Eiszeit in Deutschland
In diesen Tagen ist der HERDENTRIEB drei Jahre alt geworden. Und da im November 2005 alles mit der famosen Wachstumswette für das Jahr 2006 begann, wird der Geburtstag stets mit einer neuen Wachstumswette gefeiert. So schwer wie heute ist mir die Wette allerdings noch nie gefallen. Denn zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust! Die eine, die schwärmerische, sagt mir, Deutschland hat die besten Vorraussetzungen die Krise glimpflich zu bestehen. Die andere, die realistische, zeichnet ein fürchterlich düsteres Bild. Da der Journalist nun mal der Wahrheit verpflichtet ist, siegt die realistische Seele. Solange es kein Konjunkturprogramm in Deutschland gibt, das den Namen verdient hat, solange Merkel und Steinbrück den Eichel machen, solange gilt die Wette: Das Brutto-Inlandsprodukt schrumpft nächstes Jahr um mindestens 1,5 Prozent. Damit bin ich deutlich pessimistischer als Sachverständigenrat und Herbstgutachter, die eine Stagnation erwarten.
Die Erklärung ist simpel: Es herrscht Eiszeit in Deutschland. Die Weltwirtschaft steckt mitten in der tiefsten Rezession seit 80 Jahren. Und der Exportweltmeister ist davon logischer Weise am stärksten betroffen. Die detaillierten Wachstumszahlen für das dritte Quartal sind genauso alarmierend wie die Stimmungsindikatoren und Auftragseingänge. Die Schockstarre der Weltwirtschaft wird Verwüstungen in der deutschen Volkswirtschaft hinterlassen, die kaum auszumalen sind. Da hilft es wenig, dass die Reallöhne in Deutschland erstmals seit dem Jahr 2000 wieder steigen. Die Menschen sind verunsichert und werden in keinen Konsumrausch verfallen. Der aber wäre nötig, um dem kräftigen Schrumpfen der Wirtschaft etwas entgegen zu setzen.
Ein Blick auf die BIP-Zahlen für das dritte Quartal verrät die Misere: Es war lediglich der Lageraufbau (plus 0,9 Prozentpunkte) der Firmen, der Deutschland „nur“ ein Minus von 0,5 Prozent beschert hat. Lageraufbau heißt jedoch nichts anderes, als dass die Firmen angesichts der Nachfrageschwäche zu viel produziert haben. Kehrt sich der Aufbau in einen Abbau um, was zu erwarten ist, dann gute Nacht. Denn der Außenbeitrag (Exporte minus Importe) hat bereits im dritten Quartal 1,7 Prozentpunkte vom Wachstum abgezogen. Schon in den Monaten Juli bis September verkauften die deutschen Firmen 0,4 Prozent weniger im Ausland als im zweiten Quartal. Da zwischen Bestellung und Auslieferung meist ein paar Monate liegen, wird sich dieser Abwärtstrend in den nächsten Quartalen dramatisch verstärken. Im ersten Quartal 2009 würde es mich nicht überraschen, wenn der Export fast zweistellig in den roten Zahlen liegt. Und wie die Leser des Blogs wissen, war es vor allem der Außenbeitrag, der Deutschland in den vergangenen Jahren das schiefe Wachstum beschert hat. Schief, weil der Konsum nicht hinterher kam, wegen der schwachen Lohnentwicklung. Nur vom Ausland kam der Impuls, der später auf die Investitionen abgefärbt hat, wenn gleich im schwächeren Ausmaße als früher.
Werfen wir einen Blick auf die HERDENTRIEB-Grafiken zur Kreditvergabe und Kreditnachfrage. Auch hier ist Tristesse angesagt.

Die Banken, welch Wunder angesichts der Finanzkrise, verschärfen die Kreditkonditionen. Damit wird es für die Firmen, die noch für Wachstum sorgen könnten, immer schwerer, das zu tun. Ihnen fehlen entweder Sicherheiten, oder sie müssen derart hohe Risikoaufschläge zahlen, dass sich die Investitionen nicht lohnen.

