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	<title>Kommentare zu: Merkel, die Merkantilistin</title>
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	<description>So funktioniert Kapitalismus</description>
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		<title>Von: Leitkulturevolution</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-765</link>
		<dc:creator>Leitkulturevolution</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Jun 2006 18:06:11 +0000</pubDate>
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		<description>Nutzen wir die Ueberschuldung der Nationalstaaten, um sie abzuwickeln, genauso wie wir mit der DDR taten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nutzen wir die Ueberschuldung der Nationalstaaten, um sie abzuwickeln, genauso wie wir mit der DDR taten.</p>
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		<title>Von: Lieber indisch</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-764</link>
		<dc:creator>Lieber indisch</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 03 Jun 2006 15:03:28 +0000</pubDate>
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		<description>Die Poltitik Merkels hat vor diesen Effekt: der zu verteilende Kuchen wird von Jahr zu Jahr kleiner. EIn Handelsbilanzueberschuss ist Konsumverzicht jetzt. In Zukunft ist auch kein Ausgleich in Form von Waren oder Dienstleistungen zu erwarten, die Amerikaner oder Englaender werden nicht ihren Guertel enger schnallen.
Schon absurd, das Ganze. 120 Milliarden Handelsueberschuss.
Und immer weniger, dass es zu verteilen gibt.
So laesst sich sich wohl das eigentliche Problem, dem hohen Warenangebot steht kein gleich hohes Angebot an Zahlungsmitteln gegenueber, nicht loesen.
Dies kann nur massive Umverteilung wie in Daenemark.
Die Amerikaner und Englaender drucken statt dessen Geld. Und leben froehlich ihre Geldillusion. Und finden genug dumme Auslaender, die dass wertlose Papier annehmen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Poltitik Merkels hat vor diesen Effekt: der zu verteilende Kuchen wird von Jahr zu Jahr kleiner. EIn Handelsbilanzueberschuss ist Konsumverzicht jetzt. In Zukunft ist auch kein Ausgleich in Form von Waren oder Dienstleistungen zu erwarten, die Amerikaner oder Englaender werden nicht ihren Guertel enger schnallen.<br />
Schon absurd, das Ganze. 120 Milliarden Handelsueberschuss.<br />
Und immer weniger, dass es zu verteilen gibt.<br />
So laesst sich sich wohl das eigentliche Problem, dem hohen Warenangebot steht kein gleich hohes Angebot an Zahlungsmitteln gegenueber, nicht loesen.<br />
Dies kann nur massive Umverteilung wie in Daenemark.<br />
Die Amerikaner und Englaender drucken statt dessen Geld. Und leben froehlich ihre Geldillusion. Und finden genug dumme Auslaender, die dass wertlose Papier annehmen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: F Lindner / Kramladen</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-763</link>
		<dc:creator>F Lindner / Kramladen</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2006 21:25:42 +0000</pubDate>
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		<description>@ Kostas

Inwiefern der Begriff &quot;Lohnstueckkosten&quot; ein Ideologem geworden ist, muessten Sie mir schon erklaeren. Auch, inwiefern die Memorandum-Gruppe von der DKP unterwandert ist. Es stimmt schon, dass ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe - Axel Troost - heute im Bundestag fuer die Linkspartei sitzt. Von der DKP weiss ich nichts, wuerde mich darueber aber gerne aufklaeren lassen.

Dass die deutsche Wettbewerbsfaehigkeit, gemessen in Preizindizes, steigt, sagen nicht nur Hickel, Huffschmidt, Bofinger und co., sondern auch die EZB in dem schon von mir zitierten Monatsbericht vom Mai 2005 (siehe Nr. 13). Im EZB-Wettbewerbsindex werden Preisentwicklungen genommen - die Lohnentwicklung ist sogar noch guenstiger.

Ob tatsaechlich so viele Unternehmen Arbeitsplaetze ins Ausland verlagern, scheint mir empirisch nicht klar - vielmehr gruenden sie Ableger im Ausland, um Praesenz auf neuen Maerkten zu zeigen und erweitern ihr Geschaeft damit. Probleme mit Verlagerungen haben wir Deutschen sehr viel weniger als es Franzosen und Italiener haben. Wenn Sie aber praezisere Zahlen dazu haben, waere ich Ihnen fuer diese sehr dankbar.

