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Wochenrückblick

Ostern in der Weltstadt zwischen Olympia und Paderborn

 

Frohe Ostern! Wieder ist eine Woche um und es wird Zeit für unseren Wochenrückblick, in dem sich dieses Mal eine ganze Reihe Eier versteckt haben. Die Woche endet für viele besonders erfreulich mit dem Osterwochenende. Der Karfreitag war bereits frei und es gibt das wunderbare Versprechen, dass die kommende Woche erst am Dienstag beginnt.

Doch sollten wir an dieser Stelle jene nicht vergessen, die dafür sorgen, dass wir in Ruhe Eier suchen können und die eben gerade nicht frei haben. Die Bus- und Bahnfahrer, die uns zum Osterspaziergang bringen. Die Ärzte, Sanitäter und Rettungsfahrer, die bereitstehen, falls doch ein faules Ei im Essen war, die Medienschaffenden, die dafür sorgen, dass wir auch heute schnell noch die neusten Infos sowohl aus der Ukraine als auch aus Eppendorf auf das Handy erhalten und Unterhaltsames im Radio und TV geboten bekommen. Ihnen und vielen mehr, die ganz normal arbeiten gehen und uns den Rücken freihalten, sei an dieser Stelle ein besonderer Ostergruß gewährt.

Unter den Menschen, die über das lange Wochenende arbeiten sind auch diejenigen, die das Stromnetz an der Reeperbahn erneuern. Die Folge dieser Arbeiten ist eine komplette Sperrung der berühmten Meile. Die Bauarbeiten am Elbtunnel pausieren dafür. Stau verhinderte dies jedoch nicht.

Auch an anderer Stelle wird an der Zukunft gebaut. Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd übernimmt den chilenischen Container-Konkurrenten CSAV – vorausgesetzt die Wettbewerbsbehörden erheben keinen Einspruch. Genau genommen handelt es sich um eine Fusion, jedoch wird nur die Hamburger Marke als solche bestehen bleiben. Diese würde nach erfolgreicher Vereinigung dann mit etwa 200 Schiffen und einem Jahresumsatz von etwa neun Milliarden Euro zur viertgrößten Linienreederei der Welt.

Während die großen Meldungen aus dem Hafen um die Welt gingen, erschütterte die Hamburger eine eher persönliche von dort: Ein Gabelstaplerfahrer stürzte im Containerhafen samt seinem Fahrzeug in das Wasser und konnte nur noch tot geborgen werden.

Wenig erfreulich waren auch die Daten, die das Bundeskriminalamt in seiner Drogenstatistik diese Woche veröffentlichte. Die Zahl der Rauschgifttoten ist demnach in Hamburg 2013 wieder gestiegen, nachdem 2012 der geringste Wert der letzten Jahre vermeldet wurde. Insgesamt 62 Tote infolge von illegalen Drogen habe es gegeben. Zum Vergleich: Bei Verkehrsunfällen starben 26 Personen. Allerdings ist die Zahl der Opfer durch legale Drogen vermutlich deutlich höher.

Der Vergleich zu anderen Städten zeigt, dass die Zahl der Drogentoten pro 100.000 Einwohner in Hamburg auf ähnlichem Niveau wie in Berlin oder Frankfurt liegt. Andere deutsche Großstädte scheinen das Problem jedoch deutlich besser im Griff zu haben.

Besser sind andere deutsche Städte auch, wenn es um die Rahmenbedingungen für Informations- und Kommunikationstechnik geht. Die Europäische Kommission hat diese Woche einen „IKT-Atlas“ veröffentlicht und darin die führenden Tech-Regionen Europas aufgeführt. Entgegen dem eigenen Anspruch liegt Hamburg hier aber nicht auf einem Niveau mit München, Berlin und den europäischen Hauptstädten, sondern wird ähnlich stark wie Paderborn eingeschätzt.

Paderborn, war da nicht was? Genau, der Manager des SC Paderborn war am Samstag auch beim HSV-Spiel und schaute sich den möglichen Relegationsgegner an. Hamburg verlor. Das scheint die Realität zu sein, in der wir leben: Während wir von Olympia träumen, müssen wir uns in verschiedenen Belangen mit einer Stadt in Westfalen messen. Aber das kriegen wir doch hin, oder? Wir sollten uns davon zumindest die Eiersuche nicht verderben lassen. Frohe Ostern und einen guten Start in die nächste Woche.

PS: Na, wie viele Eier waren nun in diesem Text?