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Affordable Art Fair

Gewagt und sperrig

 

Auf der Affordable Art Fair handeln in Hamburg Galeristen aus aller Welt. Die Messe bietet aber auch Platz für junge, norddeutsche Künstler mit ungewöhnlicheren Werken.

Es ist wieder Kunstmessezeit in Hamburg: Die Affordable Art Fair (AAF) lädt nun bereits im dritten Jahr in die Messehallen ein. Sie ist nicht nur Marktplatz für international renommierte Galerien, sondern bietet auch jungen, unbekannten Künstlern aus Norddeutschland eine Plattform. Mit der Emerging Artist Exhibition hat sich für sie eine nicht kommerzielle Ausstellung etabliert. Was es damit genau auf sich hat, darüber habe ich mich mit der Messemanagerin Judith Waldmann unterhalten. 

Judith Waldmann
Judith Waldmann, Kuratorin der Emerging Artist Exhibition und Messemanagerin der Affordable Art Fair. Foto: Kathrin Brunnhofer

Judith Waldmann arbeitet bereits seit der Hamburger Erstausgabe für die AAF. Das Messeformat wurde vor rund 15 Jahren in England gegründet und wird inzwischen in knapp ebenso vielen Ländern vertreten. Waldmann akquiriert und betreut in der Hansestadt vor allem Galerien und Sponsoren. Und sie entwickelt neue Marketingstrategien. Ihr liebstes Kind jedoch sei die Emerging Artists Exhibition, die sie organisiere und kuratiere, sagt sie. Junge, zukunftsweisende Newcomer lägen ihr als Kunsthistorikerin besonders am Herzen. In diesem Jahr hat sich Judith Waldmann dafür entschieden, Jana Schumacher, Mika Neu und Verena Schöttmer mit einer Auswahl ihrer Arbeiten zu zeigen.

Mika Neu: Grundmaterial-1, 2010, 21x21cm, Multiple 1 von100, Pigmentiertes Silikon, Glas, Plexiglas (Foto: Mika Neu)
Mika Neu: Grundmaterial-1, 2010, 21x21cm, Multiple 1 von100, Pigmentiertes Silikon, Glas, Plexiglas (Foto: Mika Neu)

"Der Emerging-Artists-Bereich erregt immer viel Aufmerksamkeit, da er sich in der Präsentationsform von den Ständen der Galerien unterscheidet", sagt Judith Waldmann. Er biete den Raum, gewagtere und vielleicht auch sperrigere Positionen zeigen zu können. Finanzielle Interessen Dritter gibt es nicht, einzig die Künstler profitieren von möglichen Verkäufen: Die Umsätze der Sonderausstellung gehen zu hundert Prozent an sie.

Verena Schöttmer: Sunset-Strip, 2012, Keramik mit Platinlasur, Samt, diverse Stoffe (Foto: Verena Schöttmer)
Verena Schöttmer: Sunset-Strip, 2012, Keramik mit Platinlasur, Samt, diverse Stoffe (Foto: Verena Schöttmer)

Das Format komme an der Elbe außergewöhnlich gut an, sagt Kuratorin Waldmann: "In Hamburg besteht ein großes Interesse daran, Künstler zu unterstützen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen." Vermutlich ist genau das der größte Gewinn, den die jungen Talente durch die Teilnahme haben: eine große Sichtbarkeit bei Sammlern und Kunstinteressierten, die sie im Idealfall auch in der Folge begleiten. Aber auch ausstellende Galerien werden aufmerksam. "Tatsächlich haben auch einige der Künstler, die ich in den ersten beiden Jahren ausgestellt habe, auf diesem Weg eine Galerie gefunden," sagt Waldmann.

Jana Schumacher: Installationsansicht "Fragments of Night and Day", 2014. (Foto: Jana Schumacher)
Jana Schumacher: Installationsansicht "Fragments of Night and Day", 2014. (Foto: Jana Schumacher)

Bewerben kann man sich als Künstler für die Affordanle Art Fair nicht: Judith Waldmann, die schon vor ihrer Zeit als Messemanagerin aufmerksame Begleiterin der Hamburger Kunstszene war, findet ihre Talente selbst und spricht sie an — bei Ausstellungseröffnungen oder bei Rundgängen durch die Hochschule für bildende Künste (HfBK). "Oft bekomme ich auch Empfehlungen. In diesem Jahr hat mich eine der teilnehmenden Künstlerinnen auf eine weitere sehr spannende Position aufmerksam gemacht, die nun ebenfalls Teil des diesjährigen Trios ist", sagt sie.

Zur Emerging Artist Exhibition mit Jana Schumacher, Mika Neu und Verena Schöttmer erscheint ein begleitender Katalog mit Texten von Belinda Grace Gardner, Merle Radtke und Constanze Hager. Er ermöglicht einen tieferen Einblick in die Arbeit der Künstler. Der Katalog ist auf der Messe erhältlich und kann per E-Mail bestellt werden (limitierte Auflage): anfragen@affordableartfair.de
Affordable Art Fair 2014

13. - 16. November
Hamburg Messe u. Congress GmbH Halle A3 (Eingang Lagerstraße Tor A3)

 

1 Kommentar


  1. Die Affordable Art Fair in Hamburg ist eine gute, hanseatische Gelegenheit zum Flirten!
    Also liebe HH-Single-Frauen: Gut anziehen, Schuhfarbe=Taschenfarbe=Gürtelfarbe, lächeln(!) und dann Augen auf beim Kunstkauf… :-)
    Und liebe HH-Single-Männer: Auch gut anziehen, Schuhe putzen, auch lächeln(!) und sich von der Muse küssen lassen… :-)
    Und nicht vergessen: Die Kunst auf dieser Fair kann man(n)/frau kaufen, die Chance für eine Liebe ist unbezahlbar.
    Die Affordable Art Fair ist eine großartige Bereicherung für die Kunstszene in Hamburg und die Verantwortlichen machen eine sehr anständigen Job.