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Ein wichtiger Anruf

 

Normalerweise zieht sein Vater unseren Autoren gerne mit HSV-Niederlagen auf. Der Anruf an diesem Samstag brachte jedoch unverhoffte Freude.

Eine gute halbe Stunde nach dem Abpfiff klingelte mein Handy. Das Display zeigte die Nummer meines Vaters an. Er bezeichnet sich zwar auch als HSV-Fan, aber jedes Mal, wenn sie verlieren, bereitet es ihm eine unglaubliche Freude, mich damit aufzuziehen. Deshalb zögerte ich zunächst auch, schließlich hatte der HSV gerade auf die so ziemlich bitterste Art und Weise mit 1:2 verloren.

Nachdem das Handy eine gefühlt Ewigkeit vor sich hin vibriert hatte, ging ich dann aber doch ran. Zum Glück, wie sich kurz später herausstellen sollte.

"Unglaublich, wie der Linienrichter das gesehen hat, oder?", fragte mein Vater. Ich hatte absolut keine Ahnung, was er von mir wollte. Der HSV hatte sich gerade den Relegationsplatz "gesichert" und mein Vater verlangte von mir, dass ich irgendeine Linienrichter-Entscheidung bewerte? "Was meinst du?", fragte ich höflich nach. "Die Ecke zum 2:1. Wie hat der Linienrichter das bitte gesehen?" Langsam wurde ich ungeduldig. "Wie hat er was gesehen?" "Dass der Ball im Aus war."

Erst jetzt bemerkten wir beide, dass wir nicht auf dem gleichen Stand waren. Dass der Ball beim Eckstoß die Torauslinie überquert hatte, war mir nämlich entgangen. Nachdem Schalke in der Nachspielzeit den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer erzielt hatte, hatte ich den Laptop wutentbrannt zugeklappt und jeglichen Kontakt zur Außenwelt vermieden. Meine Gedanken kreisten schon um die möglichen Relegationsgegner, doch plötzlich war auch der direkte Klassenerhalt wieder drin.

Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag ist recht simpel: Gewinnt der HSV das sogenannte Finale gegen den auf Platz 15 liegenden VfL Wolfsburg, bleibt er in der ersten Liga. Gewinnt er nicht, muss er in die Relegation. Zum dritten Mal in vier Jahren. Einen Heimsieg gegen Wolfsburg traue ich dieser Mannschaft durchaus zu – zumindest mehr als eine erfolgreiche Relegation gegen einen bis in die Haarspitzen motivierten Zweitligisten – egal, ob dieser nun aus Braunschweig, Hannover oder Stuttgart kommt.

3 Kommentare

  1.   SprintGT

    Und wenn es doch schiefgeht, einfach darauf hoffen, dass Braunschweig so weitermacht, wie gegen Bielefeld.

  2.   SprintGT

    Gegen Wolfsburg gewinnen ist einfach: Ein Tor schießen und dann mit „alle Mann“ Gomez abschirmen und warten, bis der Schiri abpfeift.
    Kann gar nicht schiefgehen.

  3.   Waggeldaggel

    Ich traue denen auch einen Heimsieg gegen Darmstadt zu, mein Lieber…