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	<title>Kommentare zu: Renten &#8211; lasst die anderen für uns arbeiten!</title>
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	<description>So funktioniert Kapitalismus</description>
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		<title>Von: Verwaltung.modern@Kehl</title>
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		<dc:creator>Verwaltung.modern@Kehl</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 May 2007 12:05:33 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;strong&gt;Die Finanzierung des Alters&lt;/strong&gt;

Meine Kollegin Kathrin Strobel und ich haben im Rahmen des Wahlpflichtfaches Wirtschaft und Finanzen das Thema „Die Finanzierung des Alters - Lage, Problematik und Lösungsansätze in der Renten – und Pflegeversicherung“ bearbeitet. Falls jemand ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Finanzierung des Alters</strong></p>
<p>Meine Kollegin Kathrin Strobel und ich haben im Rahmen des Wahlpflichtfaches Wirtschaft und Finanzen das Thema „Die Finanzierung des Alters &#8211; Lage, Problematik und Lösungsansätze in der Renten – und Pflegeversicherung“ bearbeitet. Falls jemand &#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: I.I.Oblomow</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2371</link>
		<dc:creator>I.I.Oblomow</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2007 13:02:34 +0000</pubDate>
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		<description>@ Rudolph Blitzableiter

&gt;&gt; Inzwischen &#8220;fl&#252;chtet&#8221; das Kapital in Finanzinvestitionen (Aktien, Derivate, was auch immer).

Eine kurze Betrachtung, um die Bedeutung dieses Satzes auszuloten:

Um Kredit zu erhalten (=Schulden machen zu k&#246;nnen), braucht man i. a. Kapital als Kreditsicherheit - beispielsweise eine Immobilie, die f&#252;r den Kredit verpf&#228;ndet wird.

Der einger&#228;umte Kredit kann nun f&#252;r folgende Zwecke verwendet werden:

1) Man bezahlt damit die Arbeiter eines Unternehmens - es handelt sich also um eine &quot;Investition&quot; in die &quot;Realwirtschaft&quot;.

2) Man kauft damit Finanztitel (Anleihen, Aktien, Derivate, was auch immer).

In beiden F&#228;llen hat man Schulden, der Kredit mu&#223; bedient werden. Dies geschieht im Fall 1) durch den Verkauf der produzierten Waren und im Fall 2) durch den Verkauf der Finanztitel bzw. durch das Kassieren von Dividenden und Anleihezinsen.

&quot;...die gegen&#252;berstehenden Produktionsmittel werden nominal immer wertvoller, einfach weil die Geldmenge die sie nachfragt steigt....&quot;

Das h&#228;ngt vom Verhalten aller Marktteilnehmer ab und kann so sein. Wenn es zu einer Blasenbildung kommt, dann wird die Blase durch kreditfinanzierte Spekulationsk&#228;ufe nat&#252;rlich verst&#228;rkt.

&quot;Eine verst&#228;rkte Kapitaldeckung breiter Bev&#246;lkerungsschichten kann da helfen, das System weiter am Laufen zu halten.&quot;

Mit anderen Worten: wenn es gelingt, die &#220;BERTEUERTEN Finanztitel an das breite Volk zu distributieren, dann sind die kreditfinanzierten Spekulanten fein raus - ihre Gewinne bezahlt der &quot;dumme&quot; K&#228;ufer, der zu &#252;berh&#246;hten Preisen kauft. Gelingt dies nicht, werden die kreditfinanzierten Spekulanten Verluste einfahren.

&quot;Je mehr die (virtuellen) Werte anschwellen, desto unrealistischer wird die Vorstellung, dass man dieses Verm&#246;gen sp&#228;ter tats&#228;chlich wieder real verkonsumieren k&#246;nnte&quot;

Nur realisierte Gewinne sind tats&#228;chliche Gewinne. Also: &#252;berteuerte Finanztitel VERKAUFEN und den Gewinn einstreichen. Ganz einfach &quot;...raus aus den Finanzanlagen und sich ein St&#252;ck Realwirtschaft sichern...&quot; zu VERN&#220;NFTIGEN Preisen!!!!

&gt;&gt; Aber der kleine Mann hat nicht nur einen sinkenden Reallohn, er wird auch noch angestiftet, beim gro&#223;en Monopoly mitzuspielen (&#8220;Weniger Konsum, mehr private Vorsorge!&#8221;).

Bei so einem Spiel kann man gewinnen und verlieren. Wer sich mit den Spielregeln nicht gut vertraut macht, wird wahrscheinlich verlieren...

Beim staatlichen ULV-Monopoly wird der kleine Mann (Arbeiter/Angestellter) GEZWUNGEN mitzuspielen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Rudolph Blitzableiter</p>
<p>&gt;&gt; Inzwischen &ldquo;fl&uuml;chtet&rdquo; das Kapital in Finanzinvestitionen (Aktien, Derivate, was auch immer).</p>
<p>Eine kurze Betrachtung, um die Bedeutung dieses Satzes auszuloten:</p>
<p>Um Kredit zu erhalten (=Schulden machen zu k&ouml;nnen), braucht man i. a. Kapital als Kreditsicherheit &#8211; beispielsweise eine Immobilie, die f&uuml;r den Kredit verpf&auml;ndet wird.</p>
<p>Der einger&auml;umte Kredit kann nun f&uuml;r folgende Zwecke verwendet werden:</p>
<p>1) Man bezahlt damit die Arbeiter eines Unternehmens &#8211; es handelt sich also um eine &#8220;Investition&#8221; in die &#8220;Realwirtschaft&#8221;.</p>
<p>2) Man kauft damit Finanztitel (Anleihen, Aktien, Derivate, was auch immer).</p>
<p>In beiden F&auml;llen hat man Schulden, der Kredit mu&szlig; bedient werden. Dies geschieht im Fall 1) durch den Verkauf der produzierten Waren und im Fall 2) durch den Verkauf der Finanztitel bzw. durch das Kassieren von Dividenden und Anleihezinsen.</p>
<p>&#8220;&#8230;die gegen&uuml;berstehenden Produktionsmittel werden nominal immer wertvoller, einfach weil die Geldmenge die sie nachfragt steigt&#8230;.&#8221;</p>
<p>Das h&auml;ngt vom Verhalten aller Marktteilnehmer ab und kann so sein. Wenn es zu einer Blasenbildung kommt, dann wird die Blase durch kreditfinanzierte Spekulationsk&auml;ufe nat&uuml;rlich verst&auml;rkt.</p>
<p>&#8220;Eine verst&auml;rkte Kapitaldeckung breiter Bev&ouml;lkerungsschichten kann da helfen, das System weiter am Laufen zu halten.&#8221;</p>
<p>Mit anderen Worten: wenn es gelingt, die &Uuml;BERTEUERTEN Finanztitel an das breite Volk zu distributieren, dann sind die kreditfinanzierten Spekulanten fein raus &#8211; ihre Gewinne bezahlt der &#8220;dumme&#8221; K&auml;ufer, der zu &uuml;berh&ouml;hten Preisen kauft. Gelingt dies nicht, werden die kreditfinanzierten Spekulanten Verluste einfahren.</p>
<p>&#8220;Je mehr die (virtuellen) Werte anschwellen, desto unrealistischer wird die Vorstellung, dass man dieses Verm&ouml;gen sp&auml;ter tats&auml;chlich wieder real verkonsumieren k&ouml;nnte&#8221;</p>
<p>Nur realisierte Gewinne sind tats&auml;chliche Gewinne. Also: &uuml;berteuerte Finanztitel VERKAUFEN und den Gewinn einstreichen. Ganz einfach &#8220;&#8230;raus aus den Finanzanlagen und sich ein St&uuml;ck Realwirtschaft sichern&#8230;&#8221; zu VERN&Uuml;NFTIGEN Preisen!!!!</p>
<p>&gt;&gt; Aber der kleine Mann hat nicht nur einen sinkenden Reallohn, er wird auch noch angestiftet, beim gro&szlig;en Monopoly mitzuspielen (&ldquo;Weniger Konsum, mehr private Vorsorge!&rdquo;).</p>
<p>Bei so einem Spiel kann man gewinnen und verlieren. Wer sich mit den Spielregeln nicht gut vertraut macht, wird wahrscheinlich verlieren&#8230;</p>
<p>Beim staatlichen ULV-Monopoly wird der kleine Mann (Arbeiter/Angestellter) GEZWUNGEN mitzuspielen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Burkhardt Brinkmann</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2370</link>
		<dc:creator>Burkhardt Brinkmann</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 19:27:00 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=143#comment-2370</guid>
		<description>Bei der Besch&#228;ftigung mit dem Buch &quot;Das Ende des Wei&#223;en Mannes. Eine Handlungsaufforderung&quot; von Manfred Pohl (dessen Einleitung &#252;brigens mit dem folgenden Satz beginnt: &quot;Wenn die Kinder, die heute geboren werde, in der H&#228;lfte ihres Lebens angelangt sind, wird es die meisten Rohstoffe, die heute die Basis unseres Wirtschaftslebens sind, nicht mehr geben, so zum Beispiel &#214;l, Gas, Kupfer und Uran&quot;) stie&#223; ich auf den Artikel &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2005/36/Wei_a7er_Mann&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&quot;Wei&#223;er Mann &#8211; was nun?&quot; von Matthias Politycki in DIE ZEIT 01.09.2005 Nr.36&lt;/a&gt;.
Pflichtlekt&#252;re f&#252;r alle Traumt&#228;nzer, die wo glauben, dass die anderen unsere Renten bezahlen werden (weil wir irgendwelche Rechte oder Vertr&#228;ge oder &#228;hnliches Toilettenpapier haben).