Generell denke ich, man sollte Standortrhetorik und Produktivitaet voneinander trennen - Deutschland hat schlicht kein Wettbewerbsproblem. Ich wuerde Ihnen aber zustimmen, dass die produktivitaetsorientierte Politik die Loehne hoch treibt. Aber auch das nur in Massen. Tatsaechlich hat es keine Lohninflation im hoch produktiven Exportsektor gegeben.

Im Gegenteil: Ein deutscher Ingenieur verdient im Durchschnitt viel weniger als ein amerikanischer (man muesste aber zugegebenermassen eher das Gehalt des Ingenieurs in China, Polen oder Indien vergleichen - aber auch da steigen die Loehne kraeftig, was Direktinvestoren mittlerweile arge Probleme bereitet) Dazu: &lt;a href=&quot;http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/67844.html?eid=1084608603125&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;ftd.de/meinung/leitartikel/67844.html?eid=1084608603125&lt;/a&gt;

Gruss,

Kramladen</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Kostas</p>
<p>Inwiefern der Begriff &quot;Lohnstueckkosten&quot; ein Ideologem geworden ist, muessten Sie mir schon erklaeren. Auch, inwiefern die Memorandum-Gruppe von der DKP unterwandert ist. Es stimmt schon, dass ein wichtiger Vertreter dieser Gruppe &#8211; Axel Troost &#8211; heute im Bundestag fuer die Linkspartei sitzt. Von der DKP weiss ich nichts, wuerde mich darueber aber gerne aufklaeren lassen.</p>
<p>Dass die deutsche Wettbewerbsfaehigkeit, gemessen in Preizindizes, steigt, sagen nicht nur Hickel, Huffschmidt, Bofinger und co., sondern auch die EZB in dem schon von mir zitierten Monatsbericht vom Mai 2005 (siehe Nr. 13). Im EZB-Wettbewerbsindex werden Preisentwicklungen genommen &#8211; die Lohnentwicklung ist sogar noch guenstiger.</p>
<p>Ob tatsaechlich so viele Unternehmen Arbeitsplaetze ins Ausland verlagern, scheint mir empirisch nicht klar &#8211; vielmehr gruenden sie Ableger im Ausland, um Praesenz auf neuen Maerkten zu zeigen und erweitern ihr Geschaeft damit. Probleme mit Verlagerungen haben wir Deutschen sehr viel weniger als es Franzosen und Italiener haben. Wenn Sie aber praezisere Zahlen dazu haben, waere ich Ihnen fuer diese sehr dankbar.</p>
<p>Generell denke ich, man sollte Standortrhetorik und Produktivitaet voneinander trennen &#8211; Deutschland hat schlicht kein Wettbewerbsproblem. Ich wuerde Ihnen aber zustimmen, dass die produktivitaetsorientierte Politik die Loehne hoch treibt. Aber auch das nur in Massen. Tatsaechlich hat es keine Lohninflation im hoch produktiven Exportsektor gegeben.</p>
<p>Im Gegenteil: Ein deutscher Ingenieur verdient im Durchschnitt viel weniger als ein amerikanischer (man muesste aber zugegebenermassen eher das Gehalt des Ingenieurs in China, Polen oder Indien vergleichen &#8211; aber auch da steigen die Loehne kraeftig, was Direktinvestoren mittlerweile arge Probleme bereitet) Dazu: <a href="http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/67844.html?eid=1084608603125" target="_blank" rel="nofollow">ftd.de/meinung/leitartikel/67844.html?eid=1084608603125</a></p>
<p>Gruss,</p>
<p>Kramladen</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: greenjg</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-762</link>
		<dc:creator>greenjg</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2006 08:48:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=60#comment-762</guid>
		<description>@Kostas,

ein hervoragender Beitrag ... nicht umsonst poste ich regelmaessig die Frage &quot;Wollt Ihr hoehere Loehne oder Wohlstand?&quot;.

mfg,

greenjg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Kostas,</p>
<p>ein hervoragender Beitrag &#8230; nicht umsonst poste ich regelmaessig die Frage &quot;Wollt Ihr hoehere Loehne oder Wohlstand?&quot;.</p>
<p>mfg,</p>
<p>greenjg</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Bernhard</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-761</link>
		<dc:creator>Bernhard</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2006 21:30:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=60#comment-761</guid>
		<description>@Johannes:

Ich bin fuer eine Mehrwertsteuererhoehung. Grund: Auslaendische Produkte/Unternehmen sind am Gesamt-Steueraufkommen staerker zu beteiligen.

