So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog

So wird 2007

Von 9. Januar 2007 um 09:31 Uhr

Noch im alten Jahr haben Dieter Wermuth und ich uns getroffen, um gemeinsam tief in die Kristallkugel zu schauen. Wir entdeckten einen freundlich grinsenden Alan Greenspan (das ist der alte Chef der amerikanischen Notenbank, Sie wissen schon). Er winkte uns zu und signalisierte: Auch meine letzte Wette werde ich gewinnen. Ich bin nicht der König der Blasen, sondern the Master of the Universe. Der Weltwirtschaft gelingt das Ausbalancieren der Ungleichgewichte, ohne Dollarcrash, ohne dass die Immobilienblase in Amerika platzt und ohne eine tiefe, weltweite Rezession. Das ist auch unsere Annahme für das nächste Jahr.

Nach Greenspan tauchten Buchstaben auf, grau-grün: MREESNOIANERV. Dreimal hin und her geschoben: MEAN REVERSION, sprach die Kugel, also zurück zur Normalität. Auch das beherzigen wir, zwar noch nicht für die Unternehmensgewinne, wohl aber für die langen Zinsen, für die Risikoprämien von riskanten Anleihen sowie für die Volatilität.

Hier unsere Wetten im Einzelnen (das Kürzel am Ende der Wette verrät, von wem sie ursprünglich stammt):

  1. Die zehnjährige Rendite der Bundesanleihen zieht auf 4,50 Prozent an



  1. Die Schwankungsanfälligkeit der Finanzmärkte nimmt wieder zu

  • - weil die Zinsen steigen und dadurch alle riskanten Assets neu bewertet werden müssen.
  • - weil sich die Bonität der Unternehmensanleihen verschlechtern wird.
  • - weil der Yen aufwerten wird und damit der Carry-Trade seine besten Tage gesehen hat (heu).



  1. Es wird in Amerika zu keiner Rezession kommen – das reale Sozialprodukt wird 2007 mindestens 2 Prozent höher sein als im vergangenen Jahr

  • - die Anzahl der Jobs nimmt immer noch um 100.000 bis 150.000 im Monat zu und lag im November um 2,1 Prozent über dem Vorjahresstand.
  • - die Zuwachsrate für das verfügbare Einkommen betrug nicht zuletzt deswegen 5,1 Prozent, so dass die Leute nach Abzug der Inflationsrate von (nur!) 2 Prozent real 3 Prozent mehr in der Tasche hatten als vor Jahresfrist: trotz gestiegener Zinsen und der Schwäche des Immobilienmarktes wird der Konsum, die wichtigste Stütze der Konjunktur, nicht wegbrechen.
  • - der abwertende Dollar hat den positiven Nebeneffekt, dass sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Firmen verbessert und der Export die langsamere Expansion der Inlandsnachfrage zum Teil wettmacht.
  • - zudem scheint es bislang nicht zu einem echten Rückgang der Hauspreise gekommen zu sein – lediglich die Zuwachsrate ist von nahe 15 Prozent auf etwa 5 Prozent gesunken.
  • - es könnte sein, dass es für die Immobilienbesitzer also erneut nicht zu einem Vermögensverlust kommt – für die Aktienbesitzer sieht die Welt sogar ausgesprochen erfreulich aus, nachdem der S&P 500 im letzten Jahr 14,4 Prozent zugelegt hatte und es weiter aufwärts zu gehen scheint mit den Gewinnen, wenn auch nicht mehr ganz so flott wie in den Vorjahren; zu knausern brauchen sie jedenfalls nicht (DW).



