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Wochenrückblick

Hamburg steigt ab – und in den Himmel

 

Die letzte Woche vor der Fußball WM in Brasilien liegt hinter uns. Passend zum Pfingstwochenende hat sich auch die Sonne rausgeputzt, so dass es Spaß machte, die eigenen vier Wände zu verlassen. Dementsprechend überfüllt waren einmal mehr der Stadtpark und die anderen üblichen Grillorte dieser Stadt. Der CO2-Ausstoß dürfte enorm gewesen sein.

Auch nicht ganz umweltbewusst, aber ebenfalls recht cool ist das Fliegen.Wer sich künftig auf diese Art in den Urlaub bewegen will, kann das nun sogar mit der neuen Hamburg machen. Ein Lufthansa-Airbus A380 trägt nämlich seit dieser Woche den Namen unserer schönen Stadt. Bürgermeister Scholz hat die Maschine auf dem Airport mit ein wenig Champagner betröpfelt.

Dadurch war Scholz am Vormittag auch recht weit weg vom Rathaus, wo sich am Abend unschöne Szenen abgespielt haben. "Lampedusa in Hamburg"-Flüchtlinge demonstrierten gemeinsam mit Unterstützern innerhalb der Bannmeile des Rathauses. Ihre Sitzblockade wurde von der Polizei aufgelöst. Dabei kam es einmal mehr zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Den Kollegen von Hamburg Mittendrin zufolge, ging die Polizei alles andere als zimperlich mit den Demonstranten um. Es habe Verletzte gegeben. Am Freitag gab es Folgedemonstrationen, die am Pferdemarkt starteten. Auch hier kam es im Laufe des Abends zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei.

Weil Hamburg eine Stadt der Gegensätze ist, verwundert es nicht, dass in der gleichen Woche unweit der Alster der erste City-Store eines großen Autoherstellers eröffnet hat – konkret: der me-Store von Mercedes. "Auf 550 Quadratmetern bietet der City Store am Ballindamm ein interaktives Marken- und Produkterlebnis", verspricht die Marke. Na denn…

Eher teuer war auch das Crowdfunding-Ziel für die neuen Protonet-Server. 1,5 Millionen wollte das Hamburger Unternehmen einsammeln – und schaffte es. Innerhalb von etwas über zehn Stunden kam die Summe zusammen. Schon nach 90 Minuten waren 750.000 Euro sicher – Weltrekord in Sachen Crowdfunding. Ohne große Ausgaben kam dafür der Poetry Slam aus, den die Hochbahn, 917xfm und Kampf der Künste am Dienstagabend in der U-Bahn-Station Saarlandstraße veranstaltet haben. Rund 250 Gäste kamen. Die Fortführung des Feierabend-Kulturhappens ist geplant.

Der Wochenrückblick begann mit einem Flugzeug, mit dem der Name Hamburg aufsteigen kann. Wir schließen mit einem massiven Abstieg. Das Hamburger Handball-Team HSV Handball wird aller Voraussicht nach in der kommenden Saison in Liga 3 spielen müssen. Die Lizenzierungskommission und das Präsidium der Handball-Bundesliga haben entschieden, dem Verein keine Lizenz für die kommende Spielzeit zu erteilen. Auch die nachgereichten Unterlagen konnten die erste Ablehnung aus dem Mai nicht in ein "go" wandeln. Als Begründung führen Verband und Liga an, dass dem HSV Handball eine finanziell solide Grundlage fehle. Dem Verein bleibt nun nur noch der Versuch, das Schiedsgericht anzurufen. Die Chancen für einen Erfolg dort stehen aber eher schlecht. 2013 Sieg in der Champions League, 2014 Abstieg in die 3. Liga: Das nennt man dann wohl das Gegenteil von vernünftigem Wirtschaften.

Wir wünschen euch mehr Weitblick und einen guten Start in die neue Woche.