Die zweitbeste Investition zur Rentensicherung ist, wenn man was im Ausland anlegen will (jedenfalls im nicht-europ&#228;ischen), der Aufbau einer soliden europ&#228;ischen Streitmacht (einschlie&#223;lich Atomstreitmacht - vgl. dazu meinen Blog-Eintrag &quot;&lt;a href=&quot;http://beltwild.blogspot.com/2006/01/die-scholz-bombe-einerseits-das-ende.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;DIE SCHOLZ-BOMBE - einerseits. DAS ENDE DER GEM&#220;TLICHKEIT - andererseits&lt;/a&gt;&quot;

Die beste Investition w&#228;re die Wahl der Mds-Partei. Die soll stehen f&#252;r:

- &quot;Muss das sein?&quot;
- &quot;Macht das Sinn?&quot; und
- &quot;Macht&#039;s doch selber!&quot;

Also:
a) Umfassende Rationalisierung auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene (Stichwort: B&#252;rokratieabbau; aber auch: was machen wir mit dem alten Plunder, den wir in Bauwerken, Museen und in der Unescoisierung weiter Landstriche noch immer manisch akkumulieren - vgl. mein Blog-Eintrag &quot;&lt;a href=&quot;http://beltwild.blogspot.com/2005/05/renten-sichern-wehrfriedhofsmauer.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Renten sichern - Wehrfriedhofsmauer zerfallen lassen!&lt;/a&gt;&quot;
und
b) Wegfall von vermeintlich &quot;unverzichtbaren&quot; Aufgaben und Ausgaben des Staates, um die zentralen f&#252;r die Menschen noch finanzieren zu k&#246;nnen.
Leider ist es unter uns Kulturmenschen aber heute so, dass man in einer Gemeinde eher Gelder f&#252;r alten Plunder als f&#252;r neue Klos locker macht.
Wie &#252;berhaupt das Notwendige sich schlechter verkauft (die Stadtzentren sind voller Plunderl&#228;den, welche die dort hohen Mieten aufbringen k&#246;nnen; der Bedarf wird auf der Gr&#252;nen Wiese gedeckt) und geringer honoriert wird (Patente, die &quot;Urheberrechte&quot; der Erfinder,  haben sehr viel k&#252;rzere Ablauffristen als Urheberrechte von K&#252;nstlern).
Merkw&#252;rdige Welt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Besch&auml;ftigung mit dem Buch &#8220;Das Ende des Wei&szlig;en Mannes. Eine Handlungsaufforderung&#8221; von Manfred Pohl (dessen Einleitung &uuml;brigens mit dem folgenden Satz beginnt: &#8220;Wenn die Kinder, die heute geboren werde, in der H&auml;lfte ihres Lebens angelangt sind, wird es die meisten Rohstoffe, die heute die Basis unseres Wirtschaftslebens sind, nicht mehr geben, so zum Beispiel &Ouml;l, Gas, Kupfer und Uran&#8221;) stie&szlig; ich auf den Artikel <a href="http://www.zeit.de/2005/36/Wei_a7er_Mann" target="_blank">&#8220;Wei&szlig;er Mann &ndash; was nun?&#8221; von Matthias Politycki in DIE ZEIT 01.09.2005 Nr.36</a>.<br />
Pflichtlekt&uuml;re f&uuml;r alle Traumt&auml;nzer, die wo glauben, dass die anderen unsere Renten bezahlen werden (weil wir irgendwelche Rechte oder Vertr&auml;ge oder &auml;hnliches Toilettenpapier haben).</p>
<p>Die zweitbeste Investition zur Rentensicherung ist, wenn man was im Ausland anlegen will (jedenfalls im nicht-europ&auml;ischen), der Aufbau einer soliden europ&auml;ischen Streitmacht (einschlie&szlig;lich Atomstreitmacht &#8211; vgl. dazu meinen Blog-Eintrag &#8220;<a href="http://beltwild.blogspot.com/2006/01/die-scholz-bombe-einerseits-das-ende.html" target="_blank">DIE SCHOLZ-BOMBE &#8211; einerseits. DAS ENDE DER GEM&Uuml;TLICHKEIT &#8211; andererseits</a>&#8221;</p>
<p>Die beste Investition w&auml;re die Wahl der Mds-Partei. Die soll stehen f&uuml;r:</p>
<p>- &#8220;Muss das sein?&#8221;<br />
- &#8220;Macht das Sinn?&#8221; und<br />
- &#8220;Macht&#8217;s doch selber!&#8221;</p>
<p>Also:<br />
a) Umfassende Rationalisierung auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene (Stichwort: B&uuml;rokratieabbau; aber auch: was machen wir mit dem alten Plunder, den wir in Bauwerken, Museen und in der Unescoisierung weiter Landstriche noch immer manisch akkumulieren &#8211; vgl. mein Blog-Eintrag &#8220;<a href="http://beltwild.blogspot.com/2005/05/renten-sichern-wehrfriedhofsmauer.html" target="_blank">Renten sichern &#8211; Wehrfriedhofsmauer zerfallen lassen!</a>&#8221;<br />
und<br />
b) Wegfall von vermeintlich &#8220;unverzichtbaren&#8221; Aufgaben und Ausgaben des Staates, um die zentralen f&uuml;r die Menschen noch finanzieren zu k&ouml;nnen.<br />
Leider ist es unter uns Kulturmenschen aber heute so, dass man in einer Gemeinde eher Gelder f&uuml;r alten Plunder als f&uuml;r neue Klos locker macht.<br />
Wie &uuml;berhaupt das Notwendige sich schlechter verkauft (die Stadtzentren sind voller Plunderl&auml;den, welche die dort hohen Mieten aufbringen k&ouml;nnen; der Bedarf wird auf der Gr&uuml;nen Wiese gedeckt) und geringer honoriert wird (Patente, die &#8220;Urheberrechte&#8221; der Erfinder,  haben sehr viel k&uuml;rzere Ablauffristen als Urheberrechte von K&uuml;nstlern).<br />
Merkw&uuml;rdige Welt!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: I.I.Oblomow</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2369</link>
		<dc:creator>I.I.Oblomow</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 12:41:08 +0000</pubDate>
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		<description>@ Dieter Wermuth

Der Inflationsaspekt ist eine komplexe Sache:

Die Unternehmen sind daran interessiert, m&#246;glichst viel Geld von den Arbeitern durch Produktverkauf zur&#252;ckzuholen. Das Geld der Arbeiter bzw. die Schulden der Unternehmen vermehren sich im Laufe der Zeit durch Zins. Also werden die Unternehmen versuchen, Preiserh&#246;hungen und Lohnk&#252;rzungen durchzusetzen. Dabei stehen die Unternehmen aber meistens in Konkurrenz zu Mitbewerbern, was die Preise wiederum dr&#252;ckt. Gleichzeitig versuchen die Arbeiter, h&#246;chstm&#246;gliche L&#246;hne zu bekommen und niedrigste Produktpreise zu bezahlen (&quot;Geiz ist geil&quot;).

