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FC St. Pauli

Viel Glanz und eine traurige Wanderdüne

 

Der FC St. Pauli setzt seine Erfolgsserie fort und gewinnt 1:0 gegen Heidenheim. Nur ein Spieler scheint noch in der vergangenen Saison festzuhängen: Stürmer John Verhoek.

Drei Konter, drei Treffer – das letzte Heimspiel gegen den FC Heidenheim war grauenvoll. Die Mannschaft von der Schwäbischen Alb, damals noch Aufsteiger aus der 3. Liga, überforderte die Boys in Brown mit seiner überfallartigen Spielweise. Fast ein Jahr ist das nun her, diese Begegnung aber hat ihre Spuren hinterlassen. Am frühen Mittwochabend hatte der FC St. Pauli wieder die Heidenheimer zu Gast und man merkte der Heimmannschaft an, wie sehr sie darauf bedacht war, sich nicht wieder auskontern zu lassen. Bloß nicht mit viel Hurra nach vorne kombinieren und dann hinten blank stehen.

FC St. Pauli: Viel Glanz und eine traurige Wanderdüne
Anna feiert den Heimsieg gegen Heidenheim. Foto: Erik Hauth

Das richtige Gleichgewicht zwischen Abwehr und Angriff halten, mit dieser Aufgabe sind seit Saisonbeginn Marc Rzatkowski und Christopher Buchtmann Enis Alushi im zentralen defensiven Mittelfeld und Sebastian Maier und Waldemar Sobota im offensiven beauftragt. Bislang erfüllen sie diese hervorragend. Gerade Rzatkowski strahlt derzeit eine Dualität aus, die begeistert: Er paart Zweikampfstärke mit blitzschneller Kombinationsgabe. Seine Kollegen Sobota, Alushi (als sein Ersatz Buchtmann) und Sebastian Maier strahlen in dieser Reihenfolge mit ihm um die Wette. Auch Jeremy Dudziak, der Neuzugang aus Dortmund, fügt sich bestens ein, das zeigte er auch nach seiner Einwechslung gegen Heidenheim wieder.

Die ersten 17 Minuten kombinierten die Spieler des FC St. Pauli beinahe nach Belieben. Das Stadion war ungewöhnlich ruhig, so als wären alle erstaunt. Die Heidenheimer zumindest waren es auf jeden Fall. Nicht in dieses Bild passte an diesem Abend lediglich wieder ein Spieler des FC St. Pauli: John Verhoek. Während um ihn seine Mitspieler wirbeln, erlebt er gerade einen gebrauchten Tag nach dem nächsten. Der Niederländer ist der einzige St. Paulianer, der tief im Sumpf der vergangenen Saison stecken geblieben ist.

Der seit Monaten glücklose Mittelstürmer hatte von Ewald Lienen den Vorzug vor Lennart Thy bekommen, sicher in der Hoffnung, dass das famose Mittelfeld ihn schon mit den nötigen Pässen und Vorlagen füttern würde, die ein Spieler wie er braucht. Die kamen auch. Ein ums andere Mal spielten Maier, Rzatkowski, Buchtmann, Dudziak oder Sobota von hinten heraus steil auf Verhoek. Aber: Beinahe jedes Mal scheiterte der wuchtige Niederländer bereits bei der Ballannahme, entweder er legte sich das Spielgerät zu weit vor oder gleich dem Gegner in den Lauf.

Bei seiner größten Chance, den Torfluch zu begraben, kontrollierte John Verhoek den Ball eher aus Versehen. Eine verunglückte Abwehr im Heidenheimer Fünfmeterraum sprang ihm an die Brust und von dort an den Außenpfosten.

Es ist ein gutes Zeichen, dass die in den vergangenen Wochen immer selbstbewusster gewordene Mannschaft ihren Kollegen nicht hängen ließ. Immer wieder versuchte sie, ihn gegen Heidenheim in Szene zu setzen. Immer wieder scheiterte er. Selbst, als die Mittelfeldspieler ihn später bewusst nicht mehr anzuspielen schienen, erkannte meine Nebensteherin Anna darin eine gewisse Fürsorge.

