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Schaden uns die Euro-Hilfen?

 

Die zentrale These von Hans-Werner Sinn und vielen seiner Kollegen (inklusive Henry Kaspar in diesem Blog) ist bekanntlich, dass die deutschen Investitionen in den vergangenen Jahren schwächelten, weil der Arbeitsmarkt zu starr war und das Kapital nach Griechenland und in die USA floh. Jetzt boomen die Investitionen wieder, weil das Kapital zu Hause bleibt und Rot-Grün den Arbeitsmarkt reformiert hat. Insofern wären die Hilfen für die Peripheriestaaten für Deutschland schädlich, denn wenn es diesen Ländern besser geht, fließt das Kapital bei uns ja wieder ab. Soweit Sinns Welt.

Zusammen mit Sebastian Dullien bin ich im Wirtschaftdienst dieser These einmal nachgegangen, mit erstaunlichen Ergebnissen: Es gab wohl ein schwere Krise nach der Jahrtausendwende, es gab aber keine strukturelle deutsche Investitionsschwäche, zumindest wenn man sich die in diesem Zusammenhang relevanten privaten Unternehmensinvestitionen anschaut. Man kann nun für oder gegen Arbeitsmarktreformen sein, man kann für oder gegen die Euro-Hilfen sein – mit der deutschen Wirtschaftskraft lassen sich die Positionen jedoch nicht begründen.

Viel Spaß beim lesen.