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Sportförderung

Schlauer Deal unter Sportsfreunden

 

Geld für den Sport? Geld für die Integration! Im Streit um die Förderung finden das Land Hamburg und die Vereine der Stadt einen klugen Kompromiss.

Auch das noch. Dachten viele im Hamburger Sport, als sie vergangene Woche erfuhren: Die Verhandlungen sind unterbrochen, die Stadt Hamburg, der Hamburger Sportbund und der Hamburger Fußballverband können sich nicht auf einen neuen Sportfördervertrag einigen – also darauf, wie die Politik den Sport in der Stadt unterstützt. Geht denn gerade alles schief?

Nein. Zumindest nicht diese Verhandlungen. Denn seit Montag gibt es eine Einigung. Und vor allem einer kann glücklich sein mit dem Ergebnis: Sportsenator Andy Grote. Es ging in den vergangenen Monaten, wie sollte es anders sein, ums Geld. Geld, das der Sportbund von der Stadt haben wollte. Geld, das der Sportbund nun auch von der Stadt bekommt. Allerdings zum Großteil nicht von Andy Grotes Sportbehörde, sondern aus einem Sonderfonds für Integrationsprojekte, den die Bürgerschaft verwaltet.

Andy Grote und sein Sportstaatsrat Christoph Holstein haben damit gleich drei Dinge erreicht: Weil sie seit Amtsantritt immer und überall betonen, dass Sport der größte Faktor zur Integration von Flüchtlingen ist, ließen sich die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen davon überzeugen, in zwei Jahren 800.000 Euro in den Sport zu stecken. Grote und Holstein haben den Anteil ihres Ressorts um vergleichsweise moderate 250.000 Euro pro Jahr erhöht und es damit geschafft, den Sportbund und den Fußballbund zu einer raschen Einigung zu bringen.

Und sie haben im Gegenzug dem Hamburger Sportbund abgetrotzt, dass er in den kommenden zwei Jahren 150.000 Euro im Verwaltungsapparat einspart und die Summe direkt in die Vereine fließt. Ein Sieg auf ganzer Linie – der sich aber nur dann auszahlt, wenn das Geld, das für Integrationsprojekte in den Vereinen gedacht ist, auch einzig dafür ausgegeben wird. Anders ausgedrückt: Hört sich schön an, dass Sport das beste Mittel der Integration ist. Jetzt muss er es aber auch werden.