Aber: Die Erhoehung ist derzeit kostenneutral zu gestalten. Der Faktor Arbeit, wird dieser weiter entlastet? Umverteilung in die richtige Richtung? Neben der Verteilungspolitischen Funktion Effiziensgewinn (es muss an den richtigen Stellen dennoch gespart werden)? Bei den genannten Fragestellungen scheitert die Grosse Koalition klaeglich.

B.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Johannes:</p>
<p>Ich bin fuer eine Mehrwertsteuererhoehung. Grund: Auslaendische Produkte/Unternehmen sind am Gesamt-Steueraufkommen staerker zu beteiligen.</p>
<p>Aber: Die Erhoehung ist derzeit kostenneutral zu gestalten. Der Faktor Arbeit, wird dieser weiter entlastet? Umverteilung in die richtige Richtung? Neben der Verteilungspolitischen Funktion Effiziensgewinn (es muss an den richtigen Stellen dennoch gespart werden)? Bei den genannten Fragestellungen scheitert die Grosse Koalition klaeglich.</p>
<p>B.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Sven Greune</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-760</link>
		<dc:creator>Sven Greune</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2006 18:52:23 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=60#comment-760</guid>
		<description>@ 23 - danke, Kramladen - werde es mir die Tage mal anschauen. klingt auf jeden Fall interessant.
Gruesse, Sven</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ 23 &#8211; danke, Kramladen &#8211; werde es mir die Tage mal anschauen. klingt auf jeden Fall interessant.<br />
Gruesse, Sven</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: F Lindner / Kramladen</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-759</link>
		<dc:creator>F Lindner / Kramladen</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2006 14:50:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=60#comment-759</guid>
		<description>@ Bernhard

&quot;Die Diskussion ueber Produktivitaetsaenderungen, Lohnerhoehungen und Inflation und deren Zusammenhaenge greift mir zu kurz. Die fortwaehrende Stoerung des volkswirtschaftlichen Gleichgewicht (populaer ausgedrueckt Umverteilung nach oben) wird weiter in die Krise fuehren, spaetestens dann, wenn die Auslandsnachfrage, inbesondere die der USA, ausfaellt.&quot;

Wo Sie schon die Stichpunkte genannt haben, hier ein provozierender Artikel aus Frankreich vom Chef des OFCE - Jean-Paul Fitoussi. Das OFCE ist auch das Forschungszentrum, das den von Herrn von Heusinger besprochenen Report herausgebracht hat (hier in Vollversion: http://www.euractiv.com/29/images/WP2006-06_tcm29-154687.pdf).

Fitoussi stellt sich die Frage, warum in den USA so aktive Fiskal- und Geldpolitik betrieben wird und in Europa nicht. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die sozialen Normen in den letzten zwanzig Jahren krass geaendert haben - die Betonung des Individualismus hat zur Forderung nach hoeherer Ungleichheit der Loehne gefuehrt.

Nach Fitoussi wird die Politik erst dann aktiv, wenn ein bestimmter Grad von Ungleichheit erreicht worden ist - das ist der Fall in den USA, wo die krasse Ungleichheit der Einkommen (er zitiert dabei Paul Krugman) nicht mehr allein mit der Ungleichheit der Produktivitaet erklaerbar ist.

Auf Europa angewandt bedeutet das Argument, dass so lange keine aktive Politik zur Schaffung von Vollbeschaeftigung betrieben wird, wie die Ungleichheit noch nicht gross genug ist.

Fitoussi argumentiert, dass in einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell die Loehne der individuellen Arbeiter ihrer marginalen Produktivitaet entsprechen. Da aber im echten Leben Teams in Firmen arbeiten, kann man die Produktivitaet jedes einzelnen nicht immer genau messen. Die Lohnverteilung ist somit auch willkuerlich und getrieben durch soziale Normen.

Dominiert Solidaritaet als soziale Norm, kann die Lohnstruktur in einem solchen Modell egalitaerer sein als die Struktur der marginalen Produktivitaeten: Arbeiter mit hoeherer Produktivitaet sind bereit, etwas weniger Lohn zu erhalten und subventionieren Arbeiter mit geringerer Produktivitaet, damit diese einen hoeheren Lohn erhalten.

