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„Ein Papagei im Eiscafé“

 

Treffpunkt Barbier: Ines Thomsen hat eine berührende Doku über Migranten in Barcelona gedreht. Die kann man jetzt im Kino 3001 sehen.

„Ich möchte zurück zu meiner Familie. Sonst, wenn deine Kinder groß werden und dann mit 17 oder 18 Mist bauen, wird es deine Schuld sein. Und sie werden dir sagen, dass du sie im Stich gelassen hast, als sie klein waren. Und deine Frau wird dir das auch sagen“, so der Barbier aus Marokko in seinem Friseursalon in Barcelonas Migrantenviertel El Raval.

Die Salons des verrufenen Viertels sind wie Parallelgesellschaften, die durch Migranten aus aller Welt geprägt werden. Barbiere und Friseure liegen Tür an Tür. Jeder hat eine andere Nationalität – und untereinander gibt es kaum Kontakt. Jeder Salon ist wie ein Stück Heimat und der Barbier nicht nur Verschönerer, sondern auch Seelsorger. Sie sind Menschen, die in der Fremde ihr Wohlergehen suchen, während die Spanier selbst reihenweise das Land verlassen.

Filmemacherin Ines Thomsen ist mit geradezu unsichtbarer Kamera behutsam in diese Parallelwelt eingedrungen und hat daraus – verantwortlich für Buch, Regie und Kamera – die Dokumentation Ein Papagei im Eiscafé gemacht. Der hochgelobte Film nahm bereits an mehreren Festivals in Spanien und Deutschland teil und gewann mehrere Preise. Jetzt können auch wir die von der FF Hamburg Schleswig-Holstein geförderte Doku im Kino 3001 sehen.

Text: Andra Wöllert

Ein Papagei im Eiscafé Trailer deutsch from filmtank on Vimeo.