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St. Maximilian-Kolbe-Kirche

Ein Stück modernes Wilhemsburg bleibt erhalten

 

Die St. Maximilian-Kolbe-Kirche ist ein bedeutendes Hamburger Baudenkmal, das wegen hoher Sanierungskosten abgerissen werden sollte. Doch nun ist die Kirche gerettet.

Von Isabella David & Dominik Brück

"Klorolle" nennen die Wilhelmsburger liebevoll ihre St. Maximilian-Kolbe-Kirche. Das denkmalgeschützte Bauwerk, ein beeindruckendes Beispiel moderner Kirchenarchitektur, sollte abgerissen werden: Die Sanierungskosten seien zu hoch, hieß es im Erzbistum Hamburg. Doch nach heftigen Protesten aus dem Stadtteil fällt der Abriss nun aus. Das Erzbistum, das Denkmalschutzamt Hamburg und die Malteser Norddeutschland hatten in den vergangenen Monaten gemeinsam Möglichkeiten der Sanierung, des Erhalts und der zukünftigen Nutzung der St. Maximilian-Kolbe-Kirche in Hamburg-Wilhelmsburg beraten und entwickelt. Jetzt ist eine Lösung für die Rettung der Kirche gefunden.

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Die katholische St. Maximilian-Kolbe-Kirche in Hamburg-Wilhelmsburg | © Jakob Börner

Kultursenatorin Barbara Kisseler zeigt sich begeistert von dem Ergebnis der Verhandlungen. "Wir stehen hier nun vor einem Neuanfang. Vor einem Dreivierteljahr sah es noch so aus, als müsste hier ein eindrucksvolles Stück Hamburger Bau- und Kulturgeschichte weichen", sagt Kisseler bei einer Pressekonferenz am Montag.

"Der Bau von 1974 ist eines der bedeutendsten Denkmäler der Stadt", so Kisseler weiter. Besonders sei nicht nur, dass man die St. Maximilian-Kolbe-Kirche schon vom Weiten an ihrer Spiralform erkenne. Vielmehr sei sie auch ein sozialer Anker für das Quartier. Dies habe sich auch in den Protesten für den Erhalt des Bauwerks gezeigt.

Besonders erfreut gab sich die Kultursenatorin über die Art der Diskussion über den Erhalt der Kirche, bei der Eigentümer und Nutzer sich auf eine offene Debatte eingelassen hätten. "Das hier ist ein gutes Beispiel dafür, was ein konstruktiver Denkmaldialog erreichen kann. Das ist quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk", betont Kisseler.

Der Bund stellt mit 400.000 Euro den größten Baustein zur Finanzierung der Sanierung bereit. "Die Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU) haben sich für die Bundesmittel eingesetzt", erläutert Kisseler. Mit 250.000 Euro beteiligt sich die Stadt selbst am Erhalt des Denkmals, weitere 50.000 Euro kommen von der Stiftung für Denkmalpflege und 100.000 Euro vom Erzbistum Hamburg.

Zuletzt fehlten noch 100.000 Euro, die jetzt aus einer zweckgebundenen Erbschaft des Denkmalschutzamtes finanziert werden. "Der Erfolg hat viele Väter", sagt SPD-Bezirksabgeordneter Klaus Lübke. Auch die SPD-Bezirksfraktion habe eine wichtige Rolle bei den Verhandlungen für den Erhalt gespielt. Die St. Maximilian-Kolbe-Kirche sei eine der schönsten Kirchen der Nachkriegszeit und deshalb besonders erhaltenswert, betont Lübke.

Baubehörde stellt Erweiterung der Baugrenzen in Aussicht

"Wir hatten nicht erwartet, dass sich aus der Mitte des Stadtteils ein solcher Widerstand entwickeln würde", sagt Georg Bergner, Geistlicher Rat des Erzbistums Hamburg. Letztlich habe es sich aber gelohnt, den langen Weg zu gehen. "Es war ein Impuls aus der Mitte Wilhelmsburgs, der letztlich die Türen für das neue Nutzungskonzept geöffnet hat", sagt Andreas Kellner, Leiter des Denkmalschutzamts.

Ursprünglich sollte die Kirche abgerissen werden, um das benachbarte Pflegeheim zu erweitern. Nun soll das alte Pflegeheim saniert werden und ein Erweiterungsbau für betreutes Wohnen auf einem anderen Grundstücksteil entstehen – ohne die Kirche abzureißen. Möglich wird dies, da die Baubehörde eine Erweiterung der Baugrenzen in Aussicht gestellt hat.

"Jetzt können wir Malteser in die Detailplanung gehen und auch unsere sozialen Angebote in die Kirche einbringen", sagt Klaus Deitmaring, Geschäftsführer der Malteser Norddeutschland. Die Kirche soll nicht nur Kapelle, sondern ein Ort der Begegnung für die Bewohner des Stadtteils sein, so Deitmaring. Die Malteser wollen selbst zusätzliche 1,5 Millionen Euro in den Umbau investieren.

Ein Detailkonzept soll im Frühjahr 2015 präsentiert werden. Einen Termin für den Beginn der Sanierung gibt es noch nicht. Die Weihnachtsgottesdienste sollen in jedem Fall noch in der St. Maximilian-Kolbe Kirche stattfinden.

3 Kommentare


  1. Denkmalschutz in Frage gestellt !?

    Also ich war immer der Meinung daß was unter Denkmalschutz steht kann man nicht einfach Moderdernisieren geschweige denn Abreißen? Aber davon mal abgesehen ,hat die Kirche b.z.w Vatikan denn wirklich nicht die nötigen Mittel ein Denkmalgeschütztes Gebäude dessen ihres ist auf dem nötigen Stand zu halten.So Arm ist die Kirche wohl wirklich nicht .Ich finde es eine Frescheit sondermasen nochmalig sich auf öffentliches Geld zu verlassen.Aber nehmen ist halt seeliger wie Geben.Wenn man mit der Italienichen Mafia zusammen arbeitet (Geldwäche) oder ähnliches,wie auch schon in der vergangenheit zweifelhafte Entscheidungen zugunsten der Katholichen Kirche verabschiedet oder Propleme abgearbeitet wurden !
    Freidenker

  2.   uhu_13

    Damit ist die Gesamtwirtschaftlichkeit des Umbaus gegeben. Den Denkmalmehraufwand traegt z.T. das Amt – damit ist endlich mal dass erreicht, was der Normalfall sein sollte. Das man darueber schreiben muss, bezeichnet den Verkorksten Zustand von D.


  3. Nicht alles, was irgendwie etwas älter und von ungewöhnlicher Gestalt ist, muss auch erhalten werden.

    Ich sehe nicht, was so großartig an der Max.-Kolbe-Kirche sein soll?
    Ich war zwar noch nie drin, möglicherweise ist der Gebäudekomplex innen besser gestaltet.

    Aber von außen sehe ich nur eine graue, bemüht-künstlerische Betonspirale, die, das muss man tatsächlich zugeben, einer aufgeschnittenen Klorolle ziemlich ähnelt.

    Wer weiss, vielleicht erschließt sich mir nicht der ,,künstlerische, metaphysische Wert“, vielleicht liegt es an meiner Ansicht, dass heute zu viel zu schnell Kunst genannt wird…

    Wie gesagt, nicht alles muss zwangsläufig erhalten werden, weil es etwas älter ist.