  1. Der Euro wird am Jahresende mindestens 1,45 Dollar kosten

  • - die EZB wird die Zinsen nicht nur hoch halten, sondern vermutlich – entgegen meiner erst kürzlich geäußerten Ansicht, dass bei 3,5 Prozent Schluss sei – auf 3,75 Prozent oder sogar 4 Prozent anheben, da das Wachstum kräftig genug ist und die Liquidität beunruhigend rasch zunimmt.
  • - während die Fed eher erwägt, die Zinsen demnächst wieder zu senken; die Marktteilnehmer gehen davon aus, dass es in diesem Herbst dazu kommt; von der Zinsdifferenz her wird sich der Euro festigen.
  • - einigermaßen sicher ist auch, dass die Zentralbanken weiter ihr Dollarrisiko zugunsten des Euro vermindern wollen; sie werden ihre Anlagen nicht unbedingt aggressiv umschichten, aber bei Neuzugängen dem Euro ein größeres Gewicht geben werden.
  • - nach wie vor werden europäische Unternehmen aus nicht ganz verständlichen Gründen deutlich niedriger bewertet als amerikanische; da das Wachstumspendel jetzt zugunsten Europas ausschlägt, dürfte es auch vermehrt private Anlagen in Euro geben.
  • - Eurolands Leistungsbilanz wird zudem 2007 nahezu ausgeglichen sein, während die USA ein Defizit von 800 Milliarden Dollar finanzieren müssen; von daher gibt es ständig ein Überangebot an Dollars, das seinen Kurs unter Druck halten wird (DW).



  1. Die Inflationsrate Eurolands wird im Verlauf des Jahres unter 1,7 Prozent sinken

  • - die Kerninflationsrate, um die sich die Headline-Rate im Konjunkturverlauf immer bewegt, ist schon seit langem nicht höher als 1,5 Prozent.
  • - die Lohnabschlüsse bleiben moderat, da es in fast allen Bereichen, die dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, ein Überangebot an Arbeit gibt; die Verhandlungsposition der Gewerkschaften bessert sich, bleibt aber schwach.
  • - die Produktivität nimmt allein aus zyklischen Gründen demnächst wieder stärker zu, so dass die Lohnstückkosten, der wichtigste Kostenfaktor überhaupt, kaum steigen dürften; die Unternehmen können daher ihre Gewinne weiter steigern, ohne dass sie groß ihre Preise erhöhen müssen.
  • - die Aufwertung des Euro bedeutet, dass die Währungsunion Preisstabilität importiert; der Verlust an preislicher Wettbewerbsfähigkeit bedeutet auch, dass sich das Angebot im Inland erhöht, was wiederum tendenziell den Preisanstieg dämpft.
  • - schließlich werden auch die höheren Zinsen irgendwann einmal greifen; sie werden ja in der Absicht angehoben, die Nachfrage und damit die Inflation abzukühlen (es fragt sich allerdings, was es bei letzterer noch abzukühlen gibt) (DW).



  1. In Deutschland wird der private Verbrauch, der real seit fünf Jahren stagniert, um mindestens 1,5 Prozent zunehmen

  • - im Dezember dürfte die Anzahl der Erwerbstätigen bei 39,4 Millionen gelegen haben und damit um 1,3 Prozent über ihrem Vorjahreswert; eine so hohe Steigerungsrate hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.
  • - nach den jüngsten Umfragen planen immer mehr Unternehmen, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
  • - die Reallöhne werden trotz der Belastungen durch Ölpreise und Mehrwertsteuer erstmals seit 2001 wieder zunehmen, wenn auch kaum um mehr als 1 Prozent; im fünften Jahr seit dem konjunkturellen Tief dürfte der Widerstand gegen großzügigere Lohnerhöhungen nicht mehr so stark sein.
  • - weil die Gewinne weiterhin, das fünfte Jahr in Folge, zweistellig zunehmen werden; insgesamt beschleunigt sich also die Zunahme des real in der Volkswirtschaft verfügbaren Einkommens.
  • - es besteht vermutlich ein beträchtlicher Nachholbedarf an Konsumausgaben; wegen der katastrophalen Lage am Arbeitsmarkt hatten sich die Verbraucher jahrelang zurückgehalten.
  • - darüber hinaus dürfte der Anstieg der Aktienkurse um 22 Prozent im abgelaufenen Jahr positive Vermögenseffekte auf die Ausgaben der Haushalte haben; auch der Immobilienmarkt hat sich offenbar gefangen (DW).



