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Ideen und Interessen

 

Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Bundesbank vor Inflation warnt, obwohl die Preise seit Jahren kaum mehr steigen, warum das Institut der deutschen Wirtschaft zur Konsolidierung die Staatsausgaben kürzen will, obwohl der Staat kaum noch Steuern einnimmt, warum sich die Politik dagegen wehrt, höhere Löhne als eine Voraussetzung zur Ankurbelung der Binnennachfrage anzuerkennen, obwohl ganz offensichtlich ist, dass das Lohnwachstum hinter der Produktivität zurückbleibt, warum Vermögenssteuern schlecht sein sollen, obwohl die Ungleichheit dramatisch zunimmt – kurz: Wer sich fragt, warum die Orthodoxie so schwer mit der Empirie in Einklang zu bringen ist, für den hat Paul Krugman die Lösung beim großen alten Briten ausgegraben:

„The completeness of the Ricardian victory is something of a curiosity and a mystery. It must have been due to a complex of suitabilities in the doctrine to the environment into which it was projected. That it reached conclusions quite different from what the ordinary uninstructed person would expect, added, I suppose, to its intellectual prestige. That its teaching, translated into practice, was austere and often unpalatable, lent it virtue. That it was adapted to carry a vast and consistent logical superstructure, gave it beauty. That it could explain much social injustice and apparent cruelty as an inevitable incident in the scheme of progress, and the attempt to change such things as likely on the whole to do more harm than good, commended it to authority. That it afforded a measure of justification to the free activities of the individual capitalist, attracted to it the support of the dominant social force behind authority.“

41 Kommentare

  1.   Antizipationspartizipator

    Ja, der Paul Krugman ist halt doch heimlich Marxist (Keynes so und so):

    „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht.“

    (de.wikiquote.org/wiki/Karl_Marx – Die Deutsche Ideologie)

    Aber ganz im Ernst, Marx hat — ungeachtet seiner Schlussfolgerungen — im Hinblick auf die »Theoriebildung« (den Geist) des Kapitalismus vollkommen Recht: es ist selbst in der wissenschaftlichen Debatte um die Wirtschaft mehr Ideologie als Faktum; ja, es gibt eigentlich in der Wirtschaftstheorie rein gar nichts, was ein Faktum (in empirischer Hinsicht) sein könnte.
    Daher ist die Schwingungsbreite der Ansichten auch so hoch.

    Wenn man nun in der Politik Verantwortung übernimmt hat man weder den Luxus seine Ansichten über die beste polit-ökonomische Praxis jedesmal aufs Neue zu prüfen, noch kann man einseitige Ziele verfolgen.
    Wenn also die Bundesbank die Zügel der Inflation straff hält, dann nur weil das die sichere und allgemeingültige polit-ökonomische Gangart ist.
    Wir sollten froh sein, dass in Deutschland (und in Europa) — ganz anders als beispielsweise in den USA — die politische Vernunft vorherrscht.


  2. @ antizi (Nr.1):
    „Wir sollen froh sein, dass in Deutschland die politische Vernunft vorherrscht.“

    Darf man davon ausgehen, dass dies satirisch gemeint ist?

  3.   Antizipationspartizipator

    @ dunnhaupt: Nein. Schlüsselwort ist „vorherrscht“ (sprich: „die politische Vernunft ist im Vergleich zu den USA hierzulande relativ stark“).

    Es entspricht z.B. (meiner Meinung nach) der politischen Vernunft nicht mit der Inflationsrate herum zu spielen.
    M. Schieritz hält das offenbar für schlichte Ignoranz gegenüber den Fakten. Ich meine, dass es eine solche gesicherte Faktenlage nicht gibt und dass es deswegen klug ist Experimente zu vermeiden.

  4.   Dietmar Tischer

    @ M. Schieritz

    Was ist Ihre These?

    Wenn ich mir das zusammenreime, was Sie über SACHVERHALTE schreiben und was Krugman über eine THEORIE schreibt (so verstehe ich sein „Ricardian victory“), dann ist sie dies:

    Herrschende Theorien (Ideen), die auch noch FALSCH sind (Krugman wissentschaftlich vs. Ricardo enthält dies implizit) werden von Interessen GENUTZT, um ihre Ziele durchzusetzen. Stattdessen müsste man sich auf Sachverhalte, die sind und daher NICHT FALSCH sein können, beziehen.

    Darüber könnte man ein abendfüllendes Essay schreiben.