Das zweite Chart ist eigentlich noch erschütternder: Die Firmen fragen weniger Kredite nach als in der Vorperiode. Sie haben sich schon längst auf die Rezession eingestellt. Dass sich der Arbeitsmarkt bislang so gut gehalten hat, liegt lediglich daran, dass die Firmen bis zum Frühjahr prall gefüllte Auftragsbücher hatten, die allmählich abgearbeitet sind. Deshalb wird der kräftige Anstieg der Arbeitslosigkeit im nächsten Jahr der neue Schocker sein. Denn die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes schafft nur dann mehr Jobs im Aufschwung, wenn sie auch mehr Arbeitslose im Abschwung nach sich zieht. So einfach ist das.
Was tun, um der Eiszeit zu entgehen? Die Geld- und Fiskalpolitik muss aus allen Rohren feuern – und zwar koste es, was es wolle. Solange Schockstarre herrscht, solange sind alle zweiten Überlegungen, wie Inflation morgen oder höhere Staatsdefizite morgen, irrelevant. Ein Konjunkturprogramm muss her, das aus zwei Teilen besteht: Am allerwichtigsten, weil kurzfristig erfolgreich, sind Steuerschecks. Jeder Bürger erhält einmal 250 Euro, oder zweimal 125 Euro. Und zwar jeder: Vom Neugeborenen bis zum 100-jährigen, vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Manager. Genau wie wir vor ein paar Monaten die neue Steueridentifikationsnummer geschickt bekommen haben, bekommen wir nun vom Finanzminister einen Steuerscheck. Der zweite Teil des Konjunkturpaketes muss Investitionen in Bildung und Infrastruktur umfassen. Ein Impuls in Höhe von 80 Milliarden Euro für 2009, dann brauchen wir vor der Eiszeit nicht mehr zittern. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die die Krise mit der Zinserhöhung im Juli unnötig verschärft hat, lockert sich gerade etwas. Wenn die EZB im Dezember den Leitzins um 75 Basispunkte senkt, wonach es ausschaut, dann wirkt auch die Geldpolitik allmählich stimulierend.
Und an dem Punkt meldet sich meine schwärmerische Seele. Erst hat mich der Sachverständigenrat hoch erfreut, dass er ein anständiges Konjunkturprogramm gefordert hat – zum ersten Mal seit Mitte der 70er Jahre hat das einflussreiche Gremium zugegeben, dass es mehr als die Angebotsseite in der Wirtschaft gibt. Und jetzt hat sich auch die Bundesbank entsprechend geäußert. Axel Weber, himself, fordert Steuerschecks. Das ist sensationell und zeigt dem Schwärmer, dass noch mehr geht. Die fatale Wirtschaftsberatung in Deutschland dreht sich, legt die Blindheit auf der Nachfrageseite ab. Weil die Krise dramatisch ist. Klar. Aber auch, weil das große ideologische Projekt, die Flexibilisierung des Arbeitsmarkt, gelungen ist. Bis vorgestern waren es ja ausschließlich die zu hohen Löhne, der zu starre Arbeitsmarkt, der für alles konjunkturelle Übel dieses Landes verantwortlich gemacht worden ist. Dumm nur, dass die Berater 30 Jahre ein und dieselbe Soße erzählt haben, weshalb es unseren Politiker so schwer fällt, einfach mal das richtige zu tun. Steinbrück und Merkel halten noch immer nichts von Konjunkturprogrammen und der arme Struck will lieber den Sachverständigenrat abschaffen als einmal neu zu denken.
Und warum ist Deutschland eigentlich für die Krise besser gerüstet als andere Länder?
- Weil es hierzulande keine Immobilienblase gegeben hat. Im Gegenteil: Die Häuserpreise haben sich in den vergangenen Jahren so gut wie nicht bewegt. Da kann nichts platzen und das Wachstum belasten.
- Weil die Haushalte bei weitem nicht so stark verschuldet sind wie in vielen anderen Ländern. Die Deutschen sparen eher zu viel. Hier ginge noch was.
- Weil die Baisse am Aktienmarkt dank des glücklicher Weise noch immer Mini-Anteil der privaten Altersvorsorge keine Rolle für den künftigen Konsum spielt. Das geht so gut wie spurlos an den Deutschen vorüber. Das ist fast in allen anderen westlichen Ländern ein viel größeres Thema.
- Weil die Löhne fast zehn Jahre real nicht gestiegen sind, gibt es viele unerfüllte Konsumwünsche, die bei etwas mehr Geld in der Tasche sofort realisiert würden. Die Konsumquote ist in Deutschland zu niedrig. Das Land hat viele Jahre unter seinen Verhältnissen gelebt, mehr exportiert (gespart) als importiert. Sprich für das Ausland gearbeitet. Da geht auch noch was.