In nationalen, fr&#252;her eher st&#228;rker abgeschotteten Volkswirtschaften mit eigener W&#228;hrung war Inflation leichter generierbar: die Gewerkschaften haben 5% Lohnerh&#246;hung durchgesetzt und die Unternehmen haben ihre Preise entsprechend nach oben angepa&#223;t. Heute, in einer viel globalisierteren Welt mit gr&#246;&#223;eren W&#228;hrungsr&#228;umen und versch&#228;rfter Konkurrenzsituation sind solche nationalen Inflationsspielchen kaum noch spielbar. Was allerdings - durch die gro&#223;e Nachfrage - verst&#228;rkt spielbar ist, sind Inflationsspielchen &#252;ber Rohstoffe, z. B. &#252;ber den &#214;lpreis.

Nat&#252;rlich wirkt sich die erwartete Inflation auch auf die Verzinsung von Anleihen aus. Man kann mit Anleihen in dieser Hinsicht gewinnen und verlieren, abh&#228;ngig von Laufzeiten und Inflationsentwicklung.

Die Arbeiter in den Unternehmen produzieren den Wohlstand und erhalten davon auch den gr&#246;&#223;ten Anteil (Steuern jetzt mal unber&#252;cksichtigt). Kuponschneider und Dividendenkassierer versuchen, von dem produzierten Wohlstand etwas mitzunaschen.

Ja, und dann gibt es noch einen gro&#223;en Mitspieler/Mitnascher: der Staat mit seinen Steuern und seiner Umverteilungsmaschinerie: dir nehm ich was weg und dir geb ich es....</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Dieter Wermuth</p>
<p>Der Inflationsaspekt ist eine komplexe Sache:</p>
<p>Die Unternehmen sind daran interessiert, m&ouml;glichst viel Geld von den Arbeitern durch Produktverkauf zur&uuml;ckzuholen. Das Geld der Arbeiter bzw. die Schulden der Unternehmen vermehren sich im Laufe der Zeit durch Zins. Also werden die Unternehmen versuchen, Preiserh&ouml;hungen und Lohnk&uuml;rzungen durchzusetzen. Dabei stehen die Unternehmen aber meistens in Konkurrenz zu Mitbewerbern, was die Preise wiederum dr&uuml;ckt. Gleichzeitig versuchen die Arbeiter, h&ouml;chstm&ouml;gliche L&ouml;hne zu bekommen und niedrigste Produktpreise zu bezahlen (&#8220;Geiz ist geil&#8221;).</p>
<p>In nationalen, fr&uuml;her eher st&auml;rker abgeschotteten Volkswirtschaften mit eigener W&auml;hrung war Inflation leichter generierbar: die Gewerkschaften haben 5% Lohnerh&ouml;hung durchgesetzt und die Unternehmen haben ihre Preise entsprechend nach oben angepa&szlig;t. Heute, in einer viel globalisierteren Welt mit gr&ouml;&szlig;eren W&auml;hrungsr&auml;umen und versch&auml;rfter Konkurrenzsituation sind solche nationalen Inflationsspielchen kaum noch spielbar. Was allerdings &#8211; durch die gro&szlig;e Nachfrage &#8211; verst&auml;rkt spielbar ist, sind Inflationsspielchen &uuml;ber Rohstoffe, z. B. &uuml;ber den &Ouml;lpreis.</p>
<p>Nat&uuml;rlich wirkt sich die erwartete Inflation auch auf die Verzinsung von Anleihen aus. Man kann mit Anleihen in dieser Hinsicht gewinnen und verlieren, abh&auml;ngig von Laufzeiten und Inflationsentwicklung.</p>
<p>Die Arbeiter in den Unternehmen produzieren den Wohlstand und erhalten davon auch den gr&ouml;&szlig;ten Anteil (Steuern jetzt mal unber&uuml;cksichtigt). Kuponschneider und Dividendenkassierer versuchen, von dem produzierten Wohlstand etwas mitzunaschen.</p>
<p>Ja, und dann gibt es noch einen gro&szlig;en Mitspieler/Mitnascher: der Staat mit seinen Steuern und seiner Umverteilungsmaschinerie: dir nehm ich was weg und dir geb ich es&#8230;.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Dieter Wermuth</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2368</link>
		<dc:creator>Dieter Wermuth</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 11:17:34 +0000</pubDate>
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		<description>@ I.I.Oblomow

Eine sch&#246;ne saldenmechanische, also in sich geschlossene Beschreibung der Ver&#228;nderung der Forderungen und Verbindlichkeiten im Verh&#228;ltnis Unternehmen zu Arbeitern.

Der Inflationsaspekt spielt in diesem Zusammenhang, wie Sie andeuten aber nicht ausf&#252;hren, eine sehr wichtige Rolle. Gl&#228;ubiger, also k&#252;nftige Rentner, freuen sich &#252;ber sinkende Preise, Schuldner, also die Unternehmen, vermindern ihre reale Last, wenn es Inflation gibt.

Wer heute f&#252;r sein Alter spart, sollte diese Interessenlage immer im Blick haben. Wenn der Teil der Rente, der kapitalgedeckt ist, nicht vor Inflation gesch&#252;tzt ist, ist der Rentner schlecht dran, wenn die Preise mal wieder galoppieren sollten. Man kann inflationsgesch&#252;tze langlaufende Bundesanleihen kaufen (auch wenn sie real kaum mehr als 3 Prozent bringen) oder in Sachverm&#246;gen investieren, beispielsweise in Aktien von Versorgern oder Chemiefirmen (hohe Dividendenrendite!), gro&#223;en Versicherungen (sie sind so etwas wie Investment Fonds mit starker Ausrichtung auf das Ausland), oder nat&#252;rlich auch in Immobilien und Kunst, wenn man sich an diesen M&#228;rkten auskennt.