  1. Das reale BIP der Welt wird im vierten Jahr in Folge um mehr als 4 Prozent zunehmen

  • - der Aufschwung geht weiterhin einher mit einer lebhaften Investitionstätigkeit, so dass auf der Angebotsseite bislang keine Engpässe entstanden sind.
  • - das gilt genauso für die Arbeitsmärkte, so dass die durchschnittliche Inflationsrate kaum mehr als 3 Prozent beträgt.
  • - das ermöglicht eine relativ lockere Geldpolitik; die Notenbanken werden den Aufschwung vorläufig nicht abzuwürgen versuchen.
  • - die wichtigsten Schwellenländer haben keine finanziellen Probleme; sie verfügen über gewaltige Devisenreserven und sind inzwischen zu Netto-Kapitalexporteuren geworden, so dass so etwas wie eine neue Asienkrise auf absehbare Zeit ganz unwahrscheinlich ist.
  • - es gibt wenig, was den Aufholprozess dieser Länder stoppen könnte; angesichts von Pro Kopf-Einkommen, die bei kaum einem Zehntel des unsrigen liegen, ist der Nachholbedarf bei Konsumgütern, Wohnungen, Fabrikausrüstungen und Infrastruktur immens.
  • - marktwirtschaftliche Reformen und die rapide Integration in die Arbeitsteilung der Welt werden als Erfolgsmodelle gesehen; das setzt immer mehr unternehmerische Energien frei (DW).



  1. Der Ölpreis fällt auf 50$, erreicht am Jahresende aber wieder 65$

  • - durch den milden Winter auf der Nordhalbkugel kommt es zu einem Überangebot an Öl.
  • - es gibt zur Zeit keine Lieferengpässe aus politischen Gründen.
  • - Öl wird zunehmend durch andere Energieträger ersetzt.
  • - die hohen Preise zwingen die Verbraucher, ihren Ölverbrauch zu drosseln,
  • - aber: die Weltkonjunktur brummt und
  • - das Angebot an Öl nimmt höchstens um 2 Prozent zu, während das Sozialprodukt der Welt um etwa 4,5 Prozent expandiert – der Anpassungsparameter sind die Preise
  • - wir werden wohl nicht noch einmal eine so ruhige Hurricane-Saison und einen so milden Winter erleben. (DW)



  1. Eurolands Aktien werden im Jahresverlauf um mindestens 10 Prozent steigen

  • - vor allem weil die Gewinne ebenfalls sehr kräftig zulegen.
  • - die Bewertungen sind nach wie vor moderat (KGV ca. 14,5) – vor allem im Vergleich zu den USA. Gegenüber Staatsanleihen, die real zwei Prozent abwerfen, sind Aktien billig.
  • - eine Unternehmensteuerreform bleibt auf der politischen Agenda, so dass auf mittlere Sicht mit höheren Nettogewinnen zu rechnen ist (DW).



  1. In Deutschland gibt es ein kleines Produktivitätswunder – das BIP je Arbeitsstunde wird Ende 2007 um mehr als 2 Prozent über dem Wert von Ende 2006 liegen

  • - geht man nach den Unternehmensumfragen und den Auftragseingängen, wird die Produktion nach dem relativ schwachen ersten Quartal mit einer Rate von etwa 3,5 Prozent expandieren.
  • - die Beschäftigung steigt nur noch um 1 Prozent.
  • - nach wie vor sind die Kapazitätsreserven sehr groß, so dass sich der Output relativ problemlos steigern lässt, ohne in gleichem Maße neue Mitarbeiter einstellen zu müssen.
  • - da die Investitionstätigkeit endlich in Schwung gekommen ist, erhöht sich das sogenannte Produktionspotential wieder rascher als bisher, wodurch zusätzliche Reserven und Effizienzgewinne entstehen (DW).



  1. Französische und italienische Gewerkschaften demonstrieren in Berlin für höher Löhne in Deutschland

    Das ist eine alte Wette, die ich schon im Herbst 2003 Helmut Schmidt (Altkanzler und Mitherausgeber der ZEIT) vorgeschlagen habe. Er hätte eingeschlagen, wenn wir die Wette auf 2004 begrenzt hätten. Doch das war mir zu riskant. 2007, wie von mir vorgeschlagen, akzeptierte Helmut Schmidt nicht. Augenzwinkernd sagte er, es sei unsinnig in seinem Alter eine Wette über vier oder fünf Jahre abzuschließen.

