‹ Alle Einträge
Wochenrückblick

Unsere persönliche Meinung als Privatleute und Hamburg-Fans

 

Wir möchten uns ja wirklich nicht einmischen in das aktuelle Geschehen der Stadt. Dieser Wochenrückblick stellt daher nur unsere bescheidene Privatmeinung dar. Diese Wortwahl kommt euch bekannt vor? Natürlich tut sie das, erinnert sie doch nicht zufällig an Herrn Kühne. Der HSV-Investor gab diese Woche dem Abendblatt ein Interview, in dem er mit seiner "persönlichen Meinung" als "Privatmann und HSV-Fan" nicht gerade sparsam umging. Dem Verein, der auf sein Geld hofft, stehe natürlich alles frei, aber ginge es nach Kühne, sollte schnell der Trainer Slomka weg ("glaube nicht an diesen Trainer") und Rafael van der Vaart möge sich auch einen neuen Verein suchen. Der Grund für dessen Formschwäche sei übrigens die Trennung von Sylvie.

Im Vergleich dazu geht es im anderen großen Fußball-Club in Hamburg ruhig zu. Gemeint ist der mit dem grünen Vereinslogo. Grünes Vereinslogo? Jup! St. Pauli stellte diese Woche die neuen Trikots vor. Darunter auch das Pokaltrikot, auf dem das Vereinslogo in grün zu sehen ist, was nach Satzung nicht erlaubt ist. Designer Jason sagte Stefan Groenveld diesbezüglichDesign is about breaking rules. Ob das auch alle Fans so sehen? Jedenfalls sorgt die neue Wettkampfbekleidung für Diskussionen.

Diskussionen gibt es auch einmal mehr um die Seilbahn. Deren Bau wurde von der Bezirksversammlung Mitte abgelehnt. Nun kommt es im August zu einem Bürgerentscheid. Ob die das Stadtbild stark verändernde Konstruktion gebaut werden darf oder nicht, entscheidet aber nicht ganz Hamburg, sondern nur die Bürger aus dem Bezirk Mitte. Warum jemand in Billstedt jedoch mehr Mitspracherecht über eine Touristen-Seilbahn bekommen soll als jemand aus Ottensen, muss man nicht nachvollziehen können. Entweder alle Hamburger oder nur die, über deren Köpfe es geht, würde ich ja sagen. Aber das stellt nur meine persönliche Meinung als Privatmann und nicht-Seilbahn-Fan dar. Ich glaube einfach nicht an diese Bahn.

Mein vollstes Vertrauen hat jedoch selbstverständlich die Deutsche Bahn. Wie könnte es auch anders sein? Die Stadt hat jedenfalls einen neuen Verkehrsvertrag mit der Bahn beziehungsweise deren Tochtergesellschaft für den Betrieb der S-Bahn in Hamburg geschlossen. Finanziell ist die neue Vereinbarung offenbar für die Stadt besser – es wird jedoch keinen deutlichen Ausbau der Kapazitäten geben. Allerdings: In den kommenden Jahren werden neue, modernere Züge in Hamburg rollen. Die Details zu den neuen Fahrzeugen und dem neuen Vertrag gibt es aufgeschlüsselt bei nahverkehrhamburg.de.

Ohne Seilbahn und S-Bahn kamen rund 35.000 Gäste am Sonntag aus, denn ihr Verkehrsmittel der Wahl war das Motorrad. Rund um den Michel fand der traditionelle Motorradgottesdienst statt.

Am Freitag vertrauten rund 5.000 Läufer mehr auf ihre eigenen Beine statt auf Zweiräder. Beim 10. Hamburger Nachtlauf konnte jeder mitmachen: Anfänger oder Profiläufer, alt oder jung, Team- oder Einzelläufer. Vor allem der 7,5 km Lauf im Dunkeln um die extra beleuchtete Außenalster hat, so unsere Redakteurin und Mitläuferin Janka, mal wieder seinen ganz besonderen Charme gehabt. Sie hat daher mal über die chaotisch organisierte Garderobe hinweg gesehen und will 2015 wieder starten. Laut den Organisatoren soll die Stadtlaufserie im kommenden Jahr noch weiter ausgebaut und in mehr Städten als in den derzeit 20 angeboten werden.

Kommen wir zum Social Media Aufreger der Woche. Hamburg beliebtes Riesen-Schnitzel-All-Night-offen-Restaurant Erikas Eck schließt für Umbaumaßnahmen. Und wenn es wieder öffnet, gibt es nur noch vegane Küche – behauptet zumindest der Facebook-Account der Schanzen News gegenüber seinen über 37.000 Fans. Passend dazu verlinkt er einen Beitrag des St.-Pauli-Blogs des Abendblatts. Dumm nur: Erikas Eck wird seine Speisekarte keineswegs auf vegan umstellen. Die entsprechende Behauptung ist im Beitrag auch gar nicht zu finden. Den haben aber offenbar viele gar nicht erst gelesen. Daher gibt es erbitterte Diskussionen zwischen vegan-Befürwortern und vegan-Gegnern unter dem Post sowie mehrere Hundert Likes – vermutlich von Leuten, die über die vermeintlichen News erfreut sind. Solche Personen sorgten auch für eine sehr hohe Anzahl an Shares. Ob man auf die auf diese Art erzielte Reichweite jedoch Stolz sein kann, mag ich anzweifeln. Aber ihr wisst ja, das ist nur meine persönliche Meinung als Privatmann und Elbmelancholie-Fan.

Als solcher wünsche ich auch einen guten Start in die neue Woche!