Beste Gr&#252;&#223;e, DW</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ I.I.Oblomow</p>
<p>Eine sch&ouml;ne saldenmechanische, also in sich geschlossene Beschreibung der Ver&auml;nderung der Forderungen und Verbindlichkeiten im Verh&auml;ltnis Unternehmen zu Arbeitern.</p>
<p>Der Inflationsaspekt spielt in diesem Zusammenhang, wie Sie andeuten aber nicht ausf&uuml;hren, eine sehr wichtige Rolle. Gl&auml;ubiger, also k&uuml;nftige Rentner, freuen sich &uuml;ber sinkende Preise, Schuldner, also die Unternehmen, vermindern ihre reale Last, wenn es Inflation gibt.</p>
<p>Wer heute f&uuml;r sein Alter spart, sollte diese Interessenlage immer im Blick haben. Wenn der Teil der Rente, der kapitalgedeckt ist, nicht vor Inflation gesch&uuml;tzt ist, ist der Rentner schlecht dran, wenn die Preise mal wieder galoppieren sollten. Man kann inflationsgesch&uuml;tze langlaufende Bundesanleihen kaufen (auch wenn sie real kaum mehr als 3 Prozent bringen) oder in Sachverm&ouml;gen investieren, beispielsweise in Aktien von Versorgern oder Chemiefirmen (hohe Dividendenrendite!), gro&szlig;en Versicherungen (sie sind so etwas wie Investment Fonds mit starker Ausrichtung auf das Ausland), oder nat&uuml;rlich auch in Immobilien und Kunst, wenn man sich an diesen M&auml;rkten auskennt.</p>
<p>Beste Gr&uuml;&szlig;e, DW</p>
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	</item>
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		<title>Von: I.I.Oblomow</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2367</link>
		<dc:creator>I.I.Oblomow</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Mar 2007 06:45:47 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=143#comment-2367</guid>
		<description>@ Rudolph Blitzableiter

1) Zum &#167;4 der Anlageverordnung deutscher Lebensversicherer: Das sollte nicht wirklich ein Problem sein. Der Lebensversicherer kauft dann eben z. B. Aktien deutscher Konzerne, die weltweit investieren. Damit w&#228;ren alle Einschr&#228;nkungen schon mal elegant umgangen.

2) &quot;...Gewinn ist Umsatz minus Kosten...(denn die ausgesch&#252;tteten Gewinne werden ja leider nicht verkonsumiert, sondern verschwinden in virtuellen Sph&#228;ren). ..&quot;

Ich nehme das mal als Stichwort f&#252;r ein paar grunds&#228;tzliche (nicht ersch&#246;pfende) Bemerkungen zum Finanzsystem - als Denkansto&#223;.

i) Die Schulden der Schuldner sind die Guthaben der Gl&#228;ubiger. Ohne Verschuldung kein Guthaben. Wenn Unternehmen produzieren, so m&#252;ssen sie sich letztlich bei den Arbeitern verschulden, um Arbeitsleistung einkaufen zu k&#246;nnen. Auch die Aussch&#252;ttung von &quot;Gewinnen&quot; kann man zun&#228;chst mal als Verschuldung der Unternehmen (als Kosten) betrachten.

ii) Nach erbrachter Arbeitsleistung sind die Arbeiter zun&#228;chst mal in der st&#228;rkeren Position eines Gl&#228;ubigers: sie haben das Geld (Guthaben) und die Unternehmen die Schulden. W&#252;rden die Arbeiter nun die von ihnen zuvor produzierten Waren nicht kaufen (totale Konsumverweigerung), k&#228;men die Unternehmen in Schwierigkeiten (steigende Verschuldung durch Zins!) und w&#252;rden durch Pleite/Konkurs in das Eigentum der Arbeiter &#252;bergehen - die Unternehmer/&quot;Kapitalisten&quot; verlieren dabei ihr Eigenkapital.

iii) &quot;Sparen&quot; (&quot;Vorsorgen&quot;) ist partielle Konsumverweigerung bzw. Konsumunm&#246;glichkeit, wenn die produzierten Waren unbrauchbar oder nicht vorhanden sind - dem Schuldner ist die Tilgung seiner Schuld dadurch nicht vollst&#228;ndig m&#246;glich.

iv) Unter allen Unternehmen gibt es welche, die ihre Produkte besonders erfolgreich verkaufen: es flie&#223;t durch erfolgreichen Produktverkauf mehr Geld ins Unternehmen zur&#252;ck als vorher f&#252;r die Produktion (einschlie&#223;lich Zinszahlungen und Dividenden) aufgewendet wurde - das Eigenkapital steigt, das Unternehmen wird zum Nettogl&#228;ubiger (&quot;Sparer&quot;). Die Kehrseite dieses Erfolgs sind andere Unternehmen, die weniger erfolgreich sind - deren Verschuldung steigt bzw. Eigenkapital sinkt. In der Mitte zwischen diesen Extremen liegen Unternehmen, bei denen die Geldfl&#252;sse ungef&#228;hr ausgewogen sind: der Erl&#246;s aus den Produktverk&#228;ufen reicht, um das Verh&#228;ltnis Verschuldung(Fremdkapital)/Eigenkapital ungef&#228;hr konstant zu halten (es werden laufend Zinsen und Dividenden bezahlt).

iv) Der &quot;sparende&quot;/kapitalbildende Arbeiter hat nun folgende M&#246;glichkeiten:

a) Geldforderungen zu halten und Zinsen zu kassieren.

b) Das Geldverm&#246;gen in eine &quot;Sachanlage&quot; umzutauschen - z. B. Eigentumswohnung/Eigenheim (spart Miete), Gold, Briefmarken, etc. oder auch in die eigene Bildung, Gesundheit, Sch&#246;nheit etc. Jeder Umtausch stellt auch eine Spekulation hinsichtlich der Renditeerwartung dar, n&#228;mlich durch den Umtausch zu profitieren. Die Renditeerwartung kann auch ideeller Art sein: wenn ich mir z. B. ein sch&#246;nes Bild kaufe und mich jeden Tag daran erfreue, so ist diese Freude meine Rendite, die ich dann h&#246;her sch&#228;tze als Geldzinsen.

c) Der sparende Arbeiter kann auch vom Gl&#228;ubigerstatus zum haftenden Eigenkapitalgeber wechseln: er kauft sich Aktien in der Hoffnung, dabei mehr Rendite zu erhalten als bei einer Geldforderung...