- Weil die Löhne zum ersten Mal seit 2000 real wieder gestiegen sind.
- Weil immer noch genug Industrie in Deutschland vorhanden ist, die Umstellung der Wirtschaft auf eine spekulative (Finanz)Dienstleistungsgesellschaft nicht im selben Ausmaß stattgefunden hat, wie bei unseren wichtigsten Handelspartnern.
- Weil Deutschland sein international fast einmaliges, dreigliedriges Bankensystem hat, mit Sparkassen und Volksbanken, die noch in hohem Maße traditionelles Geldgeschäft machen, also Spareinlagen in Kredite wandeln. Diese Banken hängen so gut wie nicht am Kapitalmarkt – und sind von der Panik auch viel weniger betroffen. Diese Banken können jetzt zeigen, wie gut es für eine Volkswirtschaft ist, ein diversifiziertes Bankensystem zu besitzen. Sie können weiter Kredit vergeben und damit ihren Beitrag gegen die Krise leisten.
- Last but not least: Bund, Länder und Gemeinden erwirtschaften gemeinsam Überschüsse. Sie bremsen, statt zu stimulieren. Hier geht noch ganz viel.
Vorraussetzung dafür, dass sich Deutschlands gute Ausgangslage bezahlt macht, ist allerdings die Abkehr von der bisherigen Export-Strategie auf eine Strategie zur Wiederbelebung der Binnennachfrage. Bleiben unsere Politiker indes bei der Export-Strategie, stirbt die deutsche Wirtschaft den Tod durch Erfrieren.
Es geht doch Herr Heusinger.
Auf die Schnelle habe ich natürlich nicht alles verstanden, aber ihre 9 Pukte haben mir eingeleuchtet.
Damit komme ich aber nicht auf die Idee, jetzt aus vollen Rohren zu “schießen” wie sie sagen.
Im Gegenteil halte ich ein immer auch nachgeschaltetes Handeln für sinnvoll, gerade weil die Notwendigkeiten des wirtschaftlichen Handelns in Deutschland längst nicht so fordern wie in anderen Ländern. Deutschland kann also Prozesse abwarten und nachgelagert noch steuernd eingreifen.
Das können die anderen Länder so nicht.
Hier wird auch deutlich, wie ich unter anderem an diese Krise herangehe. Deutschland hat die Möglichkeit zeitversetzt zu reagieren und sollte dies in Abstimmung mit den anderen Ländern auch nutzen.
Wenn in Zukunft ein anderes Land diesen Zukunftsbonus hat, sollte man ähnlich verfahren, was auch mal ein Vorpreschen bedeuten kann.
Ich habe also “Das philosophische Quartett” gesehen und bin sehr zufrieden und optimistisch, was die künftige Zusammenarbeit von Ökonomen und Geisteswissenschaftlern anlangt.
Für mich halte ich fest, dass die bürgerliche Ökonomie den Markt noch gar nicht richtig erkannt hat, da sie nicht gesellschaftlich denken kann. Das muß sich ändern.
Leider wollte Marx den Markt schon wieder abschaffen, weil er noch nicht den Begriff der gesellschaftlichen Vernunft herausarbeiten konnte, Habermas lebt schließlich heute.
Warum plädiere ich dennoch dafür Marx zu lesen?
Ganz entscheidend ist seine Fähigkeit zu denken. Es geht nicht darum, die einzelnen Argumente zu verinnerlichen, sondern das Gesamtkunstwerk zu “befahren”.
Ökonomie darf sich nicht von Lebenszusammenhängen verabschieden und in der Tat liegt dann auch eine Gefahr in staatlichem Handeln.
Sehen wir Marx und andere große Geister in den Gewässern ihres Lebenszusammenhanges und lernen wir zu schwimmen, zu tanzen etc.
Nun ist das Tanzen bei Nietzsche sehr gerne gelesen worden unter Absehung seiner lebensfreundlichen Visionen.
Das war ein Verbrechen an der Vernunft.
Andererseits darf man nicht um menschlicher Visionen willen, eben jene Menschen über die Klinge springen
lassen.
Also gibt es auch genug Baustellen in der Geisteswissenschaft.
