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Internationaler Währungsfonds erwartet kräftigen Anstieg des Ölpreises

 

Die Kommentatoren, die sich bislang zu den am Dienstagmorgen veröffentlichten Prognosen des IWF geäußert haben, schreiben durchgängig, dass der Ölpreis im Jahr 2016 sinken werde, nämlich um 17,6 Prozent. In Wirklichkeit ist es umgekehrt: Der IWF erwartet einen Anstieg! Das kommt so:

Im Jahr 2015 kostete ein Fass der Sorte Brent im Durchschnitt 52,40 Dollar, nach 98,94 Dollar im Jahr 2014. Das war ein Rückgang um rund 47 Prozent. Wenn der Preis 2016 noch einmal zurückgehen soll, um die besagten 17,6 Prozent, ergibt sich ein durchschnittlicher Preis von 43,18 Dollar.

Nur: Der heutige Ölpreis liegt bereits bei 28,16 Dollar. Um auf den Durchschnittspreis von 43,18 Dollar zu kommen, muss er – einen linearen Verlauf unterstellt – am Jahresende bei 59,58 Dollar landen. Mit anderen Worten, er würde von heute bis Sylvester um 111,6 Prozent steigen. Ich habe dabei berücksichtigt, dass der Durchschnittspreis in den ersten 19 Tagen des Jahres bei 31,44 Dollar lag.

Es wird nichts mit noch billigerem Öl, wenn der IWF mit seiner Prognose recht hat. Bitte nachrechnen!

3 Kommentare

  1.   BMMMayr

    Ein kräftiges Auf und Ab des Ölpreises ist gut für die Energiewende und den Klimawandel:

    Wenn der Ölpreis *konstant hoch* ist, wird mehr erschlossen und gefördert. und insgesamt mehr CO2 in die Luft geblasen.
    Wenn der Ölpreis *längere Zeit niedrig* ist, wird weniger auf verbrauchsarme Technik gesetzt, was die langfristige Nachfrage steigen lässt, Preise steigen vorhersehbar und es wird mehr exploriert, erschlossen usw.

    Wenn es hingegen eine große Unsicherheit über den zukünftigen Ölpreis gibt, dann gewinnen besser planbare Alternativen an Attraktivität. Kernenergie, Sonneneinstrahlung (PV, Solarthermie), die Menge nachwachsenden Holzes (Pellets, Hackschnitzel) und Wind(kraft) sind dann vergleichsweise besser vorherzusagen und die Rentabilität von Investitionen besser planbar.

    Wo immer es eine Wahl gibt Mineralöl durch was anderes ersetzen zu können (Heizung, Kfz, Prozesswärme), fördert ein stark schwankender Ölpreis Investitionen in Alternativen.

  2.   Dietmar Tischer

    @ BMMMayr

    Sehe ich im Prinzip genauso.

    Zu den Überlegungen gehört jedoch auch, dass Investitionen in Alternativen ebenfalls von schwankenden Preisen der mit ihnen erzeugten Produkte betroffen sein können.

    Für die Energiewende, hier erneuerbare Energien, werden sie lediglich durch Subventionen verschleiert – auf Zeit.

    Wir sind auf dem Wege zu Überkapazitäten in der Stromversorgung (miteingerechnet die konventionellen Kohlekraftwerke, die vor allem der Arbeitsplätze wegen nicht über Nacht abgeschaltet werden können).

    Wenn diese Überkapazitäten auch bei „normalen“ Rohölpreisen noch spürbarer werden, sieht auch hier die Welt ganz anders aus. Auch dann werden sich manche Investitionen nicht mehr rechnen.

  3.   BMMMayr

    @DT
    Wie man mit schwankender Nachfrage im Energiemarkt umgeht ist tatsächlich einer großen Fragen. Je nach Zeithorizont der Schwankungen (kurz-,mittel- und langfristig) braucht es dafür unterschiedliche Ansätze.
    Zum Thema Subventionen: Ich bin Mitglied in einer Energiegenossenschaft, die gerade anfängt die erzeugte Energie direkt auf dem Strommarkt zu verkaufen, ohne EEG Subventionen. Die Genossenschaft verdient dadurch kaum mehr, aber erwirbt Kompetenzen für die Zeit, wenn es keine Subventionen mehr geben wird.
    Die Zeit in der erneuerbare Energie anfangen können auf Subventionen zu verzichten ist angebrochen.