v) Das Thema Inflation habe ich aus Platzgr&#252;nden bewu&#223;t weggelassen, ebenso einige weitere Aspekte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Rudolph Blitzableiter</p>
<p>1) Zum &sect;4 der Anlageverordnung deutscher Lebensversicherer: Das sollte nicht wirklich ein Problem sein. Der Lebensversicherer kauft dann eben z. B. Aktien deutscher Konzerne, die weltweit investieren. Damit w&auml;ren alle Einschr&auml;nkungen schon mal elegant umgangen.</p>
<p>2) &#8220;&#8230;Gewinn ist Umsatz minus Kosten&#8230;(denn die ausgesch&uuml;tteten Gewinne werden ja leider nicht verkonsumiert, sondern verschwinden in virtuellen Sph&auml;ren). ..&#8221;</p>
<p>Ich nehme das mal als Stichwort f&uuml;r ein paar grunds&auml;tzliche (nicht ersch&ouml;pfende) Bemerkungen zum Finanzsystem &#8211; als Denkansto&szlig;.</p>
<p>i) Die Schulden der Schuldner sind die Guthaben der Gl&auml;ubiger. Ohne Verschuldung kein Guthaben. Wenn Unternehmen produzieren, so m&uuml;ssen sie sich letztlich bei den Arbeitern verschulden, um Arbeitsleistung einkaufen zu k&ouml;nnen. Auch die Aussch&uuml;ttung von &#8220;Gewinnen&#8221; kann man zun&auml;chst mal als Verschuldung der Unternehmen (als Kosten) betrachten.</p>
<p>ii) Nach erbrachter Arbeitsleistung sind die Arbeiter zun&auml;chst mal in der st&auml;rkeren Position eines Gl&auml;ubigers: sie haben das Geld (Guthaben) und die Unternehmen die Schulden. W&uuml;rden die Arbeiter nun die von ihnen zuvor produzierten Waren nicht kaufen (totale Konsumverweigerung), k&auml;men die Unternehmen in Schwierigkeiten (steigende Verschuldung durch Zins!) und w&uuml;rden durch Pleite/Konkurs in das Eigentum der Arbeiter &uuml;bergehen &#8211; die Unternehmer/&#8221;Kapitalisten&#8221; verlieren dabei ihr Eigenkapital.</p>
<p>iii) &#8220;Sparen&#8221; (&#8220;Vorsorgen&#8221;) ist partielle Konsumverweigerung bzw. Konsumunm&ouml;glichkeit, wenn die produzierten Waren unbrauchbar oder nicht vorhanden sind &#8211; dem Schuldner ist die Tilgung seiner Schuld dadurch nicht vollst&auml;ndig m&ouml;glich.</p>
<p>iv) Unter allen Unternehmen gibt es welche, die ihre Produkte besonders erfolgreich verkaufen: es flie&szlig;t durch erfolgreichen Produktverkauf mehr Geld ins Unternehmen zur&uuml;ck als vorher f&uuml;r die Produktion (einschlie&szlig;lich Zinszahlungen und Dividenden) aufgewendet wurde &#8211; das Eigenkapital steigt, das Unternehmen wird zum Nettogl&auml;ubiger (&#8220;Sparer&#8221;). Die Kehrseite dieses Erfolgs sind andere Unternehmen, die weniger erfolgreich sind &#8211; deren Verschuldung steigt bzw. Eigenkapital sinkt. In der Mitte zwischen diesen Extremen liegen Unternehmen, bei denen die Geldfl&uuml;sse ungef&auml;hr ausgewogen sind: der Erl&ouml;s aus den Produktverk&auml;ufen reicht, um das Verh&auml;ltnis Verschuldung(Fremdkapital)/Eigenkapital ungef&auml;hr konstant zu halten (es werden laufend Zinsen und Dividenden bezahlt).</p>
<p>iv) Der &#8220;sparende&#8221;/kapitalbildende Arbeiter hat nun folgende M&ouml;glichkeiten:</p>
<p>a) Geldforderungen zu halten und Zinsen zu kassieren.</p>
<p>b) Das Geldverm&ouml;gen in eine &#8220;Sachanlage&#8221; umzutauschen &#8211; z. B. Eigentumswohnung/Eigenheim (spart Miete), Gold, Briefmarken, etc. oder auch in die eigene Bildung, Gesundheit, Sch&ouml;nheit etc. Jeder Umtausch stellt auch eine Spekulation hinsichtlich der Renditeerwartung dar, n&auml;mlich durch den Umtausch zu profitieren. Die Renditeerwartung kann auch ideeller Art sein: wenn ich mir z. B. ein sch&ouml;nes Bild kaufe und mich jeden Tag daran erfreue, so ist diese Freude meine Rendite, die ich dann h&ouml;her sch&auml;tze als Geldzinsen.</p>
<p>c) Der sparende Arbeiter kann auch vom Gl&auml;ubigerstatus zum haftenden Eigenkapitalgeber wechseln: er kauft sich Aktien in der Hoffnung, dabei mehr Rendite zu erhalten als bei einer Geldforderung&#8230;</p>
<p>v) Das Thema Inflation habe ich aus Platzgr&uuml;nden bewu&szlig;t weggelassen, ebenso einige weitere Aspekte.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Rudolph Blitzableiter</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2366</link>
		<dc:creator>Rudolph Blitzableiter</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Mar 2007 15:54:08 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=143#comment-2366</guid>
		<description>vielen Dank @alle f&#252;r diese spannende Diskussion. M&#246;chte versuchen, sie um ein bis zwei neue Gedanken zu bereichern.

Ausgangspunkt war ja der Gedanke, dass uns sp&#228;ter diejenigen Ausl&#228;nder unsere Rente finanzieren k&#246;nnten, denen wir heute Kredit geben. Verst&#228;rkte Kapitaldeckung in der Altersvorsorge als Ausweg aus der Demografiefalle.

Ein kleiner Sch&#246;nheitsfehler k&#246;nnte &#167;4 der Anlageverordnung sein, die f&#252;r alle deutschen Lebensversicherer bindend ist. Dort hei&#223;t es unter der &#220;berschrift Kongruenz:

&quot;Das gebundene Verm&#246;gen ist nach Ma&#223;gabe der Anlage Teil C des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verm&#246;genswerten anzulegen, die auf dieselbe W&#228;hrung lauten, in der die Versicherungen erf&#252;llt werden m&#252;ssen (Kongruenzregeln). Dabei gelten Grundst&#252;cke und grundst&#252;cksgleiche Rechte als in der W&#228;hrung des Landes angelegt, in dem sie belegen sind, Aktien und Anteile als in der W&#228;hrung angelegt, in der sie in einen organisierten Markt einbezogen sind; nicht in einen organisierten Markt einbezogene Aktien und Anteile gelten als in der W&#228;hrung des Landes angelegt, in dem der Aussteller der Wertpapiere oder Anteile seinen Sitz hat.&quot;

Versicherer d&#252;rfen - so habe ich an anderer Stelle gelesen - maximal 20% der Kapitalanlagen au&#223;erhalb des Euro-Raums anlegen. Kunden sollen dadurch vor W&#228;hrungsverlusten gesch&#252;tzt werden. Aber das nur nebenbei.

Wir haben festgestellt, dass es Kapital im &#220;berfluss gibt und dass es (langsam) knapp wird mit sinnvollen Sachinvestitionen. Inzwischen &quot;fl&#252;chtet&quot; das Kapital in Finanzinvestitionen (Aktien, Derivate, was auch immer). Dividenden werden ausgesch&#252;ttet, Kursgewinne eingestrichen und direkt wieder in Aktien investiert - die gegen&#252;berstehenden Produktionsmittel werden nominal immer wertvoller, einfach weil die Geldmenge die sie nachfragt steigt. Solange, wie jedes Jahr neues Kapital hinterhergesch&#252;ttet wird, klappt das auch ganz gut. Eine verst&#228;rkte Kapitaldeckung breiter Bev&#246;lkerungsschichten kann da helfen, das System weiter am Laufen zu halten. &#220;brigens nicht nur was die nominale Wertentwicklung angeht, sondern auch was die Systemfrage als solche betrifft. Wenn die Absicherung meiner existenziellen Bed&#252;rfnisse im Alter davon abh&#228;ngt, dass es auch in 50 Jahren noch Renditen und Zinsen gibt, werde ich wohl kaum den Kapitalismus als solches in Frage stellen.

Zwei Gefahren sehe ich:

1) Je mehr die (virtuellen) Werte anschwellen, desto unrealistischer wird die Vorstellung, dass man dieses Verm&#246;gen sp&#228;ter tats&#228;chlich wieder real verkonsumieren k&#246;nnte. Dem Milliard&#228;r macht das keine Sorgen - der hatte sowieso nie vor, seine Finanzanlagen zu verfr&#252;hst&#252;cken. Aber die Altersvorsorge des Arbeitnehmers ist genau f&#252;r diesen Zweck gedacht. Man muss gar nicht erst das erwartete kollektive Entsparen einer alternden Gesellschaft und den darauf folgenden Asset Meltdown bem&#252;hen; wahrscheinlich werden die virtuellen Werte schon viel fr&#252;her platzen, weil das Vertrauen in die ungedeckten Schecks verschwindet. Irgendwann wird mal jemand die berechtigte Frage stellen, ob es eigentlich mit rechten Dingen zugehen kann, dass die Realwirtschaft um 12% w&#228;chst, w&#228;hrend der DAX im gleichen Zeitraum eine Pervormance von 200% hinlegt. Dann hei&#223;t es: m&#246;glichst als einer der Ersten raus aus den Finanzanlagen und sich ein St&#252;ck Realwirtschaft sichern (ein Haus im Gr&#252;nen w&#228;re nicht schlecht, das steht auch noch, wenn das Gewitter vorbei ist).

