US-Windbranche erwartet Boomjahr nach Etat-Kompromiss

Von 2. Januar 2013 um 18:14 Uhr

Der Streit um den US-Haushalt ist voerst beendet – nun gibt es Klagen und Kritik. Doch nicht jeder jammert. Umweltschützer prophezeien der amerikanischen Windbranche ein Boomjahr. Demokraten und Republikaner haben sich darauf geeinigt, die Steuererleichterungen für die Windbranche, den sogenannten Production Tax Credit, für ein Jahr zu verlängern.

In den Kompromiss hat es nach Informationen von Grist zudem ein wichtiges Detail geschafft: Wer einen Windpark plant, kommt künftig schon früher in den Genuss der Steuererleichterungen, nämlich sobald das Projekt angestoßen wurde. Bislang war entscheidend, dass der Windpark bereits tatsächlich Ökostrom produzierte:

Traditionally, PTC money is available to a wind project only once it is up and running, putting electricity on the wires. That’s why so many wind projects raced to finish in 2012, when it looked like the PTC would expire. The Finance Committee bill changed the PTC so that the money would be available to any wind project that breaks ground in the calendar year. That allows projects to be built (and financed) over longer periods of time without worrying about losing the tax incentive. I’ve heard informal estimates that one year of this kind of PTC is worth two or three years of the conventional PTC.

Die amerikanische Windlobby schätzt, dass die neue Regelung die Hälfte der Arbeitsplätze, also rund 37.000 Stellen, in der Branche sichert, die wegen des möglichen Aus auf der Kippe standen. Im vergangenen Jahr hatten die Befürchtungen, die PTC könnten auslaufen, dazu geführt, dass die Windbranche einen Boom hinlegte. 44 Prozent aller neuen installierten, stromproduzierenden Kapazitäten waren Windräder. Erdgas-Kraftwerke machten, trotz Fracking-Booms, nur etwa 30 Prozent aus.

Einen Wehrmutstropfen gibt es jedoch: Eine langfristige, verlässliche Förderpolitik sieht anders aus. Erst recht, wenn man die Lage in den USA mit deutschen Verhältnissen vergleicht. Hier garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz Investoren eine Vergütung für einen Zeitraum von 20 Jahren. In den USA werden sich die Windmüller nun erneut von Jahr zu Jahr hangeln.

Europas Solarbranche wehrt sich gegen neue Steuern

Von 20. Dezember 2012 um 07:04 Uhr

Vielleicht ist es einer dieser ungewollten Nebeneffekte der Schuldenkrise. Um jeden Preis wollen die Regierungen ihre Staatseinnahmen erhöhen. Und was liegt da näher, als die Steuern anzuheben – eben auch Energiesteuern.

Griechenland führte etwa Anfang November rückwirkend eine Steuer von bis zu 30 Prozent auf die Gewinne von Solaranlagen ein. Belgien erhebt inzwischen von Solaranlagenbesitzern eine Abgabe auf den Zugang zum Stromnetz.

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Moderiese Zara verzichtet auf Schadstoffe

Von 30. November 2012 um 08:54 Uhr
© Teresa Novotny / Greenpeace

© Teresa Novotny / Greenpeace

Das ist mal eine gute Nachricht. Das Modeunternehmen Zara, das zu der spanischen Kette Inditex gehört, hat Greenpeace zugesichert, bis zum Jahr 2020 alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien aus der Produktion zu verbannen. Bis zum Frühjahr kommenden Jahres will das Unternehmen außerdem veröffentlichen, welche Risiko-Chemikalien die Zulieferer verwenden, darunter 40 Firmen aus China – und zwar in welchen Mengen, an welchen Standorten und in welchem Jahr. Zudem sichert Zara zu, in den kommenden Jahren auf PFC zu verzichten. Diese Chemikalien machen unter anderem Textilien wasserabweisend – und gelten langfristig als gesundheitsschädlich.

Als einen “Meilenstein für saubere Textilproduktion” und eine “Transparenz-Revolution” bezeichnet Greenpeace die Entscheidung von Zara. Dass da etwas dran ist,  zeigen allein die Marktdaten von Inditex: Der Konzern ist die größte Modekette der Welt, rund 850 Millionen Tonnen Textilien verkauft der Konzern weltweit im Jahr. In Deutschland sind vor allem die Töchter Zara und Massimo Dutti bekannt. Mehr als 5.600 Filialen betreibt das Unternehmen auf der ganzen Welt. Inditex erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro.

Greenpeace legt nun Wert darauf, dass es die Konsumenten selbst waren, die den Modekonzern zum Einlenken bewegt haben. Diese wollten eben keine giftigen Chemikalien in ihrer Kleidung.

Das ist sicherlich richtig. Greenpeace hatte in Kinder-Jeans von Zara krebserregende Amine festgestellt. Zugleich betont die Organisation, dass das Tragen der Zara-Kleidung keine unmittelbar gesundheitlichen Folgen habe.

Der weit wichtigere Erfolg der internationalen Detox-Kampagne ist jedoch der Schutz der Arbeiter und der Umwelt in den Produktionsländern. Der Brand in der Textilfabrik in Bangladesch am vergangenen Wochenende hat erneut einen Einblick in die Nähstuben dieser Branche gewährt – und die teilweise katastrophalen Umstände deutlich gemacht. Gerade die Textilindustrie ist extrem wasserintensiv, sauberes Trinkwasser wird in den Herstellungsländern immer knapper. Allein in China hat ein Drittel der Bevölkerung keinen Zugang dazu. Die Textilproduktion gilt dort als einer der größten Verschmutzer der Gewässer.

Wenn die Textilwirtschaft aufgrund von Kampagnen wie nun von Greenpeace umdenkt, dann mag das wichtig für die Käufer hierzulande sein. Aber es ist ebenso ein großer Erfolg für die Umwelt und die Gesundheit der Arbeiter in Asien und anderswo. Nun müssen nur noch andere Ketten wie Benetton, Esprit und Victoria´s Secret folgen.