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FC St. Pauli – Dynamo Dresden

Brauner Matsch

 

Zweiter Sieg in Folge: Nach dem 2:0 gegen Dynamo Dresden verlässt der FC St. Pauli endlich das Tabellenende. Nur: Geredet wird über anderes.

Fußballerisch läuft es wieder bei St. Pauli. Den Schwung aus dem siegreichen Spiel gegen Eintracht Braunschweig hat die Mannschaft mitgenommen. Im Heimspiel gegen die sächsische SG Dynamo aus Dresden trat sie genauso dynamisch auf wie in Niedersachsen. In Kombination mit dem maladen Rasen am Millerntor machte sich dies folgendermaßen bemerkbar: ein hochfrequentiges Hin und Her, das den Boden in Rekordzeit vom letzten Grün befreite und in braunen Brei verwandelte. Dresdens Trainer Uwe Neuhaus konnte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel – Gründe für die kurz zuvor kassierte Niederlage zusammenlesend – eine Bemerkung zum Matsch am Millerntor nicht verkneifen.

Der Untergrund blieb jedoch nicht der wichtigste Diskussionspunkt. Lange hatten wir auf einen Heimsieg gewartet – und nun wird seit dem Abpfiff nicht über das großartige 2:0 und das Wiedererstarken des FC geredet, sondern über die Dummheit seiner Fans. Wer sich normalerweise in politischer Korrektheit versucht, der hat den Spott, wenn ihm in dieser Hinsicht was danebengeht. Nach dem Flop mit dem Trump-Ausrüster Under Armour nun das bescheuerte Banner über brennende Menschen. Dieses war wohl gedacht, um Braune unter den Dresden-Fans zu ärgern. Den Dreck haben nun alleine wir.

Dabei hatte es mit der Choreo gut angefangen. Frei nach dem Motto Old but Gold wurde neben einem neuen Stöffchen eine riesige uralte Blockfahne ausgepackt – sie trug schon ein paar Gebrauchsspuren. Die Brandlöcher erinnerten an ausgelassenes pyrotechnisches Treiben und die großflächigen Schimmelteppiche an die nicht ganz sachgemäße Lagerung in der Zwischenzeit. Das abgerockte Riesenutensil passte aber immerhin hervorragend zur genauso alten Parole: KLASSENKAMPF. Der gewünschte Effekt blieb nicht aus, St. Pauli ist im Kampf um den Klassenerhalt angekommen. Die Tore von Choi und Şahin hievten uns auf den 16. Tabellenplatz.

Der Effekt dieser Anfangschoreo möge uns erhalten bleiben. Sicher ist bislang aber erst die nachhaltige Wirkung der dummen Fortsetzung – der DFB ermittelt. Heißt: Im Spiel haben die Jungs zwar endlich wieder gut getroffen. Dafür haben wir uns neben dem Platz so richtig gründlich abgeschossen.

4 Kommentare

  1.   Hafenlöwe

    Sicher, der Inhalt des Banner ist unglücklich, aber im Verhältnis zu denen in Dortmund ist das doch ein Schi…..
    Über jede Woche prügelnde und Bahnen zerstörende HSV Fans wird nicht so viel geredet, aber da sind dann wohl auch einige froh, wenn sie sich mal an St. Pauli abarbeiten können….

  2.   menschenkatapult

    Da braucht St.Pauli gar nicht scheinheilig um Entschuldigung bitten. Der Verein fördert solches Verhalten ja offensiv seit Jahren, und lebt letztendlich genau von diesem linksradikalen Image, das Gesindel aus dem ganzen Land, wenn nicht der ganzen Welt, anzieht.

  3.   Franz Wirtz

    Unglücklich? …

    Unglücklich wäre wahrscheinlich der Versuch Fehlverhalten grundsätzlich zu relativieren oder eine Art Rangliste zu erstellen.

  4.   Jil Gruna

    Mit „braunem Matsch“ müssten sich die Dresdener doch gut auskennen.