2) Ganz ohne realen Bezug kauft nat&#252;rlich niemand Finanzanlagen. Nat&#252;rlich erwarte ich eine anst&#228;ndige Dividende. Das KGV sollte nicht zu hoch sein. Kurzum, wenn die Aktienkurse steigen, steigen auch die Erwartungen an k&#252;nftige Gewinne. Woher nehmen wenn nicht stehlen, fragt sich der angestellte Vorstandsvorsitzende und erinnert sich an sein BWL-Studium. Gewinn ist Umsatz minus Kosten. Also m&#252;ssen die Kosten runter. Erstmal ein paar Leute rausschmei&#223;en, Arbeitszeiten verl&#228;ngern, mit den L&#246;hnen knausrig sein, Menschen durch billigere Menschen oder Maschinen ersetzen, Produktionslinien verlagern. Dummerweise schrumpfen dadurch nicht nur die Kosten, sondern mittelbar auch die Ums&#228;tze, weil der Volkswirtschaft Kaufkraft entzogen wird (denn die ausgesch&#252;tteten Gewinne werden ja leider nicht verkonsumiert, sondern verschwinden in virtuellen Sph&#228;ren). Die Gier des Kapitals, einen immer gr&#246;&#223;er werdenden Anteil am Kuchen Volkseinkommen zu bekommen, bremst die Entwicklung der Volkswirtschaft aus, weil der Motor Nachfrage ins stottern kommt. Aber der kleine Mann hat nicht nur einen sinkenden Reallohn, er wird auch noch angestiftet, beim gro&#223;en Monopoly mitzuspielen (&quot;Weniger Konsum, mehr private Vorsorge!&quot;). Es k&#246;nnte also sein, dass der Kapitalismus in eine Phase einl&#228;uft, in der er realen Wohlstand vernichtet, statt ihn zu schaffen.

Alles so d&#252;ster hier. Werde mal ein Licht anknipsen. Sachanlagen zu knapp, Finanzanlagen zu Seifenblasig, wohin blo&#223; mit der ganzen Kohle? Der Mensch! In Humankapital investieren - das ist die Antwort. Bildung, Gesundheit - alles str&#228;flich vernachl&#228;ssigt - Staatsversagen. Riesige Potentiale - auch unter Renditegesichtspunkten. Versuche mich gerade daran, mir ein systemkompatibles Anlagevehikel daf&#252;r auszudenken. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gr&#252;&#223;e
Rudolph Blitzableiter</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>vielen Dank @alle f&uuml;r diese spannende Diskussion. M&ouml;chte versuchen, sie um ein bis zwei neue Gedanken zu bereichern.</p>
<p>Ausgangspunkt war ja der Gedanke, dass uns sp&auml;ter diejenigen Ausl&auml;nder unsere Rente finanzieren k&ouml;nnten, denen wir heute Kredit geben. Verst&auml;rkte Kapitaldeckung in der Altersvorsorge als Ausweg aus der Demografiefalle.</p>
<p>Ein kleiner Sch&ouml;nheitsfehler k&ouml;nnte &sect;4 der Anlageverordnung sein, die f&uuml;r alle deutschen Lebensversicherer bindend ist. Dort hei&szlig;t es unter der &Uuml;berschrift Kongruenz:</p>
<p>&#8220;Das gebundene Verm&ouml;gen ist nach Ma&szlig;gabe der Anlage Teil C des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verm&ouml;genswerten anzulegen, die auf dieselbe W&auml;hrung lauten, in der die Versicherungen erf&uuml;llt werden m&uuml;ssen (Kongruenzregeln). Dabei gelten Grundst&uuml;cke und grundst&uuml;cksgleiche Rechte als in der W&auml;hrung des Landes angelegt, in dem sie belegen sind, Aktien und Anteile als in der W&auml;hrung angelegt, in der sie in einen organisierten Markt einbezogen sind; nicht in einen organisierten Markt einbezogene Aktien und Anteile gelten als in der W&auml;hrung des Landes angelegt, in dem der Aussteller der Wertpapiere oder Anteile seinen Sitz hat.&#8221;</p>
<p>Versicherer d&uuml;rfen &#8211; so habe ich an anderer Stelle gelesen &#8211; maximal 20% der Kapitalanlagen au&szlig;erhalb des Euro-Raums anlegen. Kunden sollen dadurch vor W&auml;hrungsverlusten gesch&uuml;tzt werden. Aber das nur nebenbei.</p>
<p>Wir haben festgestellt, dass es Kapital im &Uuml;berfluss gibt und dass es (langsam) knapp wird mit sinnvollen Sachinvestitionen. Inzwischen &#8220;fl&uuml;chtet&#8221; das Kapital in Finanzinvestitionen (Aktien, Derivate, was auch immer). Dividenden werden ausgesch&uuml;ttet, Kursgewinne eingestrichen und direkt wieder in Aktien investiert &#8211; die gegen&uuml;berstehenden Produktionsmittel werden nominal immer wertvoller, einfach weil die Geldmenge die sie nachfragt steigt. Solange, wie jedes Jahr neues Kapital hinterhergesch&uuml;ttet wird, klappt das auch ganz gut. Eine verst&auml;rkte Kapitaldeckung breiter Bev&ouml;lkerungsschichten kann da helfen, das System weiter am Laufen zu halten. &Uuml;brigens nicht nur was die nominale Wertentwicklung angeht, sondern auch was die Systemfrage als solche betrifft. Wenn die Absicherung meiner existenziellen Bed&uuml;rfnisse im Alter davon abh&auml;ngt, dass es auch in 50 Jahren noch Renditen und Zinsen gibt, werde ich wohl kaum den Kapitalismus als solches in Frage stellen.</p>
<p>Zwei Gefahren sehe ich:</p>
<p>1) Je mehr die (virtuellen) Werte anschwellen, desto unrealistischer wird die Vorstellung, dass man dieses Verm&ouml;gen sp&auml;ter tats&auml;chlich wieder real verkonsumieren k&ouml;nnte. Dem Milliard&auml;r macht das keine Sorgen &#8211; der hatte sowieso nie vor, seine Finanzanlagen zu verfr&uuml;hst&uuml;cken. Aber die Altersvorsorge des Arbeitnehmers ist genau f&uuml;r diesen Zweck gedacht. Man muss gar nicht erst das erwartete kollektive Entsparen einer alternden Gesellschaft und den darauf folgenden Asset Meltdown bem&uuml;hen; wahrscheinlich werden die virtuellen Werte schon viel fr&uuml;her platzen, weil das Vertrauen in die ungedeckten Schecks verschwindet. Irgendwann wird mal jemand die berechtigte Frage stellen, ob es eigentlich mit rechten Dingen zugehen kann, dass die Realwirtschaft um 12% w&auml;chst, w&auml;hrend der DAX im gleichen Zeitraum eine Pervormance von 200% hinlegt. Dann hei&szlig;t es: m&ouml;glichst als einer der Ersten raus aus den Finanzanlagen und sich ein St&uuml;ck Realwirtschaft sichern (ein Haus im Gr&uuml;nen w&auml;re nicht schlecht, das steht auch noch, wenn das Gewitter vorbei ist).</p>
<p>2) Ganz ohne realen Bezug kauft nat&uuml;rlich niemand Finanzanlagen. Nat&uuml;rlich erwarte ich eine anst&auml;ndige Dividende. Das KGV sollte nicht zu hoch sein. Kurzum, wenn die Aktienkurse steigen, steigen auch die Erwartungen an k&uuml;nftige Gewinne. Woher nehmen wenn nicht stehlen, fragt sich der angestellte Vorstandsvorsitzende und erinnert sich an sein BWL-Studium. Gewinn ist Umsatz minus Kosten. Also m&uuml;ssen die Kosten runter. Erstmal ein paar Leute rausschmei&szlig;en, Arbeitszeiten verl&auml;ngern, mit den L&ouml;hnen knausrig sein, Menschen durch billigere Menschen oder Maschinen ersetzen, Produktionslinien verlagern. Dummerweise schrumpfen dadurch nicht nur die Kosten, sondern mittelbar auch die Ums&auml;tze, weil der Volkswirtschaft Kaufkraft entzogen wird (denn die ausgesch&uuml;tteten Gewinne werden ja leider nicht verkonsumiert, sondern verschwinden in virtuellen Sph&auml;ren). Die Gier des Kapitals, einen immer gr&ouml;&szlig;er werdenden Anteil am Kuchen Volkseinkommen zu bekommen, bremst die Entwicklung der Volkswirtschaft aus, weil der Motor Nachfrage ins stottern kommt. Aber der kleine Mann hat nicht nur einen sinkenden Reallohn, er wird auch noch angestiftet, beim gro&szlig;en Monopoly mitzuspielen (&#8220;Weniger Konsum, mehr private Vorsorge!&#8221;). Es k&ouml;nnte also sein, dass der Kapitalismus in eine Phase einl&auml;uft, in der er realen Wohlstand vernichtet, statt ihn zu schaffen.</p>
<p>Alles so d&uuml;ster hier. Werde mal ein Licht anknipsen. Sachanlagen zu knapp, Finanzanlagen zu Seifenblasig, wohin blo&szlig; mit der ganzen Kohle? Der Mensch! In Humankapital investieren &#8211; das ist die Antwort. Bildung, Gesundheit &#8211; alles str&auml;flich vernachl&auml;ssigt &#8211; Staatsversagen. Riesige Potentiale &#8211; auch unter Renditegesichtspunkten. Versuche mich gerade daran, mir ein systemkompatibles Anlagevehikel daf&uuml;r auszudenken. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>Gr&uuml;&szlig;e<br />
Rudolph Blitzableiter</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: I.I.Oblomow</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-11#comment-2365</link>
		<dc:creator>I.I.Oblomow</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2007 12:13:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=143#comment-2365</guid>
		<description>@ Spence