Als Verhoek dann Mitte der zweiten Halbzeit ausgewechselt wurde, trabte er traurig vom Platz. Ich klatsche ihm dennoch Beifall. Es ist die undankbarste Aufgabe, derjenige zu sein, der bei all dem Glanz, der die Mannschaft St. Paulis im Moment umgibt, für den Schatten sorgt. Da Lennart Thy es anschließend auch nicht besser machte, kann ich hoffen, dass John Verhoek noch die eine oder andere Chance erhält, seine Krise zu bewältigen.

Es sei schließlich nicht das erste Mal, versicherte mir Anna nach dem Abpfiff, dass St. Pauli einen Spieler hege und pflege, dessen Reaktionsschnelligkeit an eine Wanderdüne erinnere.

P.S. Das Tor zum 1:0-Erfolg von Sebastian Maier in der 34. Minute war wunderschön. In robbenscher Manier streifte er solange an der Strafraumgrenze entlang, bis er eine Lücke fand, um dann mit einem satten Schuss in die gegenüberliegende linke Torecke zu vollenden. Das fünfte Fernschusstor des FC St. Pauli in dieser Saison. Ein Beleg dafür, wie gut die Mannschaft ihr derzeitiges Sturmproblem kompensiert.

5 Kommentare

  1.   Klaus Lachshammer

    Es ist schon erstaunlich, wie viele Fehler sich hier eingeschlichen haben und es darf die Fußballfachkompetenz des Autors ernsthaft bezweifelt werden.

    „Das richtige Gleichgewicht zwischen Abwehr und Angriff halten, mit dieser Aufgabe sind seit Saisonbeginn Marc Rzatkowski und Christopher Buchtmann im zentralen Mittelfeld und Sebastian Maier und Waldemar Sobota auf den Außenbahnen beauftragt.“

    Sebastian Maier hat die letzten Spiele im zentralen OM gespielt und im DZM überzeugten Rzatkowski und Alushi, nicht Rzatkowski und Buchtmann. Buchtmann war in den ersten Spielen nicht einmal im Kader.

    „Der seit Monaten glücklose Mittelstürmer hatte von Ewald Lienen den Vorzug vor Lennart Thy bekommen, sicher in der Hoffnung, dass das famose Mittelfeld ihn schon mit den nötigen Pässen und Vorlagen füttern würde, die ein Spieler wie er braucht. Die kamen auch. Ein ums andere Mal spielten Maier, Rzatkowski, Buchtmann, Dudziak oder Sobota von hinten heraus steil auf Verhoek. “

    Ich stimme zwar vollkommen zu, dass das (wieder einmal) ein sehr dürftiger Auftritt Verhoeks war, nur wurde er mitnichten „ein ums andere Mal“ mit Zauberpässen gefüttert, ganz im Gegenteil, es wirkte vielmehr so, als sei sich die Mannschaft der technischen Limitierung Verhoeks bewusst und sie ihn deshalb geradezu ignorieren. Die relativ wenigen Bälle hat er dann aber tatsächlich ziemlich trostlos verbockt.

    “ Das Tor zum 1:0-Erfolg von Sebastian Maier in der 34. Minute war wunderschön. In robbenscher Manier streifte er solange an der Strafraumgrenze entlang, bis er eine Lücke fand, um dann mit einem satten Schuss in die gegenüberliegende rechte Torecke zu vollenden.“

    Robben zieht von außen nach innen, Maier machte ein paar Schritte in genau die andere Richtung. Und vor allem schoss er in die linke Torecke.

    Es ist ja okay, wenn man im Stadion nicht alles mitbekommt, wobei zumindest letzteres zwingend hätte erkannt werden müssen. Aber dann sollte man sich vor dem Schreiben nochmal zumindest die Zusammenfassung anschauen, ansonsten wird es peinlich.


  2. Danke für die Hinweise.


  3. […] für diesen Beitrag waren dann aber nicht die Stänkerer im Stadion, sondern Eric mit seinem Bildnis der Wanderdüne. John Verhoek ist ein Stürmer, der technisch sicher nicht zum besten der deutschen Profiligen […]

  4.   Döring

    Meine Rede. Himmelmann hat auch gegen Braunschweig keinen „satten Volleyschuss“ pariert. Das kann man in der Zusammenfassung auch gut sehen.


  5. […] ein paar Momente später unser vom Pech umnebelter Stürmer John Verhoek den erneuten Anschluss bei bester Sicht verpasste, war das Spiel gelaufen. Sandhausen hatte uns […]