Dominiert aber umgekehrt Individualismus als soziale Norm, kann die Lohnstruktur ungleicher sein als die Produktivitaetsstruktur:

In diesem Modell waeren dann nicht technischer Wandel und Globalisierung verantwortlich fuer hoehere Einkommensungleichheit, sondern die gewandelte Norm, die wie ein exogener Schock wirkt.

Wenn der Reservationslohn (also die Arbeitslosen- oder Sozialhilfe oder der Mindestlohn) nicht mehr der sozialen Norm entspricht und zu hoch ist, wird Arbeitslosigkeit entstehen. Arbeitgeber sind nicht mehr bereit, Arbeitenehmern den Lohn gemaess ihrer eigentlichen Produktivitaet zu bezahlen.

Ein Wandel in der sozialen Norm erhoeht dann die NAIRU, also die Gleichgewichtsarbeitslosigkeit. Um diese wieder zu senken, muss der Reservationslohn gesenkt werden.

Das bedeutet, dass es eine Umverteilung von unten nach oben geben muss, um wieder zu Vollbeschaeftigung zu gelangen - Geringverdiener subventionieren dann die Loehne von Hochverdienern, um arbeiten zu koennen. (Dass das der Fall in den USA ist, kann man bei Paul Krugman nachlesen: http://faculty.pnc.edu/arw/gbg344/For%20Richer.htm)

Nimmt man tatsaechlich an, dass Arbeiter einen geringeren Lohn als ihrer marginalen Produktivitaet angemessen bekommen muessen, um Vollbeschaeftigung herzustellen, so ist die logische Konsequenz daraus strukturelle Reformen, die den Reservationslohn unterhalb der marginalen Arbeitsproduktivitaet senken.

Ist die Ungleichheit nach den Reformen dann der sozialen Norm entsprechend, kann die Politik wieder aktiv werden und Vollbeschaeftigung herstellen...