    Deshalb wette ich nun für 2007, dass sich ausländische Gewerkschaften aus Euroland hierzulande für höhere Löhne stark machen. Warum? Weil in der Währungsunion den Löhnen die Rolle des abgeschafften Wechselkurses zufällt. Und die Lohnzurückhaltung in Deutschland ist so stark ausgeprägt gewesen, dass jede weitere Abwertung gegenüber Frankreich oder Italien unakzeptabel ist. Das wäre schlicht beggar-my-neighbour vom Feinsten. Die Franzosen und Italiener werden nach Berlin reisen, um ihren schlaffen deutschen Gewerkschaftskollegen Mut zu spenden. Denn die Lohnerhöhungen müssen 2007 zumindest verteilungsneutral ausfallen (siehe meine Rechnung). Tun sie es nicht und bleiben weiter hinter Produktivität und Inflation zurück, müssen die Löhne in den nächsten Jahren in Frankreich und Italien sinken – oder den Euro reißt es auseinander. Deshalb lohnt sich der Trip nach Berlin. (heu)

Kategorien: Die Heusinger-Wetten
Leser-Kommentare
  1. 1.

    [...] Unerwähnt kann man es nicht lassen: die Wetten von Robert von Heusinger und Dieter Wermuth von Herdentrieb für das Jahr 2007: So wird 2007 … [...]

  2. 2.

    Liebe Leserinnen und Leser,

    wir haben leider ein technisches Problem, das dazu führt, dass dieser Blog-Beitrag in einigen Browsern (z.B. dem Internet Explorer) zur Zeit nicht korrekt dargestellt wird, was seine Lesbarkeit beeinträchtigt.

    Wir bitten dafür um Entschuldigung.

    Es wird fieberhaft an einer Lösung gearbeitet.

    Mit besten Grüßen
    Uwe Richter

    • 9. Januar 2007 um 18:02 Uhr
    • Uwe Richter
  3. 3.

    - die Reallöhne werden trotz der Belastungen durch Ölpreise und Mehrwertsteuer erstmals seit 2001 wieder zunehmen, wenn auch kaum um mehr als 1 Prozent; im fünften Jahr seit dem konjunkturellen Tief dürfte der Widerstand gegen großzügigere Lohnerhöhungen nicht mehr so stark sein.

    - weil die Gewinne weiterhin, das fünfte Jahr in Folge, zweistellig zunehmen werden; insgesamt beschleunigt sich also die Zunahme des real in der Volkswirtschaft verfügbaren Einkommens.

    Na, das sind ja tolle Aussichten, gerade mal einstellig gegen zweistellig. Die Umverteilung von unten nach oben setzt sich also fort, die Gewinne sollen also weiter im Ausland (Export) gemacht werden. Warum aber sollte die ausländische Nachfrage so stark bleiben? Weil “angesichts von Pro Kopf-Einkommen, die bei kaum einem Zehntel des unsrigen liegen, ist der Nachholbedarf bei Konsumgütern, Wohnungen, Fabrikausrüstungen und Infrastruktur immens.” Wo ist denn da die Logik? Der Nachholbedarf dürfte sich angesichts dieses Einkommens wohl kaum als echter “Bedarf”, i.e. Nachfrage, niederschlagen.
    Wenn man dies bedenkt, wie auch die Tatsache, das Dtschl. vor allem Investitionsgüter exportiert (Maschinenbau), die Produktion wie die Konsumtion also nicht in Dtschl. stattfinden werden, da die Nachfrage hier stagniert. Es scheint mir eher so, dass die deutsche Industrie gerade ihre künftigen Konkurrenten ausstattet…
    Also eine widersprüchlichere Kristallkugel habe ich noch nicht kennengelernt. Aber vielleicht ist das das Astrologie-Phänomen: Die eindeutige Aussage eines Horoskops entsteht im Geiste des Betrachters…

    • 9. Januar 2007 um 18:44 Uhr
    • edicius
  4. 4.

    Das Auseinanderbrechen der Eu ließe sich verhindern, inden das Maastricht-Kriterium zugunsten des Keynes-Kriteriums aufgegeben wird. 1945 forderte Keynes gegen Staaten, die pernament Handelsbilanzüberschüsse erwirtschaften, Sanktionen zu ergreifen. SIe könnten im Fall Deutschlands darin bestehen, dass die Hälfte des Handelsbilanzüberschusses als Sanktion nach Brüssel zu überweisen ist. Damit könnte das Delor-Programm finanziert werden.
    Doch dafür bräuchten wir einen Politiker vom Format Helmut Schmidts.

