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Urban Art

Robocop im Eismeer

 

Er nimmt die Sache mit Humor. Und dann doch wieder ziemlich ernst: Wenn bei Elmar Lause die 3 Direktiven des Robocop als Leinwand-Triptychon auf eine in knallgelb gemalte Hommage an Caspar David Friedrich‘s Das Eismeer trifft und mittendrin auch noch das Tittenmonster sein Unwesen treibt, dann ist das zwar auf eine absurde Art und Weise sehr unterhaltsame und teilweise auch komödiantische Kunst. Es ist aber auch eine Kunst, die nicht oberflächlich wirkt, sondern voll lebhafter Geschichten steckt und von großer Tiefe ist.

"Ich nehme meine Kunst sehr ernst, ohne mich selbst zu ernst zu nehmen," sagt Lause mit einem Augenzwinkern. "Kunst transportiert alles: Leidenschaft, Freude, Ängste, Sehnsüchte, Wut – also die wirklich wichtigen Dinge im Leben." Dinge, zu denen jeder einen Bezug entwickeln kann, der sich seine Bilder ansieht. Und selbst wenn es so einfach klingt – die eigene Persönlichkeit in den Schaffensprozess sichtbar einzubringen und dabei zumindest halbwegs verständlich zu bleiben, ist eine der größeren Herausforderungen für einen Künstler.

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Elmar Lause (© Privat)

Elmar Lause kann das. Vermutlich ist es seine unkomplizierte Art, Geschichten zu erzählen und zu vermitteln, gepaart mit seiner teils brachialen und stets verzerrten, surrealen und figurativen Bildsprache, die ihm über die Jahre viele Ausstellungen sowie treue Fans und Sammler beschert hat. Tim Mälzer fördert ihn schon eine ganze Weile, Bela B. und Marcel Eger haben inzwischen ebenfalls ihre Lauses an der Wand hängen (ich übrigens auch).

In seiner aktuellen Ausstellung Die Gronk-Show III – Das Gegenständliche siegt zeigt Lause noch bis zum 5. April in der Hamburger Affenfaust Galerie, warum er einer der wichtigen Hamburger Protagonisten einer urban geprägten Kunstrichtung ist. Einer Kunst also, die auch außerhalb des traditionellen Kunstbetriebs hervorragend funktioniert und große Wirkung entfacht.

Es ist bereits die zweite Einzelausstellung von Elmar Lause in der Affenfaust, einer Galerie auf St. Pauli, die sich seit 2012 zum Ziel gesetzt hat, die Urban Art in Hamburg wieder stärker zu repräsentieren. Marcus Schild, Lycien David-Csery, Fred Schäfer und Robert Neuendorf, die vier Macher der Affenfaust, sehen zu recht in diesem Bereich Nachholbedarf. Sie haben neben den festen Räumen an der Detlev-Bremer-Straße 15 ihren Aktionsradius auch auf alternative Flächen ausgedehnt: So veranstalteten sie bereits 2013 im Kolbenhof mit dem Knoten13 eine sehenswerte internationale Gruppenausstellung, zu der über 3.000 Besucher in die drei Fabriketagen in Bahrenfeld kamen. Eine Neuauflage ist für dieses Jahr geplant.

Termine:

5. April, 20 Uhr: Finissage Elmar Lause Die Gronk-Show III - Das Gegenständliche siegt

12. April, 20 Uhr: Vernissage 1010 Abyss (Ausstellung bis 3. Mai)

Affenfaust, Detlev-Bremer-Straße 15; Mittwoch und Donnerstag 15:00 - 21:00 Uhr, Samstag 14:00 - 18:00 Uhr, sowie nach Vereinbarung

3 Kommentare


  1. zum anfang fand ich seine bilder echt hässlich :) aber bei längerem betrachten ist da richtig viel arbeit, und sinn dahinter. mittlerweile schaue ich mir öfters bilder von ihm an und denke mir was hat er blos damit sagen wollen echt tolle arbeit weiter so gruss eric pettric

  2.   Gaby

    Ich habe die Finissage besucht. Kleine aber sehr nette Galerie.
    Hat mir sehr gut gefallen. Danke für den Tipp!

  3.   Leander

    In einem Blog, der Hamburg zum Thema macht Jörg Heikhaus über Kunst schreiben zu lassen halte ich für eine fragwürdige Entscheidung… Die erwähnte Galerie ist nicht wirklich interessant und H. ein eher gestriger…. Schade, denn gerade eine Plattform wie dieser Blog könnte dazu beitragen, dass die wirklich sehenswerte Hamburger Kunst mehr Selbstbewusstsein entwickelt. Aber man will eben „Urban-Art“. Nein, danke.