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Der Abstieg wäre nicht unverdient

 

Drei Spiele bleiben noch, um den HSV-Abstieg zu verhindern. Dass der Verein so weit unten steht, ist auch eine Frage des Charakters dieser Mannschaft.

Ich bin sprachlos. Mal wieder. Nicht, weil der HSV eines der wichtigsten Spiele der Saison verloren hat. Das ist schmerzhaft, kann aber passieren. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie diese Mannschaft sich gegen den FC Augsburg präsentiert hat, die mich ratlos zurücklässt. Über 90 Minuten ließ der HSV es an allem vermissen, was man von einer Mannschaft im Abstiegskampf erwarten darf und muss: Kampfbereitschaft, Leidenschaft, Wille.

Ich werde oft gefragt, ob ich tatsächlich glaube, dass der HSV den Klassenerhalt schafft. Bis vor wenigen Tagen habe ich diese Frage ohne zu zögern mit Ja beantwortet. Dann kam die Heimniederlage gegen Darmstadt und nun die 0:4-Klatsche gegen Augsburg. Und plötzlich bin ich mir da gar nicht mehr so sicher.

Wenn der HSV tatsächlich absteigen sollte, dann aber nicht, weil der Kader nicht die nötige Qualität besitzt. Dass diese Mannschaft durchaus in der Lage ist, Fußball zu spielen, hat sie in der Rückrunde bereits mehrmals bewiesen. Wenn der HSV am Ende der Saison tatsächlich absteigen sollte, dann auch, weil es dieser Mannschaft an Charakter und Ehre fehlt.

Drei Spiele bleiben dem HSV nun noch, um den Abstieg ein weiteres Mal abzuwenden. Und ich hoffe natürlich, dass es ihm gelingt. Aber wenn der HSV tatsächlich absteigen sollte, kann spätestens nach dem Spiel gegen Augsburg keiner mehr behaupten, er hätte es nicht verdient.

32 Kommentare

  1.   Unterlinner

    „Wenn der HSV am Ende der Saison tatsächlich absteigen sollte, dann auch, weil es dieser Mannschaft an Charakter und Ehre fehlt.“

    Nicht der Mannschaft, sondern dem Verein. Und solange der große Mäzen im Hintergrund seine Fäden zieht, wird sich daran auch nichts ändern.

  2.   Wildbader

    Angesichts des diesjährigen Abstiegskampfes möchte ich kein Wettbüro besitzen. Denn da wird es noch Überraschungen geben! Darmstadt ging in die Saison mit dem Motto:“wir haben keine Chance, aber wir nutzen sie“, befindet sich seit einiger Zeit auf Abschiedstour, mit dem Ziel, erhobenen Hauptes zu gehen und spielt dementsprechend locker, und damit erfolgreich auf. Weg sind die noch lange nicht.
    Augsburg und Ingolstadt haben realisiert, dass sie im Abstiegskampf sind, das akzeptiert und kämpfen entsprechend.
    Diese Erkenntnis ist bei anderen noch nicht angekommen, die sich möglicherweise noch wundern werden.
    Und beim HSV fürchte ich, die verlassen sich zu sehr auf Ihre Erfahrungen der letzten Jahre in der Relegation, was aber auch schlecht ausgehen kann.

  3.   Guido3

    Es gibt ja immer noch viele, die glauben, das ein Abstieg in die 2. Liga beim HSV eine heilsame Kompletterneuerung auslösen würde. Diese liegen aber gleich doppelt falsch.

    1. Die Kompletterneuerung gab es in den letzten 3 Jahren schon. Von 29 Spielern im Profiteam sind gerade mal 3 länger als 3 Jahre beim HSV. Die komplette Manschafft wurde in den letzten 3 Jahren schon ausgetauscht. Der Trainer auch (mehrfach). Sportdirektor. Vorstand usw. auch. Was will man denn noch erneuern?

    2. Der HSV nimmt seinen gewaltigen Schuldenberg mit in die 2. Liga und muss diesen dann mit der deutlich niedrigeren Einnahmebasis der 2. Liga gegenfinanzieren. Sofern der HSV überhaupt die Lizenz bekommt, wird er nicht der Topkandidat für einen Wiederaufstieg sein. Es kann gut sein, dass der HSV in der Insolvenz endet. Mit dem HSV Handball hat man im eigenen Verein das passende „Vorbild“ in der jüngeren Vereinsgeschichte: Insolvenz, Lizenzentzug, Auflösung. Statat Bundesliga spielt der HSV Handball heute in der 3. Liga.

  4.   Tsme

    „Über 90 Minuten ließ der HSV es an allem vermissen, was man von einer Mannschaft im Abstiegskampf erwarten darf und muss: Kampfbereitschaft, Leidenschaft, Wille.“

    Wie so was aussieht und aussehen muss ist beim FC St Pauli zu besichtigen.

  5.   Tsme

    „Über 90 Minuten ließ der HSV es an allem vermissen, was man von einer Mannschaft im Abstiegskampf erwarten darf und muss: Kampfbereitschaft, Leidenschaft, Wille.“

    Wie Kampfgeist und absoluter Wille die Klasse zu halten aussieht können sich Spieler ja mal am Millerntor ansehen .

  6.   adam-lilienthal@web.de

    Charakter & Ehre? Blut und Ehre? Woher stammt die Wortwahl?

  7.   Grundkurs

    Aus einem „Es fällt schwer, nicht abzuheben“ im Februar wird nun wieder ein „Der Abstieg wäre nicht unverdient“, so schnell kanns gehen im Fußball.

  8.   McBudaTea

    Der HSV will halt unbedingt die Einnahmen und die Medienpräsenz aus den Religationsspiele haben

  9.   Piepegal

    @ Guido3

    Vielleicht meint man mit „Kompletterneuerung“ nicht in erster Linie neue Spieler, sondern eine neue Vereinsführung.

    Glauben Sie einem Fan des FC Köln, der durch ein tiefes Tal geschritten ist, dass dies nicht das Ende sein muss.

  10.   graefin

    Das chnesische Zeichen für Krise hat auch noch eine zweite Bedeutung: “ Chance “ !
    Ich sehe den Abstieg als Chance einmal neu zu beginnen.
    Herr Bruchhagen, Herr Todt, Herr Gisdoll und vor allem Herr Kühne sind jetzt, nach dem Abstieg gefragt.
    Alles muss hinterfragt werden, auch das gesamte Personal nicht nur die 1. Mannschaft und alle Verträge mit Partnern, Sponsoren und so weiter. Das kann eine Wieder/Neu geburt werden, die hält für die nächsten 50 Jahre.
    Herr Kühne sollte eine gemeinnützige Stiftung gründen.
    Einziger Zweck: zum Wohle des HSV. Ich bin da guter Dinge.