&quot;...wenn alle fuer ihr Alter durch Sparen vorsorgen muessen, was wir dann aus dem Zins?&quot;

Ich w&#252;rde mal ad hoc sagen: Nichts - Die Zinsen entwickeln sich weiter wie gehabt.

Nat&#252;rlich ist auch das kapitalgedeckte Rentensystem nicht perfekt - wenn z. B. die globale Bev&#246;lkerung schrumpft, wenn also der Nachschub an Humankapital ausbleibt, gibt es die gleichen Probleme wie beim derzeitigen deutschen staatlichen ULV.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Spence</p>
<p>&#8220;&#8230;wenn alle fuer ihr Alter durch Sparen vorsorgen muessen, was wir dann aus dem Zins?&#8221;</p>
<p>Ich w&uuml;rde mal ad hoc sagen: Nichts &#8211; Die Zinsen entwickeln sich weiter wie gehabt.</p>
<p>Nat&uuml;rlich ist auch das kapitalgedeckte Rentensystem nicht perfekt &#8211; wenn z. B. die globale Bev&ouml;lkerung schrumpft, wenn also der Nachschub an Humankapital ausbleibt, gibt es die gleichen Probleme wie beim derzeitigen deutschen staatlichen ULV.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Spence</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-10#comment-2364</link>
		<dc:creator>Spence</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Mar 2007 10:55:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=143#comment-2364</guid>
		<description>@ Oblomow

Ihre Antwort beruhigt mich!

Mich treibt im Moment die folgende Frage um:

Was ist die letzte Konsequenz eines kapitalgedeckten obligatorischen Rentensystems in der Mehrheit der Industrielaender, verbunden mit dem Sicherheitsbeduerfnis der (zukuenftigen) Rentner?

Oder anders gesagt, wenn alle fuer ihr Alter durch Sparen vorsorgen muessen, was wir dann aus dem Zins?

Im klassischen VWL-Verstaendnis ist der Zins ja nichts anderes als ein Ausgleich fuer den Aufschub des Konsums (und bei Risikosufschlaegen, eine zusaetzliche kompensation des Ausfallrisikos).

Wenn jedoch die Notwenigkeit besteht, Ressourcen anzusparen um spaeteren Konsum zu finanzieren, verschlechtert das nicht notwendigerweise drastisch die Verhandlungsposition der Kapitalgeber?

Natuerlich erscheint das Argument (auch mir) sehr naiv, aber vielleicht rege ich ja eine Diskussion an.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Oblomow</p>
<p>Ihre Antwort beruhigt mich!</p>
<p>Mich treibt im Moment die folgende Frage um:</p>
<p>Was ist die letzte Konsequenz eines kapitalgedeckten obligatorischen Rentensystems in der Mehrheit der Industrielaender, verbunden mit dem Sicherheitsbeduerfnis der (zukuenftigen) Rentner?</p>
<p>Oder anders gesagt, wenn alle fuer ihr Alter durch Sparen vorsorgen muessen, was wir dann aus dem Zins?</p>
<p>Im klassischen VWL-Verstaendnis ist der Zins ja nichts anderes als ein Ausgleich fuer den Aufschub des Konsums (und bei Risikosufschlaegen, eine zusaetzliche kompensation des Ausfallrisikos).</p>
<p>Wenn jedoch die Notwenigkeit besteht, Ressourcen anzusparen um spaeteren Konsum zu finanzieren, verschlechtert das nicht notwendigerweise drastisch die Verhandlungsposition der Kapitalgeber?</p>
<p>Natuerlich erscheint das Argument (auch mir) sehr naiv, aber vielleicht rege ich ja eine Diskussion an.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Burkhardt Brinkmann</title>
		<link>http://blog.zeit.de/herdentrieb/2007/03/13/renten-lasst-die-anderen-fur-uns-arbeiten_143/comment-page-10#comment-2363</link>
		<dc:creator>Burkhardt Brinkmann</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Mar 2007 19:02:37 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=143#comment-2363</guid>
		<description>Leider wurde ich pl&#246;tzlich und unerwartet durch eine Externalit&#228;t bei der Abfassung meines Beitrages Nr. 75 unterbrochen, den ich hier fortf&#252;hren m&#246;chte:

Die Diskussion &#252;ber die gesellschaftliche Organisation von Wirtschaft l&#228;sst sich auf der Ebene der Zweckm&#228;&#223;igkeit (quasi &quot;verantwortungsethisch&quot;) oder auf der Ebene der Gerechtigkeit (i. S. der eigenen oder der jeweils herrschenden Vorstellung- quasi &quot;gesinnungsethisch&quot;) f&#252;hren.
Was scheinbar gerecht ist, kann im Ergebnis durchaus ungerecht oder jedenfalls sehr nachteilig werden.

Nur: auf der Ebene der Zweckm&#228;&#223;igkeit ist es nicht nachvollziehbar, wenn beim heutigen Stand eines gigantischen Kapital&#252;berschusses (Indiz: gewaltige Zuwachsraten beim Derivatehandel usw.) der Arbeitnehmer aufgefordert wird, nicht nur die Alten zu versorgen, sondern gleichzeitig Kapital f&#252;r seine eigene Versorgung anzusparen. Die daf&#252;r gegebene Begr&#252;ndung, man k&#246;nne auf diese Weise einen steileren Wachstumspfad f&#252;r induzieren, trifft jedenfalls f&#252;r Deutschland und &#252;berhaupt die reiferen Industriel&#228;nder sicherlich nicht zu.

Warum fordert die Wirtschaftswissenschaft, wenn sie schon Mehrinvestitionen f&#252;r w&#252;nschenswert und sinnvoll h&#228;lt, nicht die ins Finanzkapital desertierenden Geldbesitzer auf, ihre Moneten in Fabriken statt in Fantasiewerte zu stecken? Hat jedoch (und davon m&#252;sste ein Marktwirtschaftler ja eigentlich ausgehen) unsere Wirtschaft ihr Investitionsoptimum durch Auspendeln der Marktkr&#228;fte gefunden, ist die Annahme einer m&#246;glichen Produktivit&#228;tssteigerung durch Zwangssparen erst recht falsch.

