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Drogeriemarkt

Budni in Gefahr

 

Die Drogeriekette Rossmann will Budnikowsky übernehmen. Das Hamburger Unternehmen sagt Nein. Die richtige Entscheidung?

Mal schnell zu Budni. In Hamburg ist dieser Satz längst ein Synonym für: Windeln, Duschgel oder Wimperntusche kaufen, gleich um die Ecke. Und man möchte nicht nur Budni, sondern auch der Stadt wünschen, dass das so bleibt.

Das Geschäft wird schwieriger: Seit Jahren liefert sich Budnikowsky mit Rossmann und dm einen harten Kampf um Preise und Filialen. Noch hat das Familienunternehmen in Hamburg die Vorherrschaft. Noch.

Vergangene Woche verkündete Wettbewerber Dirk Rossmann, dass er Budni gerne übernehmen würde. Worauf Budni-Chef Cord Wöhlke antwortete, dass er absolut nicht vorhabe zu verkaufen. Die beiden Männer kennen sich seit Langem. Die Sache ist eine Art Ritual, das irgendwann ernst werden könnte: Budni ist der Kleinste unter den Großen. Rossmann und dm machen international Milliardenumsätze, Budni kommt lediglich auf rund 400 Millionen.

Gegen die Einkaufsmacht der Konzerne hat es Budni damit schwer. Das schlägt sich in höheren Preisen und geringeren Margen nieder. Zuletzt schrieb Budni Verluste, auch weil die Wöhlkes viel Geld in ihre Eigenmarke gesteckt haben.

Aber Budni kämpft – und das ist gut. Die Marke ist seit mehr als 100 Jahren Teil der Hamburger Identität: Wo sonst bekommt man Honig mit Köhlbrandbrückendesign und spendet damit für soziale Projekte? Hamburger Start-ups wie Viva con Agua sind groß geworden, weil Budni sie ins Sortiment nahm. Und auch in den Romanen von Ildikó von Kürthy hat Budni seinen Platz.

Alles nur Folklore? Das mag sein. Am Ende entscheiden die Hamburger Verbraucher, ob ihnen das Budni-Gefühl ein paar Cent mehr wert ist. Aber vielleicht hilft dabei ein Spaziergang im Reiherstiegviertel. Dort hatte am Wochenende ein Unbekannter an die Scheibe der Budni-Filiale gepinselt: "Heimatliebe ist unbezahlbar."

Nachtrag 15.4.2016: Die Aufschrift "Heimatliebe ist unbezahlbar" stammt von Budni-Mitarbeitern, die ein Zeichen setzen wollten.

 

 

10 Kommentare

  1.   Kasha Rubini

    Nee, bleibt bitte selbstständig.
    Wenn ich bei Rossman kaufen will, gehe ich in seine Filialen.

    Das kommt selten vor.

  2.   pille62

    ……… mal ehrlich?! Budni wird es auf Dauer schwer haben gegen Rossmann und DM zu bestehen.
    Zum einen ist da die internationale Aufstellung von Rossmann und DM, zum anderen die viel größere Einkaufsmacht plus mehr Möglichkeiten beim Rennen um aktraktive Standorte.
    Der Größte Nachteil ist aber aus meiner Sicht die Regionalität von Budni.
    Um sich wenigstens in Deutschland breiter zu machen, befürchte ich ist der Zug abgefahren und das hat auch mit geringerer Finazpower zu tun. Wenn es um den Preis beim Einkauf geht, kennt der Deutsche und auch der Hamburger kein erbarmen!

  3.   Kamaro

    Wir Verbraucher haben es in der Hand.

  4.   HH1960

    Echte Hamburger gehen bei Budni einkaufen und haben ihr Konto bei der HASPA. Budni nicht mehr Budni? Undenkbar!

  5.   Schnorg der Grosse

    Waaaaas? Leute, kauft N U R bei Budnikowsky! Das ist Hamburg, das ist toll, hier könnt Ihr gewinnen, neue Runde, neues Glück!

  6.   Rebecca

    „Dort hatte am Wochenende ein Unbekannter an die Scheibe der Budni-Filiale gepinselt: „Heimatliebe ist unbezahlbar.““

    … Das ist eine Marketing-Aktion und steht gerade an allen Budni-Filialen.

  7.   SaureGurkenZeit

    Um gegen die anderen großen bestehen zu können, ist eine massive Expansionsstrategie seitens Budni, so wie sie in HH seit einigen Jahren zu beobachten ist, wahrscheinlich alternativlos. Der eigentliche Markenkern, die „regionale Alternative“ neben den großen Ketten zu sein, verschwimmt für mich aus Endverbrauchersicht dadurch aber. Während ich Budni früher tatsächlich als den „kleinen, freundlichen, lokalen Laden um die Ecke“ wahrgenommen habe, erscheint mir Budni neben den Wettbewerbern inzwischen als austauschbar. Budni macht sich überall breit, so wie alle anderen großen Filialisten auch. Teilweise liegen die Filialen nur wenige hundert Meter auseinander, bei Belegung immer größerer Flächen. Vor diesem Hintergrund wirkt die Regionalität im Sortiment nur noch aufgesetzt. Die Ecke mit den Hamburg-Devotionalien (Becher, Regenschirme,…) wirkt wie ein Pflichtprogramm zur Rechtfertigung des Markenkerns „Regionalität“. In meinen Augen verliert Budni seit einigen Jahren massiv an Authentizität und somit sein Alleinstellungsmerkmal. Ich fühle mich der Marke Budni nicht mehr so recht verbunden.

  8.   ost1962

    Noch eine Hamburger Marke die verschwinden soll?
    Max Bahr, 1000 Töpfe, Kruizenga
    Leider schade aber so ist es mit dem Lauf der Zeiten.
    Fragt eure Kids doch mal nach Neckermann, Quelle, Hertie oder Horten;
    die fragen doch höchstens, ob da einer ein Huuhhh hört.

  9.   KlausHH

    Budni hatte lange Zeit die Eigenmarken von dm im Sortiment. Diese waren anerkannt gut und beliebt (Balea von dm steht auf dem Markenranking fast an gleicher Stelle mit Nivea). Die neuen Budni-Marken sind subjektiv betrachtet von unterschiedlicher Qualität, objektiv kann keine Aussage getroffen werden, da die bundesweiten Testorganisation sie noch nicht getestet haben. Warum also auf Balea und Co. verzichten, wenn es das nebenan noch gibt?

    Viele Neubürger kennen Budni auch gar nicht, sondern nur dm oder Rossmann aus der Heimat. Wie soll man die in die Läden bekommen?

    Außerdem ist Budni bei Markenprodukten teilweise teuer als die Konkurrenz und das ist in Deutschland immer der Untergang bei diesem centgeilem Volk…

  10.   HAMBURGER

    Die Probleme sind dich schon lange sichtbar…
    Die Meldungen über die schlechte Mitarbeiter-Behandlung stimmen und mal ehrlich – jeden Tag gutes tun – das ist auch nur eine Marketing-Strategie.
    Zuerst wird auch dort an sich gedacht !
    Kauft dort , wo es günstig ist – das ist Wettbewerb.

    Die Mitleidstummer von der „Budni-Familie“ – echt peinlich !

    Hochmut kommt vor dem Fall!