    • 10. Januar 2007 um 12:28 Uhr
    • zukunftshoffnung
  5. 5.

    Selbstverständlich sind die unterschiedlichen Lohnentwicklungen innerhalb der Euro-Zone ein Problem. Allerdings sollte man dies nicht von Seiten der Poltik mit Eingriffen in die Tarif- oder Handelsautonomie versuchen zu verhindern. Der einzig richtige Weg ist der Weg der Europäisierung der Gewerkschaften. Wenn die Gewerkschaften ihre Lohnforderung teilweise harmonisieren, dann verschwindet das Problem. Sie müssen diese dabei nicht einmal vollständig harmonisieren wie das Beispiel Deutschlands beweist. In Deutschland gab es immer Pilotabschlüsse in strukturstarken Regionen, die nicht immer voll in strukturschwachen Regionen übernommen wurden.
    Wenn auf Euro-Ebene in Zukunft nach einer Absprache unter den Gewerkschaften ein Pilotabschluss in Norditalien, Nordostspanien, Paris oder Baden-Württhemberg entsteht der danach von den anderen übernommen wird (von den straken Regionen voll, von den schwachen weniger), kann das auch auf Euro-Ebene funktionieren. Die Gewerkschaften müssen nur endlich begreifen, dass sie in einem Boot sitzen und ihre nationalen Egoismen begraben.

    • 10. Januar 2007 um 17:09 Uhr
    • Thomas
  6. 6.

    @zukunftshoffnung

    Sehr schöner Hinweis! Leistungsbilanzüberschüsse erscheinen ja derzeit hierzulande geradezu als Nachweis eigener Leistungskraft. Die möchte man sogar noch steigern, ist stolz drauf. Dass dies in erweitertem Schluss nur heisst, dass es mit dem Inlandsgeschäft wohl – mangels Binnennachfrage – wohl nicht so gut bestellt ist, und diese Überschüsse eigentlich eine strafwürdige Einseitigkeit darstellen, darauf wird selten genug aufmerksam gemacht.

    • 10. Januar 2007 um 18:55 Uhr
    • edicius
  7. 7.

    Interessante Prognosen.

    Nur eine kleine Geschichte, warum es unwahrscheinlicher wird, dass es zu neuen Finanzkrisen kommt. Neulich habe ich Heiner Flassbeck dazu reden hören, der sehr spannende Analysen dazu angeboten hat: Was die Finanzkrisen ausgelöst hat, war vor allem die überbewerteten Währungen. Die gibt es jetzt nicht mehr.

    Viele Emerging Markets hatten Anfang / Mitte der 90er Jahre ihre Inflation mittels des Wechselkurses stabilisiert, was mit der Liberalisierung der Kapitalbilanz und hohen Kapitaleinflüssen zu einer Überbewertung geführt hat, die die Märkte ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr mitgemacht haben.

    Die Gegenbeispiele sind Chile und China. Beide Länder hatten es geschafft, die Inflation über andere Mittel gering zu halten und konnten deswegen die Zinsen gering und den Wechselkurs leicht unterhalb des Dollars halten, was ihre Exporte angetrieben hat. Zweifel über einen falsch fixierten Wechselkurs gab es nicht, Finanzkrisen blieben aus (in China natürlich auch deswegen, weil Kapital nicht aus dem Land kommt).

    Zu diesem Prinzip der leichten Unterbewertung (vor allem gegenüber dem Dollar), so Flassbeck, sind die meisten Länder nach den Finanzkrisen auch gekommen. Der Haken ist bloß, dass der höhere Export von jemandem aufgenommen werden muss – besonders die USA haben sich dafür angeboten. Bleibt die Abwertung des Dollar gering, alles wunderbar, importieren die Europäer mit anziehender Binnenkonjunktur, dann auch.

    Das Weltwirtschaftswachstum hängt dann wohl an den beiden Szenarien.

    Grüße,

    Kramladen

    • 10. Januar 2007 um 21:57 Uhr
    • Kramladen
  8. 8.

    [...] Der Börsen-Experte Robert von Heusinger tippt auf die bestens begründeten 7.200 DAX-Punkten [...]

  9. Kommentar zum Thema

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