    Hier nur ein paar Gedanken dazu:

    1. Es ist eine mehr als offene Frage, ob Sachverhalte – anders als Fakten – UNABHÄNGIG von Ideen oder Theorien bestehen. Wenn die Sachverhalte abhängig von Theorien bestünden, würde man sich letztendlich (auch) auf Theorien berufen.

    Hier wäre diesbezüglich z. B. über „Produktivität“ und „Inflation“ nachzudenken.

    2. Auch Ziele oder Zustände, die Interessen erreichen wollen und sogar im Interesse aller wären, sind nicht in jedem Fall UNABHÄNGIG von Theorien.

    Hier wäre diesbezüglich über Binnennachfrage nachzudenken.

    3. Der Rückgriff auf Sachverhalte ist – wenn er nicht aus einer Abwägung unterschiedlicher Interessen hergeleitet werden kann oder nicht theoretisch begründbar ist – WILLKÜRLICH (nur aus einer BESTIMMTEN Interessenlage heraus begründbar).

    Warum ziehen Sie die Produktivität als Begründung für gerechtfertigtes Lohnwachstum heran, nicht jedoch die damit verbundenen Kostensteigerungen? (Nicht nochmals die hier schon notorische Debatte zur Steigerung der Binnennachfrage, sondern nur eine Frage nach dem warum und warum nicht – ist bei Ihnen keine Theorie im Spiel?).

    4. Interessen beziehen sich auf bestimmte IHNEN dienliche Sachverhalte UND meistens auch auf Theorien (auf deren erklärende Funktionalitäten), blenden aber andere, die Ihnen nicht dienlich sind, aus (siehe 3. Arbeitnehmer- vs. Arbeitgeberbegründung).

    Dabei ist in der Praxis nicht so sehr entscheidend, ob man sich auf die gleiche Theorie bezieht, sondern dass man nicht dienliche KONSEQUENZEN seines Begründungszusammenhangs unter den Tisch fallen lässt.

    5. Man kann auf Sachverhalte verweisen, auch wenn es die nicht oder noch nicht gibt.

    Hier ist die Bundesbank und das Thema Inflation zu nennen.

    Kurzum:

    Die Frage ist nicht, warum die „Orthodoxie“ so schwer mit der Empirie in Einklang zu bringen ist.

    Die Frage ist vielmehr, warum es so schwer ist zu begreifen, dass man sie – wie jede andere Theorie auch – NICHT mit dem Verweis auf Interessen diskreditieren kann.

  5.   ceteris

    @Tischer
    Sehr nett, und ganz in Ihrer Manier, was Sie da schreiben. Allerdings hätte ich da auch noch eine Frage:
    Die Frage ist vielmehr, warum es so schwer ist zu begreifen, dass man sie – wie jede andere Theorie auch – NICHT mit dem Verweis auf Interessen diskreditieren kann.
    Nämlich die Frage, wie es unter den von Ihnen genannten Umständen möglich sein soll, eine Theorie zu KREDITIEREN (also das Gegenteil von „diskreditieren“).
    Und welche Funktion eine weder dis- noch kreditierte Theorie dann praktisch haben soll, zumal dann, wenn sie sich auf gesellschaftlich-wirtschaftliche Zusammenhänge bezieht, i.e. auf Interessen.
    Da wäre ich dann auf eine Antwort doch gespannt. Sie dürfte, schätze ich, in etwa darauf hinauslaufen, dass man Wissenschaft (Wahrheit) und Interessen nicht durcheinanderbringen darf. Nur hätten wir dann gar keine Wissenschaft, wenn sich mit ihr bzw. ihren Resultaten keine Interessen verbunden wären, das ist das Problem. Ihre Objektivität ist objektiv nicht möglich.

    gruss, c.

  6.   Golem

    Meiner Meinung nach, ist nicht die Orthodoxie schwer mit der Empirie in Einklang zu bringen, sondern jedwede makroöknomische Theorie!

    Prinzipiell ist es extrem schwer eine Theorie, gerade im makrokönomischen Bereich, zu formulieren, welche über lange Zeiträume empirisch gehalten werden kann. An dieser Beobachtung wird sich wohl auch in Zukunft nichts verändern bzw. verbessern lassen, da sie modellierungsimmanent ist.

    Ein Modell, also die Reduktion der komplexen Realität auf das Wesentliche, muss einerseits mit Annhamen und andererseits mit einer mathematischen Methodenapparat arbeiten, um die Lösbarkeit und damit überhaupt eine qualitative Aussage zu ermöglichen.

