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Tax and Spend!

 

Das empfiehlt Investorenlegende Warren Buffett, als habe er sich mit Frank Schirrmacher abgestimmt.

OUR leaders have asked for “shared sacrifice.” But when they did the asking, they spared me. (…) Back in the 1980s and 1990s, tax rates for the rich were far higher, and my percentage rate was in the middle of the pack. According to a theory I sometimes hear, I should have thrown a fit and refused to invest because of the elevated tax rates on capital gains and dividends.

I didn’t refuse, nor did others. I have worked with investors for 60 years and I have yet to see anyone — not even when capital gains rates were 39.9 percent in 1976-77 — shy away from a sensible investment because of the tax rate on the potential gain. People invest to make money, and potential taxes have never scared them off. And to those who argue that higher rates hurt job creation, I would note that a net of nearly 40 million jobs were added between 1980 and 2000. You know what’s happened since then: lower tax rates and far lower job creation.

Nur um das klarzustellen: Ich bin der Meinung, dass der Kapitalismus das am wenigsten Schlechte System ist. Aber er wird politisch nur überleben, wenn er Teilhabe erlaubt, und ökonomisch, wenn er ausreichend Kaufkraft generiert. Und das bedeutet neben vielen anderen Dingen eben auch: Den Reichen nehmen und den Armen geben. Anders geht es nicht. Punkt.

Oder, um es mit dem Altmeister JMK zu sagen:

If capitalist society rejects a more equal distribution of incomes  [… ], then a chronic tendency towards the underemployment of resources must in the end sap and destroy that form of society.

3 Kommentare

  1.   Rebel

    Die Reichen werden ihre Vermögen noch händeringend zur staatlichen Verfügung stellen, wenn sie erkennen, dass ein slow puncture die Luftbuchungen echt wertberichtigt. Ansonsten – no bailout!

  2.   Tobias Fuentes

    Um das mal klarzustellen:

    Die USA hebt sich in seiner Reichenbesteuerung nicht sonderlich von anderen Staaten ab, was je nach Gusto heißt, Reiche werden geschont oder geschröpft. Die USA hat ein effektiv-progressives Steuersystem, wie wir. Die US-Topverdiener zahlen scheinbar relativ sogar mehr als deutsche Top-Verdiener, je nach statistischer Ermittlung: während das obere deutsche Zehntel 23% effektiv vom Einkommen zahlt (je höher man kommt, um so mehr wird effektiv bezahlt, über ein Drittel des Einkommens), DIW-Berechnung. In den USA zahlt das Top-Fünftel hingegen gar 26% (C.B.O.). Nirgends zahlen Reiche soVIEL Einkommensteuern wie in den USA – und das nicht nur absolut, sondern relativ von den Gesamteinnahmen. reason.org/blog/show/americas-richest-10-carry-more-of-t Da sie einen größeren Einkommenanteil haben, ist das aber nur logisch. Wie man an der verlinkten Grafik sehen kann, fallen die USA nicht aus dem Raster, sie liegen eher drüber.

    Buffett selbst hat erstens gar keine Ahnung, was er de facto zahlt, was gar nicht erst bei ihm ankommt, durch Unternehmensbesteuerung bei seinen Beteiligungen. Zweitens, Buffett hat Einkommen vornehmlich aus Kapitalerträgen, die historisch niedrig besteuert werden. Nur, die Bedeutung von Kapitalerträgen für die Einkommensbildung ist historisch genauso niedrig. Wie Mankiw es formuliert: „If your image of the typical rich person is someone who collects interest and dividend checks and spends long afternoons relaxing on his yacht, you are decades out of date. The leisure class has been replaced by the working rich.“ nytimes.com/2007/07/16/business/worldbusiness/16iht-tax.4.6680311.html

    Was Buffet an Kapitalerträgen Steuern zahlt, ist relativ unbedeutend. Und es ist unseriös am Beispiel Buffetts zeigen zu wollen, dass Reiche geschont werden. Im Gegenteil, ich zitiere mal ungeprüft: „The share of taxes paid by the top fifth of the population grew sharply between 1979 and 2007.“ nationalreview.com/corner/274721/taxing-warren-buffett-samuel-gregg

    Wenn Buffett 1980-2000 erwähnt und lobt … was hat denn einen Jobboom ausgelöst? Reagans Wirtschafts- und Fiskalpolitik (und falls jemand aus Kempten mitliest: auch dank Volckers Zinspolitik und Inflationsbekämpfung). Clintons Boom war künstlich, sein Erbe sah man 2000 und 2007.

    Die Dinge sind und bleiben komplex. Ursachen für Vermögens- und Einkommenskonzentration, und warum Reiche geschont oder mehr als je zuvor geschröpft werden (relativ vom Gesamtkuchen), hat zahlreiche andere Gründe als vermeintliche Steuersenkungen.


  3. Buffets Beispiel hat mittlerweile ja sogar Schule gemacht; vgl. dazu mein Blog-Posting „Warren Buffet: Ein Mirabeaumirage im Ancien Régime des Spätkapitalismus?“ – beltwild.blogspot.com/2011/08/warren-buffet-ein-mirabeaumirage-im.html.