Auch solche Spiele kann man mit neoklassischen allgemeinen Gleichewichtsmodellen treiben...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Bernhard</p>
<p>&quot;Die Diskussion ueber Produktivitaetsaenderungen, Lohnerhoehungen und Inflation und deren Zusammenhaenge greift mir zu kurz. Die fortwaehrende Stoerung des volkswirtschaftlichen Gleichgewicht (populaer ausgedrueckt Umverteilung nach oben) wird weiter in die Krise fuehren, spaetestens dann, wenn die Auslandsnachfrage, inbesondere die der USA, ausfaellt.&quot;</p>
<p>Wo Sie schon die Stichpunkte genannt haben, hier ein provozierender Artikel aus Frankreich vom Chef des OFCE &#8211; Jean-Paul Fitoussi. Das OFCE ist auch das Forschungszentrum, das den von Herrn von Heusinger besprochenen Report herausgebracht hat (hier in Vollversion: <a href="http://www.euractiv.com/29/images/WP2006-06_tcm29-154687.pdf" rel="nofollow">http://www.euractiv.com/29/images/WP2006-06_tcm29-154687.pdf</a>).</p>
<p>Fitoussi stellt sich die Frage, warum in den USA so aktive Fiskal- und Geldpolitik betrieben wird und in Europa nicht. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die sozialen Normen in den letzten zwanzig Jahren krass geaendert haben &#8211; die Betonung des Individualismus hat zur Forderung nach hoeherer Ungleichheit der Loehne gefuehrt.</p>
<p>Nach Fitoussi wird die Politik erst dann aktiv, wenn ein bestimmter Grad von Ungleichheit erreicht worden ist &#8211; das ist der Fall in den USA, wo die krasse Ungleichheit der Einkommen (er zitiert dabei Paul Krugman) nicht mehr allein mit der Ungleichheit der Produktivitaet erklaerbar ist.</p>
<p>Auf Europa angewandt bedeutet das Argument, dass so lange keine aktive Politik zur Schaffung von Vollbeschaeftigung betrieben wird, wie die Ungleichheit noch nicht gross genug ist.</p>
<p>Fitoussi argumentiert, dass in einem allgemeinen Gleichgewichtsmodell die Loehne der individuellen Arbeiter ihrer marginalen Produktivitaet entsprechen. Da aber im echten Leben Teams in Firmen arbeiten, kann man die Produktivitaet jedes einzelnen nicht immer genau messen. Die Lohnverteilung ist somit auch willkuerlich und getrieben durch soziale Normen.</p>
<p>Dominiert Solidaritaet als soziale Norm, kann die Lohnstruktur in einem solchen Modell egalitaerer sein als die Struktur der marginalen Produktivitaeten: Arbeiter mit hoeherer Produktivitaet sind bereit, etwas weniger Lohn zu erhalten und subventionieren Arbeiter mit geringerer Produktivitaet, damit diese einen hoeheren Lohn erhalten.</p>
<p>Dominiert aber umgekehrt Individualismus als soziale Norm, kann die Lohnstruktur ungleicher sein als die Produktivitaetsstruktur:</p>
<p>In diesem Modell waeren dann nicht technischer Wandel und Globalisierung verantwortlich fuer hoehere Einkommensungleichheit, sondern die gewandelte Norm, die wie ein exogener Schock wirkt.</p>
<p>Wenn der Reservationslohn (also die Arbeitslosen- oder Sozialhilfe oder der Mindestlohn) nicht mehr der sozialen Norm entspricht und zu hoch ist, wird Arbeitslosigkeit entstehen. Arbeitgeber sind nicht mehr bereit, Arbeitenehmern den Lohn gemaess ihrer eigentlichen Produktivitaet zu bezahlen.</p>
<p>Ein Wandel in der sozialen Norm erhoeht dann die NAIRU, also die Gleichgewichtsarbeitslosigkeit. Um diese wieder zu senken, muss der Reservationslohn gesenkt werden.</p>
<p>Das bedeutet, dass es eine Umverteilung von unten nach oben geben muss, um wieder zu Vollbeschaeftigung zu gelangen &#8211; Geringverdiener subventionieren dann die Loehne von Hochverdienern, um arbeiten zu koennen. (Dass das der Fall in den USA ist, kann man bei Paul Krugman nachlesen: <a href="http://faculty.pnc.edu/arw/gbg344/For%20Richer.htm" rel="nofollow">http://faculty.pnc.edu/arw/gbg344/For%20Richer.htm</a>)</p>
<p>Nimmt man tatsaechlich an, dass Arbeiter einen geringeren Lohn als ihrer marginalen Produktivitaet angemessen bekommen muessen, um Vollbeschaeftigung herzustellen, so ist die logische Konsequenz daraus strukturelle Reformen, die den Reservationslohn unterhalb der marginalen Arbeitsproduktivitaet senken.</p>
<p>Ist die Ungleichheit nach den Reformen dann der sozialen Norm entsprechend, kann die Politik wieder aktiv werden und Vollbeschaeftigung herstellen&#8230;</p>
<p>Auch solche Spiele kann man mit neoklassischen allgemeinen Gleichewichtsmodellen treiben&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Johannes Wagner</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-4#comment-758</link>
		<dc:creator>Johannes Wagner</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 May 2006 11:46:39 +0000</pubDate>
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		<description>Selbst die Bundesbank schliesst sich der Herdentrieb-Kritik an Merkels Merkantilismus an. Im juengsten Monatsbericht (Seite 51) heisst es:
&quot;Darueber hinaus erschwert die Mehrwertsteueranhebung durch ihre unterschiedlichen Wirkungen auf die Inlandsnachfrage und das Exportgeschaeft den noetigen Aufholprozess der Binnenkonjunktur.&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Selbst die Bundesbank schliesst sich der Herdentrieb-Kritik an Merkels Merkantilismus an. Im juengsten Monatsbericht (Seite 51) heisst es:<br />
&quot;Darueber hinaus erschwert die Mehrwertsteueranhebung durch ihre unterschiedlichen Wirkungen auf die Inlandsnachfrage und das Exportgeschaeft den noetigen Aufholprozess der Binnenkonjunktur.&quot;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Bernhard</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-3#comment-757</link>
		<dc:creator>Bernhard</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 May 2006 19:11:44 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Allerseits,

es wurde sehr viel geschrieben in diesem Weblog. Klasse finde ich von Herrn von Heusinger die zutreffende Feststellung, dass die jetzige Bundesregierung merkantilistisch denkt und  - schlimmer noch - auch so handelt. Besser kann es kaum beschreiben.

Viele Einzelaspekte wurden in den Kommentaren schoen dargestellt. Mich wundert nur im allgemeinen, dass man nicht ueber kleinbuergerlich-strikt-mathematisierende-bestenfalls-betriebswirtschaftliche Denkstrukturen hinauskommt. Mit dem wagen &quot;man&quot; meine ich konkret die sogenannten oekonomischen Experten Deutschlands; leider scheint dies derzeitig der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream zu sein.