    Nehmen wir die Wahl der Nutzenfunktion in einem mikrofundierten Makro-Modell als Beispiel für die getroffenen Annahmen. Diese sind schwerlich empirisch zu überprüfen. Einerseits wird diese Wahl über den „Konsens“ in der Fachliteratur gerechtfertigt oder andererseits durch der Lösbarkeit des Modells bedingt.

    Bzgl. die Lösbarkeit stellt sich oft das Problem, dass die Gleichungen des Modell nichtlinear sind, die Lösungsalgorithmen jedoch nur bei linearen Gleichungssystemen funktionieren. Also, wird um die gleichgewichtige Lösung des Systems linearisiert. Die Qualiät der Linearisierung hängt aber entscheidend davon ab, wie weit das System von Gleichgewicht entfernt ist.

    Trägt man nun das Modell zu den Daten, d.h. schätzt man das Modell, ist nicht klar, wie weit die Daten vom Gleichgewicht, so denn eins überhaupt existiert, entfernt sind. Anders formuliert, kann das nichtlineare Modell mit den Daten übereinstimmen, jedoch die geschätzte Modelltransformation nicht mehr.

    Weiter lassen sich zwar Parameter schätzen und auf Signifikanz testen, jedoch sind Tests über alternative Annahmen bzw. Modelle meist schwer durchzuführen.

    Desweitern wird die empirische Analyse von Dingen geplagt wie der Lucas-Kritik (Erwartungen & wechselnde Politikregime), Simultanität, Identifikation, Strukturbrüchen, etc..

    In toto, ist es deshalb eigentlich unmöglich zu solchen Aussagen zu kommen wie „Seit WWII erklärt der Mometarismus (oder die RBC-Theorie oder die Neukeynesianer) die Daten am besten.“

    Wir sollten uns auch hüten, unsere Ansprüche an die Wirtschaftswissenschaften so hoch anzusetzen. Das höchste der Gefühle, das wir uns erhoffen können, ist, dass für bestimmte Zeitabschnitte die eine oder andere Theorie einen besseren Erklärungsgehalt aufweist (wobei mit der Kürze solcher Perioden die Qualität bzw. Reliabilität der Schätzung leidet und damit auch die Aussagekraft).

    Insofern kann ich mich schwer in Leute versetzen, die sich selbst in die Angebots- bzw. Nachfrageorthodoxien einordnen. Makroökonomisches Angebot und Nachfrage bedingen sich gegenseitig. Sie sind nicht
    durch eine eindeutige Kausalstruktur miteinander verbunden, sondern über einen Feedback-Effekt. Deshalb erscheint mir der Streit der beiden Lager wie die sprichwörtliche Diskussion über Huhn und Ei.

    Was aber nicht heißen soll, dass es nicht gut möglich ist, dass in bestimmten Phasen das eine Lager besser mit den Daten vereinbar zu sein scheint als das andere. Aber eben nur zu bestimmten Zeiten und nicht ad infinitum.

  7.   hkeske

    @ Tischer # 4

    Die Frage ist nicht, warum die „Orthodoxie“ so schwer mit der Empirie in Einklang zu bringen ist.

    Bitte? Wenn man danach fragt, warum die Orthodoxie so schwer mit der Empirie in Einklang zu bringen ist, dann ist das die Frage – wieso sollte sie es nicht sein?

    Die Frage ist vielmehr, warum es so schwer ist zu begreifen, dass man sie – wie jede andere Theorie auch – NICHT mit dem Verweis auf Interessen diskreditieren kann.

    Das ist eine neue und andere Frage, offenbar die, mit der Sie sich lieber beschäftigen möchten. Sie ist dann Ihre Frage, verbietet es aber keineswegs, sich mit der Frage zu beschäftigen, die Herr Schieritz gestellt hat.

    Und natürlich kann man eine Theorie, die als objektive Weisheit vorgetragen wird, mit dem Hinweis auf ihre Interessengelenktheit deskreditieren. Das kann man nämlich auch dann, wenn sie schon theoretisch und per se als interessengesteuert einen deutlichen Mangel an Objektivität aufweist und daher grundsätzlich keinen Glauben als objektive Weisheit geniessen sollte. Solange es Leute gibt, die an die Objektivität glauben, kann man diesen Glauben auch abwerten.