Damit der “Markt” etwas verlässlicher funktioniert, ist es sicher sinnvoll, Frauen in der Ökonomie besser zu integrieren.
Im ZDF-Forum des Philosophischen Quartetts wird jetzt bestimmt sinnig debattiert. Bitte schaut da mal rein.
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“Steuerschecks” + “Konjunkturprogramm”
Ich sehe hier auch nichts was uns mittel- bzw. langfristig einen Vorteil bringen sollte.
Auch wenn der Status quo mit Helipeer über die Redepression hinaus aufrechterhalten werden kann, müssen wir uns schlussendlich mal den Problemen des Systems stellen.
Irgendwann ist zwangsläufig Schluß, sei es nachfrage-orientiert im Staatsbankrott oder angebotsorientiert in der Masseninsolvenz.
Wie u.a. Tischer schon sehr schön ausführte wird der Erwerbsanteil an Produktion selbst aufgrund produktivitätszuwächsen abnehmen und müssten dementsprechend im Dienstleistungsektor zusätzlich aufgebaut werden.
Da auch hier die produktivität zunimmt wird es (m.E.) zu einer extrem starken Einkommensspreizung zwischen “komplexen” Dienstleistungen die ökonomisch elementar sind, und “einfachen” Dienstleistungen die gesellschaftlich elementar, sind kommen.
Die “komplexen” gesellschaftlichen Dienstleistungen werden m.E. am meisten bluten, als Beispiel sei hier nur mal der Journalist genannt der heute die Wahl hat zwischen fundierter Recherche bei erbärmlichen Gehalt und Content-Texterei bei nicht ganz so erbärmlichen Gehalt (auf den Stundenlohn bezogen) zu wählen.
Zwangsläufig muss also etwas passieren, Mindestlohn, Kombilohn oder Grundeinkommen wären die 3 Möglichkeiten um eine Massenverarmung zu verhindern.
Für den Mindestlohn sehe ich das Problem bei der Lohnhöhe, um bestimmte Dumping-Methoden von Unternehmen und Ausbeutung in einer traditionellen Marktwirtschaft zu verhindern mag das Sinnvoll sein,
in einer Dienstleistunggesellschaft die unter verwertbaren Arbeitsmangel leidet, führt der ML m.E. falls zu hoch zu arbeitsplatzverlust, falls zu niedrig zu wohlstandsverlust.
Kombilohn wirkt auf mich zu bürokratisch und hat für mich den Beigeschmack des betteln gehens bei Papa Staat.
Problematisch auch hier die Mitnahmeeffekte von Unternehmen deren Geschäftsmodell Lohndumping heißt.
Bliebe das Grundeinkommen.
Unbürokratisch, lässt Raum für Weiterbildung, stärkt die Verhandlungsmacht ggü. Arbeitgebern und ermöglicht bei den Graswurzeldienstleistungen (erweiterte nachbarschaftliche oder familiäre Hilfeleistung) sinnvolle Betätigungsfelder.
Von daher, wäre es nicht sinnvoll zumindest JETZT (oder wenigstens mittelfristig) die unteren und mittleren Gesellschaftsschichten (Jahreneinkommen meinetwegen erstmal bis 20000,-) mit einem ergänzenden Grundeinkommen zu stützen?
Wenn Merkel auch schon eine deutliche verlängerung des Kurzarbeitergeldes ins Auge fasst (ok, muss nichts heißen bei ihr), sollte doch wohl genug Geld vorhanden um auch ein Grundeinkommen zu finanzieren.
Nächster Schritt wäre dann ein vereinfachtes Steuersystem sowie die Loslösung von Sozialversicherung und Gehalt.
Die Kleinstunternehmen die in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen sind und gerade so Gewinne auf niedrigen Angestelltenniveau erreichen sind beim ersten Anflug eines weltwirtschaftlichen Hustens mangels Rücklagen in der insolvenz.
Das was hier m.E. helfen würde um ein Graswurzelunternehmertum zu wirtschaftlich zu halten wäre:
1) Grundeinkommen
2) finanzierung der Krankenversicherung übers Steuersystem allein um das potenzielle Verschuldungsrisiko bei unternehmerischen Misserfolg zu senken.