Und dar&#252;ber hinaus: mittlerweile erreicht die Vorstellung von einer Ressourcenverknappung sogar den Mainstream unserer Gesellschaft. Der wahrlich nicht wirtschaftsfeindliche Frankfurter Prof. Dr. Manfred Pohl er&#246;ffnet die Einleitung zu seinem Buch &quot;Das Ende des Wei&#223;en Mannes. Eine Handlungsaufforderung&quot; mit folgendem Text:
&quot;Wenn die Kinder, die heute geboren werde, in der H&#228;lfte ihres Lebens angelangt sind,wird es die meisten Rohstoffe, die heute die Basis unseres Wirtschaftslebens sind, nicht mehr geben, so zum Beispiel &#214;l, Gas, Kupfer und Uran&quot;.
An anderer Stelle h&#246;ren wir von Klimaabgaben f&#252;r&#039;s Fliegen. Sollen also die Aktiven jetzt mehr sparen, damit sie als Rentner mehr Klimaabgaben f&#252;r ihren Flug nach Mallorca aufbringen k&#246;nnen?
Und was hei&#223;t denn, auf die Rohstoffe bezogen, die Steigerung des Wachstumspfades? Relativ mehr Autos kaufen, h&#228;ufiger oder gr&#246;&#223;ere Schlitten fahren: das sind die Konkretisierungen von Wachstum. Womit wir dann, ehe wir zum H&#246;hepunkt der demographischen Krise kommen, noch mehr von dem Zeug in die Luft geblasen h&#228;tten als ohnehin schon.
Ungern reihe ich mich in die Phalanx der wohlbestallten Kulturkritiker ein, aber wie ich in meinem Blog-Eintrag &quot;&lt;a href=&quot;http://beltwild.blogspot.com/2005/12/bedarf-bedrfnis-botrytis.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;BEDARF - BED&#220;RFNIS - BOTRYTIS?&lt;/a&gt;&quot; beschrieben habe, kann ich gewisse Zweifel an der Rationalit&#228;t unseres &#246;konomischen Handelns nicht unterdr&#252;cken.

So gesehen, l&#228;uft die Aufforderung zur Wachstumssteigerung zwecks Rentensicherung auf die Forderung hinaus:
&quot;Rettet die Renten! Kauft kostspieligeres Klopapier!&quot;.
Oder auch:
&quot;Erf&#252;llt den Rentenplan! Fliegt &#246;fter in Urlaub!&quot;.
H&#252;bsche Idee, sich solche Slogans als Transparente &#252;ber einem Werks- oder Flughafentor vorzustellen, wie man das einst  &quot;dr&#252;ben&quot; gemacht h&#228;tte ...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Leider wurde ich pl&ouml;tzlich und unerwartet durch eine Externalit&auml;t bei der Abfassung meines Beitrages Nr. 75 unterbrochen, den ich hier fortf&uuml;hren m&ouml;chte:</p>
<p>Die Diskussion &uuml;ber die gesellschaftliche Organisation von Wirtschaft l&auml;sst sich auf der Ebene der Zweckm&auml;&szlig;igkeit (quasi &#8220;verantwortungsethisch&#8221;) oder auf der Ebene der Gerechtigkeit (i. S. der eigenen oder der jeweils herrschenden Vorstellung- quasi &#8220;gesinnungsethisch&#8221;) f&uuml;hren.<br />
Was scheinbar gerecht ist, kann im Ergebnis durchaus ungerecht oder jedenfalls sehr nachteilig werden.</p>
<p>Nur: auf der Ebene der Zweckm&auml;&szlig;igkeit ist es nicht nachvollziehbar, wenn beim heutigen Stand eines gigantischen Kapital&uuml;berschusses (Indiz: gewaltige Zuwachsraten beim Derivatehandel usw.) der Arbeitnehmer aufgefordert wird, nicht nur die Alten zu versorgen, sondern gleichzeitig Kapital f&uuml;r seine eigene Versorgung anzusparen. Die daf&uuml;r gegebene Begr&uuml;ndung, man k&ouml;nne auf diese Weise einen steileren Wachstumspfad f&uuml;r induzieren, trifft jedenfalls f&uuml;r Deutschland und &uuml;berhaupt die reiferen Industriel&auml;nder sicherlich nicht zu.</p>
<p>Warum fordert die Wirtschaftswissenschaft, wenn sie schon Mehrinvestitionen f&uuml;r w&uuml;nschenswert und sinnvoll h&auml;lt, nicht die ins Finanzkapital desertierenden Geldbesitzer auf, ihre Moneten in Fabriken statt in Fantasiewerte zu stecken? Hat jedoch (und davon m&uuml;sste ein Marktwirtschaftler ja eigentlich ausgehen) unsere Wirtschaft ihr Investitionsoptimum durch Auspendeln der Marktkr&auml;fte gefunden, ist die Annahme einer m&ouml;glichen Produktivit&auml;tssteigerung durch Zwangssparen erst recht falsch.</p>
<p>Und dar&uuml;ber hinaus: mittlerweile erreicht die Vorstellung von einer Ressourcenverknappung sogar den Mainstream unserer Gesellschaft. Der wahrlich nicht wirtschaftsfeindliche Frankfurter Prof. Dr. Manfred Pohl er&ouml;ffnet die Einleitung zu seinem Buch &#8220;Das Ende des Wei&szlig;en Mannes. Eine Handlungsaufforderung&#8221; mit folgendem Text:<br />
&#8220;Wenn die Kinder, die heute geboren werde, in der H&auml;lfte ihres Lebens angelangt sind,wird es die meisten Rohstoffe, die heute die Basis unseres Wirtschaftslebens sind, nicht mehr geben, so zum Beispiel &Ouml;l, Gas, Kupfer und Uran&#8221;.<br />
An anderer Stelle h&ouml;ren wir von Klimaabgaben f&uuml;r&#8217;s Fliegen. Sollen also die Aktiven jetzt mehr sparen, damit sie als Rentner mehr Klimaabgaben f&uuml;r ihren Flug nach Mallorca aufbringen k&ouml;nnen?<br />
Und was hei&szlig;t denn, auf die Rohstoffe bezogen, die Steigerung des Wachstumspfades? Relativ mehr Autos kaufen, h&auml;ufiger oder gr&ouml;&szlig;ere Schlitten fahren: das sind die Konkretisierungen von Wachstum. Womit wir dann, ehe wir zum H&ouml;hepunkt der demographischen Krise kommen, noch mehr von dem Zeug in die Luft geblasen h&auml;tten als ohnehin schon.<br />
Ungern reihe ich mich in die Phalanx der wohlbestallten Kulturkritiker ein, aber wie ich in meinem Blog-Eintrag &#8220;<a href="http://beltwild.blogspot.com/2005/12/bedarf-bedrfnis-botrytis.html" target="_blank">BEDARF &#8211; BED&Uuml;RFNIS &#8211; BOTRYTIS?</a>&#8221; beschrieben habe, kann ich gewisse Zweifel an der Rationalit&auml;t unseres &ouml;konomischen Handelns nicht unterdr&uuml;cken.</p>
<p>So gesehen, l&auml;uft die Aufforderung zur Wachstumssteigerung zwecks Rentensicherung auf die Forderung hinaus:<br />
&#8220;Rettet die Renten! Kauft kostspieligeres Klopapier!&#8221;.<br />
Oder auch:<br />
&#8220;Erf&uuml;llt den Rentenplan! Fliegt &ouml;fter in Urlaub!&#8221;.<br />
H&uuml;bsche Idee, sich solche Slogans als Transparente &uuml;ber einem Werks- oder Flughafentor vorzustellen, wie man das einst  &#8220;dr&uuml;ben&#8221; gemacht h&auml;tte &#8230;</p>
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