  8.   Dietmar Tischer

    @ ceteris, hkeske

    1) Theorien und Interessen

    Wirtschaftswissenschaftliche Theorien bzw. Modelle beziehen sich auf Realität. Wenn diese Realität z. B. Tauschen als Operation und Märkte als Organisationsprinzip aufweist, werden diesbezügliche Theorien ihnen gerecht werden müssen (wie auch immer Tauschen oder Märkte in der Realität auftreten und wie erfolgreich oder nicht erfolgreich die Theorien bei deren Abbildung bzw. Modellierung auch sind).

    Diese Theorien haben KEINE Erklärungsmuster zu erbringen für Wirtschaften, das z. B. ohne Märkte stattfindet. Wenn es in solchen Wirtschaftsystemen Probleme gibt, z. B. der Allokation, dann müssen eben DEREN Theorien Lösungen dafür anbieten.

    Will sagen:

    Wenn man Interessen wie dargelegt in einem ursprünglichen Sinn versteht, dann gibt es keine Wissenschaft, die nicht an Interessen gebunden ist – und auch keine, die auf ALLE wo auch immer auftretenden Probleme eine Antwort haben muss.

    DIESES Interesse, das wie hier auf den Realitätsbezug verweist, ist etwas ganz anderes als die PARTIKULARINTERESSEN, wie sie z. B. hinter dem im Artikel genannten „Institut der deutschen Wirtschaft“ vermutet werden können.

    2) Kreditieren/diskreditieren von Theorien

    Das Kriterium ist die LEISTUNGSFÄHIGKEIT bzw. das Leistungsversprechen der Theorien.

    Nehmen wir das signifikante Einzelkriterium „Prognosefähigkeit“. Wenn z. B. die Messgrößen der Konjunkturzyklen hinreichend zufriedenstellend erklärt werden können, urteilen wir: brauchbare/s Theorie/Modell, d. h. wir kleben das Etikett „richtig“ auf (wobei die Frage offen bleiben kann, ob „richtig“ – wissenschaftstheoretisch – eine 100% Abbildungsgenauigkeit erfordert). Sind die Vorhersagen nicht hinreichend den Vorhersagen entsprechend (unbrauchbar), werden wir mit „falsch“ urteilen (was dann ein unbestreitbares Urteil wäre).

    Der Punkt ist:

    Entgegen Ihrer Vermutung ist OBJEKTIVITÄT zumindest in diesem Sinne prinzipiell möglich – sie ist insofern NICHT an bestimmte Interessen gebunden.

    Vermutlich fragen Sie jetzt, WER Brauchbarkeit bzw. Nichtbrauchbarkeit feststellt. Es ist der KONSENS derjenigen, die sich mit den Theorien befassen und derjenigen, die mit den Theorie-Anwendungen praktisch arbeiten und davon betroffen sind sowie diejenigen, die Theorien z. B. für Wirtschaftspolitik heranziehen müssen. Prinzipiell ALLE also (niemand ist ausgeschlossen) – wobei die jeweilige Urteilsfähigkeit allein am Verständnis der Zusammenhänge zu messen ist.

    Das wiederum ist sehr oft, aber nicht immer einfach.

    3. Theorie und Sachverhalte

    Das ist meines Erachtens das eigentliche Thema hier.

    Deshalb ein Beispiel, das vom Autor genannte wurde, Zitat:

    „… warum die Vermögenssteuern schlecht sein sollen, obwohl die Ungleichheit dramatisch zunimmt …“

    Das ist WILLKÜR – ein Konstrukt, das eine UNTERSTELLTE Wertung mit einem Sachverhalt BEGRÜNDEND verbindet.

    Ausgangsbasis ist: Die Vermögenssteuern sind was sie sind (hierzulande z. Z. „es gibt sie nicht“) und die Ungleichheit nimmt zu wie sie zunimmt.

    Wenn die Gesellschaft bzw. die Politik feststellt, dass eine zunehmende Ungleichheit nicht wünschenswert ist und daher gegengesteuert werden soll, dann kann und sollte die Wirt-schaftswissenschaft auch nach Vermögenssteuern gefragt werden.

    Sie wird dann IHREN Erkenntnissen entsprechend sagen, was FÜR die Einführung von Vermögenssteuern spricht, z. B. Einnahmen des Staates, mit denen er die Ungleichheit kompensieren kann, und was DAGEGEN spricht, z. B. Kapitalflucht mit vermutlich unerwünschten und z. T. auch kontraproduktiven Konsequenzen (Für das Argument spielt es keine Rolle, welcher Saldo TATSÄCHLICH zu erwarten ist – es geht hier allein darum, wie die Wissenschaft reagieren sollte auf die Anfrage).

