Auf der Suche nach dem bösen Staat
Also: Deutschland braucht mehr Investitionen heißt es allüberall und diese Aussage ist natürlich bei aller Liebe zum Konsum als Endzweck allen Wirtschaftens korrekt. Investitionen sind eine gute Sache, keine Frage.
Die spannende Frage ist nun, wer denn der große Investitionsverweigerer ist in Deutschland. Die Unternehmer, die vor lauter Überregulierung ihre animal spirits verloren haben? Hier aus dem Datenschatz der OECD die privaten Anlageinvestitionen in Deutschland und in der Euro-Zone im Vergleich. So schlecht stehen die Deutschen ganz offensichtlich nicht da.
Wo also liegt das Problem? Am Bau, klar, denn der lag nach dem Wiedervereinigungsboom erst einmal am Boden. Aber das ist noch nicht das Ende der Geschichte.
Der böse, böse Staat, diese Krake, die unser Geld verschleudert um damit Brücken ins nirgendwo zu bauen und uns keinen Raum zum Atmen lässt – hat offensichtlich bei uns anders als im Rest Europas das investieren fast eingestellt (die Daten kommen von der EU, die Aufwärtsbewegung am aktuellen Rand dürften die Konjunkturprogramme sein). Es musste ja immerzu gespart oder die Steuer gesenkt werden.
Vorsicht, liebe Staatsfeinde – am Ende schnappen Euch die Keynesianer auch noch das Investitionsargument weg.


@ Kaspar
Wir wär’s damit: Der Arbeitsmarkt war gar nicht so dysfunktional, i.e. die Löhne zu hoch, sondern die bau- und die staatlichen Investitionen zu gering? Umso mehr, wenn sich die privaten Investitionen ganz klar NICHT so schlecht verhalten haben, wie man (auch ich) immer geglaubt hat. Wie hätten denn zu höhe Löhne zu einem Absinken der Bauinvestitionen führen können (die übrigens sehr zinsreagibel sind)?
Gegen die geringen Bauinvestitionen hätte man vielleicht nichts machen können, für höhere staatliche Investitionen aber sehr viel.
Grüße,
Fabian Lindner
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@Fabian Lindner
Dazu passt auch, dass im Baugewerbe und im öffentlichen Dienst seit Anfang der 90er jeweils über 2 Mio. Stellen abgebaut wurden.
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@Schieritz: “Vorsicht, liebe Staatsfeinde – am Ende schnappen Euch die Keynesianer auch noch das Investitionsargument weg.”
Dazu müßten Sie erstmal eins haben. Was bringt denn eine jährliche Veränderungsrate ohne absolute Zahlen? Noch dazu, wenn die max. Differenz um die 1% ausmacht und sich die Kurven annähern? Übrigens seit 2005.
Sie bestätigen für mich mal wieder die These, viele selbsternannte Keynesianer tun sich schwer beim Rechnen.
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@Schieritz: Nochmal ‘ne These zum Nachdenken (so ein paar Monate zurück): Vielleicht haben ja einige europäische Länder ihr Pulver zu früh verschossen…
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@ rebel
Architekten und Ingenieure kann man mittlerweile fast zum Prekariat rechnen – bitte erst recherchieren und dann posten.
Das nach HOAI gezahlt wird ist schon lange obsolet.
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