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@aussenhandel:
man muss die dynamik der situation beachten … solange wir nicht steady-state sind, sprich wachstum besteht ist 0 leistunsbilanzüberschuss nicht das optimum (meistens nicht, manchmal zufällig schon)
also solange china usw aufhohlen sollten die reichen länder überschüsse fahren, da diese in china investiert werden … die chinesen und andere sperren sich nur gegen kapital aus dem ausland (zumindest nehmen sie es nur zu “ihren bedingungen”, sprich kein freier kapitalverkehr)
@versteigerung von konsum-schecks
die summe der schecks müsste über den geplanten anschaffungen stehen, sonst bieten die die sowiso nachfragen solange mehr, bis sie genau die schecks bezahlen … null effekt also, und dann kommt man mit 10-30 mrd. nirgends hin … dann braucht man schon 500-1000 mrd und eine sehr kurze zeitliche begrenzung … aber dann kann die erwartung so umschlagen, dass der staat sehr sehr viel zahlen muss, kollussion der bieter
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Möglicherweise erleben wir jetzt nur den normalen Wahnsinn des Auslaufens einer kapitalistischen Periode. Ein Wirtschaftssystem mit Geld und Zins muss wachsen(=zunehmen),
ohne ausreichend hohes Wachstum läuft es nicht.
Das war schon bei der Erdölkrise 1973 zu sehen und ist seit 1993 theoretisch untersucht, siehe
de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christoph_Binswanger
de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Creutz
Ein Wirtschaftssystem, das wachsen(=zunehmen) muss, stößt auf einer endlichen Erde unweigerlich an eine Grenze (Rohstoffe, Energie, Umweltzerstörung, Soziale Spannung), und bricht dann zusammen.
Das derzeitige Wirtschaftsystem ist also grundsätzlich falsch und hat damit ein Ablaufdatum.
Bis dahin müssen wir ein neues grundsätzlich anderes Wirtschaftssystem erfunden haben,
neue Denkansätze dafür gibt es bereits, z.B.
de.wikipedia.org/wiki/Christian_Felber
siefkes.net/
Mein ‘Brain-Storming’
home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/GOD_ZukunftD.html#2069Brosch
ist derzeit noch zuviel vom Denkbaren entfernt, aber langsam wird es auch Zeit dafür.
Das einzige Land, das noch genügend Spielraum hat, ist China. China sitzt auf 1400 Milliarden US$
(aus DIE ZEIT, 15.11.2007 Nr. 47). Damit könnte China von US-Firmen in China Fabriken bauen lassen, für Solar-Silizium, Solarzellen, Akkumulatoren, Elektro-Autos …
Das brächte den USA Beschäftigung und eine Verbesserung der Handelsbilanz, China zukunftsreiche Technologie und eine Sorge weniger der Welt einen geringeren Ölverbrauch und
den Aufbruch ins Solar-Zeitalter ….
… Oder habe ich was übersehen ?
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@heinz,
das system muss nicht wachsen … es gibt sowas wie inflation und verlust, das vernichtet geld
und ja du über siehst etwas:
a. sind die usa in der lage diese fabriken den chinesen zu liefern?
b. was passiert mit dem preis für silizium und dem zeug aus dem die akkumulatoren sind?
um nur elektro-autos zu fahren langt das ganze lithium das es gibt nicht
… die dummen menschen vom daimler haben sich schon was bei gedacht, als sie entschieden haben, dass sie auf wasserstoff und nicht battarien setzen …
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@ inti
Ob das derzeitige Wirtschaftssystem wachsen muss oder nicht, da streiten sich die Wirtschafller schon seit Jahrzehnten herum.
Meine Beobachtungen seit 1973 zeigen auf Wachstumszwang:
Jahre mit zuwenig oder 0 Wachstum waren ungute Jahre, dabei war die Wachstumsschwäche nur in kleinem Bereich. Ein weltweites 0-Wirtschaftswachstum gab es noch nicht, das würde wahrscheinlich sehr schnell zeigen, auf welcher Seite die Wahrheit ist, aber diesen Wahrheitsbeweis sollten wir besser nicht einfordern, bevor wir einen anderen Weg gefunden haben
Zu “es gibt sowas wie inflation und verlust, das vernichtet geld”:
#Es gibt ja auch Kapitaleinkünfte(Zinserträge, Spekulationsgewinne….)
