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Konzert

Bluesrock im Molotow

Die Black Keys verhalfen dem Genre mit knallharter Reduzierung zu neuer Bedeutung. The Delta Riggs spielen Bluesrock ähnlich energisch.

Klar, man kann versuchen, das Rad neu zu erfinden. Aber mal ehrlich: Ist es nicht cooler, mit einem Sixties-Straßenkreuzer vorzufahren als in einem aerodynamischen Elektro-Auto? Wer jetzt die Nase rümpft, braucht es mit The Delta Riggs vermutlich gar nicht erst zu versuchen. Deren Sound schöpft aus demselben Bluesrock-Brunnen wie The Black Keys oder The Jon Spencer Blues Explosion, mit einer Extraportion Stones-Sleaziness als nicht sehr gut versteckter Geheimzutat. Die fünfköpfige Band wirkt beizeiten wie eine geschmackssichere Version der ebenfalls aus Melbourne stammenden Garagenrocker Jet, mit mehr musikalischem Geschichtsbewusstsein, aber einem ähnlichen Gespür für Hooks. Im Molotow Exil gibt es einen Vorgeschmack auf das im Frühjahr erscheinende zweite Album Dipz Zebazioz – der Sound hat zwar etwas von einem Oldtimer, aber: scheckheftgepflegt und mit vielen PS unter der Haube.

Text: Michael Weiland