Die Diskussion ueber Produktivitaetsaenderungen, Lohnerhoehungen und Inflation und deren Zusammenhaenge greift mir zu kurz. Die fortwaehrende Stoerung des volkswirtschaftlichen Gleichgewicht (populaer ausgedrueckt Umverteilung nach oben) wird weiter in die Krise fuehren, spaetestens dann, wenn die Auslandsnachfrage, inbesondere die der USA, ausfaellt. Herr J. M. Keynes wurde wenigstens in diesem Weblog mal&#194;&#180; zitiert. Ich finde, man sollte in diesem Weblog die Frage der wirtschaftlichen Effiziens und der Verteilungs- und Chancengerechtigkeit ehrlich (d. h. ohne verklaerenden Gruppeninteressenblick) und ausfuehrlich diskutieren. Wir haben ein echtes Verteilungsproblem in unserer Gesellschaft. Das us-amerikanische Vorbild ist gescheitert, die USA beschreitet einen verteilungspolitischen Irrweg. Aber machtbewusste Interessensgruppen gibt es Deutschland wie in den USA, diesen ist heutzutage zu wenig entgegenzusetzen. Wir haben ein strukturelles  politisches Problem.

----

Umfragen
======

Was Umfragen betrifft, bin ich in meiner Interpretation sehr vorsichtig; man muss sich den Fragenkatalog stets kritisch vor Augen halten. Egal wie die Quantitaet ist, welche Gruppe wird eigentlich befragt, frage ich etwa ein &quot;herrschende&quot; Meinung ab? Jedes Interview wirtschaftlicher Fachkreise ist in Deutschland tendenzioes...

Genauso beinhaltet ein Fragekatalog zu oft auch versteckte Annahmen und Behauptungen. Besonders geschickt erwies sich aus meiner persoenlichen Sicht heraus die rechtskonservative Bertelsmannstiftung, die sich sehr progressiv-modern darstellt. Aber um die Fragwuerdigkeit vieler Untersuchungen (...) zu erkennen, bedarf es eines sehr kritischen, ich betone selbstkritschen Blickes. Diesen vermisse ich zu haeufig.

Genug geschrieben. Wer es geschafft hat, diesen Text zuende zu lesen, der soll belohnt werden: Einladung zu einer Tasse Kaffee im Caf&#195;&#169; Wacker in Frankfurt-Bornheim- sollte man sich einmal nach Frankfurt verirren.

Gruss

Bernhard Sch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Allerseits,</p>
<p>es wurde sehr viel geschrieben in diesem Weblog. Klasse finde ich von Herrn von Heusinger die zutreffende Feststellung, dass die jetzige Bundesregierung merkantilistisch denkt und  &#8211; schlimmer noch &#8211; auch so handelt. Besser kann es kaum beschreiben.</p>
<p>Viele Einzelaspekte wurden in den Kommentaren schoen dargestellt. Mich wundert nur im allgemeinen, dass man nicht ueber kleinbuergerlich-strikt-mathematisierende-bestenfalls-betriebswirtschaftliche Denkstrukturen hinauskommt. Mit dem wagen &quot;man&quot; meine ich konkret die sogenannten oekonomischen Experten Deutschlands; leider scheint dies derzeitig der wirtschaftswissenschaftliche Mainstream zu sein.</p>
<p>Die Diskussion ueber Produktivitaetsaenderungen, Lohnerhoehungen und Inflation und deren Zusammenhaenge greift mir zu kurz. Die fortwaehrende Stoerung des volkswirtschaftlichen Gleichgewicht (populaer ausgedrueckt Umverteilung nach oben) wird weiter in die Krise fuehren, spaetestens dann, wenn die Auslandsnachfrage, inbesondere die der USA, ausfaellt. Herr J. M. Keynes wurde wenigstens in diesem Weblog mal&Acirc;&acute; zitiert. Ich finde, man sollte in diesem Weblog die Frage der wirtschaftlichen Effiziens und der Verteilungs- und Chancengerechtigkeit ehrlich (d. h. ohne verklaerenden Gruppeninteressenblick) und ausfuehrlich diskutieren. Wir haben ein echtes Verteilungsproblem in unserer Gesellschaft. Das us-amerikanische Vorbild ist gescheitert, die USA beschreitet einen verteilungspolitischen Irrweg. Aber machtbewusste Interessensgruppen gibt es Deutschland wie in den USA, diesen ist heutzutage zu wenig entgegenzusetzen. Wir haben ein strukturelles  politisches Problem.</p>
<p>&#8212;-</p>
<p>Umfragen<br />
======</p>
<p>Was Umfragen betrifft, bin ich in meiner Interpretation sehr vorsichtig; man muss sich den Fragenkatalog stets kritisch vor Augen halten. Egal wie die Quantitaet ist, welche Gruppe wird eigentlich befragt, frage ich etwa ein &quot;herrschende&quot; Meinung ab? Jedes Interview wirtschaftlicher Fachkreise ist in Deutschland tendenzioes&#8230;</p>
<p>Genauso beinhaltet ein Fragekatalog zu oft auch versteckte Annahmen und Behauptungen. Besonders geschickt erwies sich aus meiner persoenlichen Sicht heraus die rechtskonservative Bertelsmannstiftung, die sich sehr progressiv-modern darstellt. Aber um die Fragwuerdigkeit vieler Untersuchungen (&#8230;) zu erkennen, bedarf es eines sehr kritischen, ich betone selbstkritschen Blickes. Diesen vermisse ich zu haeufig.</p>
<p>Genug geschrieben. Wer es geschafft hat, diesen Text zuende zu lesen, der soll belohnt werden: Einladung zu einer Tasse Kaffee im Caf&Atilde;&copy; Wacker in Frankfurt-Bornheim- sollte man sich einmal nach Frankfurt verirren.</p>
<p>Gruss</p>
<p>Bernhard Sch.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: F Lindner / Kramladen</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2006/05/04/merkel-die-merkantilistin_60/comment-page-3#comment-756</link>
		<dc:creator>F Lindner / Kramladen</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 May 2006 19:23:21 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=60#comment-756</guid>
		<description>Es passiert gar nicht mehr auf der Seite. Gibt es nicht gerade spannende Themen? Boersen fallen, der US-Dollar gleich mit, das Chaos vor der Tuer, die EZB unvorbereitet...