Möglicherweise müsste es heissen:
“Jedes Wirtschaftssystem mit Geld und Kapitaleinkünften muss wachsen, wenn die Summe aus Kapitaleinkünften(Zinserträge, Spekulationsgewinne..) die Summe aus Kapitalverlusten(Inflation, Spekulationsverluste..) übersteigt. (siehe auch H.C.Binswanger: “Geld und Wachstum”).”
Aber ich bin kein Wirtschaftler sondern Techniker und mach mir halt Gedanken, weil Wirtschaft ja alle betrifft, aber richtig auskennen tu ich mich nicht – allerdings schließe ich aus den verschiedenen Wirtschaftstheorien, aus dem Streit der Wirtschaftler, aus den Pannen in der Wirtschaft und dem jetzigen Schlamassel mit widersprüchlichen Lösungsvorschlägen, dass Wirtschaftler bezüglich Wirtschaft auch unsicher sind
Der ‘unsichtbaren Hand des Marktes’ muss die ‘öffentliche Hand’ helfen, obwohl da auch nur Schulden drin sind, die seit 1973 aufgelaufen sind, um das Wirtschaftssystem zu stützen.
Zu “a. sind die usa in der lage diese fabriken den chinesen zu liefern?”
Da habe ich keine Daten und kann nur spekulieren. Tatsache ist, dass solche Fabriken bereits gebaut wurden und wir wissen, wie es geht. Falls die Fertigungskapazitäten in den USA
nicht reichen sollten, so könnten sie Unteraufträge an ihre ‘Fteunde’, z.B.Deutschland, abgeben-
wir leben ja angeblich in einer globalisierten Welt
Meine Liste endet mit “…”, ich nehme an, die Chinesen finden sicher noch Sachen, die sie gerne hätten und die USA auch liefern können.
Zu “b. was passiert mit dem preis für silizium und dem zeug aus dem die akkumulatoren sind?”
#Eine Kalkulation für den Preis von SolarSilizium habe ich nicht gefunden; bei meiner Suche sind mir Aussagen untergekommen: “Es ist zuwenig SolarSilizium auf den Markt, weil es zuwenig Fabriken für SolarSilizium gibt.’ “Wir forschen an möglichst dünnen Silizium-Schichten, weil Silizium so teuer ist.”
Daraus schließe ich, dass der Preis für SolarSilizium künstlich hochgehalten ist – und damit auch der für Solarzellen. Es müsste doch möglich sein, den Preis für SolarSilizium aus den Herstellkosten und einem ausreichendem Gewinn zu kalkulieren und die Fertigungskapazitäten daran anzupassen -
die Planwirtschaft Chinas machts möglich.
Zu “um nur elektro-autos zu fahren langt das ganze lithium das es gibt nicht
”
Den Strom kann ein Elektro-Auto ais einem Akku oder aus Wasserstoff+Brennstoffzelle beziehen.
Die Technik mit Akku ist erprobt und passt für kleine Stadtflitzer. Um ein paar Großstädte mit Elektro-Akku-Autos zu versorgen – für die Lungen der Kinder wäre das sicher gut -,
wird das Lithium wohl reichen. Ich habe da aber keine Daten.
Du hast da Daten, die ich für meine Seite
home.pages.at/goedhe/…/2069FaqD_Energ.html#Photovoltaik-Erwartungen
brauchen könnte.
Wäre nett, wenn Du mal vorbeischauen könntest und mir die Daten emailen würdest.
Für ’2069′ habe ich auch auf Wasserstoff gesetzt, siehe
home.pages.at/goedhe/…/2069D_21.html#Die ,,Große Umgestaltung”
das war vor 20 Jahren und heute ist immer noch keine reife Technik
dafür verfügbar….
Antworten
hallo heinz göd,
leider stürtzt mein browser auf deiner HP dauernd ab …
meridian-int-res.com/Projects/Lithium_Problem_2.pdf
hier kannst du infos zur menge an lithium und dem mangel an lithium um die aktuelle mobilität aufrecht zu erhalten bekommen
grüße
inti
Antworten
Hi inti,
Dein Link ist für mich sehr wertvoll, ich kann damit mein ’2069-Puzzle’ weiter ausbauen.
Vielen Dank dafür. Falls Du Zeit und Lust hast:
home.pages.at/goedhe/Kontakt/KontD.html
Freundliche Grüße
heinz
Antworten