    Auf die gegebenen Antworten – die ALLEIN aus dem wissenschaftlichen VERSTÄNDNIS der Zusammenhänge, jedoch keinen SPEZIELLEN Interessen geschuldet sein sollten (und es bei den seriösen Vertretern des Fachs auch nicht sind) –, reagiert die Gesellschaft/Politik, wie sie reagieren will: Einführung von Vermögenssteuern oder nicht.

    An diesem Punkt verstehe ich M. Schieritz nicht, wenn er schreibt:

    „…warum die Orthodoxie so schwer mit der Empirie in Einklang zu bringen ist“

    Hier ist NICHTS, aber auch NICHTS in Einklang zu bringen.

    Allenfalls, in einer schwachen Auslegung seiner Feststellung, könnte man fordern, dass sich die Wissenschaft vertiefte KENNTNISSE zulegen sollte über die Folgen der Ungleichheit, z. B. volkswirtschaftliche Schäden durch Kriminalität und Auswirkungen auf das Wachstum der Sicherheitsbranche durch vermehrte Sicherheitstechnik und Beschäftigung von Wachpersonal.

    Solche Art der Erkenntnisgewinnung hat nichts mit „in Einklang bringen“ zu tun.

    4. Worum es geht

    Ich sehe in dem Beitrag einen letztendlich weiteren Versuch, die Wirtschaftswissenschaft auf ein gewünschtes Gesellschaftsbild zu verpflichten. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Beiträge bestimmter Hirten. Sehr oft diffus und feuilletonistisch, weshalb ich im vorliegenden Fall auch gefragt habe: Was ist Ihre These?

    Die Wissenschaft WANDELT sich, wenn SIE nicht mehr die Realitäten (Sachverhalte) hinreichend erklären kann (Kuhn, Hanson), aber nicht, weil man sich eine andere wünscht.

    Damit sind wir bei der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft.

    Das Thema wurde, soweit es den hier zu behandelnden Aspekt betrifft, schon vor 2.500 Jahren, zu Beginn westlichen Denkens, hinreichend geklärt. Ausgehend von einem zwar anderen Wissenschaftsverständnis als unserem heutigen, wurde damals GRUNDLEGEND darüber diskutiert, wie Probleme zu lösen sind – unter dem Begriff „Heilen“.

    Geheilt wird nicht, wenn man nach dem Zuckerbäcker ruft (von der Wissenschaft „Gefälligkeitsrezepte fordert), sondern wenn man dem Arzt folgt:

    Diagnose dessen was IST, dann Therapie – auch, wenn diese NICHT süß und gefällig ist, sondern schmerzt.

    Darum geht es auch heute:

    Gesellschaft bzw. Politik MÜSSEN sich entscheiden, was SIE wollen – Zuckerbäcker (Gefälligkeiten) oder Arzt (Heilung).

    Auf die Wissenschaft – hier unter dem Stichwort „Orthodoxie“, was immer das auch sein soll – einzuprügeln bzw. sie zum Zuckerbäcker zu machen, ist Unsinn – wenn man denn Gesundung will.

    Das wird hier wieder und wieder NICHT begriffen oder nahezu systematisch unterschlagen.

  9.   EuroOptimist

    Dieser Beitrag ist mir zu theoretisch und zu grundsätzlich (und die Diskussion auch) .
    Wie wäre es stattdessen mit dieser einfachen These:
    „..the Left is starting to offer the only coherent critique of what has gone wrong with monetary union..“
    Nachzulesen ist sie (mal wieder) hier.

  10.   Rebel

    Brauchbarkeit bzw. Nichtbrauchbarkeit

    Zwischentöne
    Musik und Fragen zur Person
    Zu Gast: Hauke Fürstenwerth,
    Unternehmensberater

    demnächst hier zum nachhören:
    dradio.de/aod/html/?broadcast=196860
    Was der Dithmarscher aus seiner Lebenserfahrung in den 1,5 h über Geld, Finanzkrise und Politik erklärt, ist einfach und vollständig – haben wir verstanden?

    Luxushotel in Waikiki auf Hawai oder Neubau einer Schule durch den Eigentümer BR Deutschland (Steuerzahler) der HypoRealEstate München?

    Hier können, sollten, müssen wie entscheiden!