Wie spannend Makrooekonomie sein kann, zeigt eine Dokumentation, die ich gestern per Zufall im Internet gefunden habe. Unter dem Titel &quot;Commanding Heights&quot; haben zwei Oekonomen eine Fernsehsendung fuer den amerikanischen Sender PBS konzipiert, die allgemein verstaendlich und unglaublich spannend die makrooekonomische Entwicklung des 20. Jahrhunderts zeigt. Clinton, Hayek, Friedman oder Thatcher kommen zur Sprache; Chile, die grosse Depression - kommt alles drin vor.

Die Sendung faengt damit an, wie Keynes und Hayek 1940 auf dem Dach des King&#039;s College liegen und die deutschen Bomber ueber London beobachten. Die Ideen dieser beiden Maenner, so die Kommentarstimme, werden die Politik des 20. Jahrhunderts praegen. Wenn das nichts ist...

Online anschaubar ist die Dokumentation unter:
http://www.pbs.org/wgbh/commandingheights/lo/index.html</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es passiert gar nicht mehr auf der Seite. Gibt es nicht gerade spannende Themen? Boersen fallen, der US-Dollar gleich mit, das Chaos vor der Tuer, die EZB unvorbereitet&#8230;</p>
<p>Wie spannend Makrooekonomie sein kann, zeigt eine Dokumentation, die ich gestern per Zufall im Internet gefunden habe. Unter dem Titel &quot;Commanding Heights&quot; haben zwei Oekonomen eine Fernsehsendung fuer den amerikanischen Sender PBS konzipiert, die allgemein verstaendlich und unglaublich spannend die makrooekonomische Entwicklung des 20. Jahrhunderts zeigt. Clinton, Hayek, Friedman oder Thatcher kommen zur Sprache; Chile, die grosse Depression &#8211; kommt alles drin vor.</p>
<p>Die Sendung faengt damit an, wie Keynes und Hayek 1940 auf dem Dach des King&#8217;s College liegen und die deutschen Bomber ueber London beobachten. Die Ideen dieser beiden Maenner, so die Kommentarstimme, werden die Politik des 20. Jahrhunderts praegen. Wenn das nichts ist&#8230;</p>
<p>Online anschaubar ist die Dokumentation unter:<br />
<a href="http://www.pbs.org/wgbh/commandingheights/lo/index.html" rel="nofollow">http://www.pbs.org/wgbh/commandingheights/lo/index.html</a></p>
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